Interkulturell

Rezension Sachbuch: Undaunted Courage: Meriwether Lewis, Thomas Jefferson, and the Opening of the American West, von Stephen Ambrose (1996) – 8/10

Autor Stephen Ambrose textet sehr flüssig. Er flicht auf angenehme Weise  die Originalzitate der Expeditionsleiter ein, vor allem Meriwether Lewis mit stillem Charme, uneitler Selbstbeobachtung und skurrilen Schreibweisen. Wiederholt bringt Ambrose auch Urteile anderer Historiker, auch widersprüchliche Meinungen. Ambrose schreibt chronologisch von Anfang bis Ende und verzichtet auf Zeitsprünge und dräuende  Vorahnungen; weniger am Leserwohl…

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Buchkritik: Ein Afrikaner in Grönland, von Tété-Michel Kpomassie (1977) – 7/10

Interessante interkulturelle Begegnungen liefert Tété-Michel Kpomassie nicht. Er wird meist freundlich bis überschwänglich aufgenommen – das ist alles. Der Autor beobachtet den grönländischen Alltag indes genau, schildert präzis und ohne Wertung oder Interpretation Fischfang, Robbenjagd, Hund-/Seehundfiletierung, Hundeschlittenfahrt und Dorfleben. Besonders faszinieren Kpomassie offenbar Alkoholkosum, Körperhygiene, Sex- und Toilettensitten. Die Portraits sind sehr oberflächlich, Menschen lernt…

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Kritik Reisebericht: Kingdom of the Filmstars, Journey into Jordan, von Annie Caulfield (1997) – 7/10

Fazit: Annie Caulfield schreibt witzig, gelegentlich gezwungen witzig, aber meist humorvoll, warmherzig und scharf beobachtend. Ihre interkulturellen Erlebnisse in der Beduinenfamilie ihres Partners mit traditionellen und westlichen Elementen klingen wundervoll; ein Pistolenheld und eine Beziehungskrise peppen die Story auf. Man erfährt viel Persönliches über den Alltag in Hauptstadt und Wüste – und über interkulturelle Liebe….

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Romankritik: Zwischen den Palästen, von Nagib Machfus (1956, Kairoer Trilogie Teil 1) – 7/10

In der siebenköpfigen Familie von Abd al-Gawwad laufen verschiedene Vorabenddramen parallel ab: Jasin will nicht, dass seine geschiedene Mutter wieder heiratet und ihn so enterbt; der Herr des Hauses steigt einer üppigen Tänzerin nach, dann der verwitweten Nachbarin; und sein Sohn Jasin bespringt alles, was vorn und hinten drall ist – Gattin, Musikantin, Hausmagd, ob…

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Biografie-Kritik: Margaret Mead, von Jane Howard (1984) – 8/10

Die erfolgreiche Journalistin Jane Howard schreibt flüssig und leicht lesbar, nur ganz gelegentlich mit unpassenden Details irritierend. Natürlich hat Howard eine ergiebige Hauptfigur mit ergiebigem Umfeld: schon die Kindheit ist originell und nicht ohne witzige Momente, welche die Autorin gern wiedergibt. Die brillante, stets aktive, ambitioniert denkende, viel und gewitzt schreibende Margaret Mead (1901 –…

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Romankritik: Euphoria, von Lily King (2014) – 8/10

Lily King studierte literarisches Schreiben und wendet das Erlernte souverän an: die Autorin steigt unmittelbar in die Handlung ein, erzeugt sofort Spannung und Unbehagen – nicht nur wegen der schwülen tropischen Bedingungen, sondern auch wegen der  Spannungen zwischen den Akteuren sie produziert kurze Kapitel mit vielen Atempausen, knackigen Dialogen und dramatischem Finale sie wechselt zwischen…

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Thailand

Kritik Thailand-Buch: Bridging the Gap. Managing the Cross-Cultural Workplace in Thailand, von Kriengsak Niratpattanasai (2004) – 7/10

Der Autor bringt kurze, leicht lesbare und sehr eingängige Kapitel in großen Buchstaben – sie erschienen zuvor wöchentlich in der Bangkok Post. Alles ist sofort nachvollziehbar, geht aber nicht tief. Manchmal hören wir direkt den verallgemeinernden Lehrsatz, manchmal gibt es ein kleines Beispiel aus dem Alltag, bis hin zu „Nantavisal, the cow“. Jedes Beispiel aus…

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Kritik Geschichtsbuch: Rebels against the Raj, von Ramachandra Guha – 7/10 (2022, über Weiße im indischen Unabhängigkeitskampf)

Der bekannte indische Historiker und Gandhi-Biograf Ramachandra Guha porträtiert sieben Amerikaner, Engländer und Iren, die in Indien gegen die englische Kolonialherrschaft arbeiteten und deswegen Zeit im indischen Gefängnis verbrachten; nur wer einsaß, gelangte ins Buch. (Auf den Seiten 330 und 413ff listet Guha allerlei weitere Engländer, die für die indische Sache kämpften.) Einige dieser vier…

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Thailand

Biografie-Kritik: Masked, The Life of Anna Leonowens, Schoolmistress at the Court of Siam, von Alfred Habegger (2014) – 8/10

Das Buch liest sich sehr leicht; aber es liest sich nicht wie ein Roman, denn Habegger bemüht sich nicht um Dramatisierung, dräuende Ankündigung oder verheißungsvolle Kapitelübergänge. Trotzdem erzählt Habegger entspannt, unprofessoral – wie unter Freunden bei einem Cognac am Kamin. Die Gliederung ist gut, viele kurze Unterkapitel erleichtern die Lektüre. Gleichzeitig wirkt alles seriös und…

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Thailand

Kritik Thailand-Buch: Love, Money and Obligation: Transnational Marriage in a Northeastern Thai Village, von Patcharin Lapanun (ersch. 2019) – 7 Sterne – mit Links

Dies ist ein sprödes Soziologiebuch. Es steckt voller Statistik und Verallgemeinerung aus den Nullerjahren und davor – Eheschließungen, Migration, Gelderwerb, Landwirtschaft, Familienorganisation, Landesgeschichte, Tourismus, Ost-West-Kinder, Glaube, Thai-Familie. Eingestreut sind ein paar kurze Fallgeschichten von Thai-Paaren, gemischten Paaren und einzelnen Thailänderinnen, wiederum spröde erzählt. Eine mehrseitige „Conclusion“ am Ende jedes Kapitels und ein eigenes „Conclusion“-Kapitel am…

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Thailand

Romankritik: Aufregende Zeiten, von Naoise Dolan (2020, engl. Exciting Times) – 8 Sterne

In Hongkong hat der reiche Banker Julian, 28, Brite, eine WG+ mit der armen irischen Englischlehrerin Ava, 22: Sie lebt gratis bei ihm, packt seine Koffer, erledigt den Müll und erträgt seine billigen chinesischen Zigaretten; nachts geht’s manchmal in die Kiste, zumindest oral. Aushälter und Haushälterin betonen das Unverbindliche, letztere etwas zähneknirschend. Ihre Sicht zu…

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Thailand

Kritik Memoiren. My Other Family: An Artist-Wife in Singapore, von Patricia Morley (1994) – 7 Sterne

Von 1946 bis 1948 lebte die Engländerin Patricia Morley in Singapur mit englischem Mann und eigenen Kindern – und mit mehreren malaiischen Hausangestellten plus Anhang. Über die Malaiien (gutteils aus Indonesien) berichtet Morley in diesem Buch. Außerdem zeigt die künstlerisch ausgebildete Autorin 16 Kohlezeichnungen in ordentlicher SW-Qualität auf Kunstdruckpapier. Obwohl ihr Mann in der Kolonialverwaltung…

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Simenon

Romankritik: Die Schwarze von Panama, von Georges Simenon (1935) – 7 Sterne

Der Kreditbrief platzt, und so strandet ein gutsituiertes französisches Ehepaar fast mittellos im schwül-heißen Panama. Die Frau findet Anstellung und Unterkunft in einem guten Hotel, doch der Mann muss allein im „Negerviertel“ hausen (S. 67): Das Haus roch nach Negern. Der Mann lässt sich gehen, goes native samt örtlicher Loverin, und Georges Simenon schildert das…

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Kritik Afrikabuch: Traumatische Tropen, Notizen aus meiner Lehmhütte. Von Nigel Barley (1983, engl. The Innocent Anthropologist) – 7 Sterne

Anekdoten, Pointen und Allgemeinplätze schnurren ab der ersten Seite gut geölt herunter. Dazu behauptet Nigel Barley in seinem Afrikabuch auch mal Widersprüchliches: Aufgebrochen sei er totally unprepared both materially and mentally for the bush und nur eine Seite später: I felt as well equipped as anyone needed to be. Selbstironie ist des Angelsachsen Pflicht, darum…

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Besprechung: Ein Haus in der Toskana, von Wolfgang Schmidbauer (1990, erw. 1995) – 7 Sterne

Rund 70 von rund 188 Seiten* füllt Wolfgang Schmidbauer mit Text-Portraits seiner Nachbarn in der Toskana – die Überschriften heißen „Gino und die Kühe“, „Consilio und Maria“ oder „Dario der Hirte“, alle jeweils rund sechs bis acht Seiten lang, fast wie ein feststehendes Zeitschriftenformat. Wolfgang Schmidbauer bei Amazon (Werbe-Link) Portraits und Beschauliches: Dazu kommen lyrische…

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Romankritik. Das kann uns keiner nehmen, von Matthias Politycki (2020) – 7/10

Zwei Männer-Männer stiefeln angeschlagen, doch breitbeinig durch Ostafrika und diesen Roman. Die Eier schleifen übern Boden, die Verdauung ruckelt. Herb müffelndes Mansplaining. Der Ich-Erzähler deutet früh allerlei Tragödien an, deren Enthüllung der brave Leser gewiss zum Roman-Ende erwarten darf. Schon der Klappentext raunt schwülstig*: Doch der Tod fährt in Afrika immer mit, und nur einer…

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Thailand

Kritik Drehbuch: Manila, von Bodo Kirchhoff und Romuald Karmakar (1998) – 7 Sterne – mit Video

Hin im Bumsbomber, zurück im Tripper-Clipper: In diesem Drehbuch warten ein paar Deutsche am Flughafen Manila auf ihre Maschine nach Frankfurt. Sie reden zynisch vulgär über Sexkauf auf den Philippinen und Live-Enthauptung in Saudi-Arabien. Die Dialoge haben was, wenn man sich für Asien-affine Bumsprolls interessiert, Ballermann verschärft. Kurzweilig auch die vielen Schwenks zwischen den Unterschauplätzen…

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Thailand

Romankritik: Letters from Thailand, von Botan (1969) – 7 Sterne

Fazit: Auf etwa drei Buchfünfteln erzählt Botan eine spannende Geschichte: Ein chinesischer Habenichts baut sich ab 1945 ein Leben in Bangkok auf, gründet Geschäft und Familie. Botan liefert tiefe Einblicke, pfiffige Dialoge und verblüffende Wendungen. Sie schafft Charaktere aus Fleisch und Blut, die sich eigenwillig entwickeln, der Leser wird zum Familienmitglied – nicht immer die…

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Kritik frühe Kurzgeschichten: Geschichten der Unrast, von Joseph Conrad (1898, engl. Tales of Unrest) – 7 Sterne

Fazit: Joseph Conrad (1857 – 1924) präsentiert in fünf frühen Kurzgeeschichten äußerst gemischte Themen, Kulissen, Stile und Wortzahlen – vielleicht nicht ideal für einen Kurzgeschichtenband, aber zu ähnlich sollen die Geschichten ja auch nicht klingen. Zu den Themen gehören: Rasend Verliebter bringt unschuldige Nahestehende zu Tod und ist darob unhappy ever after (2x). Weiße Handelstreibende…

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Romankritik: Almayers Luftschloss bzw. Almayers Wahn, von Joseph Conrad (1895, engl. Almayer’s Folly, Lingard-Trilogie Teil 3 von 3) – 7 Sterne – mit 2 Videos

Fazit: Es klingt, als hätte Joseph Conrad (1857 – 1924) seinen Erstlingsroman schnell rausgehauen, atemlos, seitenlang kein Absatz, kein Dialog, Zeitsprünge, Fokus- und Szenenbrüche, wichtige Aspekte aufgeregt wiederholend. Aber der Plot läuft meist zügig durch und wird im letzten Drittel sehr spannend. Es gibt kaum hohle Verallgemeinerungen, wenig mystisches Geraune, das Nature Writing ist nüchtern…

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Kritik Jugendmemoiren: Das deutsche Krokodil, von Ijoma Mangold (2017) – 7 Sterne – mit Video

Kulturjournalist Ijoma Mangold schreibt über seine deutsche Kindheit mit deutscher Mutter und abwesendem Vater aus Nigeria. Die Geschichte reicht bis in Mangolds viertes Lebensjahrzehnt, bleibt aber stets im Privatbereich – von seinem Beruf als Top-Kulturjournalist hören wir nichts. Mangold hat dunklere Haut und krauses schwarzes Haar. Er liefert über weite Strecken einen allgemeinen Bericht über…

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Romankritik: Von der Schönheit, von Zadie Smith (2005, engl. On Beauty) – 7 Sterne

Zadie Smith schreibt witzige, intelligente Dialoge, und sie spießt Uni-Politik und die Tics der US-Uni-Koryphäen boshaft auf. Gewiss erkannten sich einige Wissenschaftler in diesem Roman erzürnt wieder. Zu den Highlights zählen auch ein paar erstaunliche Sexszenen. Doch die Dialoge und Szenen laufen teils zu lang, und sie konzentrieren sich ermüdend auf die immer gleichen Themen:…

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Kritik Reise-Wein-Buch: The Accidental Connoisseur, von Lawrence Osborne (2004) – 7 Sterne

In Italien, USA und Frankreich tafelt, bechert und palavert Lawrence Osborne mit Star-Winzern, aber auch mit weniger bekannten Bauern und Landwirten, die nebenher eigene Tropfen keltern, sowie mit ein paar Beratern und Importeuren. Gastronomen oder Endverbraucher kommen kaum zu Wort (Osborne sieht sich selbst als weniger erfahrener Endverbraucher). Portugal, Deutschland, Österreich, Südafrika, Chile, Argentinien, Neuseeland…

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Buchkritik: Cuba Linda, von Hans Herbst (Kurzgeschichten 2002) – 7 Sterne

Die Kurzgeschichten erzählen geruhsam, melancholisch und hochatmosphärisch von Begegnungen auf Kuba offenbar in den 90er Jahren. Oft spürt man den Schmerz demütigender Armut, politischer Unterdrückung und brutaler Verfolgung – insgesamt ein bedrückendes Buch. Weiteres Hauptthema ist traditionelle Musik. In manchen Stücken tauchen gar keine Europäer auf, in anderen nur als Nebenrolle; typische Touristenthemen wie Hotels,…

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Rezension: Trading with the Enemy, A Yankee Travels through Castro’s Cuba, von Tom Miller (1992) – 7 Sterne

Tom Miller schreibt souverän, lässig, hoch-informiert und oft so gut konsumierbar wie ein perfekt gemixter Cocktail mit allerbesten Ingredienzien. Der US-Topjournalist Miller ist belesen, beobachtet genau, kredenzt markante Dialoge, trifft Hochrangige, Intellektuelle, TV-Köchinnen und (knapper) kleine Leute, serviert Erwartbares und Überraschungen. Wie es sich für seine Branche gehört, referiert Tom Miller sein Wissen nicht einfach;…

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Rezension: Kulturschock Cuba (2016, von Jens Sobisch) – 7 Sterne

In dichter Fülle auf kleinem Raum liefert Jens Sobisch reihenweise interessante Fakten aus dem Alltagskuba, die nicht im Reiseführer stehen – idealer Reiseführer durch die Alltagskultur, insgesamt als Kuba-Dossier vor einer Reise deutlich besser als Kuba fürs Handgepäck und Gebrauchsanweisung für Kuba. Ich hatte die Ausgabe 2016, deren genaue, vierseitige Zeittafel mit Obamas Havanna-Besuch im…

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Kritik Biografie: The Interior Castle, A Life of Gerald Brenan, von Jonathan Gathorne-Hardy 1992) – 7 Sterne – mit Video

Biograf Gathorne-Hardy (*1933) war mit Gerald Brenan (1894 – 1987) bekannt und sah ihn in Brenans späten Jahren öfter; er hält sich aber bewusst, wie er sagt, weitgehend aus der Biografie heraus (er versteckt seine durchaus längeren Brenan-Begegnungen seit jungen Jahren gern in Fußnoten, z.B. S. 419, S. 573; seine Frau portraitierte Brenan für die…

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In Andalusien war ich auch mal.

Kritik Andalusien-Memoiren: Südlich von Granada, von Gerald Brenan (1957, engl. South from Granada) – 7 Sterne

Von 1920 bis 1924 lebte der junge Engländer Gerald Brenan im andalusischen Bergdorf Yegen in den Alpujarras, dann kehrte er ab 1929 noch mehrfach zurück. Erst 1957 schrieb Brenan seine frühren Andalusien-Erinnerungen unter dem Titel South from Granada nieder. Dabei lässt Brenan einiges aus – unter anderem Liebeshändel – und wegen der hoch-informierten Verallgemeinerungen glaubten…

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Rezension Afrika-Roman: An der Biegung des großen Flusses, von V.S. Naipaul (1979) – 9 Sterne

Fremde in der Fremde, das ist das Thema dieses behäbigen, ruhig dahin fließenden Buchs, wie so oft bei V.S. Naipaul. Der Ich-Erzähler Salim fremdelt gleich mehrfach: Als Inder wächst er an der Ostküste Afrikas auf (wohl in Dar es Salaam oder Sansibar), dann jedoch wechselt er in ein anderes afrikanisches Land tief im Innern (wohl…

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Rezension Erzählungen: In einem freien Land, von V.S. Naipaul (1971) – 9 Sterne

Das schmale Bändchen (engl. „In a Free State“) enthält fünf Geschichten, die inhaltlich nicht verbunden sind: Die Titelgeschichte „In einem freien Land“ spielt in Afrika, umfassst rund 120 Seiten und wirkt wie ein kurzer Roman. Zwei weitere Erzählungen belegen je rund 40 Seiten. Dazu kommen zwei sehr kurze Stücke von je rund fünf bis sieben…

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Romankritik Inder auf Trinidad: Ein Haus für Mr. Biswas, von V.S. Naipaul (1961) – 8 Sterne

Mr. Biswas ist ein armer Tropf: Ein Indischstämmiger auf Trinidad in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts, meist knapp bei Kasse, er schlägt sich so durch: Mal hilft er einem Prediger, mal verdingt er sich als Schildermaler, beaufsichtigt Feldarbeiter, schreibt Schmierenartikel oder führt einen Kramladen und lässt alle anschreiben. Irgendwie kommt Mr. Biswas zu einer…

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