Rezension Satire-Roman USA: Danke, dass Sie hier rauchen, von Christopher Buckly (1994, engl. Thank You For Smoking) – 6 Sterne – mit Video u. Presse-Links


Satire-Profi Buckly erzählt routiniert, süffig überzogen und stets unterhaltsam von der Arbeit eines fiktiven Zigaretten-Lobbyisten in der US-Medien- und Politszene. Am Rand agieren auch PR-Akteure für Feuerwaffen und Alkohol.

Die vielen Dialoge sind voller Gags und geschmeidiger Sophistereien. Dennoch entsteht ein etwas fader Beigeschmack:

  • Manche Dialoge und Szenarien wirken weit hergeholt, überflüssig oder unrealistisch, bieten offenbar nur den an den Haaren herbeigezogenen Anlass für neue Gags und Skurrilitäten.
  • Buckley klingt stets etwas zu glatt routiniert und erwartbar; nicht so pointiert wie etwa die ansonsten ähnlichen Büroromane Die Unperfekten von Tom Rachman (den Buckley sehr lobte) (2010) und vor allem Wir waren unsterblich von Joshua Ferris (2007).
  • Während Dialoge und politische Szenarien noch amüsieren, geht der eingebaute Kriminalfall in Richtung absurde James-Bond-Parodie, die Spuren von Liebesgeschichte überzeugen gar nicht (die Verfilmung von 2005 reduziert diese im Roman wichtigen Bereiche darum konsequent auf wenige Minuten, die intrigante Kollegin Jeannette verschwindet ganz)
  • einiges klingt didaktisch belehrend

„Bestürzend reißerisch…“ – die Rezensionen:

Kirkus Reviews:

Less a novel than a series of glib one-acts… playful assault on American moral hypocrisy… an amusing read

Publishers Weekly:

The silly plot sometimes gets in the way of the funny stuff…

Falter.at:

So viel politisch Nicht-Korrektes, wie dort geplaudert wird, hört man nur noch selten… feiner Lesestoff für alle, die beruflich fremde Meinungen vertreten müssen.

FAZ, Burkhard Spinnen:

Buckley war unter anderem Redenschreiber für George Bush, und nach eigenem Bekunden lebt er seit 1981 in Washington

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