März 2025

Romankritik: Kürzere Tage, von Anna Katharina Hahn (2009) – 6/10

Anna Katharina Hahn schreibt psychologisch sehr genau und nachvollziehbar, wenn auch zu dialogarm. Der Roman wurde ins Englische übersetzt und für den Deutschen Buchpreis 2009 gelonglistet. Englischsprachige Romane sind durch die Bank besser als deutsche, aber aus psychohygienischen Gründen muss ich doch um 50% Deutsches lesen; zu diesem Programm gehört auch Kürzere Tage. Amazon-Werbelinks: Anna […]

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Romankritik: Ein untadeliger Mann, von Jane Gardam (Old Filth 1 von 3) – 6/10

Vielleicht loben Engländer wie der Guardian den Roman so, weil er urenglische Themen behandelt: die Kolonialerfahrung (“Raj”), Internat (voller “Raj orphans”), gediegene Rituale, Darjeeling-Tee, der harte Nachkriegswinter, Leben und Garteln auf dem Land, einsam Altern, stiff upper lip/unterdrückte Gefühle, Kriegszeiten inkl Bletchley Park und Gallipoli. Nordengland, Malaysia, Südengland, Hongkong, London, Singapur, Ceylon, Sierra Leone. Zeitsprünge:

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Romankritik: Eine treue Frau, von Jane Gardam (2009, Old Filth 2 von 3, engl. The Man with the Wooden Hat) – 7/10

Jane Gardam schreibt hochatmosphärisch und vielsagende Dialoge. Doch der neunjährige Harry Veneering redet weitaus zu altklug, und gelegentlich klingen knappe Dialoge cool, aber auch unrealistisch. Überraschend auch die junge Hauptfigur Betty: verlobt sich spontan mit einem und schläft danach mit dem anderen, um Tage später #1 zu heiraten. Sie ist selbstgewiss, originell, intelligent, hält wenig

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Romankritik: Ein Sommerabend, von Cécile Tlili (2024) – 4/10

Wie in anderen Gesellschaftssatiren auch: die Figuren verhalten sich unrealistisch schroff oder schüchtern, und sie passen von vornherein nicht zusammen: (wörtlich) Heimchen am Herd versus mondäne Industrieschickse versus gutaussehender Juristenpartner. Das generiert Spannung und Komik. Warum Mauerblümchen Claudia und der smarte Rechtsanwalt Étienne zusammenleben, ist unklar – aber ergiebig für einen Roman. Amazon-Werbelinks: Alice Munro

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