August 2026

Rezension Kurzgeschichten: Ist es nicht schön hier, von Te-Ping Chen (2021, engl. Land of Big Numbers) – 7/10

Gemeinsame Eigenschaften der Geschichten: Einfache Provinzler, vor allem schrullige ältere Ehepaare – schöne reiche Städter mit westlichem Luxus – mild skurrile Erfindungen und surrealistische Elemente, zugleich markant realistische Details – überzeugende, vollmundige Erzählstimme (im englischen Original zumindest) – hässliche Männer (Gesicht wie Bisamratte oder wie eine gestreckte Kröte) – graues fades neues China – unterdrückte…

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Romankritik: Fliehkräfte (2012), Gegenspiel (2015); von Stephan Thome – 7,5/10:

Schon im ersten Band „Fliehkräfte” lernen wir sie ziemlich genau kennen, den C4-Philosophieprofessor, seine portugiesische Frau aus der Theaterbranche, die mild rebellische Tochter und die so ganz andere Professorenschwester. Stephan Thome beschreibt differenzierte Persönlichkeiten, eigenwillig, aber nicht krass, keine Abziehbilder, klischeefrei, irgendwie im linksliberalen Spektrum, mit Selbstzweifeln und Widersprüchen, ganz normal. Ungefähr ab der Hälfte,…

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Romankritik: Gesang der Haut, von Sylvie Schenk (2011) – 4/10

Gelegentlich wird es zu schwülstig, vor allem in den kurzen Kapiteln, die „(Moira)“ überschrieben sind, aber auch im Inneren Monolog der Arztgattin Henriette, wo auf der Doppelseite 20/21 erst von Harpyien und dann von Kronos die Rede ist– freilich geht es um Bildungsbürger, die später auch „Rideau!“ rufen (wohlgemerkt deutsche Bildungsbürger). Die Figuren oder die…

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Romankritik: Goodbye to Berlin, von Christopher Isherwood (1937) – 8/10

Ich liebe den bekannten Satz aus der ersten Geschichte: I am a camera with its shutter open, quite passive, recording, not thinking. That’s the spirit. Doch aktuelle deutsche Schreiber liefern genau das Gegenteil: anders als Isherwood zeichnen sie nichts von außen auf, sondern liefern Endoskopie-Selfies, denken die ganze Zeit an und beobachten sich selbst, ihre…

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Kritik Biografie: Strauss, Eine Wiener Familie revolutioniert die Musikwelt, von Michael Lemster (2024) – 4/10

Unverhofft bringt Lemster viele Seiten über Metternich und den Wiener Kongress – das Thema gefällt dem Autor offenbar, aber es gehört sicher nicht so üppig in eine Biografie der “Sträusse“ (wie Lemster durchgehend formuliert), ebenso wenig wie später die Unruhen von 1848. Vieles über Vieles: Die Stadt Wien bekommt ein eigenes langes Kapitel (in dem…

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