Europa

Kritik Sachbuch: Guten Morgen, Güzelim!, von Sevim Çelik-Lorenzen (2022) – 5/10

Die Autorin ist “Malerin, Familientherapeutin und systemische Supervisions- und Institutionsberaterin“. Ihr überraschender Ansatz hier jedoch: Ich stellte nur zwei Fragen. Wie bist du aus der Türkei ausgewandert und wie war es dann in Deutschland für dich? Tiefgang entsteht so nicht, viele Frauen berichten nur rund zwei Seiten lang, eine Bahar gar nur Belangloses auf knapp…

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Romankritik: Kürzere Tage, von Anna Katharina Hahn (2009) – 6/10

Anna Katharina Hahn schreibt psychologisch sehr genau und nachvollziehbar, wenn auch zu dialogarm. Der Roman wurde ins Englische übersetzt und für den Deutschen Buchpreis 2009 gelonglistet. Englischsprachige Romane sind durch die Bank besser als deutsche, aber aus psychohygienischen Gründen muss ich doch um 50% Deutsches lesen; zu diesem Programm gehört auch Kürzere Tage. Amazon-Werbelinks: Anna…

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Romankritik: Ein untadeliger Mann, von Jane Gardam (Old Filth 1 von 3) – 6/10

Vielleicht loben Engländer wie der Guardian den Roman so, weil er urenglische Themen behandelt: die Kolonialerfahrung (“Raj”), Internat (voller “Raj orphans”), gediegene Rituale, Darjeeling-Tee, der harte Nachkriegswinter, Leben und Garteln auf dem Land, einsam Altern, stiff upper lip/unterdrückte Gefühle, Kriegszeiten inkl Bletchley Park und Gallipoli. Nordengland, Malaysia, Südengland, Hongkong, London, Singapur, Ceylon, Sierra Leone. Zeitsprünge:…

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Romankritik: Eine treue Frau, von Jane Gardam (2009, Old Filth 2 von 3, engl. The Man with the Wooden Hat) – 7/10

Jane Gardam schreibt hochatmosphärisch und vielsagende Dialoge. Doch der neunjährige Harry Veneering redet weitaus zu altklug, und gelegentlich klingen knappe Dialoge cool, aber auch unrealistisch. Überraschend auch die junge Hauptfigur Betty: verlobt sich spontan mit einem und schläft danach mit dem anderen, um Tage später #1 zu heiraten. Sie ist selbstgewiss, originell, intelligent, hält wenig…

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Romankritik: Ein Sommerabend, von Cécile Tlili (2024) – 4/10

Wie in anderen Gesellschaftssatiren auch: die Figuren verhalten sich unrealistisch schroff oder schüchtern, und sie passen von vornherein nicht zusammen: (wörtlich) Heimchen am Herd versus mondäne Industrieschickse versus gutaussehender Juristenpartner. Das generiert Spannung und Komik. Warum Mauerblümchen Claudia und der smarte Rechtsanwalt Étienne zusammenleben, ist unklar – aber ergiebig für einen Roman. Amazon-Werbelinks: Alice Munro…

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Rezi: Hot Topic! 5, 12 pure Versuchungen, Lust zum Lesen!

Wenn überhaupt, sollte man das rosa Heftchen keinesfalls am Stück lesen, sondern mit anderer Lektüre mischen. Die Kurzgeschichten wirken pubertär, aufgesetzt und holzhammererotisch, aber ich bin auch Jahrzehnte älter als die mutmaßliche Zielgruppe (immerhin lese ich Print, so wie dieses Heftchen; tut das die Zielgruppe?). Immer wieder geht es um Tattoos und Piercings, auch in…

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Krimikritik: Maigret zögert, von Georges Simenon (1968) – 6/10

Das ist behagliche Maigret-Unterhaltung in gehobenen Kreisen von Paris, wenn auch mit Konstruktionsmängeln. Atmosphäre und Dialoge überzeugen. Amazon-Werbelinks: Maigret | Georges Simenon |Krimi | Paris-RomanNicht perfekt geplottet: Viel- und Meisterschreiber Georges Simenon (1903 – 1989) überzeugt nicht mit allen Entscheidungen: 1) Show, don’t tell, diesen Grundsatz vergaß Simenon: das komplizierte Verhältnis der Familien Parendon und…

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Buch-Eindruck: Der verschwundene Zeuge – Das kurze Leben des Felix Hartlaub, von Matthias Weichelt (2020)

Die ersten Worte überhaupt in diesem Buch: Kapitel 1 Das Ende Ein paradoxer Einstieg. Vielleicht passt er ja zum bevorstehenden Untergang der Hauptfigur in Berlin 1945. Auch andere Biografien steigen mit dem Tod des Protagonisten ein (ich gendere nicht); ich bin sehr für medias in res, doch diese Form der Dramatisierung wirkt abgeschmackt. Und natürlich…

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Romankritik: Jahre mit Martha, von Martin Kordić (2022) – 4/10

Fazit: Ja, Martin Kordić kann es: Sein Roman fesselt zunächst mit der semi-subtilen Annäherung von Professorin Martha Gruber, 40  an den armem Migrantenjungen „Jimmy“, 15. Und Martin Kordić vergeigt es: Ab der Buchmitte gibt’s von dem wunderlichen Paar nur noch wunderliche snippets; der Ich-Erzähler bejammert v.a. die Verachtung der Biodeutschen für die Kroaten, obwohl die…

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Buchkritik: Ströbele. Die Biografie, von Stefan Reinecke (2016) – 7/10

Ex-taz-Journalist und Schily-Biograf Stefan Reinecke schreibt flüssig und nicht als Ströbele-Fanboy, auch wenn er Ströbeles Anliegen wohl überwiegend teilt. Um Seite 157 weist er ihm aufwändig mangelnde Distanzierung vom Antisemitismus seines Mandanten Dieter Kunzelmann nach; ab etwa 1989 folgt mehrfach heftige Kritik. Amazon-Werbelinks: Die Grünen | Christian Ströbele | Deutsche Politik | Nichts Privates: Reinecke…

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Buchkritik: Unser Deutschlandmärchen, von Dinçer Güçyeter (2023) – 7/10

Türkische und griechische Ich-Erzähler berichten in authentischem Ton (wenn auch einander zu ähnlich) vom Leben in Deutschland seit den späten 1970er Jahren: Die Griechin mit dem türkischen Namen Zeynep beschafft der schwangeren Türkin Fatma (Dinçer-Mama) heiß begehrte Maiskolben, und das im Januar; Amtsrichter Hoeke bringt en passant den jugendlichen Dinçer nach Istanbul sowie in den…

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Buchkritik: Das Wiedersehen. Römische Geschichten, von Jhumpa Lahiri (2023, engl. Roman Stories) – 4/10

Auf dem Umschlag steht ihr Name. Und als sie noch in den USA lebte und auf Englisch schrieb, habe ich Jhumpa Lahiri bewundert. Hier jedoch sind viele Kurzgeschichten plakativ, dumpf anklagend, scheinbar aus einer persönlichen Kränkung heraus, oder belanglos, schlecht: Ausländer in Rom erfahren subtile Erniedrigung oder, mehrfach, böse Gewaltattacken. Zugewanderte kommentieren die anstößige Freizügigkeit…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Sachbuchkritik: Ein Hof und elf Geschwister, von Ewald Frie (2023) – 7/10

Ewald Frie schreibt eher allgemein über Veränderungen in der münsterländischen Landwirtschaft seit 1945 (in der Buchmitte mit einer ermüdenden Rückblende bis ca. 1817), gestützt auf ausführliches Quellenstudium. Seine sozialhistorischen Erkenntnisse garniert Frie mit Erfahrungen der eigenen Familie samt Zitaten seiner zehn Geschwister, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten berichten. Aber die Frie-Geschwister treten kaum als Individuen hervor,…

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Romankritik: Hotel du Lac (1984), von Anita Brookner – 6/10

Beim Einstieg übertreibt Anita Brookner die Heimlichtuerei: unentwegt vermisst die alleinreisende Hauptfigur Edith Hope einen gewissen David; und die Autorin deutet eine Missetat der Hauptfigur an (“that other business”), die ihre Flucht von England ins Genfer Hotel du Lac auslöst – Näheres erfährt der Leser erst ab Seite 118 von 184 in einer harten, überraschenden…

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Napoleon

Rezension historisches Sachbuch: 1813, von Günter Müchler (2012) – 5/10

Günter Müchler beschreibt nicht nur das titelgebende Dresdner Treffen Napoleon-Metternich 1813. Er liefert ausführlicher noch Biografien der antagonistischen Staatslenker. Müchler erzählt dies jedoch nicht systematisch und für Neulinge, sondern setzt immenses Vorwissen heraus; es klingt wie gerafft Bekanntes, das ein Geschichtsnerd seinen gelehrten Zuhörern kurz ins Gedächtnis rufen möchte – wer Amiens, Preßburg, Tilsit, Austerlitz,…

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Thailand

Kritik Memoir: No Babylon, A Hongkong Scrapbook, von Peter Moss (2006) – 6/10

Schreiben kann Peter Moss, Anekdoten, wenn sie denn kommen, sitzen punktgenau, ich habe auf den ersten Seiten mehrfach laut gelacht. ”Naturellement,” i cautiously replied. Peter Moss liefert einige köstliche Anekdoten aus dem Filmgeschäft, er beschreibt außerdem: US-Soldaten, Antiquitätenhändler, Stadtplanung, Hongkong auf zwei Expos, Naturkatastrophen, seine  Wochenenddimizile auf dem Inselchen Ma Wan, unbotmäßige Hongkong-Regenten verflossener Jahrhunderte,…

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Romankritik: Rheinblick, von Brigitte Glaser (2019) – 5/10

Die Dialoge klingen hölzern, die Verwicklungen schwer nachvollziehbar, ebenso die Zufälle. Und sprachlich ist das schlechter als eine buchmarktüblich lieblose Übersetzung. Dabei hat Brigitte Glaser reizvolles Personal: eine Kneipenwirtin, einen Taxifahrer-Studenten, Willy Brandt im Krankenzimmer mit Logopädin und Horst Ehmke, in Nebenrollen Helmut Schmidt und Schäuble. Auf den letzten Seiten listet Brigitte Glaser ihre historischen…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Buchkritik: Was die Dörfer einst zusammenhielt, von Ulrike Siegel (2022) – 7/10

18 Dorfbewohner aus Deutschland, geboren etwa zwischen 1951 und 1964, erzählen in 19 Geschichten von ihren frühen Kindheitsjahren auf dem Dorf – oder von ihren Großeltern, dann geht es bis in die 1930er Jahre zurück. Oft geht es um Bauern, aber auch um die arme Schneiderin Omi Anni, den fahrenden Höker Alwiss und die bescheidene…

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Romankritik: Die Hochstapler, von Tom Rachman (2023, engl. The Imposters)– 6/10

Tom Rachman formuliert 1A. Er erfindet 1A Dialoge. Kleine Szenen und originelle, charakterstarke Persönlichkeiten. Doch am übergeordneten Plot scheitert Tom Rachman – ein unübersichtliches Figurenkabinett sucht vergeblich den Handlungsbogen, selbst wenn Figuren über mehrere Geschichten hinweg wiederkehren. In der Rahmenhandlung bringt eine alternde Schriftstellerin ein paar letzte Texte zu Papier; die werden wie Kurzgeschichten in…

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Romankritik: Maigret amüsiert sich, von George Simenon (1956, frz. Maigret s’amuse) – 7/10

Das ist unterhaltsam komponiert: Erschöpfung zwingt Kommissar Maigret zum Urlaub in der eigenen Stadt; und so verfolgt er nur aus der Zeitung einen Mordfall in Paris, einmal bringt eine Infotafel im Kinovorprogramm die Handlung voran. Erst gegen Ende ermittelt Maigret durch ein Telefonat mit verstellter Stimme kurzzeitig selbst. Maigrets Überlegungen werden durch Unterhaltungen mit Madame…

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Romankritik: Die Katze, von Colette (1933, frz. La Chatte) – 7/10

Der blonde Jüngling Alain, wen liebt er mehr? Seine junge, schöne Frau Camille? Oder seine schnurrige, schöne Kartäuserkatze Saha? Camille unterdrückt ihre Eifersucht kaum; Saha auch nicht. Es kommt zum Zickenkrieg. Auf Dreivierteln des Buchs passiert nicht viel, außer dampfig-schwüler Atmosphäre und Alains verliebtem Sinnen über Katze und Frau. Handlung und Spannung kommen erst im…

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Buchkritik: Unheile Heimat, von Annemieke Hendriks (2009) – 7/10

Fazit: Die Autorin liefert interessante Einblicke in entlegene Winkel Europas, in denen Kulturen und Sprachen aufeinandertreffen – in Dörfern und Regionen sowie in einzelnen Familien. Ihr Stil ist zu wohlmeinend didaktisch, zudem schreibt sie zeitweise zu Banales, produziert Stilblüten und Tippfehler. Die komplexen Familienverhältnisse und die verschlungenen Wege der Akteure zwischen Ländern, Regionen und Tätigkeiten…

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Buchkritik: Tomaten, von Annemieke Hendriks (2017) – 7/10

Annemieke Hendriks liefert viele interessante Einblicke in die industrielle Tomatenzucht Europas und räumt mit Nachhaltigkeitsmythen auf. Sie schreibt leicht lesbaren Reportagestil: unentwegt erzählen Forscher, Züchter und Glashaukonstrukteure Lehrreiches in direkter Rede. Viele Schwarz-Weiß-Bilder kommen hinzu, allerdings keine Statistiken und Infografiken – entsprechende Zahlenkolonnen fasst Hendriks in Worte. Amazon-Werbelinks: Tomaten-Buch | Annemieke Hendriks | Landwirtschaft Europa Annemieke Hendriks (*1956)…

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Romankritik: Rosina, von Walter Kappacher (1978, 2010) – 7/10

Walter Kappacher beschreibt eindrucksvoll die freudlose, kleinbürgerliche und neiderfüllte Atmosphäre in Kleinstadtbüros – im Reisebüro und in der Etage über einem Autohaus –, bis hin zum strapaziösen Rumpeln der Olivetti. Hauptfigur Rosina lässt sich herumschicken, ausnutzen und wagt kaum Widerspruch. Dieses muffige Milieu kann den Leser herunterziehen. Auch dass  Protagonistin Rosina sich dumpf ergeben vom…

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Kritik Kurzgeschichten: Der Zitronentisch, von Julian Barnes (2004, engl. The Lemon Table) – 7/10

Gesamteindruck: Die Kurzgeschichten handeln vom Älterwerden, bis zur Demenz, an ganz unterschiedlichen Orten in unterschiedlichen Jahrhunderten und Gesellschaftsschichten. Julian Barnes beobachtet sehr genau und schreibt oft kunstvoll sparsam – so wie eine seiner Figuren „simple, hard, true” sprechen möchte. Andererseits textet Julian Barnes je nach Kontext gern extravagant: cartilaginous… waxy grottoes ((das Ohr-Innere)) Außerdem Wiederkehrendes:…

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Kritik: Pygmalion, Theaterstück von George Bernhard Shaw (1913) – 7/10

Das Theaterstück hat witzige Dialoge, markante Charaktere und eine pfiffige Grundidee. Bernard Shaws Ideen von Klassismus und Antimaskulinismus klingen aber zu belehrend durch. Unrealistisch ist die Geschichte zudem – “exceedingly improbable” laut Shaws eigenem “Sequel”. Dieses Drama wirkt überdies mehr wie ein Roman in Dramenform, es scheint in der Originalfassung schwer aufführbar mit Straßenszenen im…

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Romankritik: Das Liebespaar des Jahrhunderts, von Julia Schoch (2023) – 7/10

Wenn Frauen zu sehr lieben, dann nennen sie ihre Selbstanamnese: Das Liebespaar des Jahrhunderts; heißen müsste die erste Buchhälfte: Die Liebesglucke des Jahrhunderts. Den späteren Zerfall der Beziehung beschreibt Julia Schoch dagegen stimmig. Und gegen Ende beleuchtet sie Ereignisse der ersten Buchhälfte in anderem Licht. Amazon-Werbelinks: Julia Schoch | Daniela Krien | Svende Merian Julia…

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Romankritik: Das glückliche Paar, von Naoise Dolan (2023, engl. The Happy Couple) – 5/10

Fazit: Die Erzählerin und ihre Figuren klopfen zunächst supercoole Sprüche mit scharfen Beobachtungen. Sie schlafen mit Männern und Frauen durcheinander und diskutieren Sex wie einen komplizierteren Zündkerzenwechsel. Dazu bringt Naoise Dolan interessante Details aus dem Leben von klassischen Musikern. Die zweite Buchhälfte entgleist als abgeschmackte, verunglückte RomKom und zieht den Gesamteindruck in die Tiefe. Amazon-Werbelinks:…

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Romankritik: Eine Handvoll Staub, von Evelyn Waugh (1934, engl. A Handful of Dust) – 6/10

In dieser erlesenen Satire begegnen sich die Akteure vordergründig höflich, doch zugleich etwas überdeutlich rücksichtslos und eigensüchtig, in vielen amüsanten Dialogen. Fast alle Figuren sind unsympathisch, bestenfalls bedauernswert, vielleicht mit Ausnahme der patenten Amerikanerin, die mit dem eigenen Flugzeug zu Verabredungen kommt und spontan bei Renovierungsarbeiten hilft. Amazon-Werbelinks: Eine Handvoll Staub | Evelyn Waugh allgemein…

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Romankritik: Die Witwe Couderc (1942), von Georges Simenon – 7/10

Wie immer beschreibt Georges Simenon Details so plastisch, als ob er selbst dort aufgewachsen sei. Hier aus Jeans Perspektive,  überraschend allein auf dem Hof: Was gab es an diesem Tag zu tun? Er drehte das Rad des Ziehbrunnens und fing an, die Salatpflanzen zu gießen. Auch Brutapparate und Schwefelspritzen, die rote Augen machen, lernen wir…

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Kritik Roman: Nationaldenkmal, von Julia Deck – 3/10

Fazit: Julia Deck zimmert eine sehr grobe, willkürliche Satire, jedoch nie lustig. Krasse Übertreibungen, wilde Schwenks in der Handlung nach Bedarf nehmen der Story jede Relevanz. Die Übersetzung unterwältigt. Das gesamte deutschsprachige Feuilleton applaudiert. Modern und altmodisch: Die Autorin springt in der ersten Buchhälfte alle paar Seiten zwischen völlig unterschiedlichen Milieus und Personen hin und…

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