Mai 2025

Romankritik: Euphoria, von Lily King (2014) – 8/10

Lily King studierte literarisches Schreiben und wendet das Erlernte souverän an: die Autorin steigt unmittelbar in die Handlung ein, erzeugt sofort Spannung und Unbehagen – nicht nur wegen der schwülen tropischen Bedingungen, sondern auch wegen der  Spannungen zwischen den Akteuren sie produziert kurze Kapitel mit vielen Atempausen, knackigen Dialogen und dramatischem Finale sie wechselt zwischen […]

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Romankritik: Early Morning Riser (2021), von Katherine Heiny – 6/10

Unterbrochen von zwei Tragödien, die schnell vorbeigehen, schildert Katherine Heiny eine allzu fluffige Kleinstadtidylle: jede kennt jeden, jede schlief mit jedem, versteht sich immer noch bestens. Man ist endlos verständnisvoll, hilfsbereit, aufopfernd. Welch quälende Idylle. Zudem will Heiny offenbar fünf witzige Sätze pro Seite bringen: das gelingt halbwegs, auch wenn sie deshalb fürs Großeganze unwichtige

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App-Kritik: ARD Mediathek – 3/10

Merkliste: Die Merkliste lässt sich nicht sortieren, weder nach Länge oder Genre noch manuell, sie bietet auch keine individuellen Ordner. Gesehene Sendungen verschwinden nicht optional automatisch aus der Merkliste. Ich kann nicht mehrere Sendungen hintereinander weg abspielen, ich muss nach jeder Sendung neu herumdrücken. Wenn ich in der Merkliste unten etwas lösche, springt sie danach

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Thailand

Kritik Thailand-Buch: Bridging the Gap. Managing the Cross-Cultural Workplace in Thailand, von Kriengsak Niratpattanasai (2004) – 7/10

Der Autor bringt kurze, leicht lesbare und sehr eingängige Kapitel in großen Buchstaben – sie erschienen zuvor wöchentlich in der Bangkok Post. Alles ist sofort nachvollziehbar, geht aber nicht tief. Manchmal hören wir direkt den verallgemeinernden Lehrsatz, manchmal gibt es ein kleines Beispiel aus dem Alltag, bis hin zu „Nantavisal, the cow“. Jedes Beispiel aus

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Kritik Japan-Roman: Der Schlüssel, von Junichirō Tanizaki (1956) – 7/10

Ikuko, 45, ist unzufrieden mit ihrem Schlappmann, 56. Mitleidlos ätzt sie in ihrem Tagebuch: Ach, wenn er doch nur ein wenig männlicher wäre, etwas stärker, etwas ausdauernder, wie einst in seinen jungen Jahren ((…)) Und wenn er mich wirklich liebt, dann muss er mich auch glücklich machen können. Von der tragischen erektilen Indisponiertheit des Mannes

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Kritik Hongkong-Memoir: Myself a Mandarin, von Austin Coates (1968) – 7/10

Fazit: Austin Codes präsentiert interessante Konflikte aus dem ländlicheren Hongkong kurz nach 1949 – interessante juristische oder moralische Konflikte und Einblicke in ungewöhnliche Denkweisen. Er schreibt leicht lesbar, sogar gut und elegant, ist jedoch zeitweise selbstgefällig und paternalistisch, auch seine häufige Selbstironie klingt selbstgefällig. Amazon-Werbelinks: Austin Coates | Hongkong | China | Kolonialismus Bezirksbürgermeister: Autor

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Buch unter Baum

Meisterklasse Sedatives Schreiben: In einem Zug, von Daniel Glattauer, 1. Kapitel

Kreatives Schreiben oder sedatives Schreiben? Mensch, Glattauer-Brünhofer: Geht so  Bestseller? 1. Kapitel. Drei Sätze Einstieg mit Handlung: Schräg gegenüber sitzt eine Frau… Und dann anderthalb geschlagene Seiten abgeschmackte Verallgemeinerung? Nee, oder? So Zeug wie: Ich bin keiner, der… Kinder ja, die kann man stundenlang… Oder sie sind von der anderen Sorte, zählen… Jedenfalls schauen Erwachsene,

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Romankritik: Vladimir, von Julia Jonas May (2022) – 7/10

Der Buchtitel “Vladimir” führt in die Irre: Der Roman handelt überwiegend nicht von den Gelüsten einer verheirateten 58-Jährigen Professorin nach dem gut gebauten, verheirateten 40-jährigen Kollegen russischer Abstammung – und auf den letzten 18 Seiten erscheint Vladimir nicht mehr. Es geht mehr um Wokeness und political correctness an einem kleinen US-College, um die Statthaftigkeit erotischer

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Romankritik: Am Ende ist es ein Anfang, von Dolly Alderton (2023, engl. Good Material) – 5/10

Der Roman zerfällt in eine Kette von Episoden, mit teils aufdringlich bedeutungsvollen Dialogen und Situationen, gelegentlich gerettet durch etwas Humor, öfter beschädigt durch Vulgarität, dumpfes Kumpeltum und Banalität. Man könnte einzelne Episoden löschen, ohne eine Lücke zu reißen. Dazu kommen schlichte Beziehungsweisheiten; Popreferenzen triggern Pawlowsche Reflexe. Dolly Alderton schreibt offen männerfeindlich. Ihr dämlich sich im

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Romankritik: Späte Liebe, von Max von der Grün (1977) – 7/10

Die zwei 70-Jährigen kommen schon sehr früh im Roman zusammen, und dann folgen überwiegend heitere Episoden, die Rentnerliebe ist nie gefährdet – keine dramatische RomKom, Happy ever after nach ein paar Seiten. Max von der Grün schreibt betulich, aber nicht muffig; doch er beschreibt eine abschreckend muffige Welt: Häkeldeckchen, röhrender Hirsch, Herzleiden, Rentnerbustour, Minieiffelturm, Skatkumpel

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Romankritik: Die Stimmen des Abends, von Natalia Ginzburg (1961) – 5/10

Natalia Ginzburg (1916 – 1991) erzählt unverklärte Geschichten aus einem italienischen Kaff kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Sie wechselt unübersichtlich zwischen mehreren Familien hin und her. Die Leute wirken gedrückt und verhuscht, selbst wenn Ginzburg Fröhlichkeit und Reichtum erwähnt. In diesem Dorf wurde “alle vorrätige Lebensenergie schon aufgebraucht“, sagt Hauptfigur Tommasino, das passt. Zudem schreibt

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Romankritik: So ist es gewesen, von Natalia Ginzburg (1947) – 6/10

Ja, klar, ihr Mann hat sie von oben herab behandelt, ein gefühlloser Lügner und Ehebrecher. Aber ihm deshalb eine Kugel „zwischen die Augen” ballern? Die Ich-Erzählerin von Natalia Ginzburg (1916 – 1991) macht doch selbst alles falsch: sie heiratet den Typ, der erklärtermaßen eine verheiratete Frau liebt und nicht die Ich-Erzählerin. Sie verrät ihm schon

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