Buch

Biografie-Kritik: Nobody’s Perfect: Billy Wilder – A Personal Biography, von Charlotte Chandler (2002) – 7/10

Die Autorin verbrachte viel Zeit mit Billy Wilder und protzt gern damit: Billy Wilder and I frequently ate breakfast at the Beverly Hills Hotel Sie stalkte auch andere A-Promis und erzählt gleich auf der ersten Seite, wie sie mit Groucho Marx um die Häuser zieht, rein zufällig Billy Wilder trifft und ein Interview klarmacht. Bei…

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Biografie-Kritik: Billy Wilder, Eine Nahaufnahme, von Hellmuth Karasek (1992) – 6/10

Fazit: Leicht lesbare, anekdotensatte und unkritische „Biografie” eines Menschen, der unterhalten will und auf Qualität achtet. Nebenbei ein bisschen Hollywoodgeschichte. Es gibt kaum Stimmen von Kritikern oder Mitarbeitern sowie kaum private Einblicke. Anekdotenreigen: Hellmuth Karasek (1934 – 2015) gibt dem Affen Zucker: er feuert eine Wilder-Anekdote nach der anderen ab, nicht etwa nur Filmzitate, sondern Aussprüche…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Die Saujagd und andere Vorstadtgeschichten von Max von der Grün (1995)

Die vielen kurzen Episoden beginnen meist mit typischen Nachbarschaftsszenen, die dann in unrealistische Streiche und platte Gags ausarten. Andere Szenen spielen auf der Autobahn oder in der Fußgängerzone. Gleich zweimal werden Kirchen unbefugt aufgesperrt, zweimal anonym Fahnen an schwer erreichbaren Orten gehisst. Max von der Grün schreibt gewandt und leicht lesbar. Über die Konflikte allein…

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: No Comebacks, von Frederick Forsyth (1972)

Gemeinsamkeiten: Ich habe nur zwei Geschichten gelesen, doch es gibt klare Gemeinsamkeiten: etwas Dialog, teils angestrengt cool, teils ansprechend, nie hinreißend zu genaue technische Beschreibungen: Zerlegen einer Waffe und Verstecken in einer Buchsendung (inklusive Schalldämpferdiskussion); kaputtes Getriebe an einem LKW; Ganovenpläne etwas platte Plots: genau die Falsche wird erschossen; genau der falsche Brummi wird entführt;…

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Romankritik: Der Chor, von Anna Katharina Hahn (2024) – 4/10

Ich fühlte mich bocklhart zugelabert – vor allem im letzten Drittel mit schwer nachvollziehbaren Verwicklungen, Entscheidungen, Figuren, einer völlig unrealistischen Paarung und Begegnung (sofern ich das richtig verstand). Ich kämpfte verbissen bis zur letzten Seite. Amazon-Werbelinks: Anna Katharina Hahn | Daniela Krien | Julia Schoch | Patricia Highsmith Alle Hauptfiguren sind Frauen, die meisten Nebenfiguren…

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Romankritik: Wie ich lernte, die Frauen zu lieben (1965, engl. In Praise of Older Women), von István Vizinczey – 7/10

Der Roman klingt verblüffend nach echten Memoiren. Ich-Erzähler András Vajda ist ein Liebhaber der Frauen, dem Qualität über Quantität geht. Autor István Vizinczey (1933 – 2021) erzählt flüssig, die Affären überschneiden sich teils, es ist erotisch, charmant, auch mal rollig, nie vulgär oder auch nur angeberisch, sonden literarisch ansprechend und nebenbei historisch erhellend. Die Dialoge…

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Lese-Eindruck Ganovenkrimi: Get Shorty, von Elmore Leonard (1990)

Der Autor erzählt aus der Perspektive wechselnder Hauptfiguren, in aufdringlich coolem Ton: If he was putting it on he had it down cold… flying down to Rio by the se-o ((Musical-Zitat))… Find some broad to have dinner with him, nice bottle of wine… Weil dieser Ton gleichbleibend den Gedankenstrom unterschiedlicher Akteure wiedergibt, überzeugt er nicht….

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Biografie-Kritik: Margaret Mead, von Jane Howard (1984) – 8/10

Die erfolgreiche Journalistin Jane Howard schreibt flüssig und leicht lesbar, nur ganz gelegentlich mit unpassenden Details irritierend. Natürlich hat Howard eine ergiebige Hauptfigur mit ergiebigem Umfeld: schon die Kindheit ist originell und nicht ohne witzige Momente, welche die Autorin gern wiedergibt. Die brillante, stets aktive, ambitioniert denkende, viel und gewitzt schreibende Margaret Mead (1901 –…

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Romankritik: Euphoria, von Lily King (2014) – 8/10

Lily King studierte literarisches Schreiben und wendet das Erlernte souverän an: die Autorin steigt unmittelbar in die Handlung ein, erzeugt sofort Spannung und Unbehagen – nicht nur wegen der schwülen tropischen Bedingungen, sondern auch wegen der  Spannungen zwischen den Akteuren sie produziert kurze Kapitel mit vielen Atempausen, knackigen Dialogen und dramatischem Finale sie wechselt zwischen…

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Romankritik: Early Morning Riser (2021), von Katherine Heiny – 6/10

Unterbrochen von zwei Tragödien, die schnell vorbeigehen, schildert Katherine Heiny eine allzu fluffige Kleinstadtidylle: jede kennt jeden, jede schlief mit jedem, versteht sich immer noch bestens. Man ist endlos verständnisvoll, hilfsbereit, aufopfernd. Welch quälende Idylle. Zudem will Heiny offenbar fünf witzige Sätze pro Seite bringen: das gelingt halbwegs, auch wenn sie deshalb fürs Großeganze unwichtige…

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Thailand

Kritik Thailand-Buch: Bridging the Gap. Managing the Cross-Cultural Workplace in Thailand, von Kriengsak Niratpattanasai (2004) – 7/10

Der Autor bringt kurze, leicht lesbare und sehr eingängige Kapitel in großen Buchstaben – sie erschienen zuvor wöchentlich in der Bangkok Post. Alles ist sofort nachvollziehbar, geht aber nicht tief. Manchmal hören wir direkt den verallgemeinernden Lehrsatz, manchmal gibt es ein kleines Beispiel aus dem Alltag, bis hin zu „Nantavisal, the cow“. Jedes Beispiel aus…

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Kritik Japan-Roman: Der Schlüssel, von Junichirō Tanizaki (1956) – 7/10

Ikuko, 45, ist unzufrieden mit ihrem Schlappmann, 56. Mitleidlos ätzt sie in ihrem Tagebuch: Ach, wenn er doch nur ein wenig männlicher wäre, etwas stärker, etwas ausdauernder, wie einst in seinen jungen Jahren ((…)) Und wenn er mich wirklich liebt, dann muss er mich auch glücklich machen können. Von der tragischen erektilen Indisponiertheit des Mannes…

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Kritik Hongkong-Memoir: Myself a Mandarin, von Austin Coates (1968) – 7/10

Fazit: Austin Codes präsentiert interessante Konflikte aus dem ländlicheren Hongkong kurz nach 1949 – interessante juristische oder moralische Konflikte und Einblicke in ungewöhnliche Denkweisen. Er schreibt leicht lesbar, sogar gut und elegant, ist jedoch zeitweise selbstgefällig und paternalistisch, auch seine häufige Selbstironie klingt selbstgefällig. Amazon-Werbelinks: Austin Coates | Hongkong | China | Kolonialismus Bezirksbürgermeister: Autor…

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Buch unter Baum

Meisterklasse Sedatives Schreiben: In einem Zug, von Daniel Glattauer, 1. Kapitel

Kreatives Schreiben oder sedatives Schreiben? Mensch, Glattauer-Brünhofer: Geht so  Bestseller? 1. Kapitel. Drei Sätze Einstieg mit Handlung: Schräg gegenüber sitzt eine Frau… Und dann anderthalb geschlagene Seiten abgeschmackte Verallgemeinerung? Nee, oder? So Zeug wie: Ich bin keiner, der… Kinder ja, die kann man stundenlang… Oder sie sind von der anderen Sorte, zählen… Jedenfalls schauen Erwachsene,…

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Romankritik: Vladimir, von Julia Jonas May (2022) – 7/10

Der Buchtitel “Vladimir” führt in die Irre: Der Roman handelt überwiegend nicht von den Gelüsten einer verheirateten 58-Jährigen Professorin nach dem gut gebauten, verheirateten 40-jährigen Kollegen russischer Abstammung – und auf den letzten 18 Seiten erscheint Vladimir nicht mehr. Es geht mehr um Wokeness und political correctness an einem kleinen US-College, um die Statthaftigkeit erotischer…

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Romankritik: Am Ende ist es ein Anfang, von Dolly Alderton (2023, engl. Good Material) – 5/10

Der Roman zerfällt in eine Kette von Episoden, mit teils aufdringlich bedeutungsvollen Dialogen und Situationen, gelegentlich gerettet durch etwas Humor, öfter beschädigt durch Vulgarität, dumpfes Kumpeltum und Banalität. Man könnte einzelne Episoden löschen, ohne eine Lücke zu reißen. Dazu kommen schlichte Beziehungsweisheiten; Popreferenzen triggern Pawlowsche Reflexe. Dolly Alderton schreibt offen männerfeindlich. Ihr dämlich sich im…

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Romankritik: Späte Liebe, von Max von der Grün (1977) – 7/10

Die zwei 70-Jährigen kommen schon sehr früh im Roman zusammen, und dann folgen überwiegend heitere Episoden, die Rentnerliebe ist nie gefährdet – keine dramatische RomKom, Happy ever after nach ein paar Seiten. Max von der Grün schreibt betulich, aber nicht muffig; doch er beschreibt eine abschreckend muffige Welt: Häkeldeckchen, röhrender Hirsch, Herzleiden, Rentnerbustour, Minieiffelturm, Skatkumpel…

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Romankritik: Die Stimmen des Abends, von Natalia Ginzburg (1961) – 5/10

Natalia Ginzburg (1916 – 1991) erzählt unverklärte Geschichten aus einem italienischen Kaff kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Sie wechselt unübersichtlich zwischen mehreren Familien hin und her. Die Leute wirken gedrückt und verhuscht, selbst wenn Ginzburg Fröhlichkeit und Reichtum erwähnt. In diesem Dorf wurde “alle vorrätige Lebensenergie schon aufgebraucht“, sagt Hauptfigur Tommasino, das passt. Zudem schreibt…

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Romankritik: So ist es gewesen, von Natalia Ginzburg (1947) – 6/10

Ja, klar, ihr Mann hat sie von oben herab behandelt, ein gefühlloser Lügner und Ehebrecher. Aber ihm deshalb eine Kugel „zwischen die Augen” ballern? Die Ich-Erzählerin von Natalia Ginzburg (1916 – 1991) macht doch selbst alles falsch: sie heiratet den Typ, der erklärtermaßen eine verheiratete Frau liebt und nicht die Ich-Erzählerin. Sie verrät ihm schon…

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Romankritik: Auf allen Vieren, von Miranda July (2024, engl. All Fours) – 7/10

Miranda July sagt viele coole Sätze, die runtergehen wie Sahne auf Mandelmilch-Basis, selbst wenn man sie nicht versteht. Deswegen wurde sie ja auch schon 2012 vom US-Kongress vorgeladen, “to explain exactly what her whole thing is” (Quelle). In einer schäbigen Stadt lässt die Ich-Erzählerin ein schäbiges Motelzimmer, in dem sie vielleicht ein paar Tage bleibt,…

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Romankritik: Das wilde Herz, von Andrea de Carlo (2014) – 5/10

Fazit: Andrea de Carlo liefert über 450 Seiten Machtspiele, Statusängste und Aggression, überwiegend zwischen zwei der drei Hauptfiguren, und er textet klar männerfeindlich. Ab der zweiten Buchhälfte gibt es etwas Erotik, James-Bond-Action und viel Schmalz, hier überzeugt das Buch weniger. De Carlo schreibt meist realistisch, psychologisch genau, mit guten Details und leicht lesbar; doch der…

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Buchkritik: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, von Andrea Wulf (2015) – 7/10

Fazit: Andrea Wulf bemüht sich intensiv, Alexander von Humboldt als Klimaschützer zu zeigen – der erste ökologische Wissenschaftler, der den Raubbau an der Natur anprangerte statt pries und die Vernetzung allen Lebens betonte. Zudem war von Humboldt pro-divers, antirassistisch, antikolonialistisch und schätzte sogar die Amazonas-Indios, oder zumindest ihre Naturkenntnisse. Die Autorin vertieft sich zudem sehr/zu…

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Buchkritik: Auf dem schwarzen Berg, von Bruce Chatwin, (1982, engl. On the Black Hill) – 7/10 

Bruce Chatwin schreibt schlankes, uneitles Englisch ohne Effekthascherei oder Blabla, aber dekoriert mit vielen Wortantiquitäten. Chatwin kredenzt nur wenige Rückblenden, diese teils unübersichtlich. Es gibt nur eine dräuende Ankündigung kommenden Unheils am Kapitelende: …during the summer of ‘27, there was a very disagreeable incident. Chatwin streut faszinierende Details aus dem historischen Landleben ins Buch –…

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Biografie-Kritik: Die Wahrheit über Trump, von Marcus Kranish, Marc Fisher (2016, engl. Trump Revealed) – 8/10

38 Reporter und 2 Faktenprüfer der Washington Post trieben Anfang 2016 diesen Aufwand, um die Trump-Biografie zu recherchieren: We sent reporters to his ancestral homes in Germany and Scotland, to his childhood neighborhood in Queens and his boarding school in upstate New York, to his college campuses in the Bronx and Philadelphia and to his…

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Biografie-Kritik: Die Wahrheit über Donald Trump, von Michael d’Antonio (2015, 2016, engl. Never Enough bzw. The Truth About Trump) – 7/10

Michael d’Antonio (*1955) verachtet Donald Trump ganz und gar: he prowled the precincts of greed, deception, and depravity… a walking caricature of greedy self-interest… hormonally blessed So direkt spricht er indes nur selten, meist berichtet D’Antonio scheinbar nüchtern, wenn auch mit sozialdemokratischen Einschlag etwa bei der Betonung der Einkommensverteilung über die Jahrzehnte. Dass Trump gefährliche…

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Kritik Sachbuch: Guten Morgen, Güzelim!, von Sevim Çelik-Lorenzen (2022) – 5/10

Die Autorin ist “Malerin, Familientherapeutin und systemische Supervisions- und Institutionsberaterin“. Ihr überraschender Ansatz hier jedoch: Ich stellte nur zwei Fragen. Wie bist du aus der Türkei ausgewandert und wie war es dann in Deutschland für dich? Tiefgang entsteht so nicht, viele Frauen berichten nur rund zwei Seiten lang, eine Bahar gar nur Belangloses auf knapp…

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Kritik Kurzgeschichten aus: Der Mond über der Eisbahn, von Alice Munro (1986, engl. The Progress of Love) – 7/10

Wiederkehrende Eigenschaften: Bedeutungsvolle Symbole wie abblätternde Tapeten, verbleichende Fotos; lebendig gezeichnete Personen und Kulissen; hervorragende elegante Sprache (ich kenne nur das englische Original); Interessantes aus der Vergangenheit wird angedeutet und nicht erzählt; etwas zu viel Körperfunktion, Dreckiges, Böses überraschend, mehr als in späteren Bänden Wie in ihren anderen Sammelbänden meist auch: äußerlich interessieren mich Munro-Figuren…

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Erster Leseeindruck: Atatürk: Eine Biographie, von Klaus Kreiser

Über Atatürks Eltern erfahren wir fast nichts. Doch gleich auf den ersten Seiten (nach Inhalt, Vorbemerkung und Vorwort) extemporiert der Autor gut sieben Seiten lang Schall und Rauch: er bespricht die wechselnden Namen und Titel seines Protagonisten – u.a. Mustafa Kemal Pascha Atatürk Bey Büyük Gazi Necât Münci, und weitere. Amazon-Werbelinks: Klaus Kreiser | Atatürk…

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Romankritik: Kürzere Tage, von Anna Katharina Hahn (2009) – 6/10

Anna Katharina Hahn schreibt psychologisch sehr genau und nachvollziehbar, wenn auch zu dialogarm. Der Roman wurde ins Englische übersetzt und für den Deutschen Buchpreis 2009 gelonglistet. Englischsprachige Romane sind durch die Bank besser als deutsche, aber aus psychohygienischen Gründen muss ich doch um 50% Deutsches lesen; zu diesem Programm gehört auch Kürzere Tage. Amazon-Werbelinks: Anna…

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Romankritik: Ein untadeliger Mann, von Jane Gardam (Old Filth 1 von 3) – 6/10

Vielleicht loben Engländer wie der Guardian den Roman so, weil er urenglische Themen behandelt: die Kolonialerfahrung (“Raj”), Internat (voller “Raj orphans”), gediegene Rituale, Darjeeling-Tee, der harte Nachkriegswinter, Leben und Garteln auf dem Land, einsam Altern, stiff upper lip/unterdrückte Gefühle, Kriegszeiten inkl Bletchley Park und Gallipoli. Nordengland, Malaysia, Südengland, Hongkong, London, Singapur, Ceylon, Sierra Leone. Zeitsprünge:…

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Romankritik: Eine treue Frau, von Jane Gardam (2009, Old Filth 2 von 3, engl. The Man with the Wooden Hat) – 7/10

Jane Gardam schreibt hochatmosphärisch und vielsagende Dialoge. Doch der neunjährige Harry Veneering redet weitaus zu altklug, und gelegentlich klingen knappe Dialoge cool, aber auch unrealistisch. Überraschend auch die junge Hauptfigur Betty: verlobt sich spontan mit einem und schläft danach mit dem anderen, um Tage später #1 zu heiraten. Sie ist selbstgewiss, originell, intelligent, hält wenig…

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