Rezension Kurzgeschichten: Ist es nicht schön hier, von Te-Ping Chen (2021, engl. Land of Big Numbers) – 7/10

Gemeinsame Eigenschaften der Geschichten: Einfache Provinzler, vor allem schrullige ältere Ehepaare – schöne reiche Städter mit westlichem Luxus – mild skurrile Erfindungen und surrealistische Elemente, zugleich markant realistische Details – überzeugende, vollmundige Erzählstimme (im englischen Original zumindest) – hässliche Männer (Gesicht wie Bisamratte oder wie eine gestreckte Kröte) – graues fades neues China – unterdrückte […]

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Romankritik: Fliehkräfte (2012), Gegenspiel (2015); von Stephan Thome – 7,5/10:

Schon im ersten Band „Fliehkräfte” lernen wir sie ziemlich genau kennen, den C4-Philosophieprofessor, seine portugiesische Frau aus der Theaterbranche, die mild rebellische Tochter und die so ganz andere Professorenschwester. Stephan Thome beschreibt differenzierte Persönlichkeiten, eigenwillig, aber nicht krass, keine Abziehbilder, klischeefrei, irgendwie im linksliberalen Spektrum, mit Selbstzweifeln und Widersprüchen, ganz normal. Ungefähr ab der Hälfte,

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Romankritik: Gesang der Haut, von Sylvie Schenk (2011) – 4/10

Gelegentlich wird es zu schwülstig, vor allem in den kurzen Kapiteln, die „(Moira)“ überschrieben sind, aber auch im Inneren Monolog der Arztgattin Henriette, wo auf der Doppelseite 20/21 erst von Harpyien und dann von Kronos die Rede ist– freilich geht es um Bildungsbürger, die später auch „Rideau!“ rufen (wohlgemerkt deutsche Bildungsbürger). Die Figuren oder die

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Romankritik: Goodbye to Berlin, von Christopher Isherwood (1937) – 8/10

Ich liebe den bekannten Satz aus der ersten Geschichte: I am a camera with its shutter open, quite passive, recording, not thinking. That’s the spirit. Doch aktuelle deutsche Schreiber liefern genau das Gegenteil: anders als Isherwood zeichnen sie nichts von außen auf, sondern liefern Endoskopie-Selfies, denken die ganze Zeit an und beobachten sich selbst, ihre

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Kritik Biografie: Strauss, Eine Wiener Familie revolutioniert die Musikwelt, von Michael Lemster (2024) – 4/10

Unverhofft bringt Lemster viele Seiten über Metternich und den Wiener Kongress – das Thema gefällt dem Autor offenbar, aber es gehört sicher nicht so üppig in eine Biografie der “Sträusse“ (wie Lemster durchgehend formuliert), ebenso wenig wie später die Unruhen von 1848. Vieles über Vieles: Die Stadt Wien bekommt ein eigenes langes Kapitel (in dem

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Romankritik: Drei Tage im Juni, von Anne Tyler (2025, engl. Three Days in June) – 5/10

Das ist im ersten Drittel warmherzig, witzig, mit pfiffigen Dialogen, schrulligen Durchschnittsfiguren von nebenan und ohne konstruierte Zufälle oder Katastrophen – Anne Tyler eben. Es geht um ein geschiedenes Ü60-Paar und im zweiten Buchteil um die Hochzeit der Tochter mit ermüüüdend vielen Kleinigkeiten rund um Kleidergeschäfte, Kosmetikerinnen, Sitzordnung, Hochzeitstorte, etc. etc. etc. Im letzten Drittel

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Rezension Kurzgeschichten aus: Letzte Erzählungen (engl. Last Stories), von William Trevor – 5/10

Gemeinsame Eigenschaften: Mittelalterliche kinderlose Frauen ohne eminente Lebensfreude; Klappbett in der Küche; Männer sterben und hinterlassen Geld oder Wehmut The Crippled Man – 7/10 Kranker Krüppel lebt mit mittelalter Verwandter auf heruntergekommenem Hof. Sie beschäftigen zwei Illegale mit Malerarbeiten. Etwas scheint nicht zu stimmen. Atmosphärisch und einfühlsam, und wie so oft bei William Trevor muffige,

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Kalender produzieren mit Word, Photoshop und Druckdienst Flyeralarm.de

Die selbstgestaltbaren Küchenkalender von Fotodruckdiensten wie Cewe, Aldifotos oder Saal-digital gefallen mir nicht: Sie sind maximal 21 cm breit (oft nur ca 15 cm breit), das Kalendarium lässt sich kaum verändern und an unterschiedliche Bildhöhen oder Gestaltungsideen anpassen. Dennoch habe ich jahrelang Küchenkalender von Fotodruckdiensten wie Cewe oder Aldifotos bestellt, immerhin ist das einfach: das

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Romankritik: Dshamilja, von Tschingis Aitmatow (1958) – 7,5/10

Dshamilja wartet darauf, dass ihr Verlobter aus dem Krieg zurückkehrt.  Er liegt im Lazarett und ist wahrscheinlich nicht zu schwer verletzt. Doch schließlich zieht Dshamilja mit einem anderen Mann davon, brüskiert ihren Zukünftigen und dessen Familie, bei der sie wohnt. Dies berichtet fast wohlwollend der Ich-Erzähler, der kleine Bruder des gehörnten Verlobten. Die Geschichte erzählt

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Kritik Erzählungen aus: We Don’t Live Here Anymore, von Andre Dubus (1975, 1980) – 5/10

Meine Ausgabe enthält drei Novellen, die zusammenhängen; es gibt dieselben Hauptfiguren, insonderheit Hank und Edith. Man könnte fast von einem Roman sprechen. We Don’t Live Here Anymore (1975) – 7,5/10: Jack ist verheiratet mit Terry und hat eine Affäre mit Edith. Die ist verheiratet mit Hank und immer noch sauer, weil Hank was mit Jeanne

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Biografiekritik: Hubert Burda. Der Medienfürst, von Gisela Freisinger (2005) – 6/10

Offenbar hatte die Autorin Zugang zu allen Hauptfiguren und 100 weiteren Akteuren samt Friede Springer, Mark Wössner, Günter Prinz, Reinhold Messner und Schulte-Hillen, auch wenn sie im Dankwort nicht alle Namen nennen will. Der Briefwechsel zwischen Axel Springer und Franz Burda senior blieb indes unter Verschluss, Rupert Murdoch stumm; doch sie konnte Tagebücher von Hubert

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Biografie-Kritik: Fawn McKay Brodie. A Biographer’s Life, von Newell G. Bringhurst (1999) – 7/10

Newell G. Bringhurst schreibt flüssig, leicht lesbar und streng chronologisch; die Zwischenüberschriften geben Verschnaufpausen. Der Autor hatte erkennbar viel Zugang zu persönlichen Notizen und Wegbegleitern Brodies; doch er will offenkundig nicht zu tief wühlen und Brodies Familie nicht unnötig verstören. Bringhurst versucht sich also dezidiert nicht an Brodies Fach, der Psychobiografie. Newell G. Bringhurst –

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Rezension Expeditionsbericht: This Vast Enterprise, von Craig Fehrman (2026) – 7/10

Craig Fehrman stellt in jedem Expeditionsabschnitt einen anderen Teilnehmer ins Zentrum – er fokussiert einerseits auf die Figur und andererseits auf die neue Umgebung, und im nächsten Kapitel auf eine neue Hauptfigur und eine neue Umgebung.  Das wirkt umständlich, es generiert wegen der unvermeidlichen Rückblenden auch Zeitsprünge, Überschneidungen sowie Erwähnungen der aktuellen Hauptfigur auch dann,

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Rezension Sachbuch: Undaunted Courage: Meriwether Lewis, Thomas Jefferson, and the Opening of the American West, von Stephen Ambrose (1996) – 8/10

Autor Stephen Ambrose textet sehr flüssig. Er flicht auf angenehme Weise  die Originalzitate der Expeditionsleiter ein, vor allem Meriwether Lewis mit stillem Charme, uneitler Selbstbeobachtung und skurrilen Schreibweisen. Wiederholt bringt Ambrose auch Urteile anderer Historiker, auch widersprüchliche Meinungen. Ambrose schreibt chronologisch von Anfang bis Ende und verzichtet auf Zeitsprünge und dräuende  Vorahnungen; weniger am Leserwohl

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Kritik Biografie: Thomas Jefferson. The Art of Power, von Jon Meacham (2012)– 7/10

Der Autor schreibt flüssig und mitvollziehbar, das Lesen fällt jederzeit leicht und prickelt nie richtig. Jon Meacham konzentriert sich weitgehend auf Thomas Jefferson als Politiker und Staatsdenker und schreibt über das Privatleben nur wenig – auch wenn er Jeffersons Beziehung zu seiner Sklavin und sein  Nachstellen verheirateter Frauen durchaus schildert, ebenso wie die Sorge für

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Leseeindruck Biografie: Thomas Jefferson, An Intimate History, von Fawn M. Brodie (1974) – 7/10

Fawn M. Brodie interessiert sich in dieser “intimate history” stark für Thomas Jeffersons Persönlichkeit. Sie spekuliert erklärtermaßen immer wieder heftig über Motivation, Gefühle und über die als Tatsache unterstellte Beziehung zur Sklavin Sally Hemings – lange bevor eine DNA-Analyse die   Annahme untermauerte. Sie meint, Jefferson verkörperte the psychosexual dilemma of the whole nation Sie

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Romankritik: Die unbekannte Sally Hemings, von Barbara Chase-Riboud(1997) – 7/10

Die Autorin schreibt intensiv und einfühlsam. Trotz einiger Konstruktionsschwächen und auffälliger didaktischer Einschübe ist es ein Vollblutroman mit guten Erfindungen. Barbara Chase-Riboud formuliert sinnlich und detailfreudig über Menschen und Dinge, vielleicht schon zu intensiv: …her eyes assumed their true color, fringed with thick black lashes and by heavy eyebrows. The nose was slightly flared, the

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Romankritik: Hier draußen, von Martina Behm (2025)– 7/10

Vor- und Nachzüge: Der Roman zeichnet unterschiedliche Akteure auf dem Dorf psychologisch genau. Er liefert (zu) viele Details aus dem bäuerlichen Alltag. Mitunter menschelt es zu streng, es gibt wenig Politik und Gesellschaft. Das Drama um die weiße Hirschkuh wirkt wie nachträglich angeflanscht und falsch illustriert.  Amazon-Werbelinks: Martina Behm | Dörte Hansen | Bestseller Literatur

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Freiheit, von Daniela Krien (2014)

Freiheit: Diese Geschichte handelt detailreich von einer medizinisch indizierten Spätabtreibung in der 33. Woche, Fetozid mit Kaliumchloridspritze. Es geht auch um die strenggläubig katholischen Eltern der Kindsmutter Eva. Die schrieb übrigens ein Lied über ein gläubiges Mädchen, das als Kind vergewaltigt wird, sich von Gott abwendet und sich mit 14 Jahren das Leben nimmt Geht

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Thailand

Lese-Eindruck: Der Ruf des Geckos, 18 erlebnisreiche Jahre in Indonesien, von Horst H. Geerken

Ach so exotische Hot-Country-Memoiren aus der Nachkriegszeit mit Titeln wie Wo die Kaffeekirschen leuchten (Nicola Denis) oder Ich radle um die Welt (Heinz Helfgen) sind wohl nicht mein Fall. Das gilt auch für den Ruf des Geckos von Horst H. Geerken: Das ist das schlichte Abenteuerbuch eines Telefunken-Ingenieurs ohne Finesse, Tiefgang, Psychologie oder interkulturelles Gespür.

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Romankritik: Meter pro Sekunde, von Stine Pilgaard (2020) – 4/10

Fazit: Stine Pilgaard schreibt kleine zeitgeistige Halbseiter und Anderthalbseiter und verkauft diese Textschnipsel-Collage als “Roman”. Eine Verpackungslüge: Nichts entwickelt sich im Buch, kein Anfang und kein Ende, abgesehen von einer endlich bestandenen Führerscheinprüfung. Die eingeflochtenen  Kummerkasten-Briefe und -Antworten verbinden sich kaum mit dem Haupttext.  Die Protagonistin und ihr Umfeld – Lehrerkomplex an der Schule –

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Romankritik: Lichtspiel, von Daniel Kehlmann (2023) – 7/10

Daniel Kehlmann überwältigt mit seiner Brachialschreibe ab Seite 1:  kurze Sätze, atemloses historisches Präsens (nicht immer), eine Anekdote zweimal angerissen und nicht  beendet, jedes kurze Kapitel eine neue Situation aus neuer Perspektive. Filmi filmi schreibt (überwiegend) der Auch-Drehbuchautor Daniel Kehlmann, Sohn einer Schauspielerin und eines Regisseurs. Dialoge kann er  wie vielleicht kein zweiter deutscher Zeitgenosse, 

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Rezension Erzählungen: Immergleiche Wege, von Richard Russo (2017, engl. Trajectory) – 7/10

Richard Russo (*1949) schreibt präzis psychologisch, mit spannungsreichen und teils gepfefferten Dialogen; doch er bringt in den vier Erzählungen zu  zu viele Krankheiten und er wiederholt zu viele Motive. Vier  Erzählungen, alle krank: Die erste Geschichte hat Autismus und Erblindung; die zweite hat Antidepressiva, Asperger-Autismus und psychosomatischen Stimmverlust; die dritte hat 2  Krebserkrankungen; #4 hat

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Kritik Erzählung: Zwei Comtessen, von Marie von Ebner-Eschenbach (1885) – 7/10

Die Erzählung hat witzige Dialoge und Briefzeilen sowie heitere und bewegende Szenen rund um die Brautfindung in höheren Kreisen. Die kecken jungen Damen sträuben sich gegen allzu langweilige Galane. Allerdings zerfällt der Text unglücklich in mehrere Teile, die man auch separat veröffentlichen könnte – selbst wenn es um zwei Schwestern geht, was kaum zu merken

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Buchkritik: Ein Afrikaner in Grönland, von Tété-Michel Kpomassie (1977) – 7/10

Interessante interkulturelle Begegnungen liefert Tété-Michel Kpomassie nicht. Er wird meist freundlich bis überschwänglich aufgenommen – das ist alles. Der Autor beobachtet den grönländischen Alltag indes genau, schildert präzis und ohne Wertung oder Interpretation Fischfang, Robbenjagd, Hund-/Seehundfiletierung, Hundeschlittenfahrt und Dorfleben. Besonders faszinieren Kpomassie offenbar Alkoholkosum, Körperhygiene, Sex- und Toilettensitten. Die Portraits sind sehr oberflächlich, Menschen lernt

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Romankritik: Abschied, von Sebastian Haffner (1932)– 7/10

Einzelne Sätze verstand ich nicht, zum Beispiel Französisches wie Il faut la secouer parfois ((…)) comme sa maîtresse.    (Ich-Erzähler Raimund sagt, er verstehe selber nicht viel Französisch.) Auch Deutsches kapierte ich nicht immer: ((Fräulein Gault gehörte)) zu dem Typ, der, wenn er älter wird, die Marianne‑Karikaturen abgibt.“ Das Wort “abgeben” ist hier mehrdeutig, und die

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Romankritik: The Rom-Commers, von Katherine Center (2024) – 4/10

Ja, ich habe ein paar Mal gelacht, und ich habe das Buch zügig zu Ende gelesen (das geht ganz schnell). Aber es ist eine hysterische RomKom mit unrealistischen Annahmen und absurden Pannen, mit forciertem Slapstick, forciertem Schmalz, regelmäßigen Katastrophen und aufdringlichen Trauer- und Verzögerungsmomenten. Zeitweise schwafelt die Ich-Erzählerin selbstgefällig zu viel Banales, statt zur Sache

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Romankritik: Die Midaq-Gasse, von Nagib Machfus (1947) – 7/10

In vielen kurzen Kapiteln schwenkt Nagib Machfus zwischen den etwa vier Hauptpersonen hin und her; zunächst brauchte ich ein Personenregister. Die Geschichte spielt zu großen Teilen tatsächlich in der Midaq-Gasse, doch die besonders unmoralischen und teils ungesetzlichen Handlungen geschehen außerhalb, auf dem Friedhof und in einer Hochhauswohnung. Die Übersetzung von Doris Kilias befremdete mich mitunter:

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Rezension Biografie: Richard Avedon, What Becomes a Legend Most, von Philip Gefter (2020) – 7/10

Den Menschen Richard Avedon lernt man nur teils kennen, dachte ich in der ersten Buchhälfte: Dort beschreibt Gefter einen endlosen Promi-Reigen – Fotomodelle, Filmstars, Politiker (noch keine Supermodels) – und wie Avedon sie im Studio und on location handhabte, wie man dinierte und zelebrierte. Zu den bekanntesten Künstlern, mit denen Avedon auch arbeitete, zählen Diane

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Besprechung: Richard Avedon, Evidence 1944 – 1994 (dt. Ausgabe)

Der großformatige Band hat drei Teile: Zunächst liefert Jane Livingston einen biografischen Abriss Richard Avedons mit vielen großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern. Der zweite Abschnitt fast ohne Bilder bringt einen Text von Adam Gopnik. Teil 3 zeigt zur Hälfte eine Zeitleiste mit klein reproduzierten Avedons und andererseits Titelbilder, Arbeits- und Familienszenen – insgesamt vielleicht der umfassendste, wenn auch

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Lese-Eindruck: Die kleine Schwester, von Raymond Chandler (1949, engl. The Little Sister)

Gleich auf den ersten Seiten gibt es ultracoole Dialoge und Spannung. Dann fertigt der aufdringlich lässige Ich-Erzähler Philip Marlowe 2 verschiedene Pistoleros ab, verlässt das gefährliche Anwesen unangekratzt und knutscht praktisch ohne Widerstand die zuvor kratzbürstige Klientin und alsbald weitere Frauen, die zuvor aggressiv oder ängstlich und dann plötzlich lüstern waren. Wohl deshalb sekretiert Marlowe

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