April 2023

Kritik Kurzgeschichten: Die Liebe einer Frau, von Alice Munro (1998, engl. The Love of a Good Woman) –7/10

Alice Munro (*1931, Nobelpreis 2013) schreibt sehr realistische, plastische Erzählstimmen und Dialoge. Ihre Kurzgeschichten wirken undramatisch unaffektiert und dadurch realistischer. Im Mittelpunkt stehen junge Frauen. Munro klingt minimalistisch präzis, ohne männliche Herbheit à la Raymond Carver oder teils Richard Yates. Jedes Wort sitzt. Munros jüngere Frauen sind teils künstlerisch interessiert, im kanadischen Hinterland der 1950er […]

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Lese-Eindruck: Der Traum meiner Mutter, von Alice Munro (1998)

Die vier Geschichten im deutschen Band Der Traum meiner Mutter bilden die zweite Hälfte des engl. Originalbandes The Love of a Good Woman (1998). Die erste Hälfte des englischen Originals – ebenfalls vier Geschichten – kamen auf Deutsch unter dem Titel Die Liebe einer Frau heraus. Fünf der acht Geschichten aus dem englischen Original The

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Lese-Eindruck: Das Landleben – Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform, von Werner Bätzing (2020)

Wer sich für Dorf und Landwirtschaft in Deutschland interessiert, bekommt hier Fakten plus Geschichte noch und nöcher. Warum ich das Buch trotzdem nicht ganz las: Werner Bätzing schreibt für mich zu dröge, zu wissenschaftlich: passivisch, substantivisch, umständlich im Haupttext nur die verallgemeinernde Erkenntnis, konkrete Beispiele höchstens als Endnote Wird werden kann: Zwar textet Bätzing nicht

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Lese-Eindruck: Colette. Roman ihres Lebens, von Judith Thurman (2001)

Der Dreiviertelkilo-961-Seiten-Ziegel fesselte mich nicht. Judith Thurman berichtet viel Klein-klein, das höchstens klatschsüchtige Colette-Kusinen interessiert, mit einem schwindelmachenden Figurenkarussell. Dazu kommen wunderliche Statements der Biografin (also kein Colette-Zitat) wie: Es ist ein grausamer Trick des Schicksals, dass der Zustand der erotischen Not – die letzten paar Jahre, bevor eine Frau in die Menopause kommt –

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Roman-Kritik: Mitsou, von Colette (1919) – 8/10

Das Romänchen ist sehr heterogen formuliert und konstruiert: teils Briefroman, teils Drehbuch, teils üblicher Roman; im Ton mal frech-frivol, mal schmachtend gefühlig, dabei stimmig Auf den lustigen Einstiegsseiten habe ich mehrfach laut gelacht. Hauptfigur Mitsou und ihr Sidekick Petite Chose reden und schreiben ziemlich geschriftstellert – nicht realistisch, aber hier sehr unterhaltsam: „Ein intelligenter Mann

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Buchkritik: Chéri, von Colette (1920) – 7/10 Sterne – mit Video

Oh là là, die Franzosen. Da treiben’s nicht nur die Endvierzigerin Léa („mit Doppelkinn und verwüstetem Hals“) und ihr Chéri, 25, sondern auch die rund 70jährige toy-boy-Halterin Lili, die ihr Gspusi an den „wie Leder gegerbten Busen“ presst. Schlichte, effektive Plot- und Stilmittel machen Colettes Roman zum Hingucker: Ältere Frauen halten sich ganz offen blutjunge

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Buchkritik: Gigi, von Colette (1945) – 6/10 Sterne – mit Video

      „Du kannst mir auch sagen, was du verlangst. Ich werde es dir geben.“ So säuselt der stadtbekannte Millionär, dessen Affären in allen Zeitungen stehen. Und „Wirklich wahr?“, staunt Gigi, das 15jährige Gör aus einfachen Verhältnissen mit den langen Beinen. Gigi (Gilberte) wird umhegt – herangezüchtet – von drei Damen, und die Novelle

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Roman-Kritik: Erwachende Herzen, von Colette (1923, frz. Le Blé en herbe) – 3/10

Vielleicht überfrachtet Colette in diesem kurzen Roman den Liebesreigen etwas: Es britzelt zwischen Vinca, 15, und Philippe, 16, aber auch zwischen Jung-Philippe und einer gelangweilten Dame „vielleicht dreißig, zweiunddreißig“. Amazon-Werbelinks: Chéri | Colette | Erwachende Herzen Sturm und Drang: Colette (18173 – 1954) übertreibt auch sonst: Die zwei jungen Leute verfluchen ihr Lebensalter und wünschen

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Henry James - (c)

Romankritik: Bildnis einer Dame, von Henry James (1880, 1908, engl. The Portrait of a Lady) – 7/10 – mit Video

Henry James schreibt sehr genaue, psychologische Dialoge und Gedankenströme – teils zu gedehnt, mitunter ironisch bis lustig. In verschiedenen Konstellationen und Ländern geht es um Eheaussichten, Eheglück und um Erbschaften. Das klingt oft intensiv, ja intim. Die Geschichte ist phasenweise spannend, vor allem in den letzten Kapiteln, manchmal dachte ich auch deswegen an eine „ernste

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