James-Bond-Kritik: Casino Royale (2006, mit Daniel Craig) – mit Trailer – 7 Sterne

Technisch und dramaturgisch ist der 2006er-Bond vielleicht einer der stärksten. Inhalt und Dialoge jedoch: Geschmackssache.

Starke Action, wenig Stil:

Daniel Craig als neuer, proletarischer Bond redet weit weniger unterhaltsam als seine Vorgänger; nonchalante Ironie weicht verschwitzter Geschäftigkeit; geschüttelt oder gerührt, das ist diesem Heimkind egal. Im Angesicht einer Schönen gleitet er ins Menschelnde aus, klingt aber unsäglich hohl dabei – vielleicht auch, weil er laut Geschichte hier ein Neu-Spion ist, der den gepflegten Zynismus erst noch lernen muss.

Die Action dafür: erste Sahne. Zwei Morde schon vor dem Vorspann, jippie. Gleich danach eine gigantische Großbaustellen-Verfolgungsjagd mit tollkühnem Baukranhopping – hat mit der Handlung nicht so viel zu tun, sammelte aber Preise und belebt den Kreislauf; genau wie der gigantische Showdown auf dem Flughafen und die Wasserkatastrophe in Venedig, fast-apokalyptische Action par excellence.

Die Überlänge des Films, nicht zuletzt wegen der endlosen Pokerei und einer seltsamen Trudelei gegen Ende, fällt nicht zu schwer ins Gewicht. Die Handlung wird im etwas schwächeren Nachfolger Ein Quantum Trost (2008) fortgesetzt.

Fazit:

Dieser Bond ist brutaler und menschlicher und weit weniger amüsant. Kamera und Produktion verdienen Bestnoten. Kritiker und Publikum jubelten. Sieg der Technik.



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