Mai 2023

Kritik Theaterstück: Bunbury – Ernst sein ist alles, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das ist witzig und allzu routiniert geschnitzt: Oscar Wildes Figuren parlieren in einer Tour widersprĂĽchlich, respektlos oder gegen die Norm. Sie gewinnen wenig Kontur, weil ihr Dialog immer die Lustspielmaschine befeuern muss. Speziell die zwei jungen Damen reden zu absurd und gekĂĽnstelt dĂĽmmlich, und beide wollen nur einen Mann namens Ernst heiraten, alles klar. (Engl. […]

Kritik Theaterstück: Bunbury – Ernst sein ist alles, von Oscar Wilde (1895) – 6/10 Weiterlesen »

Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10

Der Cast schnurrt gut aufgezogen ĂĽbers aalglatt ölige Parkett. Oscar Wilde kredenzt v.a. in den ersten beiden Akten ein köstliches Aperçu nach dem anderen. Plot und Dialog basieren nicht immer auf Realismus und Psychologie, wirken teils mechanisch nach den Regeln der Theaterfarce konstruiert. (Engl. Titel Lady Windermere’s Fan.) Amazon-Werbelinks: Oscar Wilde allgemein | Ernst sein

Kritik Theaterstück: Lady Windermeres Fächer, von Oscar Wilde (1892) – 7/10 Weiterlesen »

Kritik Theaterstück: Ein idealer Gatte, von Oscar Wilde (1895) – 6/10

Das Theaterstück handelt von Moral, Politik und Erpressung mit Rufmord. Im dritten von vier Akten wird daraus plötzlich eine schnelle Verwechslungskomödie, und nebenbei kommt wenig glaubwürdig Liebe ins Spiel. Einige Figuren wirken besonders unrealistisch, so die hysterisch schwankende Lady Chiltern und die boshaft feixende Mrs Chevely. Manche Monologe in diesem Stück ziehen sich über eine

Kritik Theaterstück: Ein idealer Gatte, von Oscar Wilde (1895) – 6/10 Weiterlesen »

Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994)

Fazit: Seine Kurzgeschichten aus Indien, England, Fantasialand und dem Mittelalter schreibt Salman Rushdie mit stark wechselndem, aber stets sicherem und beeindruckendem Tonfall. Er macht Kulissen und Personal mit wenigen Sätzen lebendig. Ă–fter stellt Rushdie seine Fabulierkunst und Belesenheit zu deutlich heraus – in exotischen Wörtern wie „palindromically“ und in markanten Stil- und Literaturparodien. Das wirkt

Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994) Weiterlesen »

Romankritik: Die Entdeckung der Currywurst, von Uwe Timm (1993) – 7/10 – mit Video

Uwe Timm liefert im ersten, längeren Buchteil eine spannende Binnenhandlung bei Kriegsende mit (flĂĽchtiger) Liebe, reizvollem Konflikt, ohne Grausamkeit, und er kredenzt interessante historische Details wie den Eichelkaffee, der sonderbarerweise, wenn man auf Lunge rauchte, stärker nach Kaffee schmeckte plus sozio-linguistisches Zeitkolorit wie „PiĂźpott“. Timm schreibt nĂĽchtern, momentweise derb ohne falsche Töne, wenn auch dialogarm.

Romankritik: Die Entdeckung der Currywurst, von Uwe Timm (1993) – 7/10 – mit Video Weiterlesen »

Romankritik: Johannisnacht, von Uwe Timm (1996) – 7/10

Uwe Timm lötet im Roman Johannisnacht eine Reihe von Kurzgeschichten – oder Kurzbegegnungen – zusammen. Er verbindet diese Berliner Episoden unauffällig durch die Leitmotive Kartoffelrecherche und verlorenes Archivkästchen; drum hält man Johannisnacht fast für einen Roman. In den meisten Szenen lässt sich der Ich-Erzähler mild betrügen und/oder mit Alkohol befüllen. Uwe Timm präsentiert originelle Käuze

Romankritik: Johannisnacht, von Uwe Timm (1996) – 7/10 Weiterlesen »

Kritik Kurzgeschichten: Nicht morgen, nicht gestern, von Uwe Timm (1999) – 6,5/10

Fazit: Uwe Timm (*1940) schreibt sechs Kurzgeschichten über oft interessante, mild ungewöhnliche Figuren. Er verzichtet meist auf Fantastisches, zu Unrealistisches oder wilde Zufälle. Seine Berichte scheinen aus dem Alltag deutscher Großstädte zu stammen. Ebenso meidet Timm formale Experimente: Er formuliert klar, zweckdienlich, nie unangenehm, weder blass noch aufdringlich eloquent. Gelegentlich will er scheinbar mild schockieren,

Kritik Kurzgeschichten: Nicht morgen, nicht gestern, von Uwe Timm (1999) – 6,5/10 Weiterlesen »

Kritik Roman: Vernunft und Gefühl, von Jane Austen (1811, engl. Sense and Sensibility) – 7/10

Jane Austen (1775 – 1817) schreibt kurzweilig mit vielen, teils amĂĽsanten oder spannungsreichen Dialogen, kurzen Kapiteln, klar ĂĽberschaubarer Chronologie, weitgehend einheitlicher Perspektive, nicht zu ausuferndem, nach und nach eingefĂĽhrtem Personal und oft deutlicher Ironie. Sie verzichtet auf dräuende Andeutungen, Symbolik schwĂĽlstige Landschaftsbeschreibungen sowie absurde Zufälle oder implausibles Verhalten und stellt sich in den Dienst des

Kritik Roman: Vernunft und Gefühl, von Jane Austen (1811, engl. Sense and Sensibility) – 7/10 Weiterlesen »

Lese-Eindruck: Die Katze aus dem kleinen Café, von Colette (1945)

Im ersten Teil bringt Colette (18173 – 1954) kurze Geschichten ĂĽber Tiere aus Menschensicht, scheinbar sehr autobiografisch ĂĽber sich und  ihre Haustiere in vielen Jahrzehnten – nicht nur Katzen, sondern auch mehrere Hunde, Eichhörnchen, Papageien, Wildvögel, Pferde, „GroĂźvater Gecko“, Echsen, Goldfische, Bienen. Colette vermenschlicht ein wenig, präsentiert markante Charaktere auf vier Pfoten, liebevoll, auch neckisch;

Lese-Eindruck: Die Katze aus dem kleinen Café, von Colette (1945) Weiterlesen »

Kritik Roman: Dolores Claiborne, von Stephen King (1992) – 6/10 – mit Video

Der buchlange Verhör-Monolog der 66jährigen Dolores Claiborne klingt gleichzeitig zu vulgär und zu geschriftstellert. Zu geschriftstellert aus zwei Gründen: Hauptfigur Claiborne erzählt zu ordentlich gegliedert und mit zu cleveren Sprüchen. Übersichtlich: Im buchlangen Verhör/Monolog mit den Inselpolizisten führt Dolores Claiborne allzu aufdringlich unauffällig in Konstellationen und Tatvorwürfe ein, moderiert sogar ihre Gliederung an: Instead of

Kritik Roman: Dolores Claiborne, von Stephen King (1992) – 6/10 – mit Video Weiterlesen »

Nach oben scrollen