Kritik Roman. W. Somerset Maugham: Oben in der Villa (1941, engl. Up at the Villa) – 7 Sterne – mit Video

Der Sehrkurzroman beginnt mit Geplauder in der besseren Gesellschaft – gut geschrieben, viel Dialog, etwas gediegen-altmodisch nicht nur die Figuren, sondern auch der Stil. Dann passiert völlig unverhofft Gravierendes, und die Stimmung wird fiebrig nervös. Spannend bis zur letzten Seite, wenn auch nicht kitschfrei (Vollmond).

Assoziationen:

  • Diese Novelle hat viele konkrete zeitgeschichtliche Begriffe (Schuschnigg, Dollfuß, Hitler, Anschluss) – während andere Maugham-Romane wie Cakes and Ale oder Theatre (jeweils in London) einen fast ahistorischen Raum ohne zeitgeschichtliche Einordnung bespielen; ebenfalls untypisch: keine Rückblenden, keine verallgemeinernden, zusammenfassenden Strecken, sondern ein einziger kurzer Zeitabschnitt von nur 48 Stunden
  • Die Akteure sagen hier u.a.: „Think of yourself as an actress playing a part… He is a great man posing as a great man… like Charlie Chaplin impersonating Charlie Chaplin“. Auf gesellschaftlicher Bühne eine Rolle spielen, das ist auch das Thema des Maugham-Romans Theatre (1937)
  • Viel gesellschaftliches Leben und zwischendurch ein Quasi-Kriminalfall im mediterranen Europa, der kaschiert werden soll – das hat Noten von Patricia Highsmith und Georges Simenon (die Nicht-Maigrets), aber W. Somerset Maugham (1874 – 1965) klingt pathetischer und altmodischer

 

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