7 Sterne

Romankritik: Der Aufbruch des Erik Jansen, von Sylvie Schenk (2012) – 7/10

Fazit: Sylvie Schenk, Männerversteherin! Sie schreibt einfühlsam über einen verschwurbelten Akademiker, der einer Versuchung nicht professionell widerstand. Die reizvollen Konflikte sind nachvollziehbar, wenn auch unfeministisch, und die Frauen im Leben der Hauptfigur Erik Jansen wirken unrealistisch. Trotzdem hat die Schülerin Johanna etwas Verführerisches. Sylvie Schenk presst dabei zu viel Reisebericht, Kafka, Latein und klassische Geschichte…

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Kritik Reiseführer: DuMont Reise-Taschenbuch Extremadura, von Jürgen Strohmeier (Dumont-Verlag) – 7/10

Trotz aller Kritik ein sehr gründlicher, offenkundig enorm kenntnisreicher, etwas hochkultureller und geldiger und weniger auf Natur und Sparfüchse bedachter Reiseführer für eine weniger bekannte Region, dem ich viele gute Tipps entnahm. Amazon-Werbelinks: Sierras of Extremadura (dieses Buch), Extremadura, Andalusien Zu hip: Die Macher verschwenden wertvolle Seiten mit Sprechblasen und Riesengroßdruck-Sätzen wie Schwebt da wirklich…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Roman: Eine Liebe, von Sara Mesa (2020) – 7,5/10

Sara Mesa schildert die Isoliertheit der Frau in ihrem neu angemieteten, vergammelten Landhaus einfühlsam und nachvollziehbar. Der Leser wohnt bald selbst dort, wundert oder ärgert sich über die seltsamen Kontakte wie den grobschlächtigen Vermieter oder den undurchsichtigen Píter – was will der wirklich, außer sie mit Ratschlägen überhäufen? Und was will sie selbst – das…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Was ich dir schon immer sagen wollte, von Alice Munro (1974, engl. Something I’ve Been Meaning to Tell You1974) – 7/10

Material – 7/10 Exfrau eines Schriftstellers denkt an gemeinsame Jahre und an einen Wasserschaden, an dem sie nicht unbeteiligt waren. Munro mischt unaufdringlich mehrere Zeitebenen, Geschichten und Themen. Einzelne Szenen klingen wie immer sehr lebendig,  die Ich-Erzählerin säuselt nonchalant und unselbsteingenommen. Hätte Munro die Aspekte “Wie Schriftsteller Material findet” und “Mann unterdrückt Frau (die das…

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Thailand

Kritik Geschichtsbuch: Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand (4. Aufl 2022)

Die Autoren berichten von einem zutiefst undemokratischen, korrupten und brutalen Land – eine Bananenrepublik. Sie schreiben dicht und Blabla-frei, zugleich noch gut lesbar, jedoch ohne packende Narrative oder human interest. Chris Baker und seine Frau Pasuk Phongpaichit texten nicht streng chronologisch, sondern liefern thematische Kapitel innerhalb begrenzter Zeiträume etwa über Ideologien, Wirtschaft oder ethnische Fragen….

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Thailand

Kritik historisches Reisebuch: Temples and Elephants. Travels in Siam 1881 – 1882, von Carl Bock – 6/10

Fazit: Carl Bock (1849 – 1932) bringt interessante Begegnungen und Erlebnisse vor allem in Bangkok, Nordthailand, Laos. Die völkerkundlichen Passagen sind jedoch weitaus zu ausführlich;  Holzschnitte in SW erleichtern vereinzelt das Verständnis. Immerhin, Carl Bock textet jederzeit leicht lesbar und verständlich, er klingt auch nie muffig. Beschreibend: Der Naturwissenschaftler und spätere Diplomat Carl Bock beobachtet…

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Biografie-Kritik: Herrndorf, von Tobias Rüther (2023) – 7 Sterne

Fazit: Das Beste an dieser Biografie ist der Protagonist, dessen Leben und Kunst gleichermaßen faszinieren. Biograf Tobias Rüther erzählt leicht lesbar, mild feuilletonistisch, mit ein paar sprachlichen Tics. Er interessiert sich vor allem für Wolfgang Herrndorfs Bild- und Textschaffen und für sein Sozial-Digitalleben mit Höflichen Paparazzi und Zentraler Intelligenz Agentur in Berlin; weit weniger für…

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Biografie-Kritik: Pablo Picasso, The Minotaur Years 1933 – 1944, von John Richardson (2021) – 7/10

Richardson schreibt salopp und entschlackt, ohne ein überflüssiges Wort. Wie in den Vorgängerbänden positioniert sich John Richardson dezidiert meinungsfreudig, speziell bei sexuellen Konnotationen in Picasso-Werken: irresistibly phallic… a kinky cluster of boxed vaginas, beehive breasts, and turdlike fingers… unquestionably his most celebrated engraving… bloodied glove suggesting genitalia… her phallic nose of a face… scrotum-like heads…

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Kritik Psycho-Sachbuch: Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden, von Lori Gottlieb (2019) – 7/10

Psychologin Lori Gottlieb mixt eigenes Liebesunglück und den resultierenden Psychologenbesuch mit den Psychologiepatienten, die zu ihr kommen – zur Psychologin, die selber zum Psychologen geht. Dazu erzählt sie von ihren verschiedenen Ausbildungen und Berufen und streut ein bisschen Theorie ein. Amazon-Werbelinks: Lorie Gottlieb | Liebe | Psychologie Fazit: Lorie Gottlieb schreibt unterhaltsam, mit viel Dialog,…

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Kritik Kurzgeschichten: Descent of Man, etc., von Edith Wharton – 7/10

Wiederkehrendes: Ehe oder junge Ehe Geschieden Mehrfach aus Perspektive des Mannes Schriftsteller-Leben Assoziation: Oscar Wilde weniger als Dorothy Parker, die allerdings teils deutlich satirischer formuliert Amazon-Werbelinks: Edith Wharton | Dorothy Parker | Henry James Die Geschichten einzeln: A Journey ᛫ 5,5/10 Der Ehemann stirbt im Schlafwagen, die Gattin fährt mit ihm noch länger weiter. Sie…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Tanz der seligen Geister, von Alice Munro (1968, engl. Dance of the Happy Shades) – 7,33/10

Die Kurzgeschichten in Alice Munros erstem Sammelband sind relativ kurz, eingängig, teils ungewöhnlich lustig und überwiegend gut, also eine exzellente Einführung in ihr Werk. Die Szenario dieser Geschichten – das ländliche Kanada in den 30er bis 50er Jahren – kehrt in späteren Bändern immer wieder. Einige Texte zeigen den Kinderblick auf Erwachsene. Mehrfach erscheint das…

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Kritik Südstaaten-Kurzgeschichten von Kate Chopin – 7/10 – mit Links

Kate Chopins Kurzgeschichten entstanden in den 1890er Jahren und spielen in den US-Südstaaten (Einzelbesprechung unten). Fast immer stehen Frauen im Mittelpunkt, oft mittelalt, mehrfach (bald) alleinstehend. Amazon-Werbelinks: Kate Chopin | Südstaaten | Vom Winde verweht Wiederkehrende Eigenschaften: Die meisten Geschichten von Kate Chopin spielen im ländlichen Louisiana kurz vor oder nach dem Bürgerkrieg – oft…

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Kritik Südstaaten-Roman: The Awakening, von Kate Chopin (1899) – 7/10

Mir ist egal, ob der Roman feministisch ist oder nicht. Er muss gut und er muss sehr realistisch sein. In der ersten Roman-Hälfte passt beides. In der zweiten Hälfte driften die Hauptfigur und mit ihr das Buch ab. Die erste Romanhälfte spielt in einer Urlaubsanlage auf Grand Isle im Golf von Mexiko, die zweite in…

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Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10

Der Cast schnurrt gut aufgezogen übers aalglatt ölige Parkett. Oscar Wilde kredenzt v.a. in den ersten beiden Akten ein köstliches Aperçu nach dem anderen. Plot und Dialog basieren nicht immer auf Realismus und Psychologie, wirken teils mechanisch nach den Regeln der Theaterfarce konstruiert. (Engl. Titel Lady Windermere’s Fan.) Amazon-Werbelinks: Oscar Wilde allgemein | Ernst sein…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994)

Fazit: Seine Kurzgeschichten aus Indien, England, Fantasialand und dem Mittelalter schreibt Salman Rushdie mit stark wechselndem, aber stets sicherem und beeindruckendem Tonfall. Er macht Kulissen und Personal mit wenigen Sätzen lebendig. Öfter stellt Rushdie seine Fabulierkunst und Belesenheit zu deutlich heraus – in exotischen Wörtern wie „palindromically“ und in markanten Stil- und Literaturparodien. Das wirkt…

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Romankritik: Die Entdeckung der Currywurst, von Uwe Timm (1993) – 7/10 – mit Video

Uwe Timm liefert im ersten, längeren Buchteil eine spannende Binnenhandlung bei Kriegsende mit (flüchtiger) Liebe, reizvollem Konflikt, ohne Grausamkeit, und er kredenzt interessante historische Details wie den Eichelkaffee, der sonderbarerweise, wenn man auf Lunge rauchte, stärker nach Kaffee schmeckte plus sozio-linguistisches Zeitkolorit wie „Pißpott“. Timm schreibt nüchtern, momentweise derb ohne falsche Töne, wenn auch dialogarm….

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Kritik Kurzgeschichten: Nicht morgen, nicht gestern, von Uwe Timm (1999) – 6,5/10

Fazit: Uwe Timm (*1940) schreibt sechs Kurzgeschichten über oft interessante, mild ungewöhnliche Figuren. Er verzichtet meist auf Fantastisches, zu Unrealistisches oder wilde Zufälle. Seine Berichte scheinen aus dem Alltag deutscher Großstädte zu stammen. Ebenso meidet Timm formale Experimente: Er formuliert klar, zweckdienlich, nie unangenehm, weder blass noch aufdringlich eloquent. Gelegentlich will er scheinbar mild schockieren,…

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Kritik Roman: Vernunft und Gefühl, von Jane Austen (1811, engl. Sense and Sensibility) – 7/10

Jane Austen (1775 – 1817) schreibt kurzweilig mit vielen, teils amüsanten oder spannungsreichen Dialogen, kurzen Kapiteln, klar überschaubarer Chronologie, weitgehend einheitlicher Perspektive, nicht zu ausuferndem, nach und nach eingeführtem Personal und oft deutlicher Ironie. Sie verzichtet auf dräuende Andeutungen, Symbolik schwülstige Landschaftsbeschreibungen sowie absurde Zufälle oder implausibles Verhalten und stellt sich in den Dienst des…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Liebe einer Frau, von Alice Munro (1998, engl. The Love of a Good Woman) –7/10

Alice Munro (*1931, Nobelpreis 2013) schreibt sehr realistische, plastische Erzählstimmen und Dialoge. Ihre Kurzgeschichten wirken undramatisch unaffektiert und dadurch realistischer. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen. Munro klingt minimalistisch präzis, ohne männliche Herbheit à la Raymond Carver oder teils Richard Yates. Jedes Wort sitzt. Munros jüngere Frauen sind teils künstlerisch interessiert, im kanadischen Hinterland der 1950er…

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Buchkritik: Chéri, von Colette (1920) – 7/10 Sterne – mit Video

Oh là là, die Franzosen. Da treiben’s nicht nur die Endvierzigerin Léa („mit Doppelkinn und verwüstetem Hals“) und ihr Chéri, 25, sondern auch die rund 70jährige toy-boy-Halterin Lili, die ihr Gspusi an den „wie Leder gegerbten Busen“ presst. Schlichte, effektive Plot- und Stilmittel machen Colettes Roman zum Hingucker: Ältere Frauen halten sich ganz offen blutjunge…

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Henry James - (c)

Romankritik: Bildnis einer Dame, von Henry James (1880, 1908, engl. The Portrait of a Lady) – 7/10 – mit Video

Henry James schreibt sehr genaue, psychologische Dialoge und Gedankenströme – teils zu gedehnt, mitunter ironisch bis lustig. In verschiedenen Konstellationen und Ländern geht es um Eheaussichten, Eheglück und um Erbschaften. Das klingt oft intensiv, ja intim. Die Geschichte ist phasenweise spannend, vor allem in den letzten Kapiteln, manchmal dachte ich auch deswegen an eine „ernste…

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Romankritik: Die einzige Geschichte, von Julian Barnes (2018, engl. The Only Story) – 7/10 Sterne

A nineteen-year-old boy, or nearly-man, and a forty-eight-year-old woman? Das fragt der Ich-Erzähler zu Beginn verblüfft – doch es funktioniert in diesem Roman über viele Jahre, jedenfalls für die zwei Hauptfiguren, weniger für die Familien und den Tennisclub, in dem sie sich begegneten (ich kenne nur die engl. Fassung und kann die Eindeutschung der langjährigen…

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Henry James - (c)

Romankritik: Daisy Miller, von Henry James (1878, 1909) – 7/10 Sterne – mit Video

Henry James (1843 – 1916) liefert brillante Dialoge und einen kultiviert-ironischen auktorialen Erzähler, der ständig halb amüsiert, halb schockiert die Stirn zu runzeln scheint. Doch schildert Henry James die Gegensätze Europa/USA und steife Konvention/Freizügigkeit zu zaunpfahl. Das Ende konstruiert Henry James zu deutlich als Moral von der Geschicht‘ und nicht ganz glaubhaft. Seinen frühen Erfolgstext…

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Kritik Biografie: Georg Kreisler gibt es gar nicht, von Hans-Jürgen Fink und Michael Seufert (2007) – 7 Sterne

Ein hochinteressanter Charakter hat ein hochinteressantes Leben in einer hochinteressanten Zeit. Er und seine langjährige Bühnen- und Lebenspartnerin reden darüber ausführlich und „auf das Freundlichste“ (Nachwort) mit zwei Journalisten, sie überreichen Fotos und Zeitungsausschnitte, auch die witzigen Liedtexte darf man zitieren. Besser könnte die Ausgangslage für eine Biografie kaum sein – freilich wirkt es schon…

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Kritik Biografie: The Colonel: The Extraordinary Story of Colonel Tom Parker and Elvis Presley, von Alanna Nash (2003) – 7 Sterne

Alanna Nash arbeitet gut heraus, wie Elvis-Manager „Colonel Tom Parker“ schon als Kind fürs Showgeschäft schwärmte: Er präsentierte verbotswidrig Kunststückchen im Pferdestall des Vaters, jobbte bei Zirkus und Varietees. Seine ersten Musiker vermarktete Parker bei Wohltätigkeitskonzerten zugunsten des Tierheims, das er leitete. Colonel Parker  (1909 – 1997) traf erst Ende 1954 auf Elvis Presley (1935…

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Sachbuch-Kritik: Wolf Schneider, Speak German (2008) – 7 Sterne

Schneider schreibt kraftvolles, knackiges Deutsch. Er schreibt sehr kompakt und verdichtet; man kann nichts streichen, ohne gleichzeitig Information zu verlieren. Sein Buch ist voller Fakten und interessanter Informationen – Linguistik genauso wie unzählige kuriose Beispiele. Die sehr einfachen Hauptsätze passen syntaktisch auch in die Bild-Zeitung. Amazon-Werbelinks: Wolf Schneider | Deutsche Sprache Manchmal eifert Wolf Schneider…

Sachbuch-Kritik: Wolf Schneider, Speak German (2008) – 7 Sterne Weiterlesen »

Kritik Kurzgeschichten: Liebes Leben, von Alice Munro (2012, engl. Dear Life) – 7/10 Sterne

Alice Munro schreibt sehr realistische, plastische Erzählstimmen und Dialoge. Ihre Kurzgeschichten wirken undramatisch sowie nicht geschriftstellert rundgeschliffen und dadurch vielleicht realistischer. Allerdings flanscht sie mehrfach sehr heterogene Handlungsteile aneinander und bringt wenig glaubhafte Wiederbegegnungen nach Jahrzehnten des Auseinanderseins. Munro klingt minimalistisch präzis, ohne männliche Herbheit à la Raymond Carver oder teils Richard Yates. Jedes Wort…

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Kritik Kurzgeschichten: Himmel und Hölle, von Alice Munro (2001, engl. Hateship, Friendship, Courtship, Loveship, Marriage) – 6,5/10 Sterne

Allgemeines: Schon in der englischen Fassung haben die neun Geschichten im Schnitt je gut 35 Seiten – im Deutschen also wohl deutlich mehr. Alice Munro findet in ihren Kurzgeschichten passende, uneitle Worte – ohne Bling, ohne Schäkern, auf den Punkt. Sie beschreibt genaueste Beobachtungen, ohne langatmig zu werden, und die Dinge klingen so lebensecht, dass…

Kritik Kurzgeschichten: Himmel und Hölle, von Alice Munro (2001, engl. Hateship, Friendship, Courtship, Loveship, Marriage) – 6,5/10 Sterne Weiterlesen »

Kritik Politik-Buch: Alleiner kannst Du gar nicht sein, von Peter Dausend, Horand Knaup (2020) – 7/10 Sterne

Peter Dausend und Horand Knaup liefern interessante Einblicke in die deutsche Politik – auch in wenig bekannte Gefilde wie die Beziehungen Abgeordneter-Mitarbeiter oder Abgeordneter-Partner (ich gendere nicht). Aber richtig investigativ ist das nicht: Sie bringen offenbar nur, was nach Interviews freigegeben oder schon woanders berichtet wurde, auch wenn sie gelegentlich anonymisieren. Amazon-Werbelinks: Dieses Buch von…

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Romankritik: Striptease, von Georges Simenon (1958) – 7/10 Sterne

Eine kleine Stripteasebar in Cannes: Die alternden Tanzdamen fürchten die Konkurrenz der blutjungen Neuen. Ein oder zwei wollen zudem den Besitzer erobern. Doch der ist schon verheiratet und polyamor; seine Frau sitzt krank an der Kaschemmenkasse, sie ahnt die Konkurrenz. Amazon-Werbelinks: Maigret | Georges Simenon |Krimi | Paris-Roman Unglamourös, nicht dramatisierend: Georges Simenon (1903 –…

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Buchkritiken: 84, Charing Cross Road (1970) & Die Herzogin der Bloomsbury Street (1973), von Helene Hanff – 7/10

84, Charing Cross Road ist ein kauziger, zunehmend persönlicher Briefwechsel zwischen der exzentrischen, buchversessenen Helene Hanff in New York und einem Londoner Antiquariat zwischen 1949 und 1969. Er spielte sich angeblich wirklich so ab. In der Fortsetzung Die Herzogin der Bloomsbury Street berichtet Helene Hanff (1917 – 1997) in Tagebuchform von einer Bildungs- und Publicity-Reise…

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