Dorf

Romankritik: Dshamilja, von Tschingis Aitmatow (1958) – 7,5/10

Dshamilja wartet darauf, dass ihr Verlobter aus dem Krieg zurückkehrt.  Er liegt im Lazarett und ist wahrscheinlich nicht zu schwer verletzt. Doch schließlich zieht Dshamilja mit einem anderen Mann davon, brüskiert ihren Zukünftigen und dessen Familie, bei der sie wohnt. Dies berichtet fast wohlwollend der Ich-Erzähler, der kleine Bruder des gehörnten Verlobten. Die Geschichte erzählt […]

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Romankritik: Hier draußen, von Martina Behm (2025)– 7/10

Vor- und Nachzüge: Der Roman zeichnet unterschiedliche Akteure auf dem Dorf psychologisch genau. Er liefert (zu) viele Details aus dem bäuerlichen Alltag. Mitunter menschelt es zu streng, es gibt wenig Politik und Gesellschaft. Das Drama um die weiße Hirschkuh wirkt wie nachträglich angeflanscht und falsch illustriert.  Amazon-Werbelinks: Martina Behm | Dörte Hansen | Bestseller Literatur

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Buchkritik: Ein Afrikaner in Grönland, von Tété-Michel Kpomassie (1977) – 7/10

Interessante interkulturelle Begegnungen liefert Tété-Michel Kpomassie nicht. Er wird meist freundlich bis überschwänglich aufgenommen – das ist alles. Der Autor beobachtet den grönländischen Alltag indes genau, schildert präzis und ohne Wertung oder Interpretation Fischfang, Robbenjagd, Hund-/Seehundfiletierung, Hundeschlittenfahrt und Dorfleben. Besonders faszinieren Kpomassie offenbar Alkoholkosum, Körperhygiene, Sex- und Toilettensitten. Die Portraits sind sehr oberflächlich, Menschen lernt

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Romankritik: Was man von hier aus sehen kann, von Mariana Leky (2017) – 6/10

Der Roman hat eine Schlagseite Richtung Dorfidylle und  Friede-Freude-Mehrgenerationenhauseierkuchen. Die wichtigsten Geschäfte sind Buchladen, Kramer, Eiscafé, Geschenkideengeschäft und Blumenladen; diesen Wohlfühl-Kitsch konterkarieren ein paar absurde Dorf-Kratzbürsten; selbst ihnen begegnen die Hauptfiguren zugewandt, so werden auch die Dorf-Kratzbürsten zutraulich handzahm. Ein  Kuschel–Buch. Fazit: Mariana Leky bezirzt den Leser mit drolligen Vergleichen, Begriffskombinationen, Dialogen und Situationen. Die

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Sachbuchkritik: The Newlyweds. Fighting for Love in the New India, von Mansi Choksi (2022) – 8/10

Dieses Reportagebuch ist intensiv wie ein Filmskript. Die Autorin lernte das Journalistenhandwerk an der Columbia-Universität; sie ist aufdringlich nah an ihren Figuren, verrät intime Gefühle, Wortwechsel und Tagebuchnotizen, nennt Klarnamen. Mansi Choksi berichtet auch grausame körperliche und seelische Übergriffe, und selbst darüber hinaus fiel mir die Lektüre nicht leicht – das Pausieren aber auch nicht.

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Romankritik: Die Stimmen des Abends, von Natalia Ginzburg (1961) – 5/10

Natalia Ginzburg (1916 – 1991) erzählt unverklärte Geschichten aus einem italienischen Kaff kurz nach dem zweiten Weltkrieg. Sie wechselt unübersichtlich zwischen mehreren Familien hin und her. Die Leute wirken gedrückt und verhuscht, selbst wenn Ginzburg Fröhlichkeit und Reichtum erwähnt. In diesem Dorf wurde “alle vorrätige Lebensenergie schon aufgebraucht“, sagt Hauptfigur Tommasino, das passt. Zudem schreibt

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Buchkritik: Auf dem schwarzen Berg, von Bruce Chatwin, (1982, engl. On the Black Hill) – 7/10 

Bruce Chatwin schreibt schlankes, uneitles Englisch ohne Effekthascherei oder Blabla, aber dekoriert mit vielen Wortantiquitäten. Chatwin kredenzt nur wenige Rückblenden, diese teils unübersichtlich. Es gibt nur eine dräuende Ankündigung kommenden Unheils am Kapitelende: …during the summer of ‘27, there was a very disagreeable incident. Chatwin streut faszinierende Details aus dem historischen Landleben ins Buch –

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Kritik Kurzgeschichten aus: Der Mond über der Eisbahn, von Alice Munro (1986, engl. The Progress of Love) – 7/10

Wiederkehrende Eigenschaften: Bedeutungsvolle Symbole wie abblätternde Tapeten, verbleichende Fotos; lebendig gezeichnete Personen und Kulissen; hervorragende elegante Sprache (ich kenne nur das englische Original); Interessantes aus der Vergangenheit wird angedeutet und nicht erzählt; etwas zu viel Körperfunktion, Dreckiges, Böses überraschend, mehr als in späteren Bänden Wie in ihren anderen Sammelbänden meist auch: äußerlich interessieren mich Munro-Figuren

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Thailand

Kritik Thailand-Kurzgeschichten: The Politician, von Khamsing Srinawk (Lao Khamhawm), 3. Ed. 2001 – 6/10

Diese Ausgabe enthält 17 meist knappe Kurzgeschichten über thailändisches Landleben, fünf mehr als frühere Ausgaben. (Und die letzten Texte wirken schwächer, mehr gelabert, weniger geschlossen.) Die Geschichten entstanden zwischen 1953 und 1995. Zwei Geschichten wurden übersetzt von Professor Herbert Philipps, der auch drei Seiten Einleitung schrieb und den Verfasser zwischenzeitlich als Mitarbeiter bei anthropologischen Forschungen

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Sachbuchkritik: Ein Hof und elf Geschwister, von Ewald Frie (2023) – 7/10

Ewald Frie schreibt eher allgemein über Veränderungen in der münsterländischen Landwirtschaft seit 1945 (in der Buchmitte mit einer ermüdenden Rückblende bis ca. 1817), gestützt auf ausführliches Quellenstudium. Seine sozialhistorischen Erkenntnisse garniert Frie mit Erfahrungen der eigenen Familie samt Zitaten seiner zehn Geschwister, die aus unterschiedlichen Jahrzehnten berichten. Aber die Frie-Geschwister treten kaum als Individuen hervor,

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Buchkritik: Michel aus Lönneberga – Michel in der Suppenschüssel (1963, 1 von 3) + Michel muss mehr Männchen machen (1966, 2 von 3) + Michel bringt die Welt in Ordnung (1970, 3 von 3) – 7/10

Es sind nicht nur platte Schwänke. Die Kurzgeschichten bieten eine gewisse Substanz und Erdung, ich habe öfter gelacht und geschmunzelt. Astrid Lindgren kredenzt auch interessante Missverständnisse und Ambiguitäten. Gelegentlich liefert Astrid Lindgren Querbeziehungen und Fortsetzungen einzelner Episoden zwischen verschiedenen Geschichten, vor allem im dritten Band. Amazon-Werbelinks: Michel aus Lönneberga | Astrid Lindgren  | Erich Kästner

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Kritik Kurzgeschichten aus: Wozu wollen Sie das wissen?, von Alice Munro (2006, engl. The View from Castle Rock) – 7/10

Die Geschichten sind wohl weniger fiktional als üblich – aber auch nicht pur faktisch, keine eidesstattlichen Versicherungen. Alice Munro schreibt im Vorwort:  I was doing something closer to what a memoir does – exploring a life, my own life, but not in an austere or rigorously factual way. I put myself in the center and

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Kritik Kurzgeschichten aus: Glaubst du, es war Liebe?, von Alice Munro (1990, engl. Friend of My Youth) – 7/10

Wiederkehrende Themen: Todkranke Mütter und ihre erwachsenen Töchter; die Sexualität erwachsener Frauen, speziell der alleinstehenden oder mit einem kranken Mann; Untreue in Beziehungen; relativ schwache Männer (ausnahmsweise besonders starke); hartes Landleben in Kanada; religiöse Gruppierungen und ihr Lebensstil Bei vielen Büchern denke ich, man hätte kompakter formulieren können – Adjektive weglassen, umständliche Nebensätze als Substantivierung

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Buchkritik: Was die Dörfer einst zusammenhielt, von Ulrike Siegel (2022) – 7/10

18 Dorfbewohner aus Deutschland, geboren etwa zwischen 1951 und 1964, erzählen in 19 Geschichten von ihren frühen Kindheitsjahren auf dem Dorf – oder von ihren Großeltern, dann geht es bis in die 1930er Jahre zurück. Oft geht es um Bauern, aber auch um die arme Schneiderin Omi Anni, den fahrenden Höker Alwiss und die bescheidene

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Romankritik: Die Witwe Couderc (1942), von Georges Simenon – 7/10

Wie immer beschreibt Georges Simenon Details so plastisch, als ob er selbst dort aufgewachsen sei. Hier aus Jeans Perspektive,  überraschend allein auf dem Hof: Was gab es an diesem Tag zu tun? Er drehte das Rad des Ziehbrunnens und fing an, die Salatpflanzen zu gießen. Auch Brutapparate und Schwefelspritzen, die rote Augen machen, lernen wir

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Thailand

Roman-Kritik: Many Lives, von Kukrit Pramoj (หลายชีวิต, Lai Chiwit, 1954) – 6/10

Fazit: Das ist kein Roman, es sind nicht mal Kurzgeschichten: Kukrit Pramoj liefert bestenfalls elf konventionell, aber flüssig getextete, unverbundene Lebensabrisse von Dorf- und Kleinstadtbewohnern. Pramoj verzichtet weitgehend auf markante Details, Dialog, Konflikt, Spannung, Schlusspointen, Zeitsprünge, Andeutungen, Humor, Historisches oder Soziales oberhalb der Dorf-Ebene. Pramoj schreibt zu didaktisch, seine Figuren haben zu wenig Fleisch und

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Roman-Kritik: Emma, von Jane Austen (1815) – 7/10

Gleich zu Beginn gleiten allerlei junge Damen und Herren mit Beziehungsstatus Single über Jane Austens glänzend geöltes Roman-Parkett. Die werden das Buch nicht alleinstehend verlassen, glaubt man. Und wer sich auf dem Dating-Basar zu freudig beschnuppert, der vermählt sich vielleicht letztlich anderweitig. Wieviele Happy Ever Afters wird Jane Austen kredenzen? Amazon-Werbelinks: Jane Austen Emma |

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Lese-Eindruck Kurzgeschichten: Osten, Westen, von Salman Rushdie (1994)

Fazit: Seine Kurzgeschichten aus Indien, England, Fantasialand und dem Mittelalter schreibt Salman Rushdie mit stark wechselndem, aber stets sicherem und beeindruckendem Tonfall. Er macht Kulissen und Personal mit wenigen Sätzen lebendig. Öfter stellt Rushdie seine Fabulierkunst und Belesenheit zu deutlich heraus – in exotischen Wörtern wie „palindromically“ und in markanten Stil- und Literaturparodien. Das wirkt

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Lese-Eindruck: Das Landleben – Geschichte und Zukunft einer gefährdeten Lebensform, von Werner Bätzing (2020)

Wer sich für Dorf und Landwirtschaft in Deutschland interessiert, bekommt hier Fakten plus Geschichte noch und nöcher. Warum ich das Buch trotzdem nicht ganz las: Werner Bätzing schreibt für mich zu dröge, zu wissenschaftlich: passivisch, substantivisch, umständlich im Haupttext nur die verallgemeinernde Erkenntnis, konkrete Beispiele höchstens als Endnote Wird werden kann: Zwar textet Bätzing nicht

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Kritik Sachbuch: Wie Gott verschwand aus Jorwerd, von Geert Mak (1996) – 8/10 Sterne

Geert Mak schreibt ein fast ideales Sachbuch: Faktensatt, ohne Blabla, sehr flüssig. Er mischt allgemeine Schilderungen gut mit Einzelschicksalen und flicht gelegentlich Landschaftsimpressionen ein. Maks Bericht entwickelt einen Zug fast wie ein Roman. Interessant: In den Niederlanden erschien das Buch 1996, auf Deutsch erst 2007 – offenbar hielt der deutsche Verlag Maks Buch auch 11

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Kritik Kurzroman: Der harte Handel, von Oskar Maria Graf (1832) – 7/10 Sterne

Oskar Maria Graf erzählt spannend und unidyllisch vom Leben auf dem Dorf mit Versicherungsbetrug, Ausbeutung, Hinterfotzigkeit und kalkuliertem Sex unter Unsympathen. Der Titel „Der harte Handel“ passt perfekt zu Atmosphäre, Intrigen und Geschacher im Roman. Die Figuren werden äußerst lebendig, aber nicht liebenswert. Das Herz erwärmt nichts, zumal die Geschichte gutteils im Winter spielt. Nebenbei

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Kritik Kurzgeschichten: Dorfbanditen, von Oskar Maria Graf (1832) – 6/10 Sterne

Oskar Maria Graf erzählt Schnurren aus Kindheit und Jugend. Teils sind es haarsträubende Missgeschicke, etwa der Gang übers brüchige Starnbergerseeeis oder die Torte auf dem Parkettboden („wie ein auseinandergespritzter Fladen Kuhdreck“). Solche Kurzgeschichten enden oft unspektakulär mit einer weinenden Mutter und Prügel vom Vater. Andernteils kredenzt Graf derbe Lausbubenstreiche, etwa Schüsse auf Nachbars Spitz, die

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Romankritik: Blasmusikpop, von Vea Kaiser (2012) – 4/10 Sterne

Die Schnurre beginnt 1959: Das österreichische 400-EW-Dorf St. Peter am Anger auf 1200 Meter Höhe hat noch 1969 keinen Fernsehempfang und staunt erst 1974 über den ersten Fernseher. Allerdings törnt der Roman inhaltlich und sprachlich ab: Vea Kaiser setzt auf Klamauk statt auf Plausibilität und Realismus hat zunächst eine trocken-lässige Stimme, schreibt markantes, aber nicht

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Kritik: Theodor Storms Novellen (1861 – 1888) – 7/10 Sterne

1861 – Veronica – 6/10 Junge, schöne Ehefrau gewährt jungem Galan außerehelichen Kuss unter rauschendem Mühlrad – und das als Katholikin, vor dem Osterfest. Der Beichtstuhl wartet, gefühlt sogar das Schafott. Für Stormverhältnisse sehr schmalzig, pompös und anzüglich, dazu aufdringlich religionskritisch. In der Länge eine Kurzgeschichte, aber weil’s Storm ist, eine kurze Novelle. Assoziation: Punktuell

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Spanien-Bericht: Capricho. Ein Sommer in meinem Garten, von Beat Sterchi (2021) – 3 Sterne

Dies ist teils Autofiktion, teils Huertofiktion. Beides nervt. Denn sonst ist es nichts. Irgendetwas über Landflucht, Klimawandel, persönliche Abenteuer, demografischen Wandel, Bürgerkrieg, Tourismus, spanische oder EU-Politik, Dorfsoziologie etc. sagt Beat Sterchi nicht, auch wenn er ein bisschen über die Szene an der Küste spottet und in der Hängematte Bücher über Spanien ab 1936 liest. Sterchi

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Kritik Schweizer Kuhroman: Blösch, von Beat Sterchi (1983) – 6/10 Sterne

Fazit: Beat Sterchi berserkert mit Sprache und Inhalt, dass es spritzt. Hochdetailliert und wortgewaltig beschreibt er Abläufe auf einem sehr altmodischen Milchviehbauernhof und im Schlachthof. Wie die Kuh Blösch bestiegen und schließlich geschlachtet wird, schildert Sterchi über jeweils mehrere Seiten und ohne Rücksicht auf Sensibilitäten. Amazon-Werbelinks: Beat Sterchi In den Zisternen: Sehr viel Plot gibt

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Romankritik: Daheim, von Judith Hermann (2021) – 7 Sterne

Judith Hermann schreibt betont achtsam, zart, feminin, spröd, mild wunderlich. Teils pseudo-literarisch-lyrisch wie Seit fast einem Jahr lebe ich auf dem Land, an der östlichen Küste ((…)) an dieser Küste Warum schreibt sie nicht „Ostsee“? Warum nicht einen Ortsnamen? Oder heißt die Gegend Daheim? Für echten, kernigen Dialog ist Judith Hermann zu deutsch, aber ganz

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Lese-Eindruck: Ein Mann fürs Haus, von Nina Stibbe (2014, engl. Man at the Helm)

Gleich auf den ersten Seiten hatte ich Bauchschmerzen vor Kichern und Lachen, das gibt’s ganz selten. Die Szenen sind teils zu cartoonhaft, aber es gibt drollige Einzeiler. Das Vergnügen legte sich schnell. Ich brach ab etwa auf Seite 70, das tue ich sonst nicht, aber YOLO. Warum feiern Profikritiker das Buch als Spaßkanone – haben

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Romankritik: Mittagsstunde, von Dörte Hansen (2018) – 7 Sterne – mit Video

Dörte Hansen hat tolles Material an der Hand: Echte Dörfler vom   Alten   platten Land, die prächtig Dialekt reden; interessante Details aus Landwirtschaft und Land-Wirtschaft; drei Generationen. Terroir ohne Ende. Sie verwebt ihre Motive vielfach, alles hängt mit allem zusammen. Was die Autorin nicht hat: Eine knackige Handlung. Und vorhandene Plotspuren versteckt Dörte Hansen noch aufwändig.

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Romankritik. Nur die Tiere, von Colin Niel (2017, frz. Seules les bêtes) – 5 Sterne – mit Video

Die Geschichte ist gutteils grotesk unglaubwürdig. Doch Colin Niel begint mit einer zunächst ansprechenden, realistischen Handlung aus dem ländlichen, rauen Frankreich. Der Ex-Agrarwissenschaftler liefert stimmige Details aus der Landwirtschaft (es könnte jedoch noch plastischer sein) und produziert interessante Analogien, so über einen Menschen: zaudernd wie ein Tier, das nach einem langen Sommer den Stall betritt

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Kritik Justiz-Kurzgeschichten: Die Sau, von Ludwig Thoma (2015) – 7 Sterne

In Ludwig Thomas Justiz-Kurzgeschichten hauen sich Bayernmänner im Bierhaus Bierkrüge und mehr auf den Kopf: Mit diesen eichenen, buchenen und eisernen Wehren haben die grimmigen Huglfinger Helden gestritten gegen die Mannen von Kraglfing und Hiebe ausgeteilt, daß der weite Saal des Unterbräu erdröhnte… Bayernfrauen eskalieren verbal, keifen an Wäscheleine und Fensterbank. Solche Konflikte und ihr

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