Musikbuch

Kritik Motown-Sachbuch: Where Did Our Love Go, von Nelson George (1985, 2003) – 8/10

Nelson George erzählt nüchtern, vereinzelt sarkastisch bis flapsig, gut lesbar und ohne Blabla, mit immer überraschenden Themen- und Personalsprüngen ohne jedes Unterkapitel oder doppelte Zeilenschaltung. In stetem Wechsel folgen fast übergangslos Portraits, Aufnahmetechnik, Organisation, Tourneen, Motowns Marketing. Der Haupttext hat nur rund 230 Seiten, gefühlt liest man aber Inhalt von 350 oder 400 Seiten, ohne…

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Kritik Stax-Sachbuch: Respect Yourself, Stax Records and the Soul Explosion, von Robert Gordon (2015) – 6/10

Autor Robert Gordon ist ein Fanboy – ein Stax-Fanboy und ein Memphis-Fanboy; er wuchs dort auf, produzierte Bücher und Dokus auch zu lokalen Themen, nennt Memphis im Nachwort ”us” und “our“ und kritisiert Örtliches aufdringlich wie ein beleidigter Liebhaber. Er schreibt zu unkritisch begeistert über Stax. Er nennt Akteure wie Label-Chef Jim Stewart und viele…

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Kritik Biografie: Georg Kreisler gibt es gar nicht, von Hans-Jürgen Fink und Michael Seufert (2007) – 7 Sterne

Ein hochinteressanter Charakter hat ein hochinteressantes Leben in einer hochinteressanten Zeit. Er und seine langjährige Bühnen- und Lebenspartnerin reden darüber ausführlich und „auf das Freundlichste“ (Nachwort) mit zwei Journalisten, sie überreichen Fotos und Zeitungsausschnitte, auch die witzigen Liedtexte darf man zitieren. Besser könnte die Ausgangslage für eine Biografie kaum sein – freilich wirkt es schon…

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Buchkritik: Das ganze schrecklich schöne Leben, von Konstantin Wecker, Günter Bauch, Roland Rottenfußer (2017) – 5 Sterne

Die Beiträge von Konstantin Wecker konnte ich nicht ganz lesen, sie klangen mir oft zu wolkig, zu schwülstig, zu pastörlich. Zum Beispiel: Kein Wassertropfen gleicht dem anderen, keine Schneeflocke ist identisch mit einer anderen – und kein menschliches Leben, und sei es noch so angepasst, gleicht einem anderen. Ich danke ihnen für mein Aufgehobensein in…

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Kritik Musikbuch: Die Stille im Kopf, von Karl Lippegaus (1987) – 6 Sterne

Karl Lippegaus (*1954) schreibt schmuckloses, klares Deutsch, fast anglizismenfrei, das nie verärgert. Man erfährt nicht so viel über Musik, dafür um so mehr über die Sensibilitäten von Lippegaus und einigen Gesprächspartnern wie Bobby McFerrin oder Brian Eno. Über Melodie, Rhythmus oder Harmonie redet Lippegaus kaum, etwas Technisches wie ein „unerwarteter Akkordwechsel“ (S. 189) überrascht schon…

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Rezension: Verwandte Stimmen von Vikram Seth (Musiker-Roman 1999, engl. An Equal Music) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Seth erzählt von einem englischen Kammermusiker in London, der zufällig nach zehn Jahren ohne Kontakt seine einstige Liebe wiedertrifft, die er nie vergessen konnte. Dann spielen sie auch noch zusammen – doch es gibt ein trauriges Geheimnis. Fazit: Vikram Seth schreibt durchgehend spannend, dazu sehr sensibel, hochatmosphärisch, im letzten Viertel jedoch zu melodramatisch und weinerlich….

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Romankritik: Das Haus Savage, von Jay McInerney (1997, engl. The Last of the Savages) – 8 Sterne

Will Savage ist Sohn reicher Grundbesitzer im US-Süden, liebt jedoch Bluesmusik, die Kultur der Afroamerikaner und wird Musikmanager. Ich-Erzähler Patrick Keane beschreibt Wills und sein eigenes Leben über 30 Jahre. Drei Viertel des Buchs behandeln die Jahre, in denen die Hauptfiguren etwa 18 bis 25 Jahre alt sind. Wir lernen viel über das Studieren in…

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Buchkritik: The Last Sultan. The Life and Times of Ahmet Ertegun, von Robert Greenfield 2012 – Biografie über den schillernden Chef von Atlantic Records – mit 4 Videos – 7 Sterne – mit Presse-Links

Der etablierte Popjournalist Robert Greenfield schildert das aufregende Leben des US-Plattenmanagers Ahmet Ertegün (1923 – 2006) – von der Kindheit als Sohn des türkischen Botschafters in den Hauptstädten der westlichen Welt bis zu Ertegüns Zeit als Chef von Atlantic Records: Er arbeitet mit Ray Charles, Neil Young, den Rolling Stones, Led Zeppelin, aber auch mit…

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Rezension Biografie: Die Jazz-Baroness: Das Leben der Nica Rothschild, von Hannah Rothschild – 7 Sterne

Hannah Rothschild schreibt professionell flüssig, man kann das Buch kaum weglegen (ich hatte die englische TB-Ausgabe von Virago). Das Buch schildert ein einzigartiges Leben – Kindheit in der superreichen Rothschild-Familie, Kriegseinsätze in Afrika und Europa, fünffache Mutter, dann Begleiterin der besten Jazzmusiker der Welt. Hier beginnt die Autorin: Historisch beginnt die Autorin mit Mayer Amschel…

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Rezension Sachbuch Musikbranche: Hit Men. Power Brokers and Fast Money Inside the Music Business (dt. Hit Men. Makler der Macht und das schnelle Geld im Musikgeschäft), von Fredric Dannen (1990) – 6 Sterne – mit Kritikerübersicht

Der bekannte Journalist Fredric Dannen schildert bizarre und illegale Praktiken im Popgeschäft der USA von etwa 1955 bis 1990. Dabei lernen wir u.a. Payola kennen – Geld fließt, damit ein Song im Radio läuft. Vor allem geht es um viele schrille und unterhaltsame Geschäftsleute mit berstenden Egos und stahlharten Ellenbogen – Rabauken, Bonvivants und Ganoven,…

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Dakar-Youssou-N’Dour-Roman: The Music in My Head, von Mark Hudson (1998) – 6 Sterne

Fazit: Mark Hudson ließ sich von seiner Musik- und Afrikabesessenheit fortreißen, als Roman hält Music in my Head kaum zusammen. Als In-Schilderung aus der Musikszene Dakars ist der Roman, oder sagen wir: das Buch, aber vielleicht einmalig. Amazon-Werbelinks: Ganz Afrika | Südafrika | Kenia | Marokko Atmo: Über Seiten schildert Mark Hudson die Atmosphäre in…

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Jazzbuch: Three Wishes: An Intimate Look at Jazz Greats, von Nica de Koenigswarter – 6 Sterne

Kein Wunder, dass Pannonica de Konigswarter, geb. Rothschild, zunächst keinen Verleger für ihr Three-Wishes-Projekt fand: Viele Bilder sind unscharf, falsch belichtet, verkratzt oder verschmutzt, es gibt keinen markanten Stil. Und die Antworten der wohl 300 mehr oder weniger bekannten Jazzer: mehr oder weniger interessant. Das Musikbuch bringt lauter kleine Wortschnipsel aller Jazz-Größen und vieler unbekannter…

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Rezension Jazz-Biografie: Nica’s Dream, von David Kastin – 7 Sterne

Aufgewachsen als superreiche Rothschild-Tochter in England, dann Pilotin, verheiratet in Frankreich, Kriegsheldin in Afrika, Diplomatengattin in Mexiko, Mutter von fünf Kindern, Eheflüchtling und schließlich jahrzehntelang Gönnerin der New Yorker Jazzszene, eine begüterte weiße Edelfrau unter schwarzen, oft armen und drogensüchtigen Jazzentrikern – Pannonica „Nica“ de Koenigswarter, née Rothschild, hatte ein spannendes, ungewöhnliches Leben. David Kastin…

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