Deutschland

Kritik Dating-Memoir: Zum Glück gibt’s Anzeigen, von Christian Nürnberger (1993, 2002) – 3 Sterne

Top-Journalist Christian Nürnberger findet und heiratet die Studentin und spätere Top-Journalistin Petra Gerster per Print-Kontaktanzeige 1982 in der „Zeit“. Nürnbergers textet sein Buch über diese Eroberung flott, der Inhalt ödet aber an: Nürnberger verallgemeinert, er spekuliert, er zitiert länglich Filmszenen statt wahres Leben. Als wolle er das Manuskript angestrengt längen. Nürnbergers eigene Kontaktanzeige und die…

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Lese-Eindruck Biografie: Martin Luther und Katharina von Bora, von Petra Gerster, Christian Nürnberger (2016)

Das Autorenpaar schreibt herzhaft populär/-istisch (S. 83): Und so war nun erst einmal Wahlkampf im Heiligen Römischen Reich, und dabei ging es zu wie in der FIFA und dem IOC. Es flossen reichlich Bestechungsgelder Oft sind das knappe, knackige „Sätze“ (S. 14): Wir brauchen diesen Kampf nicht zu gewinnen, denn er ist schon gewonnen. Von…

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Lese-Eindruck Biografie: Der Mensch Martin Luther, von Lyndal Roper (2016)

Intention der Autorin: Laut Vorwort plant die Oxfordprofessorin Lyndal Roper  „eine psychoanalytisch beeinflusste Biographie“, sie möchte „Luther selbst verstehen“, „seine Seelenlandschaft“, und nicht nur seine theologische Entwicklung nachzeichnen. Ropers Vater war „einige Jahre lang Pastor einer presbyterianischen Gemeinde“ in Australien. Roper über sich: Ich bin kein Kirchenhistoriker, sondern eine Religionshistorikerin, die von der Sozial- und…

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Buchkritik: Das ganze schrecklich schöne Leben, von Konstantin Wecker, Günter Bauch, Roland Rottenfußer (2017) – 5 Sterne

Die Beiträge von Konstantin Wecker konnte ich nicht ganz lesen, sie klangen mir oft zu wolkig, zu schwülstig, zu pastörlich. Zum Beispiel: Kein Wassertropfen gleicht dem anderen, keine Schneeflocke ist identisch mit einer anderen – und kein menschliches Leben, und sei es noch so angepasst, gleicht einem anderen. Ich danke ihnen für mein Aufgehobensein in…

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Buchkritik. Goethe und Friederike, Wahrheit und Dichtung, von Theo Stemmler (2019) – 5 Sterne

Dies ist eine Plauderei unter Gelehrten, eine Materialsammlung, aber keine Teil-Biografie für Laien. Ein Narrativ, ein Gefühl für den Lauf der Zeit entsteht nicht: Bei der Gliederung orientiert sich Autor Theo Stemmler nicht an der Chronologie, sondern an unterschiedlichen Quellen, die mehrfach neu ansetzen, oder an undefinierten Kriterien. Goethes frühe Herzensdame Friederike Brion interessiert den…

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Kritik Biografie: Ludwig Thoma und die Frauen, von Martha Schad (1995) – 5 Sterne

Meine Meinung: Martha Schad schreibt unübersichtlich, mit irritierenden Zeitsprüngen, eingeschränktem Fokus, sprachlich altbacken. Doch sie hat viele spannende Quellen, aus denen sie manchmal zu ausführlich zitiert, interessante Abbildungen, und sie hat vor allem eine spannende Geschichte an der Hand – gleich zweimal flext Ludwig Thoma die vermeintliche Frau seines Lebens aus einer bestehenden Ehe heraus,…

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Buchkritik: Eine Kindheit in Niederbayern, von Wolfgang Schmidbauer (1987) – 8/10

In der ersten Hälfte beschreibt Wolfgang Schmidbauer frühe Kindheitsjahre gleich nach dem 2. Weltkrieg im niederbayerischen Weiler Deindorf, dann die weitere Kindheit in Passau mit ähnlicher Atmosphäre. Wolfgang Schmidbauer bei Amazon (Werbe-Link) Schmidbauer liefert sehr genaue Eindrücke: die Rivalität unter Brüdern und unter den Dorfjungs, das Wirtschaften auf dem Hof, das schlichte Leben der bäuerlichen…

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Buchkritik: Mit dem Moped nach Ravenna, von Wolfgang Schmidbauer (1994) – 7 Sterne

Dieses Pubertier dampft, tropft, mieft. Schonungslos psychoanalysiert Wolfgang Schmidbauer sein Jungmann-Ich, mit viel Bipfi, Onanie, fernem Schmachten, Frauenfantasien, Verwirrung, Straßendirne, Führerscheinprüfung, katholischen Konflikten, Jungsrivalität, Fiesheit und Geltungssucht sowie stürmischem Drang zu „Kunst…, zu der ich unverfroren meine Gedichte rechnete“. Ergüsse triefen saft- und versförmig. Schmidbauer beschreibt sich äußerst unschmeichelhaft, ist aber womöglich realistisch. „Sehnsucht, Weltschmerz“…

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Buchkritik: Die Seele des Psychologen, von Wolfgang Schmidbauer (1994) – 7 Sterne

Wolfgang Schmidbauer (*1944) schreibt unaffektiert bildhaft. Etwa: Mir fehlte die Begabung meines Bruders. Er konnte aus einem Gewimmel von Widerständen, Kondensatoren und Röhren ein funktionierendes Radio bauen. „Autobiografisch“ oder „autofiktional“ dürfen m.E. nur Wolfgang Schmidbauer und John Updike schreiben, bei anderen wird’s Geseiche. Auch Dativ-e ist kein Thema („im Land“). Affektiert klingt Schmidbauer jedoch eventuell…

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Besprechung: Schadenfreude, A Love Story, von Rebecca Schuman (2017) – 4 Sterne

Dies ist der Lebensweg einer US-Germanistin, kein Buch über Amis und Deutsche in Deutschland. Die US-Amerikanerin Rebecca Schuman hat eine (S. 212*) all-consuming love for the German canon… A reverence that hovered somewhere between religious and sexual ecstasy Zuerst verfällt sie Kafka („the German language’s most famous writer“), später auch Thomas Mann, Wittgenstein und anderen…

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Buchbesprechung: Aus dem Leben eines Lohnschreibers, von Joseph von Westphalen (2008) – 6 Sterne

„Lohnschreiber“ sind manchmal auch „Zeilenschinder“: Joseph von Westphalen (*1945) quasselt und quasselt hier, von Hölzchen auf Stöckchen, schmückt aus, schiebt ein, imaginiert, reminisziert, selbstgefällig, geschwätzig, ja logorrhoisch kommt und kommt er nicht zum Ende. Hat man eine Geschichte endlich durch, stehen ganz am Buchende noch mal  separate Anmerkungen dazu – mehrfach mit dem Hinweis, dass…

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Kritik Sachbuch: Der fremde Deutsche, von Umeswaran Arunagirinathan (2017) – 5 Sterne

Der Autor, mit 12 aus Sri Lanka geflüchtet, heute dunkelhäutiger Herzchirurg in Deutschland, hat mit ausländerfeindlichen Patienten zu tun, die er darum besonders aufmerksam betreut, und scheitert an vielen Disko-Türen. Tolle Unterstützung bekommt er andererseits auch. Dieses Buch über einen südasiatischen Flüchtling in Deutschland beginnt in…  London, und dort lernen wir schlagartig zu viele Familienmitglieder…

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Kritik Sachbuch: Wann sind wir wirklich zufrieden, von Martin Schröder (2020) – 7 Sterne

Nur Statistik, Empirie, Zahlen und Fakten, Fakten, Fakten – statt Esoterik, Pycho- und Philosophiegedöhns, und das in einfacher Sprache: dies Sachbuch ist nach meinem Geschmack. Mit dem Sozio-ökonomischen Panel (SOEP) hat Soziologieprofessor Martin Schröder fantastische Daten von 1984 bis 2017, die er nach vielen Kriterien auswertet: Wie bestimmen die großen Lebenskalamitäten – Familie, Arbeit, Wohnen…

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Kritik Biografie. Heinrich Heine, von Jan-Christoph Hausschild u. Michael Werner (1997) – 6 Sterne

Die Sprache ist nicht direkt professoral oder zu verschachtelt, aber doch im ersten Teil glanzlos und nicht achtsam leserfreundlich. Immerhin gibt es Sätze mit über 60 Wörtern (z.B. S. 59*, „Das hinderte ihn aber nicht…“). Der zweite Teil (Paris) ist keine Chronologie, sondern eher eine Aufsatzsammlung. Auf Amazon: Heinrich Heine | Heinrich Heine Biografie |…

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Kritik Biografie. Heinrich Heine, von Christian Liedtke (1997, 2006, rororo Monografie) – 7 Sterne

Christian Liedtke (*1964) schreibt ruhig und flüssig, unprofessoral und uneitel. Er baut viele kursivierte Heine-Zitate ein, die generell pfiffig, frech und liebenswert klingen –  Heinrich Heine (1797 – 1854) hatte hörbar Herz, Hirn und Hormone am rechten (linken) Fleck. Liedtke zitiert vor allem die Briefe Heines und seiner Zeitgenossen (es gibt 862 Endnoten mit Quellenangaben),…

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Kritik Sachbuch: Die Schönheitsgalerie König Ludwigs I., von Gerhard Hojer (1979) – 7 Sterne

Die sehr faktenreiche, dichte Einführung erklärt die ursprüngliche Hängung der Bilder im Festsaalbau der Münchner Residenz, zeigt ein Foto von 1937 und zum Vergleich eine Schönheitengalerie aus Versailles. Der Autor nennt andere Portraitsammlungen Ludwigs (Künstler, Wissenschaftler, teutsche Helden) und andere Schönheiten- und „Mätressengalerien“ seit der Antike, zum Teil vielleicht Inspiration für Ludwig I. Auf Amazon:…

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Kritik Sachbuch. Dagmar von Gersdorff: Marianne von Willemer und Goethe, Geschichte einer Liebe (2003) – 3 Sterne

Dagmar von Gersdorff scheint die Goethe-Marianne-Geschichte als bekannt vorauszusetzen: Sie erzählt mit vielen kleinen, irritierenden chronologischen Sprüngen. Fragen bleiben immer wieder offen, und der Leser kann nur hoffen, dass die Autorin verblüffend gekappte Erzählstränge später wieder aufgreift. Ich kenne einige Biografien und weiß, dass deutsche B-Promis oft schlecht biografiert werden (meist schlechter als angelsächsische B-…

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Lese-Eindruck Sachbuch. Elisabeth Binder: Im Prinzip Liebe. Goethe, Marianne von Willemer und der West-östliche Divan (2019)

Die Journalistin und Belletristin Elisabeth Binder schreibt sehr eigenwillig. Kenntnisreich zitiert sie andere Künstler, Werke und Zeiten. So referenziert sie Johann Sebastian Bach, Heinrich Heine, Napoleon, Hamlet, Thomas Manns Lotte in Weimar, Goethes Urpflanze/Römische Elegien/Sizilien-Erlebnisse/Farblehre/Wahlverwandtschaften/Liebesgedichte des 22jährigen – Nichtprofessoren schwirrt der Kopf. Etwas spöttisch tönt Binder auf Seite 102: Dass ohne die Erläuterungen eines Kommentars…

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Kritik Doppelbiografie. Hazel Rosenstrauch: Wahlverwandt und ebenbürtig, Caroline und Wilhelm von Humboldt (2009) – 5 Sterne

Rosenstrauch erzählt teils sehr subjektiv, sie springt v.a. in den ersten Kapiteln zwischen Zeiten und Personen, es wirkt vielleicht „persönlich“, aber gewiss unübersichtlich: So bringt sie auf S. 26* einen 70-Wörter-Satz mit rund zwölf gutteils nicht eingeführten und auf unterschiedliche Art verflochtenen Personen („Karoline von Wolzogen, die Schwester von Charlotte Schiller, die zur Ehe des…

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Kritik Doppelbiografie. Manfred Geier: Die Brüder Humboldt (2009) – 5 Sterne

Wilhelm von Humboldt frönte „einer Hure“ (S. 113) und schrieb in Schillers „Horen“ (S. 183). Sein Bruder Alexander schrieb auch in den „Horen“, schwärmte aber für zarte Männer, bereiste ferne Länder, folterte sich im Namen der Wissenschaft. Die Humboldt-Brothers verkehrten mit Goethe, Schiller, Georg Forster, Campe, Fichte, Friedrich von Gentz et. al., man traf gekrönte…

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Napoleon

Kritik Biografie. Günter Müchler: Napoleon, Revolutionär auf dem Kaiserthron (2019) – 8 Sterne

Günter Müchler erzählt fast atemlos, wie ein Freund, der aufgeregt Erlebtes berichtet, gelegentlich mit sprunghafter Chronologie, wie ein Formel-1-Reporter im Radio (nicht im TV). Dabei klingt Müchler meist gut lesbar, gelegentlich salopp-umgangssprachlich, aber nie anbiedernd; momentweise dachte ich an Spiegel-Artikel in den 1980er Jahren. Die Verlagswerbung „fesselnder Geschichtskrimi“ wirkt nicht völlig abwegig. Wie ein Reporter:…

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Napoleon

Kritik Sachbuch. Gustav Seibt: Napoleon und Goethe (2008/2010) – 7 Sterne

Napoleon und Goethe trafen sich nur zweimal kurz für „ein paar Viertelstunden“ 1808, so Autor Gustav Seibt im Einstieg. Und laut Nachwort S. 252 ist das „eigentlich gar nichts“. Damit daraus trotzdem ein Buch wird, muss Seibt tief wühlen und weit ausholen: So schildert er den Überfall französischer Soldaten auf Goethes Weimarer Heim zwei Jahre…

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Kritik Biografie: Ludwig I. von Bayern, Ein Ringen um Freiheit, Schönheit und Liebe, von Egon Caesar Conte Corti (ungek. Ausgabe 1937) – 7 Sterne – mit Vergleich

Schon auf Seite 13 der ungekürzten 1937er-Ausgabe beklagt Ludwigs Leibarzt bei seinem Schützling die „unmäßige Neigung zum Frauenzimmer“. Egon Caesar Conte Corti (1886 – 1953) spickt seine dicke, eingängige Ludwigbiografie mit vielen pikant/pikierten Zitaten, die Ludwig und seine Umgebung sehr präsent machen. Die menschliche Figur: Der Biograf interessiert sich für das Menschlich-Allzumenschliche. Auch heiteren Volksmund…

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Erster Eindruck Biografie: Ludwig I. von Bayern, Königtum im Vormärz, von Heinz Gollwitzer (1986) – mit Ausgabenvergleichen

Dieses Buch habe ich nur in Stichproben gelesen. Schon im Vorwort bedauert Autor Heinz Gollwitzer, er könne aus Zeitgründen „nicht ((…)) das Optimum einer Biographie“ (S. 11) abliefern. Keine gute Prämisse. Heinz Gollwitzer (1917 – 1999) schreibt nicht streng chronologisch, sondern liefert Ketten historischer Aufsätze, Übersichten und Analysen. So lauten etwa die Überschriften ab S….

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Kritik Sachbuch: König Ludwig I., von Golo Mann (1986) – 6 Sterne

Golo Mann (1909 – 1994), zuvor Berater von Willy Brandt und Franz Josef Strauß, bespricht Ludwig I. in diesem schmalen Bändchen sehr mild. Sein Wesen sei „überwiegend, wenn auch nicht ausschließlich, gut“ (S. 41), aber „wir wollen keinen Engel aus ihm machen“ (S. 80). Ludwigs Schwulstgedichte seien „weder gut noch schlecht“. Interessant ist der Vortrag…

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Kritik Sachbuch: Therese von Bayern. Eine Königin zwischen Liebe, Pflicht und Widerstand, von Carolin Philipps (2015) – 7 Sterne

Carolin Philipps schreibt pep- und schwunglos, aber auch unprofessoral leicht lesbar (sie schreibt auch Jugendbücher). Philipps verzichtet gänzlich auf hohles Blabla oder Verallgemeinerungen, macht Therese und die ihren durch Briefauszüge zeitweise lebendig – ihr Bild wird viel klarer als in Ludwigografien. Die Autorin rühmt sich im Vorwort der „Auswertung von Tausenden von Briefen Thereses“, und…

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Kritik Sachbuch: König und Dame. Ludwig I. und seine 30 Mätressen, von Rudolf Reiser (1999) – 5 Sterne

Rudolf Reiser klingt über lange Strecken vorpubertär sensations geil lüstern und Bänkelsänger-komödiantisch, er psalmodiert von „fleischlichen Gelüsten in der Fastenzeit“ (Überschrift S. 37), nennt Ludwigattin Therese das „unangenehme Scheu- und Schicksal seines Lebens“ (S. 18), Ludwig deroselbig sei ein „mieser und fieser Charakter“ (S. 8). Seine derben Schenkelklopfer betont Reiser immer wieder per Ausrufezeichen. Gierig…

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Kritik Sachbuch: König Ludwig I. in Rom, von Rudolf Reiser (2005) – 5 Sterne

Ludwigs mediterrane Kunst- und Damenjagd schildert Rudolf Reiser (*1941) als verruchten Schenkelklopfer: Wir hören von Ludwigs „erlebnis- und sündenreicher Zeit“ im „Sündenpfuhl“ (jew. S. 18) und erschauern schon auf S. 10: Ludwig dringt in Bildhauer- und Malerateliers ein, in päpstliche Gemächer, alte Paläste und schöne Frauenzimmer. Und über Ludwigs Begleiter Graf Seinsheim (ebf. S. 10):…

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Kritik Beltracchi-Betrug-Sachbuch: Falsche Bilder, Echtes Geld. Der Fälschungscoup des Jahrhunderts, und wer alles daran verdiente – von Stefan Koldehoff, Tobias Timm (2012) – 7 Sterne

Das Buch schildert die Minutiae eines Kriminalfalls im Kunstmilieu und liefert keine Biografie der Hauptakteure. Die Autoren klamüsern Abläufe haarklein auseinander: endlose Gespräche, Briefe und Mails zwischen Galeristen, Museumsdirektoren, Künstlererben, Auktionshäusern, Kunstwissenschaftlern, Kriminalern, Laboren, Sammlern sowie den Beltracchis und ihren Helfern; die Reisen der Bilder, der Händler und Experten; Austellungsorte, Ausstellungstermine, Zahltermine, Zahlbeträge, Steuerparadiese und…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Land-Memoiren: Und plötzlich war ich Bäuerin, von Ulrike Siegel (Hg., 2010) – 7 Sterne

Vor der detaillierten Begründung das Fazit: Das Buch ist schlecht getextet, die Geschichten wirken oberflächlich und wiederholen sich, und größere Teile Deutschlands kommen gar nicht vor. Gleichwohl liefert Herausgeberin Ulrike Siegel reizvolle Einblicke ins wahre Leben – jedenfalls mit den Texten, nicht mit den belanglosen Fotos. Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Kurze Protokolle: 18 Frauen erzählen…

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Ulrike Siegel Bauernhof Dorf

Rezension Memoiren von Ex-Bäuerinnen: Und dann habe ich den Hof verlassen, von Ulrike Siegel (Hg., 2011) – 7 Sterne

„Erstaunlich ist“, sagt Ex-Bäuerin Bettina lange nach Aufgabe der Landwirtschaft, „dass nicht nur wir Erwachsenen, sondern auch die Kinder morgens immer noch keinen Hunger haben, da wir es gewohnt waren, erst nach dem Stall zu frühstücken“ (S. 38). Amazon-Werbelinks: Dörte Hansen | Walter Kempowski | Ulrike Siegel Zum Weinen in den Wald: Bettinas Familie verließ den Hof aus finanziellen Gründen,…

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