Leseeindrücke: Heine für Boshafte (insel-Verlag 2008) – Heinrich Heine Mit scharfer Zunge (dtv 1997)

Heinrich Heine Mit scharfer Zunge (dtv)

Die „999 Aperçus und Bonmots“ sind teils nur ein bis drei Zeilen – im Schnitt deutlich kürzer als bei Heine für Boshafte und damit für mich noch weniger gut verdaulich. Heine-Biograf Jan Christoph Hauschild (in meiner 1997er-Ausgabe innen „Hausschild“) kuratierte und benachwortete das Zitat-Stakkato. Quellen und Zusammenhänge nennt er generell nicht, einzelne Zitate seien zwecks Verständlichkeit leicht bearbeitet.

Heine für Boshafte (insel-Verlag)

Die Zitate sind drei Zeilen bis eine ganze Seite lang, im Schnitt deutlich länger als in Heinrich Heine Mit scharfer Zunge. Laut Nachwort stützt sich der Band stark auf Heines Briefe, es gibt auch einige Gedichte. Unter jedem Zitat steht die Quelle, doch bei den Briefen wünschte man sich weitere Erläuterungen.

Längst nicht alles ist hier „boshaft“, aber zumindest doch pfiffig – Highlight vielleicht Heinrich Heines Briefnotiz über eine Kreolin in Hamburg/Rassismus/Antisemitismus (kursiviert wie im Buch): Der

weiße Hautadel verachtet die farbigen Menschen eben so sehr, wie unser deutscher Vorhautadel die Juden verachtet.

Bücher „für Boshafte“ gibt es auch mit Zitaten von Schopenhauer, Karl Kraus, Arno Schmidt, Nietzsche, Nestroy, Wilhelm Busch.

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