Rezension Miami-Roman: Back to Blood, von Tom Wolfe (2012) – 7 Sterne – mit allen wichtigen dt. & engl. Pressestimmen, Hintergründen & Video

Seinen massiven Miami-Roman bevölkert Erfolgsromancier und -journalist Tom Wolfe mit einem ganzen Bestiarium bizarrer Figuren. In den Hauptrollen: ein junger Kuba-stämmiger Polizist, seine junge Latina-Ex, zwischenzeitlich mit einem ebenfalls wichtigen Psychiater für porno-Abhängige Milliardäre liiert, ein paar russische und amerikanische Milliardäre, schwarze Crackdealer, ein junger weißer Journalist mit Yale-Vergangenheit (wie einst Wolfe), der schwarze Polizeichef und der Latino-Bürgermeister sowie eine distinguierte Familie aus Haiti, die mit ihrer Herkunft hadert. Überhaupt denken die meisten Figuren ständig über Ethnien nach, darauf bezieht sich auch der Buchtitel (der Charaktere-Mix in einer sonnigen US-Metropole erinnerte mich auch an Paul Theroux Hotelroman Hotel Honolulu).

Sein Personal kreuzt Tom Wolfe mit Klischees & Folklore aus Miami und Südflorida: pubertäre Teenie-Parties auf Yachten bei der Columbus Day Regatta, Rentnerblocks mit Omas am Rollator, Art Deko-Hotels, Glamour-Restaurants, das kuriose Rathaus, die Privatinsel mit der diskriminierenden Zugangsregelung, die schicke Kunstmesse, ein schmieriger Stripclub, das Uni-Gelände voller Palmen, unentwegt die Hitze und der glühende Sonnenball, das mögliche Bleiberecht für ankommende kubanische Flüchtlinge.

Schrille Orte und Figuren:

Buchautor Wolfe klappert die Orte fast in Reportermanier ab und würfelt sie dann kombiniert mit seinem dramatischen Figurenreigen und aufgeblähter Sprache ins Buch. Fertig ist ein Bestseller – oder?

Gleich im Vorwort zur US-TB-Ausgabe betont Wolfe, welch illustre Figuren ihn, den New Yorker, durch Miami führten, unter ihnen Bürgermeister und Polizeichef der Millionenstadt. Diesen pompösen Vorspann schob der deutsche Verlag wohl nicht ohne Grund ans Buchende, auf Seite 767.

Riesengroße Gefühle:

Tom Wolfe konstruiert riesige Gefühle, Hilflosigkeit gegenüber höheren Mächten oder miesen Intrigen, langsam zuziehende Schlingen, dramatische Klassengegensätze, Statusgetue, hysterisch überbewertete Rassenunterschiede (speziell Cubanos versos Anglos aus kubanischer Sicht, aber auch Russen, Haitianer und WASPs). Wolfe überschüttet alles mit Markennamen, Modetrends und schicken Fremdwörtern, hat ein Auge auf die Sprache bestimmter Gesellschaftsschichten (auch haitianisches Kreolisch und Spanisch), lässt Massenmedien sich aufplustern (Papierzeitungen, TV-Sender, YouTube), jedes Auto wird mit seinem Modellnamen bezeichnet.

All das erinnert sehr deutlich an Wolfes ersten, besten Roman, Fegefeuer der Eitelkeiten (engl. The Bonfire of the Vanities, 1987). Und wie in Fegefeuer… räsonniert Wolfe auch in Back to Blood über den bedeutungsvollen Unterschied zwischen „he doesn’t“ und „he don’t“, konstruiert markante Tageszeitungsüberschriften, ja sogar der Ausdruck „back to blood“ erschien schon in Wolfes Roman-Erstling.

Thung LUST thung:

In Back to Blood schreibt Wolfe allerdings deutlich greller, verwendet alle Arten von Effekten – Comicwörter, Comicwörter großgeschrieben, Comicwörter kursiviert, Comicwörter groß und und kursiviert, drei Pünktchen, stille Gedanken fasst er in zwei mal sechs Doppelpunkte ohne Leerzeichen (ja, so: ::::::Gedanke::::::). Wolfe flutet Back to Blood mit Verbal-Bling, um die Geschichte unter Dampf zu halten, und das ab der ersten Szene, einer maritimen Verfolgungsjagd à la manière James Bond:

Thung LUST thung LUST WHOOP WHOOP! WOO-HOO:

Und so beschreibt Wolfe eine Bootsparty mit lauter Musik (S. 279 Little Brown TB-Ausgabe):

((…)) all of them riddled by the abrupt beep beep beeps and alert alert alerts of incoming TEXTS thung TEXTS thung BEAT thung HUMP thung THRUST thung BEAT thung DANCING thung AGAIN thung the DECK thung DECK thung INFLAMED thung LUST thung LUST WHOOP WHOOP! WOO-HOO! – and all at once todo el mundo is mad to reach another deck…down that way! Normal grabs Magdalena by the forearm ((…))

Das Ganze in der deutschen Übersetzung (Heyne-TB S. 309):

((…)) all das gespickt mit plötzlichem Piep Piep Piep für Anrufe und SMS klong SMS klong BEAT klong TANZEN klong WIEDER klong auf dem DECK klong DECK klong ENTFLAMMT klong vor WOLLUST klong WOLLUST klong WUHU WUHU WUUHU – und urplötzlich will todo el mundo wie im Rausch auf das andere Deck … dahin! Norman packt Magdalena am Unterarm ((…))

Und so verrückt es klingt: Der Roman liest sich gleichwohl flüssig, bleibt spannend, trotz dieser kapriziösen Sprache.

Rollenwidrig:

Seine intelligenten Überlegungen und Metaphern schreibt Wolfe auch eher schlichten Gemütern in die wörtliche Rede oder in den Gedankenfluss, und das klingt unpassend. Manchmal reden Figuren ohnehin völlig rollenwidrig, als ob der Autor seine ursprüngliche Konstruktion vergessen hätte. Andere Figuren tauchen auf und dann für 600 Seiten weitgehend wieder unter, so der zunächst pompös eingeführte Chefredakteur Edward T. Topping IV (noch ein Yale-Absolvent) und dessen Frau oder der kubanische Flüchtling, ebenso die Eltern der Hauptfigur Nestor.

Die haitianische Familie erscheint zu selten und wirkt wie als soziologische Studie ins Buch geschrieben. Nestors wichtiges iPhone muss in dem Kampf am Anfang kaputtgegangen sein, doch davon hören wir nichts, er benutzt es einfach weiter; nicht einmal schickt ihn der Autor ins Fitnessstudio, um seinen oft gepriesenen Körper zu stählen, obwohl Nestor dort angeblich Stammgast ist. Damit ist Back to Blood nicht nur schriller geschrieben als Fegefeuer der Eitelkeiten oder der Nachfolgeroman Ein ganzer Kerl/A Man in Full, sondern auch weit schwächer konstruiert.

Der Kriminalfall Kunstfälschung, der über hunderte Seiten hier und da aufblitzt, gewinnnt gegen Ende Fahrt und Gewicht, fesselt aber wegen der eigentümlichen Schilderung, der hölzernen Konstruktion und des inkonsistenten Verhaltens der Hauptfigur Nestor Camacho nie. Ein zweiter kleinerer Kriminalfall zwischen Lehrern und Schülern endet fast auf derselben Seite ähnlich enttäuschend.

Tom Wolfe fasziniert als Stilist und Beobachter – als Erzähler hat er schon viel Besseres geliefert.

Macho, macho:

Wolfe beschreibt die monströsen Egos seiner Machos im monströsen Macho-Stil (einer heißt gleich Ca*macho*, und das wie auch ein bekannnter Wrestler). Wolfes herausgeballerte Wortgewitter geben meist nicht die Gedanken der Protagonisten wieder, denn die erscheinen ja separat zwischen zweimal sechs Doppelpunkten. Wolfes Kaskaden sind Erzählerstimme, Wolfe-Stimme.

Die zwei Frauen unter den sonst männlichen Hauptfiguren sind junge Dinger zum Anbeißen, nicht ganz und gar hirnlos, aber doch vor allem Blickfang und im Ernstfall auf die Hilfe und Kreditkarten der starken Kerle angewiesen (zwar haben der Polizei- und der Redaktionschef auch Angst vor den scharfen Bemerkungen ihrer Ehefrauen, die jedoch im Buch kaum auftauchen).

Sogar das englische Taschenbuch von Little Brown kommt als aufgeblähte Macho-Ausgabe daher:

  • Größe: 15,1 x 24,2 cm
  • Seitenzahl: 701
  • Gewicht: 772 g

Im Vergleich wirkt die normalgroße deutsche Heyne-TB-Fassung plötzlich schmalbrüstig:

  • Größe: 11,2 x 18,6 cm
  • Seitenzahl: 756
  • Gewicht: 602 g

Vorsicht jedoch: Die deutsche Fassung heißt ebenso wie das englische Original Back to Blood (gemeint ist, letztlich verlässt man sich auf seine ethnische Zugehörigkeit) und hat auch das gleiche Titelbild. Auf Online-Abbildungen sind deutsche und englische Version also leicht verwechselbar.

Hintergründe:

Ein freundlicher Film mit Hintergründen zum Buch – der Trailer:

„Wie in einem übersüßen Cocktail…“ – deutsche Kritikerstimmen:

Deutsche Kritiker urteilen viel milder als die indignierten Amerikaner, wie meine Übersicht zeigt. Auffallend freundlich nur die Rezension des Miami Herald (ganz unten) – und diese Zeitung spielt unter ihrem echten Namen in Wolfes Miami-Roman eine wichtige Rolle.

Die Zeit, Ijoma Mangold:

Obwohl Back to Blood gewiss nicht zu seinen stärksten Romanen zählt, müsste man ein schmallippiger Asket sein, um bei der Lektüre trotz vieler erheblicher Einwände nicht doch seinen Spaß zu haben. Alles, was groß und was billig ist an Wolfe, bekommt man hier noch einmal wie in einem übersüßen Cocktail serviert… Obwohl der Roman als Ganzer also eine ziemliche Kolportage ist, schillern seine einzelnen Szenen doch wie satirische Bravourstücke… Für ihn sind Zwischentöne Augenwischerei. Die Wahrheit ist grob. Er liebt den grellen Pinselstrich: Die drei Kategorien Geld, Rasse und Sex genügen ihm, um die ganze soziale Wirklichkeit zu beschreiben… Wie ein Hund, der mit seiner Schnauze unverfroren bei jedem Menschen nach dem Geschlecht sucht, wittert Wolfe in jeder seiner Figuren sofort das Animalische. Der Autor kommt einem dabei manchmal vor wie ein bigotter Zensor, der nach Stellen sucht und sich dabei heimlich selbst befriedigt. Ganz aus dem Häuschen ist Wolfe, wie schamlos eng die Tangas zwischen den Pobacken der Mädchen verschwinden!

Der Spiegel, Christian Buß:

Eingebettet ist dieser streckenweise arg plakativ gezeichnete ethnische und ästhetische Vielfrontenkrieg in ein Miami, das von russischen Oligarchen und pornosüchtigen Investoren regiert wird… wie die Phantasmagorie eines alten Herren, der es nicht mehr vor die Tür seines teuren New Yorker Eastside-Apartments schafft. Die Wirklichkeit? Nun ja, die ist einem Ästheten wie Wolfe wahrscheinlich eh zu schnöde.

Frankfurter Allgemeine Zeitung, Nils Minkmar:

Keine stilistische oder inhaltliche Herausforderung, aber eine perfekt unterhaltende Lektüre… ein völlig entspannter Roman, an dem man vor allem den gnadenlosen schwarzen Humor des Autors schätzen sollte. Wolfe hat sich im fortgeschrittenen Alter diskret von dem Interesse für die Zeitgenossen und der Neugier auf die Abseitigkeiten der Gegenwart entfernt und kultiviert schon sehr seine eigenen, bisweilen sehr amüsanten Spleens… Irritierend ist der Blick des Autors auf weibliche Wesen, auf Sex und Pornografie und Nacktheit und die Bilder davon und die Rede darüber… Letztlich ist die empirische Ausbeute nach der Lektüre begrenzt… Der Leser wird bei „Back to Blood“ nicht aus der Wohlfühlzone herausgeführt, nicht provoziert oder mit ungewohnten Ideen behelligt, andererseits bereut man die mit dem Buch verbrachte Zeit auch nicht. Man ist in den Händen eines Profis.

„Soapy, gripping and sometimes glib…“ – englische Kritiken:

New York Times, Michiko Kakutani:

…a soapy, gripping and sometimes glib novel that’s filled with heaps of contrivance and cartoonish antics, but that also stars two characters who attest to Mr. Wolfe’s new and improved ability to conjure fully realized people… he showers us with his much-imitated confetti of status and sartorial details. Once again, he depicts a dog-eat-dog world in which people behave like animals, scratching and clawing their way up the greasy social pole. Once again, he uses racial tensions — and their political fallout — to fuel his story line…. As he’s done in the past, Mr. Wolfe excavates the world of the superrich with cackling glee, reduces politicians to caricatures of self-interest and mocks or eviscerates practically everybody else… What holds our attention in “Back to Blood” — and pushes us past the novel’s sometimes simplistic satire — are Mr. Wolfe’s two main characters: Nestor Camacho, a heroic Cuban-American cop, who finds himself at the center of several race-based clashes that threaten to set off riots, and his former girlfriend Magdalena, an ambitious but good-hearted nurse… Mr. Wolfe doesn’t really seem to care if his story line becomes increasingly preposterous in the novel’s second half. His aim is to serve as an entertaining tour guide to the theme park-reality show that he calls Miami… entertaining but flawed

New York Times, Thomas Mallon:

The fundamentals of Wolfe’s game have stayed the same: a concentration on behavioral codes and status; the dominance of big themes over private emotions. Exuberance continues to rule his italicized, exclamatory and onomatopoetic pages… This art plot gives Wolfe an opportunity to stage some boisterously venal scenes, but a lot of its action might be happening in any big American city, not just the Miami he’s otherwise so busy particularizing… He has admitted that an art-world story line had to be excised from a draft of the already overstuffed “Man in Full,” and the one here in “Back to Blood” might have been cut loose too… The pacing of “Back to Blood” can be peculiarly slow: its individual sentences are as overstuffed with effects as one of Nestor’s muscle shirts, but the story unfolds with a lot of leisure and recap. Even so, Wolfe remains as skillful as ever in texturing the novel’s terrain… Wolfe’s own autonomous phrasing remains terrifically fresh… From time to time the dialogue buckles under the pressure of vocalizing the book’s themes, but Wolfe generally continues to construct a whole range of tiptop utterance, from outbursts of profanity to politically correct hesitation… Even the exclamation “Back to blood!” appears early in “Bonfire.”… he will be remembered as a formidable replicator of times and places rather than a great creator of characters.

Wall Street Journal, Henry Allen:

Creaky stylistic tricks… Scenes racket along like thrill rides powered by the electricity of his prose style, hissing and sparking. Everything is meant to exhilarate and appall—high greed, low squalor—while exclamation points wave like the hands of those roller-coaster riders who take pride in never gripping the safety bars. Chapter 1 begins with a police patrol boat answering a call about the mast-top refugee in Biscayne Bay. „SMACK the Safe Boat bounces airborne comes down again SMACK on another swell in the bay bounces up again comes down SMACK.“ It takes 11 pages to get the boat to the refugee. The word „SMACK“ appears more than 70 times… A reported $7 million advance means that the publisher plans on selling a lot of books… He writes now the way Michael Jackson twitched through music videos, a collection of moves and gimmicks that for all their appeal rarely flowed together into dance. Still, Jackson was a great entertainer, and Mr. Wolfe has been one too.

Washington Post, Ron Charles:

… an advance rumored to be close to $7 million. And now we finally have it — “Back to Blood” — a novel that cost $10,000 per page. That’s the kind of ludicrous excess that Wolfe loves to parody… Wolfe constructs a Balkanized town and a narrative that reads like a gabby encyclopedia of ethnic stereotypes… For a few hundred pages, this circus of tribal warfare is entertaining enough. Wolfe’s attention to ethnolects — the peculiar dialects of various ethnic groups — can be laborious, but it highlights the way people encode their insults and their superiority in language. Unfortunately, he relies on some clunky punctuation to convey internal dialogue… The essentialist statements — about the way Cubans are, the way blacks are, the way Russians are, even the way men and women are — reduce everyone to not-very-interesting types…. Worse, rather than concentrate on Nestor as his athletic heroism spoils in the toxic air of Miami’s racial atmosphere, Wolfe chases after a gaggle of distracting plotlines that don’t effectively cohere. (One telling indication of this problem is the opening of Chapter 7, which begins, “Nestor Camacho — remember him?”)… “Back to Blood” could have been much better under a stronger editorial hand… The author of “Back to Blood” should have been sent back to work.

The New Yorker, James Wood:

Tom Wolfe writes Big and Tall Prose—big subjects, big people, and yards of flapping exaggeration. No one of average size emerges from his shop; in fact, no real human variety can be found in his fiction, because everyone has the same enormous excitability… The content and the style haven’t changed much since “The Bonfire of the Vanities” was published, in 1987: select your city; presume it to be a site of simmering racial and ethnic civil war, always a headline away from a riot; throw a sensational news story into the fire; and watch the various interest groups immolate themselves… irritatingly bouncy onomatopoeic prose… the characters in “Back to Blood” have identically voiced interiors, so that all one hears, again and again, is Wolfe’s big-circus broadcast… their voices have the same spoiled music (the leaning italics, the serried exclamation points, the bug-eyed rhetorical questions)… The reader gets skillful at speed-reading these identical scrolls of bombast, accelerating through their falsities and imprecisions, keen for the noisy lies to end so that the slightly quieter dubieties of the plot might surface… it is a stage, not a world. Miami is a big, noisy, crazy, spectatorial space, for sure; but “Back to Blood” merely confirms what we already thought we knew about that city, and fails to dramatize ordinary people within that space… His own prose is monotonous in the same way. It confuses the depiction of strength with the energy of verisimilitude. This is perhaps why he is obsessively drawn to describing enormous male physiques, which are analogues for his own exaggeration. In “Back to Blood,” we have not only the massive musclescapes of Nestor and the police chief but also those of Mr. Estevez, the teacher (“His chest bulged out against a white shirt”), and the gigantic black drug dealer, and various outsized Russians… Wolfe’s prose performs like the people it depicts, and is thus inseparable from them. Revelling in its own grossly muscular power, its own cheap riches…

The Guardian, James Lasdun:

There was an interview with VS Naipaul a few years ago, where he spoke about his reluctance to call his new book a „novel“. „If a novel is something that a person in public life does to show how much he or she knows about sex or shopping,“ he explained, then the word was „tainted“. Lurching through Tom Wolfe’s 700-page new novel with its cast of porn-addicts, body-builders, art-collectors, suave oligarchs and foxy jebitas, all sizzling together under the Miami sun, I understood Naipaul’s qualms. It isn’t that Back to Blood is entirely about sex and shopping, or even that it is entirely bad. But… it leaves you with the feeling that if this is what a novel is, then maybe it really is time to move on… The buttons here – race, immigration, drugs, gangs – are hot, and Wolfe pushes them frantically, but also perfunctorily, building his dramas with so little regard for plausibility it’s hard to believe he really cares a damn about the issues themselves… Where he once dissected, he now merely amplifies. Italics, repetition, exclamation marks, screaming caps, have become his stylistic mainstays, supplemented by laboriously spelled-out sound effects and foreign accents… Never one to risk a lull in the tempo, he contrives to build the book almost entirely out of climaxes and set-pieces. There’s a floating orgy, a scene of billionaires mobbing each other at Art Basel in Miami, a skanky strip club episode, a lavish party being filmed for reality TV, any number of trips to fancy mansions and exclusive islands, and then all the cop business – the drug bust, live action rides on marine patrol boats, standoffs between the mayor and the chief of police … The scenes read more like sequences from Miami Vice or Lifestyles of the Rich and Famous… what they lack in literary quality they make up for in a kind of attritional persistence. It’s a very American, full-on, quantity-based concept of entertainment

Goodreads-Publikumswertung: 3,21 von 5 Sternen bei 5774 Stimmen im Juni 2015

USA Today, Deirdre Donahue:

Stale. Silly. Patronizing. Worst of all, utterly unbelievable… contains his trademark tsunami of descriptions, exclamation points, over-the-top hyperbole… Back to Blood is all surface: Endless descriptions of clothes, handbags, cars, restaurants, home. While Wolfe is up to date on 21st century innovations like YouTube, however, he brings a last-century perspective about class differences, sex, journalism and social hierarchies to Miami… None of Back to Blood rings true. By the end, you just wish a big hurricane would sweep these unpleasant cardboard characters out of your mind.

Entertainment Weekly, Rob Brunner:

So distinctively Tom Wolfe-ish that it verges on self-parody. There’s that famously overamped prose, an exhausting procession of exclamation points and ellipses and overly emphatic capitalizations. There’s the familiar obsession with class, power, and status — an apparently unshakable conviction that all human behavior is governed by either a desperation for admiration or a terror of humiliation… Wolfe remains an irresistibly entertaining crafter of narrative, and even at an imposing 700 pages Back to Blood zips along. At times it can feel too smooth, like he’s merely crossing topics off a set-piece checklist: Art Basel Miami, the Columbus Day regatta…

Salon.com, Allen Barra:

Tom Wolfe forgot his own rules. Almost 25 years ago, the author made a case for the realist novel. His silly new book suggests he should reread it… If you have read all of Wolfe’s novels, you have read one of them. As in the others, “Back to Blood” has lengthy interior monologues by different characters, which, no matter what their social and ethnic background, have the same tone: loud!  Much of their thought is expressed in italics, and each is allowed just one primary motivation, some kind of ambition, almost always money, sex or status — and, in a few cases, revenge… Wolfe puts his characters into a great many complex situations, but it’s the situations that are complex, not the characters. (There are no normal people with modest desires or aspirations in Wolfe’s novels.) The prose is written to be read fast; the first time characters appear they’re given thumbnail sketches that are never expanded on… “Back to Blood” isn’t realist fiction, it isn’t naturalism. It isn’t like a novel at all; it’s more like a treatment for a very long miniseries

The Economist:

What sex was to Sigmund Freud, status is to Mr Wolfe: the ultimate drive… The clatter of the book’s pin-balling plot, stylistic tics—ranks of exclamation marks!!!!, stuttering ellipses—and bulk may prove too much for many readers. But Mr Wolfe’s satirical aim at the debauchery and landscape of avarice and arrogance is gleefully accurate.

Kirkus Reviews:

Wolfe is back to some old tricks, including an ever-shifting, sometimes untrustworthy point of view, dizzying pans from one actor to another and rat-a-tat prose… Wolfe’s book goes on long, but never too long

Pop Matters, Michael Antman:

Tom Wolfe writes what are, in effect, graphic novels without the graphics – “WHOMP!”  and “SMACK” and “BEAT-unngh thungBEAT-unngh thung”… astonishing lump of pulp… lurid, crazily entertaining and shockingly self-revealing (I felt vicariously embarrassed for Wolfe on virtually every page)… Wolfe has chosen to express his cultural conservatism using some of the most radical language one could imagine… The overall effect of this, and of Wolfe’s ongoing references to “mons veneris” and “labia majorae”, and “the sartorious muscles” and “lats” and “biceps” and “delts” and “pecs” and various other declivities and bulges, male and female alike, is that of eavesdropping on an amazingly brainy 13-year-old masturbator. Wolfe seems as unhealthily obsessed as one of the patients of his “pornography addiction” doctor, but unlike the patients, Wolfe isn’t sure if he’s salivating or satirizing… soulless, body-part-focused sexual fixations… In terms of entertainment value and audacity, I’d rate Back to Blood somewhere in the neighborhood of a 10, but in terms of reprehensibility and unhinged ugliness and obsessiveness, it’s closer to a 1. So I settled on a 5 as a median, nothwithstanding that this book, which is not “average” or “mediocre” in any way, is not a typical 5 at all.

Financial Times, Sarah Churchwell:

Back to Blood is even more bloated with excess than the society it seeks to lampoon, its plot as unreal as the marionettes jerkily waving their arms around in it…. his characters suffer from a fatal combination of logorrhea and aphasia: they make an unholy din, but words constantly fail them. No one speaks in this novel: they shout in capital letters, honking and squealing and shrieking… The novel runs to 700 pages not because Wolfe has anything much to say, but because of these babbling eruptions of sheer noise, and because he can’t resist repeating his hilarious jokes. Foreigners speak in comedy accents… So is this novel, blown to pieces by the exploding shrapnel of Wolfe’s styleBack to Blood is as fraudulent as the forged paintings at the centre of its plot, falling victim to the social diseases it pretends to diagnose: gigantism, self-indulgence, superficiality masking as profundity, a hyperactive, hyperbolic acquisitiveness and an endless taste for the crudely obvious.

The Esquire, Benjamin Alsup:

In short, Back to Blood is wrong. Bad. Or as Wolfe would write, BAAADDD!!!!!!!… In Back to Blood, Wolfe comes across as a white guy explaining brown people to a room full of white guys… If you see the world Wolfe’s way, Wolfe will show you. Not in the lives and happenings of fully formed characters, not in events that seem likely or even plausible, but in CAPS LOCK, in more exclamation points than you had ever thought possible.

Miami Herald, Connie Ogle:

Sprawling, messy, maddening, exhilarating, exhausting, over-caffeinated and hyper-punctuated, Tom Wolfe’s giddy Back to Blood is as excessive as the city it celebrates and eviscerates. The satire lands on obvious Miami targets — the rich, the shallow, the venal, the felonious, status seekers and zealots of every stripe —and the punches connect with all the subtlety of a storm surge. It will offend sensibilities all around, but the novel’s pointed observations are dangerously close to reality: Wolfe, Master of the New Journalism Universe, has done his homework and done it well… nobody has ever conveyed the intricacies of the city and its roiling cultural cauldron with such breathless, gaudy literary acrobatics as Wolfe does in Back to Blood, so named for the tribal lines along which our loyalties lie… This is a book that yells and screams and sometimes makes you long for peace and quiet, but you won’t be able to ignore it — especially if you live here… Whether we like this book or not, we can’t deny there’s an awful lot of us here.

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