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Romankritik. Rabbit, eine Rückkehr, von John Updike (2000, engl. Rabbit Remembered, Rabbit Teil 5) – 6 Sterne

Wer die ersten vier Bände der Rabbit-Reihe kennt, muss nicht lang warten: Gleich auf den ersten Seiten von Rabbit, eine Rückkehr präsentiert John Updike alle überlebenden Akteure – und handfeste Überraschungen dazu. Rabbit Teil 5 spielt 1999. Autor John Updike (1932 – 2009) liefert solides Storytelling-Handwerk, doch ganz ohne das Funkeln der früheren Bände: die…

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Romankritik. Rabbit in Ruhe, von John Updike (1990, engl. Rabbit at Rest, Rabbit Teil 4) – 5 Sterne

Fazit: Der Roman liefert spannungsreiche Dialoge und zeigt US-Mittelschichtrealität tiefenscharf in oft edler Prosa. Doch er ist überfrachtet mit Erinnerungen an alte Tragödien, mit Floridatourismus, Krankenhaussaga, Golfkleinklein, Geschichtsbuch-Nacherzählung, mit Todesahnungen und aufdringlichen Hinweisen auf Junkfood, Junkfernsehen, Junkwerbung, Junkradio, Junkamis, mit kleinsten körperlichen Details. Männer aus drei Generationen sind selbstsüchtig, dumm und böse, Frauen vernünftiger und…

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Kritik Kurzgeschichten. The Complete Henry Bech, von John Updike (2001) – 5 Sterne

John Updikes 20 Kurzgeschichten über den jüdischen, meist ledigen, aber selten unliierten Großdichter Henry Bech erschienen zuerst im Magazin New Yorker, dann in den drei Bänden Bech: A Book (1970) Bech is Back (1982, dt. Henry Bech, bei Rowohlt) und Bech at Bay (1998, dt. Bech in Bedrängnis) und zuletzt gemeinsam hier im Sammelband The…

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Kritik Biografie: Ludwig Thoma und die Frauen, von Martha Schad (1995) – 5 Sterne

Meine Meinung: Martha Schad schreibt unübersichtlich, mit irritierenden Zeitsprüngen, eingeschränktem Fokus, sprachlich altbacken. Doch sie hat viele spannende Quellen, aus denen sie manchmal zu ausführlich zitiert, interessante Abbildungen, und sie hat vor allem eine spannende Geschichte an der Hand – gleich zweimal flext Ludwig Thoma die vermeintliche Frau seines Lebens aus einer bestehenden Ehe heraus,…

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Kritik Nacherzählungen: Shakespeares Geschichten, Band I, von Walter E. Richartz (1978, Diogenes-Verlag) – 4 Sterne

Vergleich: Die Shakespeare-Nacherzählungen von Michael Köhlmeier (Piper-Verlag), Walter E. Richartz (Diogenes-Verlag) und Urs Widmer (Diogenes-Verlag Teil 2): Alle Autoren erzählen William Shakespeares Dramen vollmundig eigenwillig, aber gut lesbar. Jedes Drama bringen sie auf rund 15 bis 22 Seiten zu Ende. Kein Autor bringt Interpretierendes, Historisches, Englisches und zumeist keine Zitate aus dt. Übersetzungen. Michael Köhlmeier…

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Kritik Nacherzählungen: Shakespeares Geschichten, von Urs Widmer (1980, Diogenes-Verlag) – 5 Sterne

Vergleich: Die Shakespeare-Nacherzählungen von Michael Köhlmeier (Piper-Verlag), Walter E. Richartz (Diogenes-Verlag) und Urs Widmer (Diogenes-Verlag Teil 2): Alle Autoren erzählen Shakespeares Dramen vollmundig eigenwillig, aber gut lesbar. Jedes Drama bringen sie auf rund 15 bis 22 Seiten zu Ende. Kein Autor bringt Interpretierendes, Historisches, Englisches und zumeist keine Zitate aus dt. Übersetzungen. Michael Köhlmeier schreibt…

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Kritik Shakespeares Wortschätze, von Frank Günther (2014, dtv) – 4 Sterne

Handlich genau auf gegenüberliegenden Seiten und Zeilen erscheint William Shakespeare erst in aktualisiertem Englisch und nebenan im modernen Deutsch des Shakespeare-Übersetzers Frank Günther. Es gibt Kapitel wie „Was ist Liebe“, „Tod und Trauer“, „Spruchbeuteleien“, „Krieg, Ruhm und Ehre“ oder „Oft gehört, gern zitiert“. Das „Schweinkram“-Kapitel bleibt kurz. Amazon-Werbelinks: Köhlmeiers Shakespeare | Richartz‘ Shakespeare | Widmers…

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Kritik Japan-Buch: Grammatik des Lächelns, von John David Morley (1985, engl. Pictures from the Water Trade) – 6 Sterne

John David Morley beschreibt das Japan der 1970er mit großen staunenden Augen, wie ein Tourist, zu genau, zu nacheinander, zu angelesen, und nicht schriftstellerisch abgeklärt, nicht souverän gefiltert. Er erzählt ein paar Begegnungen fast zu detailliert; dazu kommen lange verallgemeinernde Seiten voll kursivierter japanischer Ausdrücke. Dafür gab’s allerhöchstes Lob. Ganz genau: Das beginnt schon mit…

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Thailand

Buchkritik: Nach dem Monsun, von John David Morley (2001) – 6 Sterne

Das Buch enthält vier etwa gleich lange Teile über: Singapur mit englischer Familie und malaiischen Angestellten; England mit erweiterter englischer Familie; Ghana mit englischer Familie und afrikanischen Angestellten; sowie England im Internat. Morley schreibt über Jahre ab etwa 1952, er ist vier bis etwa zehn Jahre alt. Er schreibt aus Kinderperspektive, wir lernen vor allem…

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Romankritik: Auf der anderen Seite des Flusses, von Pedro Mairal (2016) – 4 Sterne

Der Roman weckt mein Interesse für Geschichten aus Argentinien und Uruguay, aber nicht für weitere Bücher von Pedro Mairal. Zur Hauptfigur: Ich-Erzähler Lucas ist ein selbstmitleidiger Unsympath, er hat lt. Selbstzeugnis zu viel „giftiges Testeron“ im System (S. 13), er redet gern vulgär, und seine Frau liefert Triebabfuhr nicht in gewünschter Menge. Doch Lucas, 44, …

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Kritik Kinderbuch: Gans im Gegenteil, von Wolf Haas, Teresa Präauer (2010) – 6 Sterne

Das Gedicht hat man in etwa 13 Minuten gelesen. Ein Teil der Zeit wird dabei zum Umblättern benötigt, denn manchmal erscheint nur eine Zeile pro Doppelseite. Wolf Haas liefert ein paar drollige Reime und kuriose Ideen (ein Fuchs mit Frisurproblem). Das Gedicht hat jedoch wegen uneinheitlichen Stils keinen Fluss, und gelegentlich regiert Reim-dich-oder-ich-fress-dich oder es…

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Thailand

Kritik Indonesien-Buch: Hallo Mr. Puttyman bzw. Auf den Spuren von Mr. Spock, von Nigel Barley (1989, engl. Not a Hazardous Sport bzw. Toraja) – 6 Sterne

Nigel Barley beginnt sein Indonesien-Buch weitschweifig mit Reisegedöhns: The equipment laid out on the bed… How many shirts? How many pairs of socks? …a cheap ticket… the broken lavatories of the airport… Heute hier, morgen dort: Ja, wir hören auch länger vom Flughafen Moskau, und Barleys ursprüngliches Flugticket aus einer dubiosen Quelle platzte. Das ist…

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Kritik Afrikabuch: Die Raupenplage, von Nigel Barley (1983, engl. Plague of Caterpillars) – 7 Sterne

Routiniert spult das Afrikabuch Anekdoten, Pointen und Allgemeinplätze herunter: Ein schriller Weißer ermordet seine Katze und kocht sie. Auch Erlebnisse mit halbzahmen Affen oder Vögeln walzt Nigel Barley (*1947) breit fürs Publikum aus; sie scheinen teils fürs Buch inszeniert oder dramatisiert, auch der kackende Ziegenbock in der Lehmhütte, haha. Nigel Barly bei Amazon (Werbe-Link) Warum…

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Buchkritik: Frau im Dunkeln, von Elena Ferrante (2006) – 6 Sterne – mit Video

Das Buch spielt gutteils in einem süditalienischen Küstenort im Sommer, oft im Strandbad, es gibt eine neapolitanische Großfamilie – doch Italienità gibt es nicht. Eher zeigt der schmächtige Roman das wehleidige Kreiseln einer 47jährigen um sich selbst: sie mit ihren Kindern heute und einst, sie damals mit ihrer Mutter, sie mit Strandnachbarn (v.a. Mütter und…

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Besprechung: Schadenfreude, A Love Story, von Rebecca Schuman (2017) – 4 Sterne

Dies ist der Lebensweg einer US-Germanistin, kein Buch über Amis und Deutsche in Deutschland. Die US-Amerikanerin Rebecca Schuman hat eine (S. 212*) all-consuming love for the German canon… A reverence that hovered somewhere between religious and sexual ecstasy Zuerst verfällt sie Kafka („the German language’s most famous writer“), später auch Thomas Mann, Wittgenstein und anderen…

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Buchbesprechung: Aus dem Leben eines Lohnschreibers, von Joseph von Westphalen (2008) – 6 Sterne

„Lohnschreiber“ sind manchmal auch „Zeilenschinder“: Joseph von Westphalen (*1945) quasselt und quasselt hier, von Hölzchen auf Stöckchen, schmückt aus, schiebt ein, imaginiert, reminisziert, selbstgefällig, geschwätzig, ja logorrhoisch kommt und kommt er nicht zum Ende. Hat man eine Geschichte endlich durch, stehen ganz am Buchende noch mal  separate Anmerkungen dazu – mehrfach mit dem Hinweis, dass…

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Kritik Sachbuch: Menschwerdung eines Affen, von Heike Behrend (2020) – 6 Sterne

Heike Behrend mischt immer wieder drei unterschiedliche Dinge: Allgemeine Theorie und Praxis der Ethnologenzunft, mit wissenschaftlichen Belegen und Fremdwörtern (z.B. ausführlich „das Motiv des Seelenklaus oder des Verlusts des Schattens“ oder „der akademische Affe als liminale Figur“) Ihre Forschungsergebnisse bei ethnologischen Aufenthalten in Kenia und Uganda – zunächst allgemein Soziales, dann Kannibalismus und Katholizismus, zuletzt…

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Kritik Sachbuch: Der fremde Deutsche, von Umeswaran Arunagirinathan (2017) – 5 Sterne

Der Autor, mit 12 aus Sri Lanka geflüchtet, heute dunkelhäutiger Herzchirurg in Deutschland, hat mit ausländerfeindlichen Patienten zu tun, die er darum besonders aufmerksam betreut, und scheitert an vielen Disko-Türen. Tolle Unterstützung bekommt er andererseits auch. Dieses Buch über einen südasiatischen Flüchtling in Deutschland beginnt in…  London, und dort lernen wir schlagartig zu viele Familienmitglieder…

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Buchkritik: Ein Mann der Kunst, von Kristof Magnusson (2020) – 4 Sterne

Kristof Magnusson liefert hier wieder reizvolle Einblicke in selten literarisierte Bereiche – nicht nur in den Kunstbetrieb, sondern auch in öffentliche Gremien und in Baustellen aus Architektensicht. Der Autor spießt deutsche Sprachmoden hübsch auf: ein E-Zigaretten-Start-up heißt Dampferando, ein Kunstmagazin Visualitäten, die Jungwinzer sind die Weinpiraten. Kristof Magnusson bei Amazon (Werbe-Link) Magnusson liest sich federleicht,…

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Buchkritik: Amore al dente / Only in Naples / The Mother-in-Law Cure, von Katherine Wilson (2016) – 6 Sterne

Ich habe mehrmals laut gelacht, vor allem im ersten Viertel, das gibt’s nicht oft. Die US-Autorin haut ihre neapolitanische Gastfamilie nur ein bisschen in die Pfanne, eher sich selbst, ihre US-Sitten und Italien im allgemeinen. Trotzdem war mir unbehaglich: Wilson erzählt mit zu viel Dampf. Wie eine Bühnenkomikerin scheint sie eine Anekdoten-Mindestzahl pro Seite rauszuhauen,…

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Buchkritik: When in French. Love in a Second Language, von Lauren Collins (2016) – 4 Sterne

Fazit: Lauren Collins ist zu ergriffen von allem: die lieben lebenslustigen französischen Schwiegereltern, das savoir vivre, die Linguistik, mehr Linguistik, Mutterglück auf Französisch, und noch mehr Linguistik – die Dinge strömen aufs Papier, die Autorin verliert sich. Die US-Amerikanerin Lauren Collins (*1980) trifft in London den französischen Mathematiker Olivier; sie heiraten und ziehen ins frankophone…

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Kritik Biografie. Heinrich Heine, von Jan-Christoph Hausschild u. Michael Werner (1997) – 6 Sterne

Die Sprache ist nicht direkt professoral oder zu verschachtelt, aber doch im ersten Teil glanzlos und nicht achtsam leserfreundlich. Immerhin gibt es Sätze mit über 60 Wörtern (z.B. S. 59*, „Das hinderte ihn aber nicht…“). Der zweite Teil (Paris) ist keine Chronologie, sondern eher eine Aufsatzsammlung. Auf Amazon: Heinrich Heine | Heinrich Heine Biografie |…

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Simenon

Romankritik: Im Falle eines Unfalls, von Georges Simenon (1958, auch Mit den Waffen einer Frau) – 5 Sterne – mit Video

Ein steinreicher alter weißer Cismann erzählt diesen Nicht-Maigret-Roman. Seine Frau ist noch älter, darum hält er nebenbei eine Privatnutte, die einst als Mandantin in seinem Büro ungefragt den Rock lupfte, und kein Höschen darunter. Das ist sehr Simenon, sogar Altherren-Simenon, aber er kann es eigentlich besser: wenn er über bittere Rentner, verschlurfte Kleinstadtärzte oder Kleingastronomen…

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Kritik Roman. W. Somerset Maugham: Südsee-Romanze (1932, engl. The Narrow Corner) – 5 Sterne

Mit wenigen Sätzen kreiert W. Somerset Maugham (1874 – 1965) sogleich ein Szenario, in dem der Leser behaglich Platz nimmt – atmosphärischer Schauplatz, interessante und mild sinistre Protagonisten. Da bleibt man gern dabei und freut sich auf den freien Samstagnachmittag. Somerset Maugham auf Amazon: allgemein | Kurzgeschichten | Romane | englisch Show, don’t tell: Zu…

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Über den Reisebericht von W. Somerset Maugham, Das Lied des Flusses (1922, engl. On a Chinese Screen)

Somerset Maugham auf Amazon (Werbelinks): allgemein | Kurzgeschichten | Romane | englisch Auf Amazon (Werbelinks): Bücher zu Hongkong | Südostasien | China Der schmale Band enthält 58 kurze, unverbundene Eindrücke von der China-Reise, die Maugham 1919 unternahm. Jedes Stück ist nur ein bis drei Seiten lang. W. Somerset Maugham (1874 – 1965) portraitiert wenig Chinesen,…

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Kritik Doppelbiografie. Hazel Rosenstrauch: Wahlverwandt und ebenbürtig, Caroline und Wilhelm von Humboldt (2009) – 5 Sterne

Rosenstrauch erzählt teils sehr subjektiv, sie springt v.a. in den ersten Kapiteln zwischen Zeiten und Personen, es wirkt vielleicht „persönlich“, aber gewiss unübersichtlich: So bringt sie auf S. 26* einen 70-Wörter-Satz mit rund zwölf gutteils nicht eingeführten und auf unterschiedliche Art verflochtenen Personen („Karoline von Wolzogen, die Schwester von Charlotte Schiller, die zur Ehe des…

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Kritik Doppelbiografie. Manfred Geier: Die Brüder Humboldt (2009) – 5 Sterne

Wilhelm von Humboldt frönte „einer Hure“ (S. 113) und schrieb in Schillers „Horen“ (S. 183). Sein Bruder Alexander schrieb auch in den „Horen“, schwärmte aber für zarte Männer, bereiste ferne Länder, folterte sich im Namen der Wissenschaft. Die Humboldt-Brothers verkehrten mit Goethe, Schiller, Georg Forster, Campe, Fichte, Friedrich von Gentz et. al., man traf gekrönte…

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Kritik Sachbuch: König Ludwig I., von Golo Mann (1986) – 6 Sterne

Golo Mann (1909 – 1994), zuvor Berater von Willy Brandt und Franz Josef Strauß, bespricht Ludwig I. in diesem schmalen Bändchen sehr mild. Sein Wesen sei „überwiegend, wenn auch nicht ausschließlich, gut“ (S. 41), aber „wir wollen keinen Engel aus ihm machen“ (S. 80). Ludwigs Schwulstgedichte seien „weder gut noch schlecht“. Interessant ist der Vortrag…

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Kritik Sachbuch: König und Dame. Ludwig I. und seine 30 Mätressen, von Rudolf Reiser (1999) – 5 Sterne

Rudolf Reiser klingt über lange Strecken vorpubertär sensations geil lüstern und Bänkelsänger-komödiantisch, er psalmodiert von „fleischlichen Gelüsten in der Fastenzeit“ (Überschrift S. 37), nennt Ludwigattin Therese das „unangenehme Scheu- und Schicksal seines Lebens“ (S. 18), Ludwig deroselbig sei ein „mieser und fieser Charakter“ (S. 8). Seine derben Schenkelklopfer betont Reiser immer wieder per Ausrufezeichen. Gierig…

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Kritik Sachbuch: König Ludwig I. in Rom, von Rudolf Reiser (2005) – 5 Sterne

Ludwigs mediterrane Kunst- und Damenjagd schildert Rudolf Reiser (*1941) als verruchten Schenkelklopfer: Wir hören von Ludwigs „erlebnis- und sündenreicher Zeit“ im „Sündenpfuhl“ (jew. S. 18) und erschauern schon auf S. 10: Ludwig dringt in Bildhauer- und Malerateliers ein, in päpstliche Gemächer, alte Paläste und schöne Frauenzimmer. Und über Ludwigs Begleiter Graf Seinsheim (ebf. S. 10):…

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Romankritik. Urs Widmer: Liebesbrief für Mary (1993) – 6 Sterne

Das Romänchen hat drei unterschiedliche Aspekte: Handlung: Im Kern erzählt Urs Widmer (1938 – 2014) ein Liebesdreieck – zwei Schweizer Männer, einer von ihnen der Ich-Erzähler und der andere der Verfasser des langen Liebesbriefs, sind hinterereinander in Zürich mit der Irin Mary zusammen; die haut nach Australien ab und beginnt im Outback ein neues Leben…

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