Belletristik

Romankritik: The Rom-Commers, von Katherine Center (2024) – 4/10

Ja, ich habe ein paar Mal gelacht, und ich habe das Buch zügig zu Ende gelesen (das geht ganz schnell). Aber es ist eine hysterische RomKom mit unrealistischen Annahmen und absurden Pannen, mit forciertem Slapstick, forciertem Schmalz, regelmäßigen Katastrophen und aufdringlichen Trauer- und Verzögerungsmomenten. Zeitweise schwafelt die Ich-Erzählerin selbstgefällig zu viel Banales, statt zur Sache…

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Thailand

Romankritik: Seebarsch und Süßkartoffeln, von Pensri Kiengsiri (2006, engl. Love in the Fish Market) – 6/10

Drama auf dem Thonglor-Markt an der Sukhumvit-Straße in diesem Roman, der ab 12 oder 13 Jahren Alter empfohlen wird: Kim-lang, die schöne Tochter der Fischhändlerin Kim-huai, soll Chaturong heiraten, Sohn des Fleischhändlers Tek-hai. Sie interessiert sich aber mehr für den Gemüsehändler Paramet vom Marktstand schräg gegenüber ihrer Mutter. Der macht ihr quer über den Gang…

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David Nicholls

Romankritik: Zwei in einem Leben, von David Nicholls (2024, engl. You Are Here) – 8/10

Fazit: David Nicholls schreibt wie immer reizvolle Dialoge mit Zwischentönen und feinem, verblüffendem Humor. Gelegentlich liefert er zu viele geografische und andere Details. Die Handlung ist lange unspektakulär, doch voll amüsant heikler Momente und relativ realistisch. Drama gibt es in den ersten drei Vierteln nur per Rückblende auf Konflikte in der Vergangenheit; umso mehr Spannung…

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Lese-Eindruck: Scoop, von Evelyn Waugh (1938) – 6/10

Flott formuliert, bizarr karikiert, und manchmal schlicht zu routiniert: Evelyn Waugh schreibt elegant, lustig und mit pfiffigen Details und Dialogen. Er versteht es, Spannung aufzubauen. Doch die Handlung ist komplett unrealistisch, die Hauptfiguren sind grenzdebil und maßlos übertrieben – man denkt an Dick und Doof. Der  Erzähler sagt selbst, dass eine Nebenfigur im Ministeramt sich…

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Romankritik: Wie ich lernte, die Frauen zu lieben (1965, engl. In Praise of Older Women), von István Vizinczey – 7/10

Der Roman klingt verblüffend nach echten Memoiren. Ich-Erzähler András Vajda ist ein Liebhaber der Frauen, dem Qualität über Quantität geht. Autor István Vizinczey (1933 – 2021) erzählt flüssig, die Affären überschneiden sich teils, es ist erotisch, charmant, auch mal rollig, nie vulgär oder auch nur angeberisch, sonden literarisch ansprechend und nebenbei historisch erhellend. Die Dialoge…

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Romankritik: Am Ende ist es ein Anfang, von Dolly Alderton (2023, engl. Good Material) – 5/10

Der Roman zerfällt in eine Kette von Episoden, mit teils aufdringlich bedeutungsvollen Dialogen und Situationen, gelegentlich gerettet durch etwas Humor, öfter beschädigt durch Vulgarität, dumpfes Kumpeltum und Banalität. Man könnte einzelne Episoden löschen, ohne eine Lücke zu reißen. Dazu kommen schlichte Beziehungsweisheiten; Popreferenzen triggern Pawlowsche Reflexe. Dolly Alderton schreibt offen männerfeindlich. Ihr dämlich sich im…

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Romankritik: Die Reisen des Mister Leary, von Anne Tyler (1985, engl. the Accidental Tourist) – 5/10

Ja, ich habe gelacht. Es gibt Slapstick, Situationskomik und Dialogkomik. Anne Tyler karikiert den Eigenbrötler, der gern Abstand wahrt, zunächst sehr gut. Sie liefert reizvolle Details, macht meist nicht zu viel Worte, treibt die Handlung, die Dialoge sitzen. Das gilt aber nur für das erste Drittel. Danach wird es zu plaudertaschig und zu gefühlig, samt…

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Romankritik: Die Hochstapler, von Tom Rachman (2023, engl. The Imposters)– 6/10

Tom Rachman formuliert 1A. Er erfindet 1A Dialoge. Kleine Szenen und originelle, charakterstarke Persönlichkeiten. Doch am übergeordneten Plot scheitert Tom Rachman – ein unübersichtliches Figurenkabinett sucht vergeblich den Handlungsbogen, selbst wenn Figuren über mehrere Geschichten hinweg wiederkehren. In der Rahmenhandlung bringt eine alternde Schriftstellerin ein paar letzte Texte zu Papier; die werden wie Kurzgeschichten in…

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Kritik Kurzgeschichten: Der Zitronentisch, von Julian Barnes (2004, engl. The Lemon Table) – 7/10

Gesamteindruck: Die Kurzgeschichten handeln vom Älterwerden, bis zur Demenz, an ganz unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Jahrhunderten und Gesellschaftsschichten. Julian Barnes beobachtet sehr genau und schreibt oft kunstvoll sparsam – so wie eine seiner Figuren „simple, hard, true” sprechen möchte. Andererseits textet Julian Barnes je nach Kontext gern extravagant: cartilaginous… waxy grottoes ((das Ohr-Innere)) Außerdem Wiederkehrendes:…

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Kritik: Pygmalion, Theaterstück von George Bernhard Shaw (1913) – 7/10

Das Theaterstück hat witzige Dialoge, markante Charaktere und eine pfiffige Grundidee. Bernard Shaws Ideen von Klassismus und Antimaskulinismus klingen aber zu belehrend durch. Unrealistisch ist die Geschichte zudem – “exceedingly improbable” laut Shaws eigenem “Sequel”. Dieses Drama wirkt überdies mehr wie ein Roman in Dramenform, es scheint in der Originalfassung schwer aufführbar mit Straßenszenen im…

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Kritik Theaterstück: Frau Warrens Beruf, von Bernard Shaw (1894, engl. Mrs Warren’s Profession) – 6/10

Das Stück hat amüsante Dialoge, einige Wendungen und regt zum Nachdenken an. Im letzten Akt verblüfft der Wechsel von komfortablen Landgütern in ein schlichtes Stadtbüro. Bernard Shaws Drama klingt jedoch auch künstlich und konstruiert. So sagt  Herbert Geisen im Nachwort der reclam-Ausgabe: Immer wieder durchbricht er die realistische Darstellungsweise, um den Parabelcharakter des Stücks herauszustellen…

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Buchkritik: Die Tante Jolesch (1975), von Friedrich Torberg -7/10

Dies ist eine lose Anekdotensammlung aus einem internationalen, gleichwohl einheitlich “altösterreichischen“ (Torberg) und sentimental verklärten Milieu. Sie wird zusammengehalten von Friedrich Torbergs vollmundigem wie übersichtlichem, altmodisch ziseliertem Deutsch, das hervorragend zum plüschigen Ambiente passt. Amazon-Werbelinks: Tante Jolesch | Friedrich Torberg | Witzig Eigenwilligkeiten und Käuze: Friedrich Torberg kapriziert sich v.a. auf witzige, mitunter leicht derbe…

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Buchkritik: Die Erben der Tante Jolesch (1978), von Friedrich Torberg -7/10

Im Vorwort erklärt Friedrich Torberg ausführlich, dass dieser Band dem ersten Jolesch-Erfolgsband inhaltlich und stilistisch sehr ähnelt. Dazu gehören auch Nachträge und Korrekturen zum Vorgänger, samt seitengenauen Querverweisen. Torberg liefert sogar gleich die Verrisse mit, mit denen die Zeitungsschreiber sein Konzept verdammen könnten. Amazon-Werbelinks: Tante Jolesch | Friedrich Torberg | Witzig Vom Hundertsten ins Tausendste:…

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Romankritik: Eine Handvoll Staub, von Evelyn Waugh (1934, engl. A Handful of Dust) – 6/10

In dieser erlesenen Satire begegnen sich die Akteure vordergründig höflich, doch zugleich etwas überdeutlich rücksichtslos und eigensüchtig, in vielen amüsanten Dialogen. Fast alle Figuren sind unsympathisch, bestenfalls bedauernswert, vielleicht mit Ausnahme der patenten Amerikanerin, die mit dem eigenen Flugzeug zu Verabredungen kommt und spontan bei Renovierungsarbeiten hilft. Amazon-Werbelinks: Eine Handvoll Staub | Evelyn Waugh allgemein…

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Romankritik: The Grammarians, von Cathleen Schine (2019) – 6/10

Daphne gilt als die Klügere. Doch Laurel kam 17 Minuten früher zur Welt und ist auch sonst überall als erste zur Stelle. Daphne mault: ”I’ll never catch up… you were alive for seventeen minutes without me. I was never alive without you.” Solch ein Dialog klingt nicht realistisch, aber unterhaltsam. Das Buch ist voll von…

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Kritik Kurzgeschichten von Mark Twain – 6/10

Seine launigen Kurzgeschichten verkauft Mark Twain wie Selbsterlebtes. Kurze Späße, nicht tiefgehend, aber nicht ohne innere Wahrheit. Die Texte finden Sie online. Amazon-Werbelinks: Mark Twain | Südstaaten | Huckleberry Finn The £1,000,000 Bank-Note ᛫ 5,5/10 Bettelarmer Ami in London gelangt durch irren Zufall an eine echte 1,000,000-Pfund-Banknote und an eine Ehefrau. Ein paar Mal habe…

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Kritik Theaterstück: Bunbury – Ernst sein ist alles, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das ist witzig und allzu routiniert geschnitzt: Oscar Wildes Figuren parlieren in einer Tour widersprüchlich, respektlos oder gegen die Norm. Sie gewinnen wenig Kontur, weil ihr Dialog immer die Lustspielmaschine befeuern muss. Speziell die zwei jungen Damen reden zu absurd und gekünstelt dümmlich, und beide wollen nur einen Mann namens Ernst heiraten, alles klar. (Engl….

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Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10

Der Cast schnurrt gut aufgezogen übers aalglatt ölige Parkett. Oscar Wilde kredenzt v.a. in den ersten beiden Akten ein köstliches Aperçu nach dem anderen. Plot und Dialog basieren nicht immer auf Realismus und Psychologie, wirken teils mechanisch nach den Regeln der Theaterfarce konstruiert. (Engl. Titel Lady Windermere’s Fan.) Amazon-Werbelinks: Oscar Wilde allgemein | Ernst sein…

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Kritik Theaterstück: Ein idealer Gatte, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das Theaterstück handelt von Moral, Politik und Erpressung mit Rufmord. Im dritten von vier Akten wird daraus plötzlich eine schnelle Verwechslungskomödie, und nebenbei kommt wenig glaubwürdig Liebe ins Spiel. Einige Figuren wirken besonders unrealistisch, so die hysterisch schwankende Lady Chiltern und die boshaft feixende Mrs Chevely. Manche Monologe in diesem Stück ziehen sich über eine…

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Kritik Roman: Vernunft und Gefühl, von Jane Austen (1811, engl. Sense and Sensibility) – 7/10

Jane Austen (1775 – 1817) schreibt kurzweilig mit vielen, teils amüsanten oder spannungsreichen Dialogen, kurzen Kapiteln, klar überschaubarer Chronologie, weitgehend einheitlicher Perspektive, nicht zu ausuferndem, nach und nach eingeführtem Personal und oft deutlicher Ironie. Sie verzichtet auf dräuende Andeutungen, Symbolik schwülstige Landschaftsbeschreibungen sowie absurde Zufälle oder implausibles Verhalten und stellt sich in den Dienst des…

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Lese-Eindruck: Die Katze aus dem kleinen Café, von Colette (1945)

Im ersten Teil bringt Colette (18173 – 1954) kurze Geschichten über Tiere aus Menschensicht, scheinbar sehr autobiografisch über sich und  ihre Haustiere in vielen Jahrzehnten – nicht nur Katzen, sondern auch mehrere Hunde, Eichhörnchen, Papageien, Wildvögel, Pferde, „Großvater Gecko“, Echsen, Goldfische, Bienen. Colette vermenschlicht ein wenig, präsentiert markante Charaktere auf vier Pfoten, liebevoll, auch neckisch;…

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Roman-Kritik: Mitsou, von Colette (1919) – 8/10

Das Romänchen ist sehr heterogen formuliert und konstruiert: teils Briefroman, teils Drehbuch, teils üblicher Roman; im Ton mal frech-frivol, mal schmachtend gefühlig, dabei stimmig Auf den lustigen Einstiegsseiten habe ich mehrfach laut gelacht. Hauptfigur Mitsou und ihr Sidekick Petite Chose reden und schreiben ziemlich geschriftstellert – nicht realistisch, aber hier sehr unterhaltsam: „Ein intelligenter Mann…

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Buchkritik: Chéri, von Colette (1920) – 7/10 Sterne – mit Video

Oh là là, die Franzosen. Da treiben’s nicht nur die Endvierzigerin Léa („mit Doppelkinn und verwüstetem Hals“) und ihr Chéri, 25, sondern auch die rund 70jährige toy-boy-Halterin Lili, die ihr Gspusi an den „wie Leder gegerbten Busen“ presst. Schlichte, effektive Plot- und Stilmittel machen Colettes Roman zum Hingucker: Ältere Frauen halten sich ganz offen blutjunge…

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Romankritik: Blasmusikpop, von Vea Kaiser (2012) – 4/10 Sterne

Die Schnurre beginnt 1959: Das österreichische 400-EW-Dorf St. Peter am Anger auf 1200 Meter Höhe hat noch 1969 keinen Fernsehempfang und staunt erst 1974 über den ersten Fernseher. Allerdings törnt der Roman inhaltlich und sprachlich ab: Vea Kaiser setzt auf Klamauk statt auf Plausibilität und Realismus hat zunächst eine trocken-lässige Stimme, schreibt markantes, aber nicht…

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Kritik Roman: Queenie, von Candice Carty-Williams (2020) – 5/10 Sterne

Candice Carty-Williams schreibt ein paar witzige Dialoge und Chat-Verläufe, aber letztlich eine Zeitgeist-Soap mit dümmlicher Ich-Erzählerin, gegen Ende sehr unrealistisch. Warum das Buch Preis und Preise von Qualitätsmedien wie Time oder Guardian erhielt, weiß ich nicht. Die junge schwarze Londonerin Queenie, 25, jiepert dümmlich Männern hinterher, u.a. ihrem weißen Ex-Freund Tom, trifft sich mit Freundinnen,…

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Lese-Eindruck: Ein Mann fürs Haus, von Nina Stibbe (2014, engl. Man at the Helm)

Gleich auf den ersten Seiten hatte ich Bauchschmerzen vor Kichern und Lachen, das gibt’s ganz selten. Die Szenen sind teils zu cartoonhaft, aber es gibt drollige Einzeiler. Das Vergnügen legte sich schnell. Ich brach ab etwa auf Seite 70, das tue ich sonst nicht, aber YOLO. Warum feiern Profikritiker das Buch als Spaßkanone – haben…

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Romankritik, Filmkritik: Der Liebesbrief, von Cathleen Schine (1995, 1999, engl. The Love Letter) – 6 Sterne – mit Video

Der Roman (1995, 6 Sterne): Fazit: Cathleen Schine schreibt eine gedruckte romantische Komödie, fluffig, lustig, unrealistisch, etwas belanglos. Die Hauptfigur, Buchhändlerin Helen, ist Ü40, lässig, attraktiv, unliiert und produziert ebenso wie das andere Buchpersonal unentwegt coole Einzeiler – unplausibel, aber vergnüglich. Ein Beispiel (ich kenne nur das engl. Original): You read my mind even when…

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Kritik Kurzgeschichten. Der weite Weg zu zweit, von John Updike (engl. The Maples Stories bzw. Too Far to Go) – 8 Sterne

Diese Wirklichkurzgeschichten entstanden über Jahrzehnte hin und sind sehr heterogen, auch wenn immer dasselbe Ehepaar Maple im Mittelpunkt steht. Tonfall und Erzählperspektive schwanken, es gibt wenig Verbindungen oder Querbezüge, Übergänge fehlen. In zwei Geschichten (Wife-Wooing, Plumbing) tauchen die Namen der Hauptakteure gar nicht auf, sie wurden dem Storyreigen wohl erst nachträglich zugeordnet. Besonders unzusammenhängend wirken…

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Kritik Justiz-Kurzgeschichten: Die Sau, von Ludwig Thoma (2015) – 7 Sterne

In Ludwig Thomas Justiz-Kurzgeschichten hauen sich Bayernmänner im Bierhaus Bierkrüge und mehr auf den Kopf: Mit diesen eichenen, buchenen und eisernen Wehren haben die grimmigen Huglfinger Helden gestritten gegen die Mannen von Kraglfing und Hiebe ausgeteilt, daß der weite Saal des Unterbräu erdröhnte… Bayernfrauen eskalieren verbal, keifen an Wäscheleine und Fensterbank. Solche Konflikte und ihr…

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Kritik Kinderbuch: Gans im Gegenteil, von Wolf Haas, Teresa Präauer (2010) – 6 Sterne

Das Gedicht hat man in etwa 13 Minuten gelesen. Ein Teil der Zeit wird dabei zum Umblättern benötigt, denn manchmal erscheint nur eine Zeile pro Doppelseite. Wolf Haas liefert ein paar drollige Reime und kuriose Ideen (ein Fuchs mit Frisurproblem). Das Gedicht hat jedoch wegen uneinheitlichen Stils keinen Fluss, und gelegentlich regiert Reim-dich-oder-ich-fress-dich oder es…

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Romankritik. Urs Widmer: Liebesbrief für Mary (1993) – 6 Sterne

Das Romänchen hat drei unterschiedliche Aspekte: Handlung: Im Kern erzählt Urs Widmer (1938 – 2014) ein Liebesdreieck – zwei Schweizer Männer, einer von ihnen der Ich-Erzähler und der andere der Verfasser des langen Liebesbriefs, sind hinterereinander in Zürich mit der Irin Mary zusammen; die haut nach Australien ab und beginnt im Outback ein neues Leben…

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