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Kritik Geschichtensammlung: Heute schon was vor? Geschichten über die Liebe, u.a. von Vanderbeke, Simmel, von Westfalen, Murakami – 4,5/10

Die Mehrzahl der Geschichten wurde auf Deutsch geschrieben, dazwischen sind auch Übersetzungen aus dem amerikanischen Englisch und aus dem Japanischen. Das wirkt heterogen, und die Qualität schwankt enorm; speziell die letzten beiden Geschichten – von berühmten Autoren – wirken wie Ausschuss. Im Durchschnitt erhalten die sieben Texte 4,57 von zehn Sternlein. Amazon-Werbe-Links: Kurzgeschichten, Liebe, Deutschland…

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Kritik Kurzgeschichten: Ulla Meinecke, Ungerecht wie die Liebe (2010) – 5,5/10

Wiederkehrendes: Scheinbar moderne und zumindest semi-achtsame Menschen verhalten sich hier teils härter als gedacht – vor allem hintergehen sie ihre Partner, teils auch noch reuelos, mehrfach in Fernbeziehungen, wenn die Frau die vom Mann herbeigesehnte Wiederbegegnung kühl platzen lässt. Doch Männer stehen nicht besser da. Ulla Meinecke berichtet lakonisch bis lässig amüsiert, gefällig lesbar, aber…

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Thailand

Kritik Geschichtsbuch: Chris Baker, Pasuk Phongpaichit: A History of Thailand (4. Aufl 2022)

Die Autoren berichten von einem zutiefst undemokratischen, korrupten und brutalen Land – eine Bananenrepublik. Sie schreiben dicht und Blabla-frei, zugleich noch gut lesbar, jedoch ohne packende Narrative oder human interest. Chris Baker und seine Frau Pasuk Phongpaichit texten nicht streng chronologisch, sondern liefern thematische Kapitel innerhalb begrenzter Zeiträume etwa über Ideologien, Wirtschaft oder ethnische Fragen….

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Thailand

Kritik historisches Reisebuch: Temples and Elephants. Travels in Siam 1881 – 1882, von Carl Bock – 6/10

Fazit: Carl Bock (1849 – 1932) bringt interessante Begegnungen und Erlebnisse vor allem in Bangkok, Nordthailand, Laos. Die völkerkundlichen Passagen sind jedoch weitaus zu ausführlich;  Holzschnitte in SW erleichtern vereinzelt das Verständnis. Immerhin, Carl Bock textet jederzeit leicht lesbar und verständlich, er klingt auch nie muffig. Beschreibend: Der Naturwissenschaftler und spätere Diplomat Carl Bock beobachtet…

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Kritik Erzählung: The Siege of London, von Henry James (1883) – 5/10

Eine vulgäre Amitussi – mehrfach geschieden, schlampiges Englisch („it ain’t“), und sträflich nicht aus New York, sondern aus dem wilden US-Westen – möchte Teil der feinen englischen Gesellschaft werden. Und das, obwohl die Dame primitiv Nancy Beck heißt – oder hieß, je nach unübersichtlichem Beziehungsstatus. Die Aufstrebende wird von mehreren distinguierten Herren beobachtet, Engländern und…

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Kritik Erzählung: Lady Barbarina, von Henry James (1884, 1908) – 6/10

Fazit: Der kurze Text liefert lange, teils witzige, hintersinnige Dialoge. Er reitet auch ermüdend herum auf Unterschieden zwischen Amerikanern und Engländern, geldigen Tatmenschen und standesbewusst ungeldigen Blaublütigen; er beginnt mit einem verwirrenden Personenreigen und lebt von einer kaum nachvollziehbaren Entscheidung der Protagonistin – Henry James schiebt seine Akteure umher wie transatlantische Schachfiguren, die seine Ideen…

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Biografie-Kritik: Herrndorf, von Tobias Rüther (2023) – 7 Sterne

Fazit: Das Beste an dieser Biografie ist der Protagonist, dessen Leben und Kunst gleichermaßen faszinieren. Biograf Tobias Rüther erzählt leicht lesbar, mild feuilletonistisch, mit ein paar sprachlichen Tics. Er interessiert sich vor allem für Wolfgang Herrndorfs Bild- und Textschaffen und für sein Sozial-Digitalleben mit Höflichen Paparazzi und Zentraler Intelligenz Agentur in Berlin; weit weniger für…

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Biografie-Kritik: Pablo Picasso, The Minotaur Years 1933 – 1944, von John Richardson (2021) – 7/10

Richardson schreibt salopp und entschlackt, ohne ein überflüssiges Wort. Wie in den Vorgängerbänden positioniert sich John Richardson dezidiert meinungsfreudig, speziell bei sexuellen Konnotationen in Picasso-Werken: irresistibly phallic… a kinky cluster of boxed vaginas, beehive breasts, and turdlike fingers… unquestionably his most celebrated engraving… bloodied glove suggesting genitalia… her phallic nose of a face… scrotum-like heads…

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Thailand

Biografie-Kritik: Masked, The Life of Anna Leonowens, Schoolmistress at the Court of Siam, von Alfred Habegger (2014) – 8/10

Das Buch liest sich sehr leicht; aber es liest sich nicht wie ein Roman, denn Habegger bemüht sich nicht um Dramatisierung, dräuende Ankündigung oder verheißungsvolle Kapitelübergänge. Trotzdem erzählt Habegger entspannt, unprofessoral – wie unter Freunden bei einem Cognac am Kamin. Die Gliederung ist gut, viele kurze Unterkapitel erleichtern die Lektüre. Gleichzeitig wirkt alles seriös und…

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Thailand

Biografie-Kritik: Louis ((Leonowens)) and the King of Siam, von W.S. Bristowe (1976) – 6/10

Fazit: W.S. Bristowe schreibt sehr lesbar, fast jovial ironisch, und er berichtet teils von Louis Leonowens, teils von anderem Bemerkenswerten, das ihm bei der Recherche unterkam – Geschehnisse am Königshof, Intrigen bei Provinzfürsten, der weltweite Teakhandel, Teakernte in Nordthailand, Handelspolitik, Innenpolitik, Regionalkriege, Exzentriker und Schönheiten im weiteren Umfeld von Louis Leonowens. Amazon-Werbelinks*: Bristowe/Louis Leonowens, Anna…

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Thailand

Romankritik: Four Reigns, von Kukrit Pramoj (1953, สี่แผ่นดิน, Si Phaendin) – 7/10

Fazit: Der dicke Roman hat einige Schwächen: die Hauptfigur ist zu monoton engelgleich, und einiges klingt zu didaktisch Thailand-kundlich. Die erste Buchhälfte ist zu unkritisch privat. Dennoch schrieb Kukrit Pramoj einen bewegenden Familienroman mit vielen Einblicken in Kultur, Gesellschaft, Geschichte und Sprache der oberen Mittelschicht in Thailand; mit markanten Charakteren, plausiblen Überraschungen – und tragischen Tiefschlägen,…

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Thailand

Roman-Kritik: Many Lives, von Kukrit Pramoj (หลายชีวิต, Lai Chiwit, 1954) – 6/10

Fazit: Das ist kein Roman, es sind nicht mal Kurzgeschichten: Kukrit Pramoj liefert bestenfalls elf konventionell, aber flüssig getextete, unverbundene Lebensabrisse von Dorf- und Kleinstadtbewohnern. Pramoj verzichtet weitgehend auf markante Details, Dialog, Konflikt, Spannung, Schlusspointen, Zeitsprünge, Andeutungen, Humor, Historisches oder Soziales oberhalb der Dorf-Ebene. Pramoj schreibt zu didaktisch, seine Figuren haben zu wenig Fleisch und…

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Roman-Kritik: Roman d’Amour, von Sylvie Schenk – 6/10

Die Frage im Roman ist nicht, wie viel vom Leben der fiktiven Autorin Charlotte im Leben ihrer Figur Klara steckt, sondern wie viel die unangenehm fragende Journalistin herausfindet. Womit noch nichts über das Liebesleben der wahren Autorin Sylvie Schenk gesagt ist. Oder doch? (Ich sag‘ nur – ) Obwohl alles Wichtige schon frühzeitig bekannt wird,…

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Kritik Psycho-Sachbuch: Vielleicht solltest du mal mit jemandem darüber reden, von Lori Gottlieb (2019) – 7/10

Psychologin Lori Gottlieb mixt eigenes Liebesunglück und den resultierenden Psychologenbesuch mit den Psychologiepatienten, die zu ihr kommen – zur Psychologin, die selber zum Psychologen geht. Dazu erzählt sie von ihren verschiedenen Ausbildungen und Berufen und streut ein bisschen Theorie ein. Amazon-Werbelinks: Lorie Gottlieb | Liebe | Psychologie Fazit: Lorie Gottlieb schreibt unterhaltsam, mit viel Dialog,…

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Kritik Kurzgeschichten: Descent of Man, etc., von Edith Wharton – 7/10

Wiederkehrendes: Ehe oder junge Ehe Geschieden Mehrfach aus Perspektive des Mannes Schriftsteller-Leben Assoziation: Oscar Wilde weniger als Dorothy Parker, die allerdings teils deutlich satirischer formuliert Amazon-Werbelinks: Edith Wharton | Dorothy Parker | Henry James Die Geschichten einzeln: A Journey ᛫ 5,5/10 Der Ehemann stirbt im Schlafwagen, die Gattin fährt mit ihm noch länger weiter. Sie…

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Kritik Kurzgeschichten: Die Liebe unter Aliens, von Terézia Mora (2016) – 5/10

Terézia Mora schreibt einfühlsam und knapp, ohne Geschwafel, auch nicht aufgesetzt minimalistisch. Mora (*1971) verzichtet trotz Prenzlauer-Berg-Domizil meist auf hippe Berliner Kulissen und Figuren deutscher Literaturmechatroniker. Sie vermeidet gnädig LGBTQ*uark plus Gendergedöns und setzt unangestrengt ihren eigenen Ton. (Der japanische Professor am Ende lebt in Berlin, aber das spielt keine Rolle. Auch die Single-Fotografin und…

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Romankritik: Die Zeit mit Anaïs, von Georges Simenon (1951) – 3/10

Zu Beginn des Romans ist der brutale Mord bereits geschehen, der Mörder bekannt, geständig und in Polizeigewahrsam. Trotzdem erklingt noch mehrfach der grauenhafte Tathergang  – ein bissl Gewaltporno, er ist gesund und macht uns hart. Amazon-Werbelink: Bücher Georges Simenon Der Täter als Opfer: Georges Simenon (1903 – 1989) schreibt aus Täterperspektive, und wie der Ärmste…

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Buchkritik: Bismarck. Eine Biographie, von Christian Graf von Krockow (1997) – 7/10

Fazit: Christian Graf von Krockow schreibt durchgehend flüssig und lesbar, fast charmant. Die vielen oft ganzseitigen, gut reproduzierten SW-Abbildungen  – Fotos, Gemälde, Karikaturen, Handschriften – samt extra-langen, erzählenden Bildunterschriften in meiner dtv-Ausgabe von 2000 machen das Buch noch angenehmer. Allerdings: Es gibt keine Stammbäume und, noch unvorteilhafter, keine Landkarten. Darum werden Bismarcks politische Umwälzungen weit…

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Kritik Biografie: Bismarck, Magier der Macht, von Jonathan Steinberg (2011) – 7/10

O-Töne: Das Besondere: Jonathan Steinberg bringt erklärtermaßen (S. 20) sehr lange Zitate von Bismarck und Weggefährten, um so die Figuren und ihre Zeit lebendiger zu machen – so dass sich laut Steinberg (S. 20) die übliche Gewichtsverteilung zwischen Kommentar ((Biografentext)) und Beleg ((Zitat)) zugunsten des Letzteren verlagert Fast eine ganze Seite zitiert Jonathan Steinberg auch…

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Roman-Kritik: Emma, von Jane Austen (1815) – 7/10

Gleich zu Beginn gleiten allerlei junge Damen und Herren mit Beziehungsstatus Single über Jane Austens glänzend geöltes Roman-Parkett. Die werden das Buch nicht alleinstehend verlassen, glaubt man. Und wer sich auf dem Dating-Basar zu freudig beschnuppert, der vermählt sich vielleicht letztlich anderweitig. Wieviele Happy Ever Afters wird Jane Austen kredenzen? Amazon-Werbelinks: Jane Austen Emma |…

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Kritik 2 Kurzgeschichten aus: A Pair of Jeans and Other Stories, von Qaisra Sharaz (2013) – 4/10

The Zemindar’s Wife – 4/10 Ein Dorf in Pakistan. Die schöne, stolze Frau des Großgrundbesitzers lehnt sich zunehmend gegen die Geschäftspläne ihres Mannes auf. Die Kurzgeschichte hat erhebliche Schwächen. So befremdet die Wandlung gleich beider Hauptfiguren gegen Ende. Ebenso wenig überzeugt, wie der Großgrundbesitzer es zweimal zulässt, dass seine Frau ihm wichtige Papiere entwenden kann….

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Kritik Südstaaten-Kurzgeschichten von Kate Chopin – 7/10 – mit Links

Kate Chopins Kurzgeschichten entstanden in den 1890er Jahren und spielen in den US-Südstaaten (Einzelbesprechung unten). Fast immer stehen Frauen im Mittelpunkt, oft mittelalt, mehrfach (bald) alleinstehend. Amazon-Werbelinks: Kate Chopin | Südstaaten | Vom Winde verweht Wiederkehrende Eigenschaften: Die meisten Geschichten von Kate Chopin spielen im ländlichen Louisiana kurz vor oder nach dem Bürgerkrieg – oft…

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Kritik Südstaaten-Roman: The Awakening, von Kate Chopin (1899) – 7/10

Mir ist egal, ob der Roman feministisch ist oder nicht. Er muss gut und er muss sehr realistisch sein. In der ersten Roman-Hälfte passt beides. In der zweiten Hälfte driften die Hauptfigur und mit ihr das Buch ab. Die erste Romanhälfte spielt in einer Urlaubsanlage auf Grand Isle im Golf von Mexiko, die zweite in…

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Kritik Kurzgeschichten von Mark Twain – 6/10

Seine launigen Kurzgeschichten verkauft Mark Twain wie Selbsterlebtes. Kurze Späße, nicht tiefgehend, aber nicht ohne innere Wahrheit. Die Texte finden Sie online. Amazon-Werbelinks: Mark Twain | Südstaaten | Huckleberry Finn The £1,000,000 Bank-Note ᛫ 5,5/10 Bettelarmer Ami in London gelangt durch irren Zufall an eine echte 1,000,000-Pfund-Banknote und an eine Ehefrau. Ein paar Mal habe…

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Kritik Theaterstück: Bunbury – Ernst sein ist alles, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das ist witzig und allzu routiniert geschnitzt: Oscar Wildes Figuren parlieren in einer Tour widersprüchlich, respektlos oder gegen die Norm. Sie gewinnen wenig Kontur, weil ihr Dialog immer die Lustspielmaschine befeuern muss. Speziell die zwei jungen Damen reden zu absurd und gekünstelt dümmlich, und beide wollen nur einen Mann namens Ernst heiraten, alles klar. (Engl….

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Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10

Der Cast schnurrt gut aufgezogen übers aalglatt ölige Parkett. Oscar Wilde kredenzt v.a. in den ersten beiden Akten ein köstliches Aperçu nach dem anderen. Plot und Dialog basieren nicht immer auf Realismus und Psychologie, wirken teils mechanisch nach den Regeln der Theaterfarce konstruiert. (Engl. Titel Lady Windermere’s Fan.) Amazon-Werbelinks: Oscar Wilde allgemein | Ernst sein…

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Kritik Theaterstück: Ein idealer Gatte, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das Theaterstück handelt von Moral, Politik und Erpressung mit Rufmord. Im dritten von vier Akten wird daraus plötzlich eine schnelle Verwechslungskomödie, und nebenbei kommt wenig glaubwürdig Liebe ins Spiel. Einige Figuren wirken besonders unrealistisch, so die hysterisch schwankende Lady Chiltern und die boshaft feixende Mrs Chevely. Manche Monologe in diesem Stück ziehen sich über eine…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994)

Fazit: Seine Kurzgeschichten aus Indien, England, Fantasialand und dem Mittelalter schreibt Salman Rushdie mit stark wechselndem, aber stets sicherem und beeindruckendem Tonfall. Er macht Kulissen und Personal mit wenigen Sätzen lebendig. Öfter stellt Rushdie seine Fabulierkunst und Belesenheit zu deutlich heraus – in exotischen Wörtern wie „palindromically“ und in markanten Stil- und Literaturparodien. Das wirkt…

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Romankritik: Die Entdeckung der Currywurst, von Uwe Timm (1993) – 7/10 – mit Video

Uwe Timm liefert im ersten, längeren Buchteil eine spannende Binnenhandlung bei Kriegsende mit (flüchtiger) Liebe, reizvollem Konflikt, ohne Grausamkeit, und er kredenzt interessante historische Details wie den Eichelkaffee, der sonderbarerweise, wenn man auf Lunge rauchte, stärker nach Kaffee schmeckte plus sozio-linguistisches Zeitkolorit wie „Pißpott“. Timm schreibt nüchtern, momentweise derb ohne falsche Töne, wenn auch dialogarm….

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Romankritik: Johannisnacht, von Uwe Timm (1996) – 7/10

Uwe Timm lötet im Roman Johannisnacht eine Reihe von Kurzgeschichten – oder Kurzbegegnungen – zusammen. Er verbindet diese Berliner Episoden unauffällig durch die Leitmotive Kartoffelrecherche und verlorenes Archivkästchen; drum hält man Johannisnacht fast für einen Roman. In den meisten Szenen lässt sich der Ich-Erzähler mild betrügen und/oder mit Alkohol befüllen. Uwe Timm präsentiert originelle Käuze…

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Kritik Kurzgeschichten: Nicht morgen, nicht gestern, von Uwe Timm (1999) – 6,5/10

Fazit: Uwe Timm (*1940) schreibt sechs Kurzgeschichten über oft interessante, mild ungewöhnliche Figuren. Er verzichtet meist auf Fantastisches, zu Unrealistisches oder wilde Zufälle. Seine Berichte scheinen aus dem Alltag deutscher Großstädte zu stammen. Ebenso meidet Timm formale Experimente: Er formuliert klar, zweckdienlich, nie unangenehm, weder blass noch aufdringlich eloquent. Gelegentlich will er scheinbar mild schockieren,…

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