Buch

Buchkritik: Unheile Heimat, von Annemieke Hendriks (2009) – 7/10

Fazit: Die Autorin liefert interessante Einblicke in entlegene Winkel Europas, in denen Kulturen und Sprachen aufeinandertreffen – in Dörfern und Regionen sowie in einzelnen Familien. Ihr Stil ist zu wohlmeinend didaktisch, zudem schreibt sie zeitweise zu Banales, produziert Stilblüten und Tippfehler. Die komplexen Familienverhältnisse und die verschlungenen Wege der Akteure zwischen Ländern, Regionen und Tätigkeiten…

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Buchkritik: Tomaten, von Annemieke Hendriks (2017) – 7/10

Annemieke Hendriks liefert viele interessante Einblicke in die industrielle Tomatenzucht Europas und räumt mit Nachhaltigkeitsmythen auf. Sie schreibt leicht lesbaren Reportagestil: unentwegt erzählen Forscher, Züchter und Glashaukonstrukteure Lehrreiches in direkter Rede. Viele Schwarz-Weiß-Bilder kommen hinzu, allerdings keine Statistiken und Infografiken – entsprechende Zahlenkolonnen fasst Hendriks in Worte. Amazon-Werbelinks: Tomaten-Buch | Annemieke Hendriks | Landwirtschaft Europa Annemieke Hendriks (*1956)…

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Kritik Geschichtsbuch: Rebels against the Raj, von Ramachandra Guha – 7/10 (2022, über Weiße im indischen Unabhängigkeitskampf)

Der bekannte indische Historiker und Gandhi-Biograf Ramachandra Guha porträtiert sieben Amerikaner, Engländer und Iren, die in Indien gegen die englische Kolonialherrschaft arbeiteten und deswegen Zeit im indischen Gefängnis verbrachten; nur wer einsaß, gelangte ins Buch. (Auf den Seiten 330 und 413ff listet Guha allerlei weitere Engländer, die für die indische Sache kämpften.) Einige dieser vier…

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Romankritik: Rosina, von Walter Kappacher (1978, 2010) – 7/10

Walter Kappacher beschreibt eindrucksvoll die freudlose, kleinbürgerliche und neiderfüllte Atmosphäre in Kleinstadtbüros – im Reisebüro und in der Etage über einem Autohaus –, bis hin zum strapaziösen Rumpeln der Olivetti. Hauptfigur Rosina lässt sich herumschicken, ausnutzen und wagt kaum Widerspruch. Dieses muffige Milieu kann den Leser herunterziehen. Auch dass  Protagonistin Rosina sich dumpf ergeben vom…

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Kritik Kurzgeschichten: Der Zitronentisch, von Julian Barnes (2004, engl. The Lemon Table) – 7/10

Gesamteindruck: Die Kurzgeschichten handeln vom Älterwerden, bis zur Demenz, an ganz unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Jahrhunderten und Gesellschaftsschichten. Julian Barnes beobachtet sehr genau und schreibt oft kunstvoll sparsam – so wie eine seiner Figuren „simple, hard, true” sprechen möchte. Andererseits textet Julian Barnes je nach Kontext gern extravagant: cartilaginous… waxy grottoes ((das Ohr-Innere)) Außerdem Wiederkehrendes:…

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Kritik: Pygmalion, Theaterstück von George Bernhard Shaw (1913) – 7/10

Das Theaterstück hat witzige Dialoge, markante Charaktere und eine pfiffige Grundidee. Bernard Shaws Ideen von Klassismus und Antimaskulinismus klingen aber zu belehrend durch. Unrealistisch ist die Geschichte zudem – “exceedingly improbable” laut Shaws eigenem “Sequel”. Dieses Drama wirkt überdies mehr wie ein Roman in Dramenform, es scheint in der Originalfassung schwer aufführbar mit Straßenszenen im…

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Kritik Theaterstück: Frau Warrens Beruf, von Bernard Shaw (1894, engl. Mrs Warren’s Profession) – 6/10

Das Stück hat amüsante Dialoge, einige Wendungen und regt zum Nachdenken an. Im letzten Akt verblüfft der Wechsel von komfortablen Landgütern in ein schlichtes Stadtbüro. Bernard Shaws Drama klingt jedoch auch künstlich und konstruiert. So sagt  Herbert Geisen im Nachwort der reclam-Ausgabe: Immer wieder durchbricht er die realistische Darstellungsweise, um den Parabelcharakter des Stücks herauszustellen…

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Romankritik: Das Liebespaar des Jahrhunderts, von Julia Schoch (2023) – 7/10

Wenn Frauen zu sehr lieben, dann nennen sie ihre Selbstanamnese: Das Liebespaar des Jahrhunderts; heißen müsste die erste Buchhälfte: Die Liebesglucke des Jahrhunderts. Den späteren Zerfall der Beziehung beschreibt Julia Schoch dagegen stimmig. Und gegen Ende beleuchtet sie Ereignisse der ersten Buchhälfte in anderem Licht. Amazon-Werbelinks: Julia Schoch | Daniela Krien | Svende Merian Julia…

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Romankritik: Das glückliche Paar, von Naoise Dolan (2023, engl. The Happy Couple) – 5/10

Fazit: Die Erzählerin und ihre Figuren klopfen zunächst supercoole Sprüche mit scharfen Beobachtungen. Sie schlafen mit Männern und Frauen durcheinander und diskutieren Sex wie einen komplizierteren Zündkerzenwechsel. Dazu bringt Naoise Dolan interessante Details aus dem Leben von klassischen Musikern. Die zweite Buchhälfte entgleist als abgeschmackte, verunglückte RomKom und zieht den Gesamteindruck in die Tiefe. Amazon-Werbelinks:…

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Buchkritik: Die Tante Jolesch (1975), von Friedrich Torberg -7/10

Dies ist eine lose Anekdotensammlung aus einem internationalen, gleichwohl einheitlich “altösterreichischen“ (Torberg) und sentimental verklärten Milieu. Sie wird zusammengehalten von Friedrich Torbergs vollmundigem wie übersichtlichem, altmodisch ziseliertem Deutsch, das hervorragend zum plüschigen Ambiente passt. Amazon-Werbelinks: Tante Jolesch | Friedrich Torberg | Witzig Eigenwilligkeiten und Käuze: Friedrich Torberg kapriziert sich v.a. auf witzige, mitunter leicht derbe…

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Buchkritik: Die Erben der Tante Jolesch (1978), von Friedrich Torberg -7/10

Im Vorwort erklärt Friedrich Torberg ausführlich, dass dieser Band dem ersten Jolesch-Erfolgsband inhaltlich und stilistisch sehr ähnelt. Dazu gehören auch Nachträge und Korrekturen zum Vorgänger, samt seitengenauen Querverweisen. Torberg liefert sogar gleich die Verrisse mit, mit denen die Zeitungsschreiber sein Konzept verdammen könnten. Amazon-Werbelinks: Tante Jolesch | Friedrich Torberg | Witzig Vom Hundertsten ins Tausendste:…

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Romankritik: Eine Handvoll Staub, von Evelyn Waugh (1934, engl. A Handful of Dust) – 6/10

In dieser erlesenen Satire begegnen sich die Akteure vordergründig höflich, doch zugleich etwas überdeutlich rücksichtslos und eigensüchtig, in vielen amüsanten Dialogen. Fast alle Figuren sind unsympathisch, bestenfalls bedauernswert, vielleicht mit Ausnahme der patenten Amerikanerin, die mit dem eigenen Flugzeug zu Verabredungen kommt und spontan bei Renovierungsarbeiten hilft. Amazon-Werbelinks: Eine Handvoll Staub | Evelyn Waugh allgemein…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Jupitermonde, von Alice Munro (1982, engl. The Moons of Jupiter) – 7/10

Viele der 11 Geschichten erschienen zuerst in Zeitschriften wie dem New Yorker und wurden für die Buchausgabe bearbeitet – so hat beispielsweise die Zeitschriftenversion von Dulse eine Ich-Erzählerin, die dann zwischen Buchdeckeln in die dritte Person mutiert. Ich kenne nur die Buchfassungen und habe die Geschichten „Jupitermonde“, “Bardon Bus” sowie “Mrs Cross and Mrs Kidd”…

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Kritik Robert Sedlaczek: Sprachwitze (2020) – 6/10

Immer wieder rekurriert der Autor auf Sigmund Freud, aber auch auf Schopenhauer und allerlei Linguisten, Historiker und Psychologen sowie Humoristen verflossener Jahrzehnte. Fett gedruckt nennt Autor Robert Sedlaczek zu fast jedem der über 500 zitierten Witze (Verlagswerbung) ein anderes Witzsubgenre, wie etwa Mutter-Kind-Witz, Lehrer-Kind-Witz, Dreizahlwitz, Unbildungswitz, Situationswitz, Dialogwitz, Metawitz, Zerlegungswitz, Essex-Girl-Witz, Antimännerwitz, Ethnowitz, Polenwitz, Türkenwitz,…

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Romankritik: Die Witwe Couderc (1942), von Georges Simenon – 7/10

Wie immer beschreibt Georges Simenon Details so plastisch, als ob er selbst dort aufgewachsen sei. Hier aus Jeans Perspektive,  überraschend allein auf dem Hof: Was gab es an diesem Tag zu tun? Er drehte das Rad des Ziehbrunnens und fing an, die Salatpflanzen zu gießen. Auch Brutapparate und Schwefelspritzen, die rote Augen machen, lernen wir…

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Romankritik: The Grammarians, von Cathleen Schine (2019) – 6/10

Daphne gilt als die Klügere. Doch Laurel kam 17 Minuten früher zur Welt und ist auch sonst überall als erste zur Stelle. Daphne mault: ”I’ll never catch up… you were alive for seventeen minutes without me. I was never alive without you.” Solch ein Dialog klingt nicht realistisch, aber unterhaltsam. Das Buch ist voll von…

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Lese-Eindruck Henry James: The Pension Beaurepas (1879), Point of View (1879), A Bundle of Letters (1882)

The Pension Beaurepas (1879): Henry James behandelt wieder das wichtigste Thema der Welt – Amis in Europa. Die Erzählung hat ein wenig Handlung und mild amüsante, satirisch gespreizte Dialoge, teils lustig. Henry James schreibt elegant elaboriert, aber hier nicht zu verschraubt. Alle wichtigeren Figuren in dieser Genfer Geschichte sind Amerikaner. Die Franko-Schweizer erscheinen untergeordnet und…

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Romankritik: Der Aufbruch des Erik Jansen, von Sylvie Schenk (2012) – 7/10

Fazit: Sylvie Schenk, Männerversteherin! Sie schreibt einfühlsam über einen verschwurbelten Akademiker, der einer Versuchung nicht professionell widerstand. Die reizvollen Konflikte sind nachvollziehbar, wenn auch unfeministisch, und die Frauen im Leben der Hauptfigur Erik Jansen wirken unrealistisch. Trotzdem hat die Schülerin Johanna etwas Verführerisches. Sylvie Schenk presst dabei zu viel Reisebericht, Kafka, Latein und klassische Geschichte…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Roman: Eine Liebe, von Sara Mesa (2020) – 7,5/10

Sara Mesa schildert die Isoliertheit der Frau in ihrem neu angemieteten, vergammelten Landhaus einfühlsam und nachvollziehbar. Der Leser wohnt bald selbst dort, wundert oder ärgert sich über die seltsamen Kontakte wie den grobschlächtigen Vermieter oder den undurchsichtigen Píter – was will der wirklich, außer sie mit Ratschlägen überhäufen? Und was will sie selbst – das…

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Kritik Geschichtensammlung: Heute schon was vor? Geschichten über die Liebe, u.a. von Vanderbeke, Simmel, von Westfalen, Murakami – 4,5/10

Die Mehrzahl der Geschichten wurde auf Deutsch geschrieben, dazwischen sind auch Übersetzungen aus dem amerikanischen Englisch und aus dem Japanischen. Das wirkt heterogen, und die Qualität schwankt enorm; speziell die letzten beiden Geschichten – von berühmten Autoren – wirken wie Ausschuss. Im Durchschnitt erhalten die sieben Texte 4,57 von zehn Sternlein. Amazon-Werbe-Links: Kurzgeschichten, Liebe, Deutschland…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Was ich dir schon immer sagen wollte, von Alice Munro (1974, engl. Something I’ve Been Meaning to Tell You1974) – 7/10

Material – 7/10 Exfrau eines Schriftstellers denkt an gemeinsame Jahre und an einen Wasserschaden, an dem sie nicht unbeteiligt waren. Munro mischt unaufdringlich mehrere Zeitebenen, Geschichten und Themen. Einzelne Szenen klingen wie immer sehr lebendig,  die Ich-Erzählerin säuselt nonchalant und unselbsteingenommen. Hätte Munro die Aspekte “Wie Schriftsteller Material findet” und “Mann unterdrückt Frau (die das…

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Kritik Kurzgeschichten: Ulla Meinecke, Ungerecht wie die Liebe (2010) – 5,5/10

Wiederkehrendes: Scheinbar moderne und zumindest semi-achtsame Menschen verhalten sich hier teils härter als gedacht – vor allem hintergehen sie ihre Partner, teils auch noch reuelos, mehrfach in Fernbeziehungen, wenn die Frau die vom Mann herbeigesehnte Wiederbegegnung kühl platzen lässt. Doch Männer stehen nicht besser da. Ulla Meinecke berichtet lakonisch bis lässig amüsiert, gefällig lesbar, aber…

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Thailand

Kritik Geschichtsbuch: Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand (4. Aufl 2022)

Die Autoren berichten von einem zutiefst undemokratischen, korrupten und brutalen Land – eine Bananenrepublik. Sie schreiben dicht und Blabla-frei, zugleich noch gut lesbar, jedoch ohne packende Narrative oder human interest. Chris Baker und seine Frau Pasuk Phongpaichit texten nicht streng chronologisch, sondern liefern thematische Kapitel innerhalb begrenzter Zeiträume etwa über Ideologien, Wirtschaft oder ethnische Fragen….

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Thailand

Kritik historisches Reisebuch: Temples and Elephants. Travels in Siam 1881 – 1882, von Carl Bock – 6/10

Fazit: Carl Bock (1849 – 1932) bringt interessante Begegnungen und Erlebnisse vor allem in Bangkok, Nordthailand, Laos. Die völkerkundlichen Passagen sind jedoch weitaus zu ausführlich;  Holzschnitte in SW erleichtern vereinzelt das Verständnis. Immerhin, Carl Bock textet jederzeit leicht lesbar und verständlich, er klingt auch nie muffig. Beschreibend: Der Naturwissenschaftler und spätere Diplomat Carl Bock beobachtet…

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Kritik Memoiren: Istanbul. Erinnerungen an eine Stadt, von Orhan Pamuk 2003) – 5/10

Fazit: Orhan Pamuk liefert eher allgemeine Istanbul-Kunde, erzählt weniger aus seinem Leben, und selten richtig konkret story-artig, sondern eher zusammenfassend. Er reiht überwiegend Istanbul-Assoziationen ohne direkten Bezug zu seiner Biografie aneinander, etwas romantisch, aber oft ermüdend kleinteilig, detailliert und irrelevant, so etwa zu viel Reaktion längst vergessener Schriftsteller auf Istanbul. Die interessante Familie Pamuk erscheint…

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Kritik Erzählung: The Siege of London, von Henry James (1883) – 5/10

Eine vulgäre Amitussi – mehrfach geschieden, schlampiges Englisch („it ain’t“), und sträflich nicht aus New York, sondern aus dem wilden US-Westen – möchte Teil der feinen englischen Gesellschaft werden. Und das, obwohl die Dame primitiv Nancy Beck heißt – oder hieß, je nach unübersichtlichem Beziehungsstatus. Die Aufstrebende wird von mehreren distinguierten Herren beobachtet, Engländern und…

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Kritik Erzählung: Lady Barbarina, von Henry James (1884, 1908) – 6/10

Fazit: Der kurze Text liefert lange, teils witzige, hintersinnige Dialoge. Er reitet auch ermüdend herum auf Unterschieden zwischen Amerikanern und Engländern, geldigen Tatmenschen und standesbewusst ungeldigen Blaublütigen; er beginnt mit einem verwirrenden Personenreigen und lebt von einer kaum nachvollziehbaren Entscheidung der Protagonistin – Henry James schiebt seine Akteure umher wie transatlantische Schachfiguren, die seine Ideen…

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Biografie-Kritik: Herrndorf, von Tobias Rüther (2023) – 7 Sterne

Fazit: Das Beste an dieser Biografie ist der Protagonist, dessen Leben und Kunst gleichermaßen faszinieren. Biograf Tobias Rüther erzählt leicht lesbar, mild feuilletonistisch, mit ein paar sprachlichen Tics. Er interessiert sich vor allem für Wolfgang Herrndorfs Bild- und Textschaffen und für sein Sozial-Digitalleben mit Höflichen Paparazzi und Zentraler Intelligenz Agentur in Berlin; weit weniger für…

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Biografie-Kritik: Pablo Picasso, The Minotaur Years 1933 – 1944, von John Richardson (2021) – 7/10

Richardson schreibt salopp und entschlackt, ohne ein überflüssiges Wort. Wie in den Vorgängerbänden positioniert sich John Richardson dezidiert meinungsfreudig, speziell bei sexuellen Konnotationen in Picasso-Werken: irresistibly phallic… a kinky cluster of boxed vaginas, beehive breasts, and turdlike fingers… unquestionably his most celebrated engraving… bloodied glove suggesting genitalia… her phallic nose of a face… scrotum-like heads…

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Thailand

Biografie-Kritik: Louis ((Leonowens)) and the King of Siam, von W.S. Bristowe (1976) – 6/10

Fazit: W.S. Bristowe schreibt sehr lesbar, fast jovial ironisch, und er berichtet teils von Louis Leonowens, teils von anderem Bemerkenswerten, das ihm bei der Recherche unterkam – Geschehnisse am Königshof, Intrigen bei Provinzfürsten, der weltweite Teakhandel, Teakernte in Nordthailand, Handelspolitik, Innenpolitik, Regionalkriege, Exzentriker und Schönheiten im weiteren Umfeld von Louis Leonowens. Amazon-Werbelinks*: Bristowe/Louis Leonowens, Anna…

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