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Sachbuchkritik: Nomaden der Arbeit (2017, engl. Nomadland), von Jessica Bruder – 8/10

In mühelos fließender, unaufdringlicher Prosa liefert Jessica Bruder abwechselnd Tiefenportraits, Ökonomie und Soziologisches sowie viele kurze Fallbeispiele und ein paar eigene Erlebnisberichte von der Arbeitsfront. Sie mischt die Themen elegant – nie walzt der Text Schwerpunkte zu breit aus, nie klingt Jessica Bruder andererseits sprunghaft. Ein paar betont beiläufige Schwarz-Weiß-Fotos zeigen die Hauptfiguren. Die Journalismus-Lehrerin…

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Leseeindruck Roman: Rot, von Uwe Timm (2001)

Gleich auf den ersten Seiten zelebriert Uwe Timm endlos quälendes Kultur- und Luxus-Namedropping: berühmte teure Künstler an der Wand, edle Weine, Zitate erlesener Denker aus dem Gedächtnis, und Ehebruchiaden plus Ehemann-Exil nur im Kempinski (obwohl Single-Wohnungen bereitstehen). Nobel, ja stratosphärisch, ich bin beeindruckt. Klassismus mal andersrum. Als nötiges Antidot gibt’s das deutsche F-Wort, sogar groß…

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Romankritik: Mittelalte Männer, von Richard Russo (1997, engl. Straight Man) – 8/10

  Der Roman hat ein Gerüchle. Der Ich-Erzähler redet zu oft von seinen Pipiproblemen und den unzähligen Trips zum Klo: …after my last vigil at the urinal… I spend a lot of time with my dick outside my fly these days… heavy, limp dick in hand… Er beneidet ohnmächtig den Prachtstrahl von Bobo und Russell….

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Rezension Kurzgeschichten: Ist es nicht schön hier, von Te-Ping Chen (2021, engl. Land of Big Numbers) – 7/10

Gemeinsame Eigenschaften der Geschichten: Einfache Provinzler, vor allem schrullige ältere Ehepaare – schöne reiche Städter mit westlichem Luxus – mild skurrile Erfindungen und surrealistische Elemente, zugleich markant realistische Details – überzeugende, vollmundige Erzählstimme (im englischen Original zumindest) – hässliche Männer (Gesicht wie Bisamratte oder wie eine gestreckte Kröte) – graues fades neues China – unterdrückte…

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Romankritik: Fliehkräfte (2012), Gegenspiel (2015); von Stephan Thome – 7,5/10:

Schon im ersten Band „Fliehkräfte” lernen wir sie ziemlich genau kennen, den C4-Philosophieprofessor, seine portugiesische Frau aus der Theaterbranche, die mild rebellische Tochter und die so ganz andere Professorenschwester. Stephan Thome beschreibt differenzierte Persönlichkeiten, eigenwillig, aber nicht krass, keine Abziehbilder, klischeefrei, irgendwie im linksliberalen Spektrum, mit Selbstzweifeln und Widersprüchen, ganz normal. Ungefähr ab der Hälfte,…

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Romankritik: Gesang der Haut, von Sylvie Schenk (2011) – 4/10

Gelegentlich wird es zu schwülstig, vor allem in den kurzen Kapiteln, die „(Moira)“ überschrieben sind, aber auch im Inneren Monolog der Arztgattin Henriette, wo auf der Doppelseite 20/21 erst von Harpyien und dann von Kronos die Rede ist– freilich geht es um Bildungsbürger, die später auch „Rideau!“ rufen (wohlgemerkt deutsche Bildungsbürger). Die Figuren oder die…

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Romankritik: Goodbye to Berlin, von Christopher Isherwood (1937) – 8/10

Ich liebe den bekannten Satz aus der ersten Geschichte: I am a camera with its shutter open, quite passive, recording, not thinking. That’s the spirit. Doch aktuelle deutsche Schreiber liefern genau das Gegenteil: anders als Isherwood zeichnen sie nichts von außen auf, sondern liefern Endoskopie-Selfies, denken die ganze Zeit an und beobachten sich selbst, ihre…

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Romankritik: Drei Tage im Juni, von Anne Tyler (2025, engl. Three Days in June) – 5/10

Das ist im ersten Drittel warmherzig, witzig, mit pfiffigen Dialogen, schrulligen Durchschnittsfiguren von nebenan und ohne konstruierte Zufälle oder Katastrophen – Anne Tyler eben. Es geht um ein geschiedenes Ü60-Paar und im zweiten Buchteil um die Hochzeit der Tochter mit ermüüüdend vielen Kleinigkeiten rund um Kleidergeschäfte, Kosmetikerinnen, Sitzordnung, Hochzeitstorte, etc. etc. etc. Im letzten Drittel…

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Kritik Erzählungen aus: We Don’t Live Here Anymore, von Andre Dubus (1975, 1980) – 5/10

Meine Ausgabe enthält drei Novellen, die zusammenhängen; es gibt dieselben Hauptfiguren, insonderheit Hank und Edith. Man könnte fast von einem Roman sprechen. We Don’t Live Here Anymore (1975) – 7,5/10: Jack ist verheiratet mit Terry und hat eine Affäre mit Edith. Die ist verheiratet mit Hank und immer noch sauer, weil Hank was mit Jeanne…

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Biografiekritik: Hubert Burda. Der Medienfürst, von Gisela Freisinger (2005) – 6/10

Offenbar hatte die Autorin Zugang zu allen Hauptfiguren und 100 weiteren Akteuren samt Friede Springer, Mark Wössner, Günter Prinz, Reinhold Messner und Schulte-Hillen, auch wenn sie im Dankwort nicht alle Namen nennen will. Der Briefwechsel zwischen Axel Springer und Franz Burda senior blieb indes unter Verschluss, Rupert Murdoch stumm; doch sie konnte Tagebücher von Hubert…

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Biografie-Kritik: Fawn McKay Brodie. A Biographer’s Life, von Newell G. Bringhurst (1999) – 7/10

Newell G. Bringhurst schreibt flüssig, leicht lesbar und streng chronologisch; die Zwischenüberschriften geben Verschnaufpausen. Der Autor hatte erkennbar viel Zugang zu persönlichen Notizen und Wegbegleitern Brodies; doch er will offenkundig nicht zu tief wühlen und Brodies Familie nicht unnötig verstören. Bringhurst versucht sich also dezidiert nicht an Brodies Fach, der Psychobiografie. Newell G. Bringhurst –…

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Rezension Expeditionsbericht: This Vast Enterprise, von Craig Fehrman (2026) – 7/10

Craig Fehrman stellt in jedem Expeditionsabschnitt einen anderen Teilnehmer ins Zentrum – er fokussiert einerseits auf die Figur und andererseits auf die neue Umgebung, und im nächsten Kapitel auf eine neue Hauptfigur und eine neue Umgebung.  Das wirkt umständlich, es generiert wegen der unvermeidlichen Rückblenden auch Zeitsprünge, Überschneidungen sowie Erwähnungen der aktuellen Hauptfigur auch dann,…

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Rezension Sachbuch: Undaunted Courage: Meriwether Lewis, Thomas Jefferson, and the Opening of the American West, von Stephen Ambrose (1996) – 8/10

Autor Stephen Ambrose textet sehr flüssig. Er flicht auf angenehme Weise  die Originalzitate der Expeditionsleiter ein, vor allem Meriwether Lewis mit stillem Charme, uneitler Selbstbeobachtung und skurrilen Schreibweisen. Wiederholt bringt Ambrose auch Urteile anderer Historiker, auch widersprüchliche Meinungen. Ambrose schreibt chronologisch von Anfang bis Ende und verzichtet auf Zeitsprünge und dräuende  Vorahnungen; weniger am Leserwohl…

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Kritik Biografie: Thomas Jefferson. The Art of Power, von Jon Meacham (2012)– 7/10

Der Autor schreibt flüssig und mitvollziehbar, das Lesen fällt jederzeit leicht und prickelt nie richtig. Jon Meacham konzentriert sich weitgehend auf Thomas Jefferson als Politiker und Staatsdenker und schreibt über das Privatleben nur wenig – auch wenn er Jeffersons Beziehung zu seiner Sklavin und sein  Nachstellen verheirateter Frauen durchaus schildert, ebenso wie die Sorge für…

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Leseeindruck Biografie: Thomas Jefferson, An Intimate History, von Fawn M. Brodie (1974) – 7/10

Fawn M. Brodie interessiert sich in dieser “intimate history” stark für Thomas Jeffersons Persönlichkeit. Sie spekuliert erklärtermaßen immer wieder heftig über Motivation, Gefühle und über die als Tatsache unterstellte Beziehung zur Sklavin Sally Hemings – lange bevor eine DNA-Analyse die   Annahme untermauerte. Sie meint, Jefferson verkörperte the psychosexual dilemma of the whole nation Sie…

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Romankritik: Die unbekannte Sally Hemings, von Barbara Chase-Riboud(1997) – 7/10

Die Autorin schreibt intensiv und einfühlsam. Trotz einiger Konstruktionsschwächen und auffälliger didaktischer Einschübe ist es ein Vollblutroman mit guten Erfindungen. Barbara Chase-Riboud formuliert sinnlich und detailfreudig über Menschen und Dinge, vielleicht schon zu intensiv: …her eyes assumed their true color, fringed with thick black lashes and by heavy eyebrows. The nose was slightly flared, the…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Romankritik: Hier draußen, von Martina Behm (2025)– 7/10

Vor- und Nachzüge: Der Roman zeichnet unterschiedliche Akteure auf dem Dorf psychologisch genau. Er liefert (zu) viele Details aus dem bäuerlichen Alltag. Mitunter menschelt es zu streng, es gibt wenig Politik und Gesellschaft. Das Drama um die weiße Hirschkuh wirkt wie nachträglich angeflanscht und falsch illustriert.  Amazon-Werbelinks: Martina Behm | Dörte Hansen | Bestseller Literatur…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Freiheit, von Daniela Krien (2014)

Freiheit: Diese Geschichte handelt detailreich von einer medizinisch indizierten Spätabtreibung in der 33. Woche, Fetozid mit Kaliumchloridspritze. Es geht auch um die strenggläubig katholischen Eltern der Kindsmutter Eva. Die schrieb übrigens ein Lied über ein gläubiges Mädchen, das als Kind vergewaltigt wird, sich von Gott abwendet und sich mit 14 Jahren das Leben nimmt Geht…

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Romankritik: Lichtspiel, von Daniel Kehlmann (2023) – 7/10

Daniel Kehlmann überwältigt mit seiner Brachialschreibe ab Seite 1:  kurze Sätze, atemloses historisches Präsens (nicht immer), eine Anekdote zweimal angerissen und nicht  beendet, jedes kurze Kapitel eine neue Situation aus neuer Perspektive. Filmi filmi schreibt (überwiegend) der Auch-Drehbuchautor Daniel Kehlmann, Sohn einer Schauspielerin und eines Regisseurs. Dialoge kann er  wie vielleicht kein zweiter deutscher Zeitgenosse, …

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Rezension Erzählungen: Immergleiche Wege, von Richard Russo (2017, engl. Trajectory) – 7/10

Richard Russo (*1949) schreibt präzis psychologisch, mit spannungsreichen und teils gepfefferten Dialogen; doch er bringt in den vier Erzählungen zu  zu viele Krankheiten und er wiederholt zu viele Motive. Vier  Erzählungen, alle krank: Die erste Geschichte hat Autismus und Erblindung; die zweite hat Antidepressiva, Asperger-Autismus und psychosomatischen Stimmverlust; die dritte hat 2  Krebserkrankungen; #4 hat…

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Romankritik: Abschied, von Sebastian Haffner (1932)– 7/10

Einzelne Sätze verstand ich nicht, zum Beispiel Französisches wie Il faut la secouer parfois ((…)) comme sa maîtresse.    (Ich-Erzähler Raimund sagt, er verstehe selber nicht viel Französisch.) Auch Deutsches kapierte ich nicht immer: ((Fräulein Gault gehörte)) zu dem Typ, der, wenn er älter wird, die Marianne‑Karikaturen abgibt.“ Das Wort “abgeben” ist hier mehrdeutig, und die…

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Romankritik: The Rom-Commers, von Katherine Center (2024) – 4/10

Ja, ich habe ein paar Mal gelacht, und ich habe das Buch zügig zu Ende gelesen (das geht ganz schnell). Aber es ist eine hysterische RomKom mit unrealistischen Annahmen und absurden Pannen, mit forciertem Slapstick, forciertem Schmalz, regelmäßigen Katastrophen und aufdringlichen Trauer- und Verzögerungsmomenten. Zeitweise schwafelt die Ich-Erzählerin selbstgefällig zu viel Banales, statt zur Sache…

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Rezension Biografie: Richard Avedon, What Becomes a Legend Most, von Philip Gefter (2020) – 7/10

Den Menschen Richard Avedon lernt man nur teils kennen, dachte ich in der ersten Buchhälfte: Dort beschreibt Gefter einen endlosen Promi-Reigen – Fotomodelle, Filmstars, Politiker (noch keine Supermodels) – und wie Avedon sie im Studio und on location handhabte, wie man dinierte und zelebrierte. Zu den bekanntesten Künstlern, mit denen Avedon auch arbeitete, zählen Diane…

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Besprechung: Richard Avedon, Evidence 1944 – 1994 (dt. Ausgabe)

Der großformatige Band hat drei Teile: Zunächst liefert Jane Livingston einen biografischen Abriss Richard Avedons mit vielen großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern. Der zweite Abschnitt fast ohne Bilder bringt einen Text von Adam Gopnik. Teil 3 zeigt zur Hälfte eine Zeitleiste mit klein reproduzierten Avedons und andererseits Titelbilder, Arbeits- und Familienszenen – insgesamt vielleicht der umfassendste, wenn auch…

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Lese-Eindruck: Die kleine Schwester, von Raymond Chandler (1949, engl. The Little Sister)

Gleich auf den ersten Seiten gibt es ultracoole Dialoge und Spannung. Dann fertigt der aufdringlich lässige Ich-Erzähler Philip Marlowe 2 verschiedene Pistoleros ab, verlässt das gefährliche Anwesen unangekratzt und knutscht praktisch ohne Widerstand die zuvor kratzbürstige Klientin und alsbald weitere Frauen, die zuvor aggressiv oder ängstlich und dann plötzlich lüstern waren. Wohl deshalb sekretiert Marlowe…

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Biografie-Kritik: Harry Rowohlt, von Alexander Solloch (2024) – 7/10

Harry Rowohlt war penibel mit Sprache, und das zeichnet Biograf Solloch schön nach. Mehrfach gibt er Sprachbetrachtungen Rowohlts wieder und vergleicht Rowohltsche Übersetzungen mit anderen Eindeutschungen, dazu das englische Original – sehr gut; freilich finde ich Rowohlts Versionen weniger herausragend als der penetrant enthusiastische Biograf. Stil: Tatsächlich rühmt Solloch Harry Rowohlts Schreib-und Lebensstil wie auch…

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Kritik Motown-Sachbuch: Where Did Our Love Go, von Nelson George (1985, 2003) – 8/10

Nelson George erzählt nüchtern, vereinzelt sarkastisch bis flapsig, gut lesbar und ohne Blabla, mit immer überraschenden Themen- und Personalsprüngen ohne jedes Unterkapitel oder doppelte Zeilenschaltung. In stetem Wechsel folgen fast übergangslos Portraits, Aufnahmetechnik, Organisation, Tourneen, Motowns Marketing. Der Haupttext hat nur rund 230 Seiten, gefühlt liest man aber Inhalt von 350 oder 400 Seiten, ohne…

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Romankritik: Was man von hier aus sehen kann, von Mariana Leky (2017) – 6/10

Der Roman hat eine Schlagseite Richtung Dorfidylle und  Friede-Freude-Mehrgenerationenhauseierkuchen. Die wichtigsten Geschäfte sind Buchladen, Kramer, Eiscafé, Geschenkideengeschäft und Blumenladen; diesen Wohlfühl-Kitsch konterkarieren ein paar absurde Dorf-Kratzbürsten; selbst ihnen begegnen die Hauptfiguren zugewandt, so werden auch die Dorf-Kratzbürsten zutraulich handzahm. Ein  Kuschel–Buch. Fazit: Mariana Leky bezirzt den Leser mit drolligen Vergleichen, Begriffskombinationen, Dialogen und Situationen. Die…

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Lese-Eindruck Erzählungen Bernd Cailloux: german writing (2006)

Die kleine Satiren amüsieren teils mild. Bernd Cailloux berichtet vermeintlich aus dem Schriftstellerleben, erzählt aber auch alles andere – angehende Schauspieler, nächtliche Berlinstreifzüge, Rozanne aus Kalifornien in Oklahoma und ihre fünf Mal verheiratete Mutter. Die Texte klingen matt und selbstgefällig, dafür steht z.B. dieser Ausschnitt: Auf den letzten Metern zum Zeitungscafé konnte ich mich gerade…

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Sachbuchkritik: Der Tag danach, von Michael Jürgs (2005) – 6/10

Natürlich redet Michael Jürgs nicht nur über den Tag danach, sondern er rafft ganze Biografien auf meist zehn Seiten zusammen, teils mehrere einschneidende Erlebnisse knapp beisammen (z.B. Entlassung und Schlaganfall bei Manfred Bissinger, ebenso zwei getrennte Ereignisse für den Studenten und später für den Journalisten Ulrich Wickert) und teils gleich mehrere Tage danach (wie bei…

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