Erster Lese-Eindruck Thaibuch: Jasmine Nights, von S.P. Somtow (1994)

1963 vor den Toren Bangkoks. Im Mittelpunkt stehen Thaijunge Little Frog, 12, und sein afroamerikanischer Freund Virgil. Deren Jugendgeschichten sind witzig und kurzweilig, und doch habe ich auf Seite 40 abgebrochen:

Denn das Buch ist mir viel zu unrealistisch, bis hin zu Chamäleon-Haustier, Limbo-tanzenden Thaitanten, konspirativen Urgroßmüttern und Blowjob beim Leichenschmaus. Ich kann mir nicht vorstellen, dass es in Thailand passiert. Es klingt eher wie eine Humorsammlung des weltgewandten und ungemein gebildeten Autors S.P. Somtow (*1952), der auch Science Fiction, Horror und Historisches schreibt; und diese Einfälle siedelte er dann irgendwie in Thailand an.

Im einzelnen irritierte mich u.a.:

Immer wieder redet der 12jährige thailändische Ich-Erzähler nicht nur erlesesenes Englisch, sondern auch inhaltlich weitaus zu gebildet:

  • Etwa eine bestimmte Körperhaltung beim Baden findet er „not dissimilar to the picture of the nymph Europa about to be ravished by Zeus in the form of a bull“
  • Den Klong hinterm Haus nennt Little Frog „Rubicon, the river of no return… Alph, the sacred river…, Oceanus… Ganges… Styx“

Und noch mehr wirkt auf mich denkbar unrealistisch: Auf dem gesicherten Grundstück seiner steinreichen Familie trifft Hauptfigur Little Frog zufällig den jungen Afroamerikaner Virgil, sie werden Freunde – ach so. Dieser Virgil redet auch noch einen Slang, der für mich falsch klingt (Virgil über Little Frog: „along comes a dink which talk like a English butler and wear a bed sheet wrapped around he shoulders“ (sic)).

All das nur bis Seite 42.

Freie Assoziation:


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