Belletristik

Romankritik. Urs Widmer: Liebesbrief für Mary (1993) – 6 Sterne

Das Romänchen hat drei unterschiedliche Aspekte: Handlung: Im Kern erzählt Urs Widmer (1938 – 2014) ein Liebesdreieck – zwei Schweizer Männer, einer von ihnen der Ich-Erzähler und der andere der Verfasser des langen Liebesbriefs, sind hinterereinander in Zürich mit der Irin Mary zusammen; die haut nach Australien ab und beginnt im Outback ein neues Leben…

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Kritik Roman: Lucrecia515, von Lasha Bugadze (2013) – 1 Stern

Fazit: Der Autor hat eine interessante Plotidee: die Ehefrau lässt das Passwort ihres ehebrecherischen Mannes knacken, chattet unter seinem Namen mit der Konkurrenz. Doch Lasha Bugadze schreibt primitiv, vulgär, banal, unrealistisch und verwirrend. Nicht eine Sekunde lustig oder auch nur charmant. Rein raus rein raus: Der reiche Saucenfabrikant Sandro betrügt seine Ehefrau Keti unentwegt. Der…

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Kritik Roman: Privateigentum, von Julia Deck (2019) – 7 Sterne

Julia Deck (*1974) beschreibt lakonisch-bösartig die Vorort-Hölle in einer Pariser Reihenhaus-Siedlung, inklusive „Solarmodulen und Kompostbecken“ und Wüsteneien entlang der Ausfallstraßen. Die Nachbarn plaudern scheißfreundlich über „Komposthaufen oder Flohmärkte“, belauern sich, werden beiläufig läufig und übergriffig. Diesen Albtraum samt giftgrünem Rasen und Autowaschen vorm Haus schildert Julia Deck beklemmend, düster satirisch, momentweise lustig. Allerdings schwächelt das…

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Rezension Kurzgeschichten, Gedichte, Kritiken: The Collected Dorothy Parker (Penguin Classics 2001) – 7 Sterne – mit Ausgabenvergleich, Links & Hintergründen

Dorothy Parker ist bekannt für extrem sarkastische, selbstironische Gedichte und Kurzgeschichten über das Liebes– und Sozial-Leben im New York der 1920er bis 1940er Jahre. Dieser gut 600seitige Sammelband zeigt: Oft schreibt Dorothy Parker gar nicht so amüsant hochtourig sarkastisch. Nicht überall lauern köstliche Einzeiler. Einige Kurzgeschichten klingen einfach stark satirisch oder auch psychologisch genau, sozialkritisch,…

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Kritik Kurzroman. Eudora Welty: The Ponder Heart (1953) – 6 Sterne

Die Ich-Erzählerin berichtet mit unterhaltsamer Schnatterschnauze vom Leben in der Mississippi-Kleinstadt Clay und von ihrem Onkel Daniel Ponder, der sich eine viel zu junge (und zu dünne) (und zu arme) Braut anlacht. Eudora Welty (1909 – 2001) kreiert eine fulminante Ich-Erzählerin aus Fleisch und Blut. Die redet teils direkt zum Leser: I size people up:…

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Kritik Paar-Roman: Keiner hat gesagt, dass du ausziehen sollst, von Nick Hornby (2018, engl. State of the Union), von Nick Hornby – 7/10

Ich habe beim Lesen öfter laut gegackert, gewiehert und gequakt, wann gibt’s das schon. Der Autor entwirft ein originelles Szenario und bringt einen komischen Satz nach dem anderen. Nick Hornby bei Amazon Gepfefferte Einzeiler: Freilich zelebriert Roman- und Drehbuchroutinier Nick Hornby (*1957) seine Kunst fast zu lässig-souverän: Wie sich das Ehepaar im Zentrum des Buchs…

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Rezension England-Roman: Just Like You, von Nick Hornby (2020) – 8 Sterne

2016 in London. Eine 42jährige weiße Lehrerin, alleinerziehend, gerät in eine Beziehung mit einem 22jährigen Schwarzen, den sie als Babysitter und Aushilfsmetzgereifachverkäufer kennenlernte. Autor Nick Hornby (*1957) macht die Annäherung einigermaßen nachvollziehbar. Doch ist es Liebe oder nur ein Pausenfüller? Die Umwelt zeigt sich schockiert. Anspielungen und Missverständnisse: Hornby schreibt pfiffige Dialoge voll unterschwelliger Anspielungen…

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Kritik Kurzgeschichten: Not a Star, von Nick Hornby – 8 Sterne – mit Video

In der Kurzgeschichte Not a Star sieht ein biederes Ehepaar völlig überraschend ihren 22jährigen Sohn in einem Pornovideo, und zwar mit gewaltigem Kopulationsorgan. Daraus entstehen hochnotamüsante Diskussionen des Ehepaars mit dem Sohn, mit Angehörigen und mit einer tratschenden Nachbarin. Die spektakuläre Anatomie des Juniors führt zu heiklen Vergleichen mit nahen Verwandten und uralten Liebschaften. Nick…

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Kritik Kurzgeschichten: Jeder liest Drecksack/Everyone’s Reading Bastard, von Nick Hornby (2012) – 8 Sterne

Die Kurzgeschichte Jeder liest Drecksack/Everyone’s Reading Bastard berichtet unterhaltsam von einem Ehemann, der in der Zeitung lesen muss, wie seine getrennt lebende Frau ihn Woche für Woche in einer Glosse durch den Dreck zieht. Das liest sich sehr unterhaltsam, wenn auch vielleicht nicht sehr realistisch. Zerknirschte Männer in Beziehungsnöten sind eine Spezialität von Nick Hornby…

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Rezension Roman: How to Be Good, von Nick Hornby (2001) – 6 Sterne

Fazit: Der Autor kreiert einerseits realistisch unterhaltsame Alltagsszenen einer Londoner Mittelschichtfamilie und pfiffige Dialoge – alles sehr Hornby, mit seinen typischen Zutaten wie Ehebruch, linksliberalem Gutmenschentum und altklugen Kids, aufgelöst in amüsantes Palaver. Die Wandlung der männlichen Hauptfigur ist jedoch enttäuschend unrealistisch: Erst atemraubend aggressiv, dann abrupt maximal zugewandt, denn ein Wunderheiler vollführt unerklärliche Wunderheilungen….

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Kritik Werbeagentur-Roman: Gummi (2003, engl. The Book, the Film, the T-Shirt), von Matt Beaumont – 4 Sterne

Werbeagentur-Chef Greg Fuller in Nöten: Der für den Autoreifen-Werbedreh gebuchte Hollywoodstar sitzt bei der Polizei fest, ein unverzichtbares Kreativteam für Sofaprospekte ist dummerweise gefeuert, die schwangere Ehefrau verlangt dreist Zuwendung, eine zu ehrgeizige Kollegin will ihm an die Wäsche (sie hat freilich unbestreitbare Talente), ein lukrativer Verkauf scheint gefährdet, Gott und die Welt belagern ihn…

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Kritik E-Mail-Romane von Matt Beaumont: E-Mail an alle (2000, engl. e, Teil 1 von 3 der E-Mail-Reihe) + The e. before Christmas (2000, Teil 2) + eSquared (2010, Teil 3) – 7 Sterne

E-Mails, hunderte kurze E-Mails in Londoner Werbeagenturen fliegen durch diese drei modernen Briefromane: E-Mail an alle (2000, engl. e, Band 1) spielt im Januar 2000, The e. before Christmas (2000, Band 2, nicht auf Deutsch, sehr kurz) zeigt dieselben Figuren in derselben Agentur im Oktober 2000. e2 (auch „e squared“, 2010, Band 3, nicht auf…

Kritik E-Mail-Romane von Matt Beaumont: E-Mail an alle (2000, engl. e, Teil 1 von 3 der E-Mail-Reihe) + The e. before Christmas (2000, Teil 2) + eSquared (2010, Teil 3) – 7 Sterne Weiterlesen »

Kritik Grotesken: Katastrophen-Geschichten von Hermann Harry Schmitz – 7 Sterne

Harry Hermann Schmitz (1880 – 1913) schreibt Alltagsszenen: die Familie beim Kaffee, der tropfende Füllfederhalter, der Umzug. Die Geschichten beginnen spießbürgerlich banal und weiten sich bald ins Groteske und Fantastische: Figuren gehen auf den Händen, damit der Füller in der Tasche nicht mehr tropft, Robotermenschen tragen Umzugskisten unablässig auf und ab, die Kaffeemaschine spuckt Tod…

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Thailand

Erster Lese-Eindruck Thaibuch: Jasmine Nights, von S.P. Somtow (1994)

1963 vor den Toren Bangkoks. Im Mittelpunkt stehen Thaijunge Little Frog, 12, und sein afroamerikanischer Freund Virgil. Deren Jugendgeschichten sind witzig und kurzweilig, und doch habe ich auf Seite 40 abgebrochen: Denn das Buch ist mir viel zu unrealistisch, bis hin zu Chamäleon-Haustier, Limbo-tanzenden Thaitanten, konspirativen Urgroßmüttern und Blowjob beim Leichenschmaus. Ich kann mir nicht…

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Romankritik: Rumplhanni, von Lena Christ (1916) – 8 Sterne – mit Video

Fazit: Die ersten drei Viertel spielen auf dem Dorf und bereiten Freude: Deftiges Bairisch, scharfzüngige Dialoge und schöne Beobachtungen, wenn „die Bauern ((…)), die Jungen und die Dienstigen“ interagieren, ganz zu schweigen von den Männern und den Frauen. Ich habe oft laut gelacht, wann gibt’s das schon. Das München-Viertel am Ende klingt ganz anders: Die…

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Buchkritik: Madam Bäuerin, von Lena Christ (1919) – 7 Sterne – mit Video

Fazit: Jungbauer Franz und „Stadtmamsell“ Rosalie wollen heiraten. Doch beide Mütter protestieren gegen eine Stadt-Land-Ehe; zudem ist Rosalie einem spröden Assessor versprochen. Aus diesem schlichten Konflikt zimmert Lena Christ (1881 – 1920) eine alpenländische Romkom, einen heiteren Intrigantenstadl mit vielen vergnüglichen Sprüchen in derbem Bairisch. Die Autorin trägt den Humor etwas breit und schenkelklopfend auf…

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Buchkritik: Bauern: Bayerische Geschichten, von Lena Christ (1919) – 7 Sterne

Lena Christ erzählt viele kurze, unverbundenene, humoristische Anekdoten vom Dorf um 1918. Sie schwafelt nicht lang rum, sondern schreibt zackig knapp über ihre typischen Themen vom Bauernstand: Pokern und Schachern um die geldigste Hochzeiterin; Kälber, Ferkel, Hunde und Gockel; Streit mit dem Gespons, dem Nachbarn, der anderen Generation; uneheliche Kinder; Missachtung und Ausbeutung der Alten;…

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Buchkritik: Unsere Bayern anno 14/15, von Lena Christ (1914/15) – 7 Sterne

Fazit: Lena Christ liefert kurze, lebensnahe Vignetten voller Dialog aus den ersten Monaten des ersten Weltkriegs in München und auf dem Dorf – mal kabarettistisch, mal herzerwärmend, gelegentlich beklemmend; schlicht, und doch pfiffig, jedenfalls in den Auszügen der Gesammelten Werke (s.u.). Im Gegensatz zu ihren teils entflammten Figuren klingt die Erzählerin weder hurrapatriotisch noch pazifistisch;…

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Buchkritik: Lausbubengeschichten, von Ludwig Thoma (1905) – 5/10

Ludwig Thoma (1867 – 1921) schreibt kurze nüchterne Geschichten. Es gibt keine deftigen Schenkelklopfer und kaum deftiges Bairisch, auch kein deutlich bayerisches Ambiente. Ich-Erzähler Ludwig ist immer wieder verwickelt in: Steine durch Fensterscheiben; hinterhältige Beleidigung; Prügelei; Pulverfrosch an Katzenschwanz; Pulver in Modellboot; kaputte Goldfische; Senf an Türschnalle; Farbe auf Lehrerpult; Pech auf Lehrerstuhl; Blindschleichen im…

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Buchkritik: Tante Frieda, von Ludwig Thoma (1907) – 6 Sterne – mit Links

Zwei der sechs Geschichten erinnern deutlich an Ludwig Thomas Lausbubengeschichten von 1905 (diesmal Schießpulver in Vogelkäfig; Eier, Spucke und Kartoffeln auf Leute; Luftgewehr auf Spiegel). Die vier anderen Geschichten erzählen vom Aufenthalt der jungen Halb-Inderin Cora in der Kleinfamilie des Ich-Erzählers Ludwig: Die Dorfmänner bringen der schönen Cora Ständchen im Mondschein und schleichen verliebt ums…

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Kritik Kurzgeschichten: Der Münchner im Himmel u.a. Satiren, von Ludwig Thoma (1911) – 7 Sterne – mit Links

Der Halleluja schmetternde Dienstmann Aloisius ist nur einer von vielen Käuzen in dieser Sammlung kurzer, knackiger Satiren. Ludwig Thoma (1867 – 1921) karikiert Spießbürger, Feministinnen, wackere Soldaten, verschnarchte Juristen und Obrigkeitshammel mit kräftigem Strich – dialogreich, militärisch kurz angebunden, vergnüglich. Künstler oder arme Leute figurieren seltener, dafür berichtet Thoma gleich mehrfach aus seinem Rechtsberuf (Der…

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David Nicholls

Buchkritik: Sweet Sorrow – Weil die erste Liebe unvergesslich ist, von David Nicholls (2019) – 7 Sterne

Fazit: David Nicholls schreibt vergnügliche, exzellente Dialoge – vielleicht etwas zu unrealistisch geschriftstellert, wie in einer cleveren britischen Komödie, aber allemal charmant witzig und teils psychologisch feinsinnig. Dazwischen produziert Nicholls jedoch zähe allgemeine Seiten und Beschreibungen – kein konkreter Vorgang, kein Dialog, sondern ein blutarm schweifender Rückblick nach 20 Jahren, in immer neuen Rückblenden. Allgemeines…

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Romankritik: Emil und die drei Zwillinge, von Erich Kästner (1935) – 5 Sterne

Friede, Freude & auch Eierkuchen herrschen in Neustadt, Berlin & auch in Korlsbüttel: Penetrant harmonisch geht’s zu zwischen Jung und Alt, zwischen Arm und Reich in diesem Sequel zu „Emil und die Detektive“. Zwei Jahre danach: Die Geschichte spielt zwei Jahre nach „Emil und die Detektive“, versammelt alle Hauptakteure dieses Romans, zeigt aber eine neue…

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Romankritik: Emil und die Detektive, von Erich Kästner (1929) – 7 Sterne – mit Video

Erich Kästner (1899 – 1974) zeigt den betont gutherzigen – heute sagt man: achtsamen –, aber auch pfiffig-ironischen Emil Tischbein und seine betont gutherzige, aber auch pfiffig-ironische Mutter. Immer wieder baut Kästner kleine, fast unauffällige Witze ein wie Die Mutter pfiff sich eins, vermutlich um ihre Sorgen zu ärgern… Die kleinen Cleverle-Einsprengsel unterhalten, kommen aber…

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Romankritik: Junger Mann, von Wolf Haas (2018) – 8 Sterne

Wird das fette Riesenbaby, 13 J., 93 – 78 kg, von der obwohl verheirateten sehr schönen Elsa entjungfert? Wer den Klappentext liest, muss das erwarten, und stürzt sich lüstern in den Roman von Wolf Haas. Und Elsa ist ja auch zu oft allein und nicht gerade un-proaktiv in Richtung Riesenbaby. Das seinerseits liegt der Elsa…

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Romankritik: Das Wetter vor 15 Jahren, von Wolf Haas (2006) – 8 Sterne

Zwei Kulturmenschen, der österreichische Romanautor „Wolf Haas“ und die deutsche Kritikerin „Literaturbeilage“, unterhalten sich in diesem Dialogroman gewitzt, aber realistisch umgangssprachlich über den Roman des Autors. Sie diskutieren den Romaninhalt, platzieren zwischendurch aber auch ein paar Seitenhiebe auf Christoph Ransmayr, den Zauberberg oder dies: Der Teufel der Plötzlichkeit. Das klingt wie ein Titel von Peter…

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Romankritik: Von der Schönheit, von Zadie Smith (2005, engl. On Beauty) – 7 Sterne

Zadie Smith schreibt witzige, intelligente Dialoge, und sie spießt Uni-Politik und die Tics der US-Uni-Koryphäen boshaft auf. Gewiss erkannten sich einige Wissenschaftler in diesem Roman erzürnt wieder. Zu den Highlights zählen auch ein paar erstaunliche Sexszenen. Doch die Dialoge und Szenen laufen teils zu lang, und sie konzentrieren sich ermüdend auf die immer gleichen Themen:…

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Kritik Kurzgeschichten: Fleischeslust, von T.C. Boyle (engl. Without a Hero, 1994)

Ich konnte nur wenige der 15 Kurzgeschichten lesen, viele habe ich sofort abgebrochen. Sie handelten zu oft von Umweltkatastrophen oder Vegetariern, und T.C. Boyle schreibt oft aufdringlich laut, etwa der Einstieg zur Geschichte Beat: Yeah, i was Beat. We were all Beat. Hell, I’m Beat now ((…)) Häufig sind die Situationen grell absurd übertrieben. Geschichten,…

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Kritik Kurzgeschichten: Tod durch Ertrinken, von T.C. Boyle (engl. Descent of Man, 1979) – 3 Sterne

Boyle erzählt grotesk, ironisch, mild unterhaltsam, aber nie vom Hocker reißend, in seiner ersten Kurzgeschichtensammlung. Die Kurzgeschichten sind gelegentlich gelungen parodistisch, viel öfter jedoch öd unrealistisch oder unverständlich und wirr – sie amüsieren nie wie Boyle-Romane wie Wassermusik (1981), The Road to Wellville (1993) oder Grün ist die Hoffnung (1984). An prima Dialoge erinnere ich…

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Kritik Briefroman: Der Fieberkopf, von Wolfgang Bauer (1967)

Der Briefroman ist auf mehreren Ebenen irre: Ständig überkreuzen sich Briefe und Telegramme die Sprache hat etwas Besessenes, übertrieben Biederes, aufdringlich Banales, ohne je platt zu blöken oder zu kalauern die Handlung wird immer rasender, die spießigen Akteure verwickeln sich in immer seltsamere Geschichten bis ins Fantastische hinein; lauter Fieberköpfe Und darum bin ich nach…

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Romankritik: Sari, Jeans und Chilischoten, von Meera Syal (1999, auch Hochzeit auf Indisch, engl. Life Isn’t All Ha Ha Hee Hee) – 6 Sterne – mit 2 Videos

Im Mittelpunkt des Romans stehen drei Mittelschicht-Inderinnen Mitte 30 in London; zwei mit beruflich in London etablierten Indern verheiratet, eine mit einem Weißen liiert. Meera Syal (*1961) beschreibt erkennbar ihr eigenes Leben in der Figur Tania als taffe indischstämmige TV-Macherin. Sie liefert viele witzige Beobachtungen und teils Dialoge. Allerdings packt sie scheinbar alles in den…

Romankritik: Sari, Jeans und Chilischoten, von Meera Syal (1999, auch Hochzeit auf Indisch, engl. Life Isn’t All Ha Ha Hee Hee) – 6 Sterne – mit 2 Videos Weiterlesen »

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