Schlagwort: USA
Rezension Kurzgeschichten: Ist es nicht schön hier, von Te-Ping Chen (2021, engl. Land of Big Numbers) – 7/10
Gemeinsame Eigenschaften der Geschichten: Einfache Provinzler, vor allem schrullige ältere Ehepaare – schöne reiche Städter mit westlichem Luxus – mild skurrile Erfindungen und surrealistische Elemente, zugleich markant realistische Details –…
Romankritik: Drei Tage im Juni, von Anne Tyler (2025, engl. Three Days in June) – 5/10
Das ist im ersten Drittel warmherzig, witzig, mit pfiffigen Dialogen, schrulligen Durchschnittsfiguren von nebenan und ohne konstruierte Zufälle oder Katastrophen – Anne Tyler eben. Es geht um ein geschiedenes Ü60-Paar…
Kritik Erzählungen aus: We Don’t Live Here Anymore, von Andre Dubus (1975, 1980) – 5/10
Meine Ausgabe enthält drei Novellen, die zusammenhängen; es gibt dieselben Hauptfiguren, insonderheit Hank und Edith. Man könnte fast von einem Roman sprechen. We Don’t Live Here Anymore (1975) – 7,5/10:…
Biografie-Kritik: Fawn McKay Brodie. A Biographer’s Life, von Newell G. Bringhurst (1999) – 7/10
Newell G. Bringhurst schreibt flüssig, leicht lesbar und streng chronologisch; die Zwischenüberschriften geben Verschnaufpausen. Der Autor hatte erkennbar viel Zugang zu persönlichen Notizen und Wegbegleitern Brodies; doch er will offenkundig…
Rezension Expeditionsbericht: This Vast Enterprise, von Craig Fehrman (2026) – 7/10
Craig Fehrman stellt in jedem Expeditionsabschnitt einen anderen Teilnehmer ins Zentrum – er fokussiert einerseits auf die Figur und andererseits auf die neue Umgebung, und im nächsten Kapitel auf eine…
Rezension Sachbuch: Undaunted Courage: Meriwether Lewis, Thomas Jefferson, and the Opening of the American West, von Stephen Ambrose (1996) – 8/10
Autor Stephen Ambrose textet sehr flüssig. Er flicht auf angenehme Weise die Originalzitate der Expeditionsleiter ein, vor allem Meriwether Lewis mit stillem Charme, uneitler Selbstbeobachtung und skurrilen Schreibweisen. Wiederholt bringt…
Kritik Biografie: Thomas Jefferson. The Art of Power, von Jon Meacham (2012)– 7/10
Der Autor schreibt flüssig und mitvollziehbar, das Lesen fällt jederzeit leicht und prickelt nie richtig. Jon Meacham konzentriert sich weitgehend auf Thomas Jefferson als Politiker und Staatsdenker und schreibt über…
Leseeindruck Biografie: Thomas Jefferson, An Intimate History, von Fawn M. Brodie (1974) – 7/10
Fawn M. Brodie interessiert sich in dieser “intimate history” stark für Thomas Jeffersons Persönlichkeit. Sie spekuliert erklärtermaßen immer wieder heftig über Motivation, Gefühle und über die als Tatsache unterstellte Beziehung…
Romankritik: Die unbekannte Sally Hemings, von Barbara Chase-Riboud(1997) – 7/10
Die Autorin schreibt intensiv und einfühlsam. Trotz einiger Konstruktionsschwächen und auffälliger didaktischer Einschübe ist es ein Vollblutroman mit guten Erfindungen. Barbara Chase-Riboud formuliert sinnlich und detailfreudig über Menschen und Dinge,…
Rezension Erzählungen: Immergleiche Wege, von Richard Russo (2017, engl. Trajectory) – 7/10
Richard Russo (*1949) schreibt präzis psychologisch, mit spannungsreichen und teils gepfefferten Dialogen; doch er bringt in den vier Erzählungen zu zu viele Krankheiten und er wiederholt zu viele Motive. Vier …
Romankritik: The Rom-Commers, von Katherine Center (2024) – 4/10
Ja, ich habe ein paar Mal gelacht, und ich habe das Buch zügig zu Ende gelesen (das geht ganz schnell). Aber es ist eine hysterische RomKom mit unrealistischen Annahmen und…
Rezension Biografie: Richard Avedon, What Becomes a Legend Most, von Philip Gefter (2020) – 7/10
Den Menschen Richard Avedon lernt man nur teils kennen, dachte ich in der ersten Buchhälfte: Dort beschreibt Gefter einen endlosen Promi-Reigen – Fotomodelle, Filmstars, Politiker (noch keine Supermodels) – und…
Kritik Motown-Sachbuch: Where Did Our Love Go, von Nelson George (1985, 2003) – 8/10
Nelson George erzählt nüchtern, vereinzelt sarkastisch bis flapsig, gut lesbar und ohne Blabla, mit immer überraschenden Themen- und Personalsprüngen ohne jedes Unterkapitel oder doppelte Zeilenschaltung. In stetem Wechsel folgen fast…
Kritik Stax-Sachbuch: Respect Yourself, Stax Records and the Soul Explosion, von Robert Gordon (2015) – 6/10
Autor Robert Gordon ist ein Fanboy – ein Stax-Fanboy und ein Memphis-Fanboy; er wuchs dort auf, produzierte Bücher und Dokus auch zu lokalen Themen, nennt Memphis im Nachwort ”us” und…
Lese-Eindruck: Arrivals, Departures and the Adventures In-Between, von Christopher O’Shaughnessy (2014)
Der Autor schreibt munter schon ab dem Vorwort: Most audiences, out of politeness , applaud at the beginning of a presentation… please applaud now for the pages you’re about to…
Romankritik: Big Swiss, von Jen Beagin (2023) – 5/10
Der Roman ist voll Selbstmord, Sex, Vergewaltigung, Haustierfixiertheit, Drogen, Bienen, Analem, Mini-Eseln, Muttertochterproblemen und Freaks. Die Autorin studierte Creative Writing in Kalifornien – so liest sich das auch, kreativ und…
Kritik Sachbuch: Feeding the Machine. Hinter den Kulissen der KI-Imperien, von James Muldoon, Mark Graham, Callum Cant (2025) – 6/10
Die Autoren schreiben sehr lesbar, in jedem Kapitel zunächst orientiert an einzelnen, eventuell anonymisierten Personen – Annotatoren, Investoren, Techniker, Ingenieure. Sie schreiben nie detailliert über private KI-Endanwender – jedoch über…
Buchkritik: Iowa, von Stefanie Sargnagel (2023) – 4/10
Das Machwerk (Buch) braucht eine Triggerwarnung. Diese Rezi (Machwerk) auch. Die Triggerwarnung für das Buch lautet: Vorsicht bitte, hier sargnagelt die Steffi über random Zeugs, gelegentlich lustig, gelegentlich “mit Iowabezug”.…
Romankritik: Writers & Lovers, von Lily King (2020) – 7/10
Fazit: Witzige, scharfe Dialoge und schöne Beobachtungen aus dem Familien-, Beziehungs-, Literatur-, Arbeitsleben. Doch die Autorin überfrachtet den Roman mit Problemen, vor allem mit Trauer: Die Ich-Erzählerin trauert ausführlich um…
Romankritik: Atemübungen, von Anne Tyler (engl. Breathing Lessons, 1988) – 7/10
Der Roman beginnt genüsslich mit einem gereizten, dutzende Seiten langen Dialog zwischen den Eheleuten Maggie und Ira, unterwegs im Auto zu einer Trauerfeier. Die Rückfahrt am selben Tag glänzt mit…
Romankritik: Im Krieg und in der Liebe (engl. The Amateur Marriage), von Anne Tyler (2004) – 7/10
Anne Tyler schreibt hochatmosphärisch, mit packenden Details und kleinen, intimen Konflikten. Sie schildert kleine Leute aus den Vororten. Sie schreibt meist hochgradig realistisch und nüchtern, ohne bizarre Zufälle, nur bei…
Romankritik: Redhead by the Side of the Road, von Anne Tyler (2020) – 7/10
Das ist schön menschlich und alltäglich, ohne haarsträubende Zufälle oder Ausgeflipptheiten. Doch die Dialoge klingen teils zu filmreif oder bedeutungsvoll, ebenso wie einige Details – angefangen bei der Souterrainwohnung mit…
Romankritik: Yellowface, von Rebecca F. Kuang (2023) – 7/10
Kuang schreibt sehr leicht lesbar und liefert genüsslichen Klatsch aus der Verlags-, Wokeness- und Twitter-Welt. Teils fühlt man sich in einem Krimi. Nur Liebe spielt keine große Rolle. Kuang übertreibt…
Biografie-Kritik: Nobody’s Perfect: Billy Wilder – A Personal Biography, von Charlotte Chandler (2002) – 7/10
Die Autorin verbrachte viel Zeit mit Billy Wilder und protzt gern damit: Billy Wilder and I frequently ate breakfast at the Beverly Hills Hotel Sie stalkte auch andere A-Promis und…
Biografie-Kritik: Billy Wilder, Eine Nahaufnahme, von Hellmuth Karasek (1992) – 6/10
Fazit: Leicht lesbare, anekdotensatte und unkritische „Biografie” eines Menschen, der unterhalten will und auf Qualität achtet. Nebenbei ein bisschen Hollywoodgeschichte. Es gibt kaum Stimmen von Kritikern oder Mitarbeitern sowie kaum…
Lese-Eindruck Ganovenkrimi: Get Shorty, von Elmore Leonard (1990)
Der Autor erzählt aus der Perspektive wechselnder Hauptfiguren, in aufdringlich coolem Ton: If he was putting it on he had it down cold… flying down to Rio by the se-o…
Biografie-Kritik: Margaret Mead, von Jane Howard (1984) – 8/10
Die erfolgreiche Journalistin Jane Howard schreibt flüssig und leicht lesbar, nur ganz gelegentlich mit unpassenden Details irritierend. Natürlich hat Howard eine ergiebige Hauptfigur mit ergiebigem Umfeld: schon die Kindheit ist…
Romankritik: Early Morning Riser (2021), von Katherine Heiny – 6/10
Unterbrochen von zwei Tragödien, die schnell vorbeigehen, schildert Katherine Heiny eine allzu fluffige Kleinstadtidylle: jede kennt jeden, jede schlief mit jedem, versteht sich immer noch bestens. Man ist endlos verständnisvoll,…
Romankritik: Vladimir, von Julia Jonas May (2022) – 7/10
Der Buchtitel “Vladimir” führt in die Irre: Der Roman handelt überwiegend nicht von den Gelüsten einer verheirateten 58-Jährigen Professorin nach dem gut gebauten, verheirateten 40-jährigen Kollegen russischer Abstammung – und…
Romankritik: Auf allen Vieren, von Miranda July (2024, engl. All Fours) – 7/10
Miranda July sagt viele coole Sätze, die runtergehen wie Sahne auf Mandelmilch-Basis, selbst wenn man sie nicht versteht. Deswegen wurde sie ja auch schon 2012 vom US-Kongress vorgeladen, “to explain…
Biografie-Kritik: Die Wahrheit über Trump, von Marcus Kranish, Marc Fisher (2016, engl. Trump Revealed) – 8/10
38 Reporter und 2 Faktenprüfer der Washington Post trieben Anfang 2016 diesen Aufwand, um die Trump-Biografie zu recherchieren: We sent reporters to his ancestral homes in Germany and Scotland, to…




