Kritik Psycho-Sachbuch: Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden, von Lori Gottlieb (2019) – 7/10

Psychologin Lori Gottlieb mixt eigenes Liebesunglück und den resultierenden Psychologenbesuch mit den Psychologiepatienten, die zu ihr kommen – zur Psychologin, die selber zum Psychologen geht. Dazu erzählt sie von ihren verschiedenen Ausbildungen und Berufen und streut ein bisschen Theorie ein. Amazon-Werbelinks: Lorie Gottlieb | Liebe | Psychologie Fazit: Lorie Gottlieb schreibt unterhaltsam, mit viel Dialog,…

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Kritik Kurzgeschichten: Descent of Man, etc., von Edith Wharton – 7/10

Wiederkehrendes: Ehe oder junge Ehe Geschieden Mehrfach aus Perspektive des Mannes Schriftsteller-Leben Assoziation: Oscar Wilde weniger als Dorothy Parker, die allerdings teils deutlich satirischer formuliert Amazon-Werbelinks: Edith Wharton | Dorothy Parker | Henry James Die Geschichten einzeln: A Journey ᛫ 5,5/10 Der Ehemann stirbt im Schlafwagen, die Gattin fährt mit ihm noch länger weiter. Sie…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Liebe unter Aliens, von Terézia Mora (2016) – 5/10

Terézia Mora schreibt einfühlsam und knapp, ohne Geschwafel, auch nicht aufgesetzt minimalistisch. Mora (*1971) verzichtet trotz Prenzlauer-Berg-Domizil meist auf hippe Berliner Kulissen und Figuren deutscher Literaturmechatroniker. Sie vermeidet gnädig LGBTQ*uark plus Gendergedöns und setzt unangestrengt ihren eigenen Ton. (Der japanische Professor am Ende lebt in Berlin, aber das spielt keine Rolle. Auch die Single-Fotografin und…

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Lese-Eindruck: Es sprach der Mond zur Erde. Noa Noa – Erzählungen und Briefe aus der Südsee, von Paul Gauguin, Markus Bernauer

Die Hauptgeschichte Noa Noa ist ein Konglomerat: Paul Gauguin erzählt ein paar Erlebnisse von seinem Tahiti-Abenteuer, vor allem mit seiner blutjungen Gefährtin, und flicht länglich örtliche Göttersagen ein. Kostprobe: Aus dem Zwiegespräch zwischen Hina und Tefatou geht hervor, dass Mensch und Erde untergehen, während der Mond und die Wesen, welche ihn bewohnen… Roüa Hatou, eine…

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Romankritik: Die Zeit mit Anaïs, von Georges Simenon (1951) – 3/10

Zu Beginn des Romans ist der brutale Mord bereits geschehen, der Mörder bekannt, geständig und in Polizeigewahrsam. Trotzdem erklingt noch mehrfach der grauenhafte Tathergang  – ein bissl Gewaltporno, er ist gesund und macht uns hart. Amazon-Werbelink: Bücher Georges Simenon Der Täter als Opfer: Georges Simenon (1903 – 1989) schreibt aus Täterperspektive, und wie der Ärmste…

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Buchkritik: Bismarck. Eine Biographie, von Christian Graf von Krockow (1997) – 7/10

Fazit: Christian Graf von Krockow schreibt durchgehend flüssig und lesbar, fast charmant. Die vielen oft ganzseitigen, gut reproduzierten SW-Abbildungen  – Fotos, Gemälde, Karikaturen, Handschriften – samt extra-langen, erzählenden Bildunterschriften in meiner dtv-Ausgabe von 2000 machen das Buch noch angenehmer. Allerdings: Es gibt keine Stammbäume und, noch unvorteilhafter, keine Landkarten. Darum werden Bismarcks politische Umwälzungen weit…

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Kritik Biografie: Bismarck, Magier der Macht, von Jonathan Steinberg (2011) – 7/10

O-Töne: Das Besondere: Jonathan Steinberg bringt erklärtermaßen (S. 20) sehr lange Zitate von Bismarck und Weggefährten, um so die Figuren und ihre Zeit lebendiger zu machen – so dass sich laut Steinberg (S. 20) die übliche Gewichtsverteilung zwischen Kommentar ((Biografentext)) und Beleg ((Zitat)) zugunsten des Letzteren verlagert Fast eine ganze Seite zitiert Jonathan Steinberg auch…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Tanz der seligen Geister, von Alice Munro (1968, engl. Dance of the Happy Shades) – 7,33/10

Die Kurzgeschichten in Alice Munros erstem Sammelband sind relativ kurz, eingängig, teils ungewöhnlich lustig und überwiegend gut, also eine exzellente Einführung in ihr Werk. Die Szenario dieser Geschichten – das ländliche Kanada in den 30er bis 50er Jahren – kehrt in späteren Bändern immer wieder. Einige Texte zeigen den Kinderblick auf Erwachsene. Mehrfach erscheint das…

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Roman-Kritik: Emma, von Jane Austen (1815) – 7/10

Gleich zu Beginn gleiten allerlei junge Damen und Herren mit Beziehungsstatus Single über Jane Austens glänzend geöltes Roman-Parkett. Die werden das Buch nicht alleinstehend verlassen, glaubt man. Und wer sich auf dem Dating-Basar zu freudig beschnuppert, der vermählt sich vielleicht letztlich anderweitig. Wieviele Happy Ever Afters wird Jane Austen kredenzen? Amazon-Werbelinks: Jane Austen Emma |…

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Kritik 2 Kurzgeschichten aus: A Pair of Jeans and Other Stories, von Qaisra Sharaz (2013) – 4/10

The Zemindar’s Wife – 4/10 Ein Dorf in Pakistan. Die schöne, stolze Frau des Großgrundbesitzers lehnt sich zunehmend gegen die Geschäftspläne ihres Mannes auf. Die Kurzgeschichte hat erhebliche Schwächen. So befremdet die Wandlung gleich beider Hauptfiguren gegen Ende. Ebenso wenig überzeugt, wie der Großgrundbesitzer es zweimal zulässt, dass seine Frau ihm wichtige Papiere entwenden kann….

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Kritik Südstaaten-Kurzgeschichten von Kate Chopin – 7/10 – mit Links

Kate Chopins Kurzgeschichten entstanden in den 1890er Jahren und spielen in den US-Südstaaten (Einzelbesprechung unten). Fast immer stehen Frauen im Mittelpunkt, oft mittelalt, mehrfach (bald) alleinstehend. Amazon-Werbelinks: Kate Chopin | Südstaaten | Vom Winde verweht Wiederkehrende Eigenschaften: Die meisten Geschichten von Kate Chopin spielen im ländlichen Louisiana kurz vor oder nach dem Bürgerkrieg – oft…

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Kritik Südstaaten-Roman: The Awakening, von Kate Chopin (1899) – 7/10

Mir ist egal, ob der Roman feministisch ist oder nicht. Er muss gut und er muss sehr realistisch sein. In der ersten Roman-Hälfte passt beides. In der zweiten Hälfte driften die Hauptfigur und mit ihr das Buch ab. Die erste Romanhälfte spielt in einer Urlaubsanlage auf Grand Isle im Golf von Mexiko, die zweite in…

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Kritik Kurzgeschichten von Mark Twain – 6/10

Seine launigen Kurzgeschichten verkauft Mark Twain wie Selbsterlebtes. Kurze Späße, nicht tiefgehend, aber nicht ohne innere Wahrheit. Die Texte finden Sie online. Amazon-Werbelinks: Mark Twain | Südstaaten | Huckleberry Finn The £1,000,000 Bank-Note ᛫ 5,5/10 Bettelarmer Ami in London gelangt durch irren Zufall an eine echte 1,000,000-Pfund-Banknote und an eine Ehefrau. Ein paar Mal habe…

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Kritik Theaterstück: Bunbury – Ernst sein ist alles, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das ist witzig und allzu routiniert geschnitzt: Oscar Wildes Figuren parlieren in einer Tour widersprüchlich, respektlos oder gegen die Norm. Sie gewinnen wenig Kontur, weil ihr Dialog immer die Lustspielmaschine befeuern muss. Speziell die zwei jungen Damen reden zu absurd und gekünstelt dümmlich, und beide wollen nur einen Mann namens Ernst heiraten, alles klar. (Engl….

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Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10

Der Cast schnurrt gut aufgezogen übers aalglatt ölige Parkett. Oscar Wilde kredenzt v.a. in den ersten beiden Akten ein köstliches Aperçu nach dem anderen. Plot und Dialog basieren nicht immer auf Realismus und Psychologie, wirken teils mechanisch nach den Regeln der Theaterfarce konstruiert. (Engl. Titel Lady Windermere’s Fan.) Amazon-Werbelinks: Oscar Wilde allgemein | Ernst sein…

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Kritik Theaterstück: Ein idealer Gatte, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das Theaterstück handelt von Moral, Politik und Erpressung mit Rufmord. Im dritten von vier Akten wird daraus plötzlich eine schnelle Verwechslungskomödie, und nebenbei kommt wenig glaubwürdig Liebe ins Spiel. Einige Figuren wirken besonders unrealistisch, so die hysterisch schwankende Lady Chiltern und die boshaft feixende Mrs Chevely. Manche Monologe in diesem Stück ziehen sich über eine…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994)

Fazit: Seine Kurzgeschichten aus Indien, England, Fantasialand und dem Mittelalter schreibt Salman Rushdie mit stark wechselndem, aber stets sicherem und beeindruckendem Tonfall. Er macht Kulissen und Personal mit wenigen Sätzen lebendig. Öfter stellt Rushdie seine Fabulierkunst und Belesenheit zu deutlich heraus – in exotischen Wörtern wie „palindromically“ und in markanten Stil- und Literaturparodien. Das wirkt…

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Romankritik: Die Entdeckung der Currywurst, von Uwe Timm (1993) – 7/10 – mit Video

Uwe Timm liefert im ersten, längeren Buchteil eine spannende Binnenhandlung bei Kriegsende mit (flüchtiger) Liebe, reizvollem Konflikt, ohne Grausamkeit, und er kredenzt interessante historische Details wie den Eichelkaffee, der sonderbarerweise, wenn man auf Lunge rauchte, stärker nach Kaffee schmeckte plus sozio-linguistisches Zeitkolorit wie „Pißpott“. Timm schreibt nüchtern, momentweise derb ohne falsche Töne, wenn auch dialogarm….

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Romankritik: Johannisnacht, von Uwe Timm (1996) – 7/10

Uwe Timm lötet im Roman Johannisnacht eine Reihe von Kurzgeschichten – oder Kurzbegegnungen – zusammen. Er verbindet diese Berliner Episoden unauffällig durch die Leitmotive Kartoffelrecherche und verlorenes Archivkästchen; drum hält man Johannisnacht fast für einen Roman. In den meisten Szenen lässt sich der Ich-Erzähler mild betrügen und/oder mit Alkohol befüllen. Uwe Timm präsentiert originelle Käuze…

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Kritik Kurzgeschichten: Nicht morgen, nicht gestern, von Uwe Timm (1999) – 6,5/10

Fazit: Uwe Timm (*1940) schreibt sechs Kurzgeschichten über oft interessante, mild ungewöhnliche Figuren. Er verzichtet meist auf Fantastisches, zu Unrealistisches oder wilde Zufälle. Seine Berichte scheinen aus dem Alltag deutscher Großstädte zu stammen. Ebenso meidet Timm formale Experimente: Er formuliert klar, zweckdienlich, nie unangenehm, weder blass noch aufdringlich eloquent. Gelegentlich will er scheinbar mild schockieren,…

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Kritik Roman: Vernunft und Gefühl, von Jane Austen (1811, engl. Sense and Sensibility) – 7/10

Jane Austen (1775 – 1817) schreibt kurzweilig mit vielen, teils amüsanten oder spannungsreichen Dialogen, kurzen Kapiteln, klar überschaubarer Chronologie, weitgehend einheitlicher Perspektive, nicht zu ausuferndem, nach und nach eingeführtem Personal und oft deutlicher Ironie. Sie verzichtet auf dräuende Andeutungen, Symbolik schwülstige Landschaftsbeschreibungen sowie absurde Zufälle oder implausibles Verhalten und stellt sich in den Dienst des…

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Lese-Eindruck: Die Katze aus dem kleinen Café, von Colette (1945)

Im ersten Teil bringt Colette (18173 – 1954) kurze Geschichten über Tiere aus Menschensicht, scheinbar sehr autobiografisch über sich und  ihre Haustiere in vielen Jahrzehnten – nicht nur Katzen, sondern auch mehrere Hunde, Eichhörnchen, Papageien, Wildvögel, Pferde, „Großvater Gecko“, Echsen, Goldfische, Bienen. Colette vermenschlicht ein wenig, präsentiert markante Charaktere auf vier Pfoten, liebevoll, auch neckisch;…

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Kritik Roman: Dolores Claiborne, von Stephen King (1992) – 6/10 – mit Video

Der buchlange Verhör-Monolog der 66jährigen Dolores Claiborne klingt gleichzeitig zu vulgär und zu geschriftstellert. Zu geschriftstellert aus zwei Gründen: Hauptfigur Claiborne erzählt zu ordentlich gegliedert und mit zu cleveren Sprüchen. Übersichtlich: Im buchlangen Verhör/Monolog mit den Inselpolizisten führt Dolores Claiborne allzu aufdringlich unauffällig in Konstellationen und Tatvorwürfe ein, moderiert sogar ihre Gliederung an: Instead of…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Liebe einer Frau, von Alice Munro (1998, engl. The Love of a Good Woman) –7/10

Alice Munro (*1931, Nobelpreis 2013) schreibt sehr realistische, plastische Erzählstimmen und Dialoge. Ihre Kurzgeschichten wirken undramatisch unaffektiert und dadurch realistischer. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen. Munro klingt minimalistisch präzis, ohne männliche Herbheit à la Raymond Carver oder teils Richard Yates. Jedes Wort sitzt. Munros jüngere Frauen sind teils künstlerisch interessiert, im kanadischen Hinterland der 1950er…

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Lese-Eindruck: Der Traum meiner Mutter, von Alice Munro (1998)

Die vier Geschichten im deutschen Band Der Traum meiner Mutter bilden die zweite Hälfte des engl. Originalbandes The Love of a Good Woman (1998). Die erste Hälfte des englischen Originals – ebenfalls vier Geschichten – kamen auf Deutsch unter dem Titel Die Liebe einer Frau heraus. Fünf der acht Geschichten aus dem englischen Original The…

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Lese-Eindruck: Das Landleben – Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform, von Werner Bätzing (2020)

Wer sich für Dorf und Landwirtschaft in Deutschland interessiert, bekommt hier Fakten plus Geschichte noch und nöcher. Warum ich das Buch trotzdem nicht ganz las: Werner Bätzing schreibt für mich zu dröge, zu wissenschaftlich: passivisch, substantivisch, umständlich im Haupttext nur die verallgemeinernde Erkenntnis, konkrete Beispiele höchstens als Endnote Wird werden kann: Zwar textet Bätzing nicht…

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Lese-Eindruck: Colette. Roman ihres Lebens, von Judith Thurman (2001)

Der Dreiviertelkilo-961-Seiten-Ziegel fesselte mich nicht. Judith Thurman berichtet viel Klein-klein, das höchstens klatschsüchtige Colette-Kusinen interessiert, mit einem schwindelmachenden Figurenkarussell. Dazu kommen wunderliche Statements der Biografin (also kein Colette-Zitat) wie: Es ist ein grausamer Trick des Schicksals, dass der Zustand der erotischen Not – die letzten paar Jahre, bevor eine Frau in die Menopause kommt –…

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Roman-Kritik: Mitsou, von Colette (1919) – 8/10

Das Romänchen ist sehr heterogen formuliert und konstruiert: teils Briefroman, teils Drehbuch, teils üblicher Roman; im Ton mal frech-frivol, mal schmachtend gefühlig, dabei stimmig Auf den lustigen Einstiegsseiten habe ich mehrfach laut gelacht. Hauptfigur Mitsou und ihr Sidekick Petite Chose reden und schreiben ziemlich geschriftstellert – nicht realistisch, aber hier sehr unterhaltsam: „Ein intelligenter Mann…

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Buchkritik: Chéri, von Colette (1920) – 7/10 Sterne – mit Video

Oh là là, die Franzosen. Da treiben’s nicht nur die Endvierzigerin Léa („mit Doppelkinn und verwüstetem Hals“) und ihr Chéri, 25, sondern auch die rund 70jährige toy-boy-Halterin Lili, die ihr Gspusi an den „wie Leder gegerbten Busen“ presst. Schlichte, effektive Plot- und Stilmittel machen Colettes Roman zum Hingucker: Ältere Frauen halten sich ganz offen blutjunge…

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Buchkritik: Gigi, von Colette (1945) – 6/10 Sterne – mit Video

      „Du kannst mir auch sagen, was du verlangst. Ich werde es dir geben.“ So säuselt der stadtbekannte Millionär, dessen Affären in allen Zeitungen stehen. Und „Wirklich wahr?“, staunt Gigi, das 15jährige Gör aus einfachen Verhältnissen mit den langen Beinen. Gigi (Gilberte) wird umhegt – herangezüchtet – von drei Damen, und die Novelle…

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Roman-Kritik: Erwachende Herzen, von Colette (1923, frz. Le Blé en herbe) – 3/10

Vielleicht überfrachtet Colette in diesem kurzen Roman den Liebesreigen etwas: Es britzelt zwischen Vinca, 15, und Philippe, 16, aber auch zwischen Jung-Philippe und einer gelangweilten Dame „vielleicht dreißig, zweiunddreißig“. Amazon-Werbelinks: Chéri | Colette | Erwachende Herzen Sturm und Drang: Colette (18173 – 1954) übertreibt auch sonst: Die zwei jungen Leute verfluchen ihr Lebensalter und wünschen…

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