Politik

Sachbuchkritik: Der Tag danach, von Michael Jürgs (2005) – 6/10

Natürlich redet Michael Jürgs nicht nur über den Tag danach, sondern er rafft ganze Biografien auf meist zehn Seiten zusammen, teils mehrere einschneidende Erlebnisse knapp beisammen (z.B. Entlassung und Schlaganfall bei Manfred Bissinger, ebenso zwei getrennte Ereignisse für den Studenten und später für den Journalisten Ulrich Wickert) und teils gleich mehrere Tage danach (wie bei…

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Biografie-Kritik: Manfred Bissinger. Der Meinungsmacher: Eine biographische Spurensuche, von Hermann H. Schmidt, Miriam Bernhardt (2019) – 4/10

Das liest sich flüssig, freundlich und tiefgangfrei. Am Gymnasium prügelte sich Bissinger so, dass er von der Schule flog und kein anderes Gymnasium ihn aufnehmen wollte – er musste auf die Realschule und den Traum vom Architekturstudium begraben. Welche Wut tobte im heranwachsenden Manfred? Und warum hatte er dagegen als Erwachsener eine ausgeprägte Fähigkeit, Menschen…

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Kritik Biografie: Rudolf Augstein, von Peter Merseburger (2007) – 6/10

Dies ist keine Biografie. Dies ist eine episodische bundesdeutsche Zeitgeschichte mit gelegentlichen Schwenks auf Rudolf Augsteins einschlägige Leitartikel, Briefe und Vorträge. Tiefschürfend am Thema vorbei recherchiert. Über Augstein sagt Peter Merseburger, er habe sich zeitlebens mehr für Männer, die Geschichte machen, interessiert als für die strukturelle Seite der Historie Über Merseburgers Augstein-Buch sagt Hans D….

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Memoirenkritik: Der Herausgeber (2016), von Irma Nelles – 5/10

Geschickt vermischt Irma Nelles  Privates, Spiegel-Interna und bundesdeutsche Zeitgeschichte. Schon als Kind hörte sie Vater und Lehrerin ehrfürchtig von Rudolf Augstein reden. Sie beginnt mit dem Tod Rudolf Augsteins und springt dann in ihre Kindheit; so macht man das in modernen Büchern. Sie schreibt gefühlvoll und sehr menschlich, wahrt Takt, ohne Schwieriges komplett auszusparen. Fast…

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Biografie-Kritik: Die Wahrheit über Trump, von Marcus Kranish, Marc Fisher (2016, engl. Trump Revealed) – 8/10

38 Reporter und 2 Faktenprüfer der Washington Post trieben Anfang 2016 diesen Aufwand, um die Trump-Biografie zu recherchieren: We sent reporters to his ancestral homes in Germany and Scotland, to his childhood neighborhood in Queens and his boarding school in upstate New York, to his college campuses in the Bronx and Philadelphia and to his…

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Biografie-Kritik: Die Wahrheit über Donald Trump, von Michael d’Antonio (2015, 2016, engl. Never Enough bzw. The Truth About Trump) – 7/10

Michael d’Antonio (*1955) verachtet Donald Trump ganz und gar: he prowled the precincts of greed, deception, and depravity… a walking caricature of greedy self-interest… hormonally blessed So direkt spricht er indes nur selten, meist berichtet D’Antonio scheinbar nüchtern, wenn auch mit sozialdemokratischen Einschlag etwa bei der Betonung der Einkommensverteilung über die Jahrzehnte. Dass Trump gefährliche…

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Buchkritik: Ströbele. Die Biografie, von Stefan Reinecke (2016) – 7/10

Ex-taz-Journalist und Schily-Biograf Stefan Reinecke schreibt flüssig und nicht als Ströbele-Fanboy, auch wenn er Ströbeles Anliegen wohl überwiegend teilt. Um Seite 157 weist er ihm aufwändig mangelnde Distanzierung vom Antisemitismus seines Mandanten Dieter Kunzelmann nach; ab etwa 1989 folgt mehrfach heftige Kritik. Amazon-Werbelinks: Die Grünen | Christian Ströbele | Deutsche Politik | Nichts Privates: Reinecke…

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Thailand

Kritik Memoir: No Babylon, A Hongkong Scrapbook, von Peter Moss (2006) – 6/10

Schreiben kann Peter Moss, Anekdoten, wenn sie denn kommen, sitzen punktgenau, ich habe auf den ersten Seiten mehrfach laut gelacht. ”Naturellement,” i cautiously replied. Peter Moss liefert einige köstliche Anekdoten aus dem Filmgeschäft, er beschreibt außerdem: US-Soldaten, Antiquitätenhändler, Stadtplanung, Hongkong auf zwei Expos, Naturkatastrophen, seine  Wochenenddimizile auf dem Inselchen Ma Wan, unbotmäßige Hongkong-Regenten verflossener Jahrhunderte,…

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Romankritik: Rheinblick, von Brigitte Glaser (2019) – 5/10

Die Dialoge klingen hölzern, die Verwicklungen schwer nachvollziehbar, ebenso die Zufälle. Und sprachlich ist das schlechter als eine buchmarktüblich lieblose Übersetzung. Dabei hat Brigitte Glaser reizvolles Personal: eine Kneipenwirtin, einen Taxifahrer-Studenten, Willy Brandt im Krankenzimmer mit Logopädin und Horst Ehmke, in Nebenrollen Helmut Schmidt und Schäuble. Auf den letzten Seiten listet Brigitte Glaser ihre historischen…

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Buchkritik: Unheile Heimat, von Annemieke Hendriks (2009) – 7/10

Fazit: Die Autorin liefert interessante Einblicke in entlegene Winkel Europas, in denen Kulturen und Sprachen aufeinandertreffen – in Dörfern und Regionen sowie in einzelnen Familien. Ihr Stil ist zu wohlmeinend didaktisch, zudem schreibt sie zeitweise zu Banales, produziert Stilblüten und Tippfehler. Die komplexen Familienverhältnisse und die verschlungenen Wege der Akteure zwischen Ländern, Regionen und Tätigkeiten…

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Kritik Geschichtsbuch: Rebels against the Raj, von Ramachandra Guha – 7/10 (2022, über Weiße im indischen Unabhängigkeitskampf)

Der bekannte indische Historiker und Gandhi-Biograf Ramachandra Guha porträtiert sieben Amerikaner, Engländer und Iren, die in Indien gegen die englische Kolonialherrschaft arbeiteten und deswegen Zeit im indischen Gefängnis verbrachten; nur wer einsaß, gelangte ins Buch. (Auf den Seiten 330 und 413ff listet Guha allerlei weitere Engländer, die für die indische Sache kämpften.) Einige dieser vier…

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Thailand

Kritik Geschichtsbuch: Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand (4. Aufl 2022)

Die Autoren berichten von einem zutiefst undemokratischen, korrupten und brutalen Land – eine Bananenrepublik. Sie schreiben dicht und Blabla-frei, zugleich noch gut lesbar, jedoch ohne packende Narrative oder human interest. Chris Baker und seine Frau Pasuk Phongpaichit texten nicht streng chronologisch, sondern liefern thematische Kapitel innerhalb begrenzter Zeiträume etwa über Ideologien, Wirtschaft oder ethnische Fragen….

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Kritik Sachbuch: Fritz Bauer, von Ronen Steinke (2014) – 6/10

Fazit: Fritz Bauer ist eine hochinteressante Figur der Zeitgeschichte und Ronen Steinke ein interessanter Journalist und Jurist mit ungewöhnlichem Profil. Doch dies ist keine große Biografie. Sie leidet unter vielen Zeitsprüngen, teils unglücklicher Sprache und ausschweifenden juristischen Betrachtungen. Steinke schreibt zwar leicht lesbar, jedoch nie angenehm oder einladend. Amazon-Werbelinks: Ronen Steinke | Fritz Bauer |…

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Buchkritik: Bismarck. Eine Biographie, von Christian Graf von Krockow (1997) – 7/10

Fazit: Christian Graf von Krockow schreibt durchgehend flüssig und lesbar, fast charmant. Die vielen oft ganzseitigen, gut reproduzierten SW-Abbildungen  – Fotos, Gemälde, Karikaturen, Handschriften – samt extra-langen, erzählenden Bildunterschriften in meiner dtv-Ausgabe von 2000 machen das Buch noch angenehmer. Allerdings: Es gibt keine Stammbäume und, noch unvorteilhafter, keine Landkarten. Darum werden Bismarcks politische Umwälzungen weit…

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Kritik Biografie: Bismarck, Magier der Macht, von Jonathan Steinberg (2011) – 7/10

O-Töne: Das Besondere: Jonathan Steinberg bringt erklärtermaßen (S. 20) sehr lange Zitate von Bismarck und Weggefährten, um so die Figuren und ihre Zeit lebendiger zu machen – so dass sich laut Steinberg (S. 20) die übliche Gewichtsverteilung zwischen Kommentar ((Biografentext)) und Beleg ((Zitat)) zugunsten des Letzteren verlagert Fast eine ganze Seite zitiert Jonathan Steinberg auch…

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Kritik Politik-Buch: Alleiner kannst Du gar nicht sein, von Peter Dausend, Horand Knaup (2020) – 7/10 Sterne

Peter Dausend und Horand Knaup liefern interessante Einblicke in die deutsche Politik – auch in wenig bekannte Gefilde wie die Beziehungen Abgeordneter-Mitarbeiter oder Abgeordneter-Partner (ich gendere nicht). Aber richtig investigativ ist das nicht: Sie bringen offenbar nur, was nach Interviews freigegeben oder schon woanders berichtet wurde, auch wenn sie gelegentlich anonymisieren. Amazon-Werbelinks: Dieses Buch von…

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Kritik Kurzgeschichten: Unbefugtes Betreten, von Julian Barnes (2011, engl. Pulse) – 6/10 Sterne

Julian Barnes hat oft eine souveräne Erzählstimme und teils bärenstarke Dialoge, ist wiederholt lässig, originell, witzig („‚riding a hobby horse to death is flogging a dead metaphor“). Ich habe tatsächlich öfter gelacht, wann gibt’s das schon. Andererseits handeln zwei Geschichten ziemlich schmerzlich auch von Krebstod – „Barnes writes wonderfully about dying“, schwelgt eine Kritikerin. Gelegentlich…

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Churchill

Kritik Biografie: Churchill, Walking with Destiny, von Andrew Roberts (2018) – 8 Sterne

Starhistoriker Andrew Roberts (*1963) schreibt ungemein flüssig und leicht lesbar. Dazu tragen auch die vielen teils langen, drolligen Churchill-Zitate und -Anekdoten bei. Außerdem lässt Roberts einen Reigen weiterer Zeitzeugen erzählen, etwa George VI. und den UdSSR-Botschafter Maisky. Dazu kommt Roberts‘ scharfer Blick für Koinzidenzen – so etwa, als Churchill vor dem 1. Weltkrieg gegen den…

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Lese-Eindruck Sachbuch: Der Elefant im Zimmer (2020), von Petra Morsbach

Petra Morsbach bespricht drei eklatante Fälle von Machtmissbrauch: Oberkatholische Kinderschänder, Vertuschung privater Geschäfte einer Regierungsangehörigen, Machtwillkür in einer Künstlerorganisation. Zweimal Bayern, einmal Österreich. Jeder Fall bekommt grob 100 Seiten, dazu noch Vorwort, Nachwort, Endnoten etc. Morsbach schreibt gründlich mit Spiegelstrich-Listen, 442 Endnoten, ein paar Fußnoten und allerlei Unterkapiteln. Ständig reißt sie Dinge an, die erhofft…

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Romankritik. Einer von uns, von Chinua Achebe (1966, engl. A Man of the People) – 5 Sterne

Ich-Erzähler Odili Samalu ist zunächst ein kleiner Lehrer in einer privaten Dorfschule – gut gebildet zwar, doch er will mit der korrupten Staatsbürokratie im postkolonialen Nigeria nichts zu tun haben. Dann gerät Odili ins Umfeld des mächtigen, brunzdummen Kulturministers Chief the Honourable M. A. Nanga, M.P.; dessen Umtriebe, Eitelkeiten und hohlen Sprüche schildert der Ich-Erzähler…

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Napoleon

Kritik Biografie. Johannes Willms: Napoleon. Eine Biographie (2005) – 6 Sterne

Fazit: Johannes Willms schreibt recht flüssig und eingängig, ohne professorales, verschachteltes Gehuber, häufig aber in der Wortwahl zu elitär gebildet und mit gelegentlich doch zu langen Sätzen (Beispiele unten). Willms konzentriert sich auf den Schlachtenlenker und Politingenieur Napoleon; er liefert keine Alltagsszenen, kein Psychogramm, keine Familiengeschichte, keine allgemeine Geschichte Frankreichs oder Europas. Die Buchrückseite verspricht…

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Napoleon

Kritik Biografie. Volker Ullrich: Napoleon (2006) – 8 Sterne

Fazit: Volker Ullrich schreibt angenehm flüssig – jederzeit gut lesbar, ohne professorales Blabla. Ullrich verzichtet gänzlich auf majestätisches Passivieren und Substantivieren, Sensationsheischen oder Romancierallüren. Auch mit Wertung hält sich Ullrich zurück. So gut geschrieben war wohl selten eine Biografie, sie stammt von einem vormaligen Zeit-Redakteur. Das Buch schafft insgesamt einen guten ersten Eindruck, mehr will…

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Kritik Biografie: Ludwig I. von Bayern, Ein Ringen um Freiheit, Schönheit und Liebe, von Egon Caesar Conte Corti (ungek. Ausgabe 1937) – 7 Sterne – mit Vergleich

Schon auf Seite 13 der ungekürzten 1937er-Ausgabe beklagt Ludwigs Leibarzt bei seinem Schützling die „unmäßige Neigung zum Frauenzimmer“. Egon Caesar Conte Corti (1886 – 1953) spickt seine dicke, eingängige Ludwigbiografie mit vielen pikant/pikierten Zitaten, die Ludwig und seine Umgebung sehr präsent machen. Die menschliche Figur: Der Biograf interessiert sich für das Menschlich-Allzumenschliche. Auch heiteren Volksmund…

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Erster Eindruck Biografie: Ludwig I. von Bayern, Königtum im Vormärz, von Heinz Gollwitzer (1986) – mit Ausgabenvergleichen

Dieses Buch habe ich nur in Stichproben gelesen. Schon im Vorwort bedauert Autor Heinz Gollwitzer, er könne aus Zeitgründen „nicht ((…)) das Optimum einer Biographie“ (S. 11) abliefern. Keine gute Prämisse. Heinz Gollwitzer (1917 – 1999) schreibt nicht streng chronologisch, sondern liefert Ketten historischer Aufsätze, Übersichten und Analysen. So lauten etwa die Überschriften ab S….

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Kritik Sachbuch: Phantastische Wirklichkeit. Das 20. Jahrhundert im Spiegel des Polit-Thrillers, von Hans-Peter Schwarz (2006) – 7 Sterne

Bekannt wurde Hans-Peter Schwarz durch Biografien zu Konrad Adenauer, Helmut Kohl und Axel Springer. Hier in Phantastische Wirklichkeit kommentiert Schwarz (1934 – 2017) die 13 bekanntesten Politthriller-Autoren, „die Meister des Genres“, für Schwarz gleichbedeutend mit weltweiten Bestsellerkönigen (S. 11 der dva-Hardcover-Ausgabe von 2006). Gemeint sind u.a. Ian Fleming, Tom Clancy, Graham Greene, John le Carré,…

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Rezension: Das Gesicht des 20. Jahrhunderts, von Hans-Peter Schwarz (2012) – 7 Sterne

Hans-Peter Schwarz schreibt Dutzende Essays von drei bis 20 Seiten Länge über Staatsführer und politische Lenker des 20. Jahrhunderts. Er schreibt überwiegend nicht biografisch-chronologisch, sondern betrachtet mit viel Tiefsinn und Überblick politische Lebensleistung und Umfeld seiner Akteure – Vorkenntnisse erforderlich, z.B. wenn er ohne weitere Erläuterungen Churchills „verunglückten Angriff auf die Dardanellen“ (S. 376), die…

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Rezension Biografie: Der Unvollendete, Das Leben des Joschka Fischer, von Geis/Ulrich (2002) – 7 Sterne

Dies ist keine Biografie, keine politisch-historische Erkundung, auch kein Psychogramm (mit Ausnahme der letzten etwa fünf Seiten). Es ist eher politisches Feuilleton oder der lange Leitartikel zu einem Fischer-Gedenktag. Nebenbei ist es auch ein Bildband: fast jede Doppelseite zeigt eine halbe Seite Joschka Fischer in gut gedrucktem Schwarzweiß, und überall ist er ein cooler Hund,…

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Rezension Sachbuch: Stealth of Nations, von Robert Neuwirth (2011) – 7 Sterne – mit Video

Neuwirth beschreibt Händler im informellen Sektor vor allem heißer Länder wie China, Nigeria oder Brasilien. So leben nach Neuwirths Informationen vielleicht 30.000, 100.000 oder 300.000 Afrikaner allein im chinesischen Guangzhou, zumeist ohne gültiges Visum. Sie schaffen chinesische Ware wie Handys oder Autoteile nach Afrika – und zahlen nur einen Bruchteil der regulären Steuern und Zölle,…

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Romankritik: So, und jetzt kommst Du, von Arno Frank (2017) – 7 Sterne

Mehrfach habe ich laut gelacht, das passiert nicht oft, gefällt mir aber sehr. Weiterer Vorteil: Arno Frank garniert die angeblich „wahre Geschichte“ seiner Familie, die aber doch als Roman figuriert, mit vielen packenden Details – Süßigkeiten und Spielzeug der 1980er und 1990er Jahre, extralange Eisenoxid-Musikkassetten, zeitgenössische Fernsehsendungen und Sprüche, Ereignisse wie Space Shuttle und Tschernobyl…

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Kritik Dokumentation: Deportation Class – 7 Sterne – mit Video

Die Doku zeigt zwei albanische Familien ohne Aufenthaltsberechtigung in Deutschland. Sie werden unerwartet frühmorgens von der Polizei geholt und nach Albanien ausgeflogen. Im letzten Filmdrittel sehen wir das neue Leben der Abgeschobenen in Albanien. Die Doku von Carsten Rau und Hauke Wendler liefert unvertraute Einblicke: Besprechungen bei Polizei und Behörden, Eindringen der Polizisten in die…

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Rezension: Helmut Kohl, Eine politische Biografie, von Hans-Peter Schwarz (2012)

Fazit: Hier kann ein Professor mal lebendig schreiben, spannend sogar, und mit Sinn für übersichtliche Gliederung eines weit ausufernden Stoffs. Selten genug. Hans-Peter Schwarz berichtet detailliert mit neuen Quellen aus allen Winkeln der Mainzer, Bonner, Berliner und Brüsseler Sitzungszimmer, auch aus Paris und Washington, aus den  Maschinenräumen der Macht. Stark. Alle Profikritiker waren angetan. Und…

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