Oktober 2024

Buchkritik: Unser Deutschlandmärchen, von Dinçer Güçyeter (2023) – 7/10

Türkische und griechische Ich-Erzähler berichten in authentischem Ton (wenn auch einander zu ähnlich) vom Leben in Deutschland seit den späten 1970er Jahren: Die Griechin mit dem türkischen Namen Zeynep beschafft der schwangeren Türkin Fatma (Dinçer-Mama) heiß begehrte Maiskolben, und das im Januar; Amtsrichter Hoeke bringt en passant den jugendlichen Dinçer nach Istanbul sowie in den […]

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Romankritik: Die Einladung, von Emma Cline (2023, engl. The Guest) – 7/10

Der Roman ist spannend und stilvoll geschrieben, aber mit Mängeln in der Konstruktion. Die perfekte Netflix-Serie: schöne reiche Leute und Häuser; stets ein Hauch von Bedrohung, Verbrechen, Sex und Fremdschämen; alles käuflich, fake, cool; ein Cliffhänger jagt den nächsten. Billig nur, dass Emma Cline das ganze Buch hindurch die Bedrohung durch Dom erwähnt, ohne Näheres

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Buchkritik: Das Wiedersehen. Römische Geschichten, von Jhumpa Lahiri (2023, engl. Roman Stories) – 4/10

Auf dem Umschlag steht ihr Name. Und als sie noch in den USA lebte und auf Englisch schrieb, habe ich Jhumpa Lahiri bewundert. Hier jedoch sind viele Kurzgeschichten plakativ, dumpf anklagend, scheinbar aus einer persönlichen Kränkung heraus, oder belanglos, schlecht: Ausländer in Rom erfahren subtile Erniedrigung oder, mehrfach, böse Gewaltattacken. Zugewanderte kommentieren die anstößige Freizügigkeit

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Kritik Kurzgeschichten: Offene Geheimnisse, von Alice Munro (1994, engl. Open Secrets) –7/10

Viele dieser Geschichten erschienen Anfang der 1990er im New Yorker. Sie spielen alle zumindest teilweise im selben Landkreis, zumeist in derselben fiktiven Kleinstadt Carstairs in der kanadischen Provinz. Einige Personen und Einrichtungen kehren mehrfach wieder, doch es gibt keine interessanten Querverbindungen zwischen den Kurzgeschichten. ICH MOCHTE: Alice Munro schreibt robust, oft hervorragend lesbar, weniger säuselnd

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Sachbuchkritik: Ein Hof und elf Geschwister, von Ewald Frie (2023) – 7/10

Ewald Frie schreibt eher allgemein über Veränderungen in der münsterländischen Landwirtschaft seit 1945 (in der Buchmitte mit einer ermüdenden Rückblende bis ca. 1817), gestützt auf ausführliches Quellenstudium. Seine sozialhistorischen Erkenntnisse garniert Frie mit Erfahrungen der eigenen Familie samt Zitaten seiner zehn Geschwister, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten berichten. Aber die Frie-Geschwister treten kaum als Individuen hervor,

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Buchkritik: Michel aus Lönneberga – Michel in der Suppenschüssel (1963, 1 von 3) + Michel muss mehr Männchen machen (1966, 2 von 3) + Michel bringt die Welt in Ordnung (1970, 3 von 3) – 7/10

Es sind nicht nur platte Schwänke. Die Kurzgeschichten bieten eine gewisse Substanz und Erdung, ich habe öfter gelacht und geschmunzelt. Astrid Lindgren kredenzt auch interessante Missverständnisse und Ambiguitäten. Gelegentlich liefert Astrid Lindgren Querbeziehungen und Fortsetzungen einzelner Episoden zwischen verschiedenen Geschichten, vor allem im dritten Band. Amazon-Werbelinks: Michel aus Lönneberga | Astrid Lindgren  | Erich Kästner

Buchkritik: Michel aus Lönneberga – Michel in der Suppenschüssel (1963, 1 von 3) + Michel muss mehr Männchen machen (1966, 2 von 3) + Michel bringt die Welt in Ordnung (1970, 3 von 3) – 7/10 Weiterlesen »

Romankritik: Freedom, von Jonathan Frantzen (2010) – 7/10

Fazit: Das ist kein großes Buch: Die quälend belehrenden Seiten über Umwelt, Vogelwelt, Bevölkerungswachstum und Irakkrieggeschäfte irritieren ebenso wie die verkrampften Rückblenden viele Jahrzehnte zurück gegen Buchende, als ob der Autor schnell noch was nachtragen müsste (auf das niemand wartete). Gleichwohl unterhält der Roman prima: Ich schätze psychologische Genauigkeit, zwischentonreiche Dialoge, den Verzicht (meist) auf

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Romankritik: Hotel du Lac (1984), von Anita Brookner – 6/10

Beim Einstieg übertreibt Anita Brookner die Heimlichtuerei: unentwegt vermisst die alleinreisende Hauptfigur Edith Hope einen gewissen David; und die Autorin deutet eine Missetat der Hauptfigur an (“that other business”), die ihre Flucht von England ins Genfer Hotel du Lac auslöst – Näheres erfährt der Leser erst ab Seite 118 von 184 in einer harten, überraschenden

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