7 Sterne

Biografie-Kritik: Nobody’s Perfect: Billy Wilder – A Personal Biography, von Charlotte Chandler (2002) – 7/10

Die Autorin verbrachte viel Zeit mit Billy Wilder und protzt gern damit: Billy Wilder and I frequently ate breakfast at the Beverly Hills Hotel Sie stalkte auch andere A-Promis und erzählt gleich auf der ersten Seite, wie sie mit Groucho Marx um die Häuser zieht, rein zufällig Billy Wilder trifft und ein Interview klarmacht. Bei…

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Romankritik: Wie ich lernte, die Frauen zu lieben (1965, engl. In Praise of Older Women), von István Vizinczey – 7/10

Der Roman klingt verblüffend nach echten Memoiren. Ich-Erzähler András Vajda ist ein Liebhaber der Frauen, dem Qualität über Quantität geht. Autor István Vizinczey (1933 – 2021) erzählt flüssig, die Affären überschneiden sich teils, es ist erotisch, charmant, auch mal rollig, nie vulgär oder auch nur angeberisch, sonden literarisch ansprechend und nebenbei historisch erhellend. Die Dialoge…

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Kritik Japan-Roman: Der Schlüssel, von Junichirō Tanizaki (1956) – 7/10

Ikuko, 45, ist unzufrieden mit ihrem Schlappmann, 56. Mitleidlos ätzt sie in ihrem Tagebuch: Ach, wenn er doch nur ein wenig männlicher wäre, etwas stärker, etwas ausdauernder, wie einst in seinen jungen Jahren ((…)) Und wenn er mich wirklich liebt, dann muss er mich auch glücklich machen können. Von der tragischen erektilen Indisponiertheit des Mannes…

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Romankritik: Vladimir, von Julia Jonas May (2022) – 7/10

Der Buchtitel “Vladimir” führt in die Irre: Der Roman handelt überwiegend nicht von den Gelüsten einer verheirateten 58-Jährigen Professorin nach dem gut gebauten, verheirateten 40-jährigen Kollegen russischer Abstammung – und auf den letzten 18 Seiten erscheint Vladimir nicht mehr. Es geht mehr um Wokeness und political correctness an einem kleinen US-College, um die Statthaftigkeit erotischer…

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Romankritik: Späte Liebe, von Max von der Grün (1977) – 7/10

Die zwei 70-Jährigen kommen schon sehr früh im Roman zusammen, und dann folgen überwiegend heitere Episoden, die Rentnerliebe ist nie gefährdet – keine dramatische RomKom, Happy ever after nach ein paar Seiten. Max von der Grün schreibt betulich, aber nicht muffig; doch er beschreibt eine abschreckend muffige Welt: Häkeldeckchen, röhrender Hirsch, Herzleiden, Rentnerbustour, Minieiffelturm, Skatkumpel…

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Romankritik: Auf allen Vieren, von Miranda July (2024, engl. All Fours) – 7/10

Miranda July sagt viele coole Sätze, die runtergehen wie Sahne auf Mandelmilch-Basis, selbst wenn man sie nicht versteht. Deswegen wurde sie ja auch schon 2012 vom US-Kongress vorgeladen, “to explain exactly what her whole thing is” (Quelle). In einer schäbigen Stadt lässt die Ich-Erzählerin ein schäbiges Motelzimmer, in dem sie vielleicht ein paar Tage bleibt,…

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Buchkritik: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, von Andrea Wulf (2015) – 7/10

Fazit: Andrea Wulf bemüht sich intensiv, Alexander von Humboldt als Klimaschützer zu zeigen – der erste ökologische Wissenschaftler, der den Raubbau an der Natur anprangerte statt pries und die Vernetzung allen Lebens betonte. Zudem war von Humboldt pro-divers, antirassistisch, antikolonialistisch und schätzte sogar die Amazonas-Indios, oder zumindest ihre Naturkenntnisse. Die Autorin vertieft sich zudem sehr/zu…

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Buchkritik: Auf dem schwarzen Berg, von Bruce Chatwin, (1982, engl. On the Black Hill) – 7/10 

Bruce Chatwin schreibt schlankes, uneitles Englisch ohne Effekthascherei oder Blabla, aber dekoriert mit vielen Wortantiquitäten. Chatwin kredenzt nur wenige Rückblenden, diese teils unübersichtlich. Es gibt nur eine dräuende Ankündigung kommenden Unheils am Kapitelende: …during the summer of ‘27, there was a very disagreeable incident. Chatwin streut faszinierende Details aus dem historischen Landleben ins Buch –…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Der Mond über der Eisbahn, von Alice Munro (1986, engl. The Progress of Love) – 7/10

Wiederkehrende Eigenschaften: Bedeutungsvolle Symbole wie abblätternde Tapeten, verbleichende Fotos; lebendig gezeichnete Personen und Kulissen; hervorragende elegante Sprache (ich kenne nur das englische Original); Interessantes aus der Vergangenheit wird angedeutet und nicht erzählt; etwas zu viel Körperfunktion, Dreckiges, Böses überraschend, mehr als in späteren Bänden Wie in ihren anderen Sammelbänden meist auch: äußerlich interessieren mich Munro-Figuren…

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Romankritik: Eine treue Frau, von Jane Gardam (2009, Old Filth 2 von 3, engl. The Man with the Wooden Hat) – 7/10

Jane Gardam schreibt hochatmosphärisch und vielsagende Dialoge. Doch der neunjährige Harry Veneering redet weitaus zu altklug, und gelegentlich klingen knappe Dialoge cool, aber auch unrealistisch. Überraschend auch die junge Hauptfigur Betty: verlobt sich spontan mit einem und schläft danach mit dem anderen, um Tage später #1 zu heiraten. Sie ist selbstgewiss, originell, intelligent, hält wenig…

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Rezension Kurzgeschichten aus: William Trevor, After Rain (1997) – 7/10

Enthält 12 Kurzgeschichten, wurde offenbar nie auf Deutsch verkauft. Gelesen habe ich hier neun Texte, mit Bewertungen von 6,0 bis 8,5, im Durchschnitt 7,06. Wiederkehrende Themen: Erzählt aus Frauenperspektive; zwei Frauen im Mittelpunkt, deren Gedanken um Männer kreisen; Eheleben und Ehebruch; Einstieg unmittelbar einleitungsfrei mit Handlung; sehr rund, fast aufdringlich gefällig komponiert; kleinstädtische, dörfliche Kulisse; einfache…

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Buchkritik: Ströbele. Die Biografie, von Stefan Reinecke (2016) – 7/10

Ex-taz-Journalist und Schily-Biograf Stefan Reinecke schreibt flüssig und nicht als Ströbele-Fanboy, auch wenn er Ströbeles Anliegen wohl überwiegend teilt. Um Seite 157 weist er ihm aufwändig mangelnde Distanzierung vom Antisemitismus seines Mandanten Dieter Kunzelmann nach; ab etwa 1989 folgt mehrfach heftige Kritik. Amazon-Werbelinks: Die Grünen | Christian Ströbele | Deutsche Politik | Nichts Privates: Reinecke…

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Buchkritik: Unser Deutschlandmärchen, von Dinçer Güçyeter (2023) – 7/10

Türkische und griechische Ich-Erzähler berichten in authentischem Ton (wenn auch einander zu ähnlich) vom Leben in Deutschland seit den späten 1970er Jahren: Die Griechin mit dem türkischen Namen Zeynep beschafft der schwangeren Türkin Fatma (Dinçer-Mama) heiß begehrte Maiskolben, und das im Januar; Amtsrichter Hoeke bringt en passant den jugendlichen Dinçer nach Istanbul sowie in den…

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Kritik Kurzgeschichten: Offene Geheimnisse, von Alice Munro (1994, engl. Open Secrets) –7/10

Viele dieser Geschichten erschienen Anfang der 1990er im New Yorker. Sie spielen alle zumindest teilweise im selben Landkreis, zumeist in derselben fiktiven Kleinstadt Carstairs in der kanadischen Provinz. Einige Personen und Einrichtungen kehren mehrfach wieder, doch es gibt keine interessanten Querverbindungen zwischen den Kurzgeschichten. ICH MOCHTE: Alice Munro schreibt robust, oft hervorragend lesbar, weniger säuselnd…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Sachbuchkritik: Ein Hof und elf Geschwister, von Ewald Frie (2023) – 7/10

Ewald Frie schreibt eher allgemein über Veränderungen in der münsterländischen Landwirtschaft seit 1945 (in der Buchmitte mit einer ermüdenden Rückblende bis ca. 1817), gestützt auf ausführliches Quellenstudium. Seine sozialhistorischen Erkenntnisse garniert Frie mit Erfahrungen der eigenen Familie samt Zitaten seiner zehn Geschwister, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten berichten. Aber die Frie-Geschwister treten kaum als Individuen hervor,…

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Buchkritik: Michel aus Lönneberga – Michel in der Suppenschüssel (1963, 1 von 3) + Michel muss mehr Männchen machen (1966, 2 von 3) + Michel bringt die Welt in Ordnung (1970, 3 von 3) – 7/10

Es sind nicht nur platte Schwänke. Die Kurzgeschichten bieten eine gewisse Substanz und Erdung, ich habe öfter gelacht und geschmunzelt. Astrid Lindgren kredenzt auch interessante Missverständnisse und Ambiguitäten. Gelegentlich liefert Astrid Lindgren Querbeziehungen und Fortsetzungen einzelner Episoden zwischen verschiedenen Geschichten, vor allem im dritten Band. Amazon-Werbelinks: Michel aus Lönneberga | Astrid Lindgren  | Erich Kästner…

Buchkritik: Michel aus Lönneberga – Michel in der Suppenschüssel (1963, 1 von 3) + Michel muss mehr Männchen machen (1966, 2 von 3) + Michel bringt die Welt in Ordnung (1970, 3 von 3) – 7/10 Weiterlesen »

Romankritik: Freedom, von Jonathan Frantzen (2010) – 7/10

Fazit: Das ist kein großes Buch: Die quälend belehrenden Seiten über Umwelt, Vogelwelt, Bevölkerungswachstum und Irakkrieggeschäfte irritieren ebenso wie die verkrampften Rückblenden viele Jahrzehnte zurück gegen Buchende, als ob der Autor schnell noch was nachtragen müsste (auf das niemand wartete). Gleichwohl unterhält der Roman prima: Ich schätze psychologische Genauigkeit, zwischentonreiche Dialoge, den Verzicht (meist) auf…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Wozu wollen Sie das wissen?, von Alice Munro (2006, engl. The View from Castle Rock) – 7/10

Die Geschichten sind wohl weniger fiktional als üblich – aber auch nicht pur faktisch, keine eidesstattlichen Versicherungen. Alice Munro schreibt im Vorwort:  I was doing something closer to what a memoir does – exploring a life, my own life, but not in an austere or rigorously factual way. I put myself in the center and…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Glaubst du, es war Liebe?, von Alice Munro (1990, engl. Friend of My Youth) – 7/10

Wiederkehrende Themen: Todkranke Mütter und ihre erwachsenen Töchter; die Sexualität erwachsener Frauen, speziell der alleinstehenden oder mit einem kranken Mann; Untreue in Beziehungen; relativ schwache Männer (ausnahmsweise besonders starke); hartes Landleben in Kanada; religiöse Gruppierungen und ihr Lebensstil Bei vielen Büchern denke ich, man hätte kompakter formulieren können – Adjektive weglassen, umständliche Nebensätze als Substantivierung…

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Romankritik: Long Island, von Colm Tóibín (2024, Eilis Lacey 2) – 7/10

Colm Tóibín zieht den Leser tief hinein in zwei Biotope: Eine Großfamilie auf Long Island mit italienisch-irischem Migrationshintergrund eine konservative irische Kleinstadt, in der jeder alles über jeden weiß / wissen möchte / zu wissen glaubt Etwas aufdringlich erzeugt der Autor Spannung: Gleich zu Beginn platzt in das vermeintliche Großfamilienidyll in Long Island eine Ehebruchiade…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Buchkritik: Was die Dörfer einst zusammenhielt, von Ulrike Siegel (2022) – 7/10

18 Dorfbewohner aus Deutschland, geboren etwa zwischen 1951 und 1964, erzählen in 19 Geschichten von ihren frühen Kindheitsjahren auf dem Dorf – oder von ihren Großeltern, dann geht es bis in die 1930er Jahre zurück. Oft geht es um Bauern, aber auch um die arme Schneiderin Omi Anni, den fahrenden Höker Alwiss und die bescheidene…

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Romankritik: Maigret amüsiert sich, von George Simenon (1956, frz. Maigret s’amuse) – 7/10

Das ist unterhaltsam komponiert: Erschöpfung zwingt Kommissar Maigret zum Urlaub in der eigenen Stadt; und so verfolgt er nur aus der Zeitung einen Mordfall in Paris, einmal bringt eine Infotafel im Kinovorprogramm die Handlung voran. Erst gegen Ende ermittelt Maigret durch ein Telefonat mit verstellter Stimme kurzzeitig selbst. Maigrets Überlegungen werden durch Unterhaltungen mit Madame…

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Romankritik: Die Katze, von Colette (1933, frz. La Chatte) – 7/10

Der blonde Jüngling Alain, wen liebt er mehr? Seine junge, schöne Frau Camille? Oder seine schnurrige, schöne Kartäuserkatze Saha? Camille unterdrückt ihre Eifersucht kaum; Saha auch nicht. Es kommt zum Zickenkrieg. Auf Dreivierteln des Buchs passiert nicht viel, außer dampfig-schwüler Atmosphäre und Alains verliebtem Sinnen über Katze und Frau. Handlung und Spannung kommen erst im…

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Buchkritik: Unheile Heimat, von Annemieke Hendriks (2009) – 7/10

Fazit: Die Autorin liefert interessante Einblicke in entlegene Winkel Europas, in denen Kulturen und Sprachen aufeinandertreffen – in Dörfern und Regionen sowie in einzelnen Familien. Ihr Stil ist zu wohlmeinend didaktisch, zudem schreibt sie zeitweise zu Banales, produziert Stilblüten und Tippfehler. Die komplexen Familienverhältnisse und die verschlungenen Wege der Akteure zwischen Ländern, Regionen und Tätigkeiten…

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Buchkritik: Tomaten, von Annemieke Hendriks (2017) – 7/10

Annemieke Hendriks liefert viele interessante Einblicke in die industrielle Tomatenzucht Europas und räumt mit Nachhaltigkeitsmythen auf. Sie schreibt leicht lesbaren Reportagestil: unentwegt erzählen Forscher, Züchter und Glashaukonstrukteure Lehrreiches in direkter Rede. Viele Schwarz-Weiß-Bilder kommen hinzu, allerdings keine Statistiken und Infografiken – entsprechende Zahlenkolonnen fasst Hendriks in Worte. Amazon-Werbelinks: Tomaten-Buch | Annemieke Hendriks | Landwirtschaft Europa Annemieke Hendriks (*1956)…

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Kritik Geschichtsbuch: Rebels against the Raj, von Ramachandra Guha – 7/10 (2022, über Weiße im indischen Unabhängigkeitskampf)

Der bekannte indische Historiker und Gandhi-Biograf Ramachandra Guha porträtiert sieben Amerikaner, Engländer und Iren, die in Indien gegen die englische Kolonialherrschaft arbeiteten und deswegen Zeit im indischen Gefängnis verbrachten; nur wer einsaß, gelangte ins Buch. (Auf den Seiten 330 und 413ff listet Guha allerlei weitere Engländer, die für die indische Sache kämpften.) Einige dieser vier…

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Romankritik: Rosina, von Walter Kappacher (1978, 2010) – 7/10

Walter Kappacher beschreibt eindrucksvoll die freudlose, kleinbürgerliche und neiderfüllte Atmosphäre in Kleinstadtbüros – im Reisebüro und in der Etage über einem Autohaus –, bis hin zum strapaziösen Rumpeln der Olivetti. Hauptfigur Rosina lässt sich herumschicken, ausnutzen und wagt kaum Widerspruch. Dieses muffige Milieu kann den Leser herunterziehen. Auch dass  Protagonistin Rosina sich dumpf ergeben vom…

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Kritik Kurzgeschichten: Der Zitronentisch, von Julian Barnes (2004, engl. The Lemon Table) – 7/10

Gesamteindruck: Die Kurzgeschichten handeln vom Älterwerden, bis zur Demenz, an ganz unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Jahrhunderten und Gesellschaftsschichten. Julian Barnes beobachtet sehr genau und schreibt oft kunstvoll sparsam – so wie eine seiner Figuren „simple, hard, true” sprechen möchte. Andererseits textet Julian Barnes je nach Kontext gern extravagant: cartilaginous… waxy grottoes ((das Ohr-Innere)) Außerdem Wiederkehrendes:…

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Kritik: Pygmalion, Theaterstück von George Bernhard Shaw (1913) – 7/10

Das Theaterstück hat witzige Dialoge, markante Charaktere und eine pfiffige Grundidee. Bernard Shaws Ideen von Klassismus und Antimaskulinismus klingen aber zu belehrend durch. Unrealistisch ist die Geschichte zudem – “exceedingly improbable” laut Shaws eigenem “Sequel”. Dieses Drama wirkt überdies mehr wie ein Roman in Dramenform, es scheint in der Originalfassung schwer aufführbar mit Straßenszenen im…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Jupitermonde, von Alice Munro (1982, engl. The Moons of Jupiter) – 7/10

Viele der 11 Geschichten erschienen zuerst in Zeitschriften wie dem New Yorker und wurden für die Buchausgabe bearbeitet – so hat beispielsweise die Zeitschriftenversion von Dulse eine Ich-Erzählerin, die dann zwischen Buchdeckeln in die dritte Person mutiert. Ich kenne nur die Buchfassungen und habe die Geschichten „Jupitermonde“, “Bardon Bus” sowie “Mrs Cross and Mrs Kidd”…

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Romankritik: Die Witwe Couderc (1942), von Georges Simenon – 7/10

Wie immer beschreibt Georges Simenon Details so plastisch, als ob er selbst dort aufgewachsen sei. Hier aus Jeans Perspektive,  überraschend allein auf dem Hof: Was gab es an diesem Tag zu tun? Er drehte das Rad des Ziehbrunnens und fing an, die Salatpflanzen zu gießen. Auch Brutapparate und Schwefelspritzen, die rote Augen machen, lernen wir…

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