Das Stück hat amüsante Dialoge, einige Wendungen und regt zum Nachdenken an. Im letzten Akt verblüfft der Wechsel von komfortablen Landgütern in ein schlichtes Stadtbüro.
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Bernard Shaws Drama klingt jedoch auch künstlich und konstruiert. So sagt Herbert Geisen im Nachwort der reclam-Ausgabe:
Immer wieder durchbricht er die realistische Darstellungsweise, um den Parabelcharakter des Stücks herauszustellen
Dazu passt: Im eigenen Vorwort bezeichnet Bernard Shaw sein Drama als ”excellent stage sermon”. Im Vorwort erklärt Bernard Shaw seine Kapitalismuskritik zusätzlich theoretisch, aber gut verständlich.
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Das Stück hatte zunächst Aufführungsverbot (aber kein Druckverbot) und wirkt heute so harmlos wie eine Pixi-Fibel. Shaw nennt es im Vorwort selbst „comparatively prudish“.
Assoziation:
- Bernard Shaws Pygmalion wegen der amüsanten, aber auch etwas unrealistischen und konstruierten Dialoge, wegen der emanzipierten Frauenfiguren und der Art des Endes
- Jane Austen von fern wegen der historischen englischen Landszenen
- Oscar Wilde von fern wegen der schnippischen Dandys
- Bert Brechts Dreigroschen-Roman wegen der nüchtern geschäftsmäßigen Art, in der Hauptfigur Mrs Warren über ihre Arbeit in der Prostitution und über den Kapitalismus redet
- Eine alternde, selbstbewusste Puffmadam umgeben von neckischen Charmeuren und einem üppigen Landgarten – das könnte auch ein Szenario von Colette sein, doch Bernard Shaw schreibt denkbar anders
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