Berlin

Romankritik: Fliehkräfte (2012), Gegenspiel (2015); von Stephan Thome – 7,5/10:

Schon im ersten Band „Fliehkräfte” lernen wir sie ziemlich genau kennen, den C4-Philosophieprofessor, seine portugiesische Frau aus der Theaterbranche, die mild rebellische Tochter und die so ganz andere Professorenschwester. Stephan Thome beschreibt differenzierte Persönlichkeiten, eigenwillig, aber nicht krass, keine Abziehbilder, klischeefrei, irgendwie im linksliberalen Spektrum, mit Selbstzweifeln und Widersprüchen, ganz normal. Ungefähr ab der Hälfte,…

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Romankritik: Goodbye to Berlin, von Christopher Isherwood (1937) – 8/10

Ich liebe den bekannten Satz aus der ersten Geschichte: I am a camera with its shutter open, quite passive, recording, not thinking. That’s the spirit. Doch aktuelle deutsche Schreiber liefern genau das Gegenteil: anders als Isherwood zeichnen sie nichts von außen auf, sondern liefern Endoskopie-Selfies, denken die ganze Zeit an und beobachten sich selbst, ihre…

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Lese-Eindruck Erzählungen Bernd Cailloux: german writing (2006)

Die kleine Satiren amüsieren teils mild. Bernd Cailloux berichtet vermeintlich aus dem Schriftstellerleben, erzählt aber auch alles andere – angehende Schauspieler, nächtliche Berlinstreifzüge, Rozanne aus Kalifornien in Oklahoma und ihre fünf Mal verheiratete Mutter. Die Texte klingen matt und selbstgefällig, dafür steht z.B. dieser Ausschnitt: Auf den letzten Metern zum Zeitungscafé konnte ich mich gerade…

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Biografie-Kritik: Nobody’s Perfect: Billy Wilder – A Personal Biography, von Charlotte Chandler (2002) – 7/10

Die Autorin verbrachte viel Zeit mit Billy Wilder und protzt gern damit: Billy Wilder and I frequently ate breakfast at the Beverly Hills Hotel Sie stalkte auch andere A-Promis und erzählt gleich auf der ersten Seite, wie sie mit Groucho Marx um die Häuser zieht, rein zufällig Billy Wilder trifft und ein Interview klarmacht. Bei…

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Biografie-Kritik: Billy Wilder, Eine Nahaufnahme, von Hellmuth Karasek (1992) – 6/10

Fazit: Leicht lesbare, anekdotensatte und unkritische „Biografie” eines Menschen, der unterhalten will und auf Qualität achtet. Nebenbei ein bisschen Hollywoodgeschichte. Es gibt kaum Stimmen von Kritikern oder Mitarbeitern sowie kaum private Einblicke. Anekdotenreigen: Hellmuth Karasek (1934 – 2015) gibt dem Affen Zucker: er feuert eine Wilder-Anekdote nach der anderen ab, nicht etwa nur Filmzitate, sondern Aussprüche…

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Buchkritik: Alexander von Humboldt und die Erfindung der Natur, von Andrea Wulf (2015) – 7/10

Fazit: Andrea Wulf bemüht sich intensiv, Alexander von Humboldt als Klimaschützer zu zeigen – der erste ökologische Wissenschaftler, der den Raubbau an der Natur anprangerte statt pries und die Vernetzung allen Lebens betonte. Zudem war von Humboldt pro-divers, antirassistisch, antikolonialistisch und schätzte sogar die Amazonas-Indios, oder zumindest ihre Naturkenntnisse. Die Autorin vertieft sich zudem sehr/zu…

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Buch-Eindruck: Der verschwundene Zeuge – Das kurze Leben des Felix Hartlaub, von Matthias Weichelt (2020)

Die ersten Worte überhaupt in diesem Buch: Kapitel 1 Das Ende Ein paradoxer Einstieg. Vielleicht passt er ja zum bevorstehenden Untergang der Hauptfigur in Berlin 1945. Auch andere Biografien steigen mit dem Tod des Protagonisten ein (ich gendere nicht); ich bin sehr für medias in res, doch diese Form der Dramatisierung wirkt abgeschmackt. Und natürlich…

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Buchkritik: Ströbele. Die Biografie, von Stefan Reinecke (2016) – 7/10

Ex-taz-Journalist und Schily-Biograf Stefan Reinecke schreibt flüssig und nicht als Ströbele-Fanboy, auch wenn er Ströbeles Anliegen wohl überwiegend teilt. Um Seite 157 weist er ihm aufwändig mangelnde Distanzierung vom Antisemitismus seines Mandanten Dieter Kunzelmann nach; ab etwa 1989 folgt mehrfach heftige Kritik. Amazon-Werbelinks: Die Grünen | Christian Ströbele | Deutsche Politik | Nichts Privates: Reinecke…

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Kritik Kurzgeschichten: Ulla Meinecke, Ungerecht wie die Liebe (2010) – 5,5/10

Wiederkehrendes: Scheinbar moderne und zumindest semi-achtsame Menschen verhalten sich hier teils härter als gedacht – vor allem hintergehen sie ihre Partner, teils auch noch reuelos, mehrfach in Fernbeziehungen, wenn die Frau die vom Mann herbeigesehnte Wiederbegegnung kühl platzen lässt. Doch Männer stehen nicht besser da. Ulla Meinecke berichtet lakonisch bis lässig amüsiert, gefällig lesbar, aber…

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Biografie-Kritik: Herrndorf, von Tobias Rüther (2023) – 7 Sterne

Fazit: Das Beste an dieser Biografie ist der Protagonist, dessen Leben und Kunst gleichermaßen faszinieren. Biograf Tobias Rüther erzählt leicht lesbar, mild feuilletonistisch, mit ein paar sprachlichen Tics. Er interessiert sich vor allem für Wolfgang Herrndorfs Bild- und Textschaffen und für sein Sozial-Digitalleben mit Höflichen Paparazzi und Zentraler Intelligenz Agentur in Berlin; weit weniger für…

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Buchkritik: Bismarck. Eine Biographie, von Christian Graf von Krockow (1997) – 7/10

Fazit: Christian Graf von Krockow schreibt durchgehend flüssig und lesbar, fast charmant. Die vielen oft ganzseitigen, gut reproduzierten SW-Abbildungen  – Fotos, Gemälde, Karikaturen, Handschriften – samt extra-langen, erzählenden Bildunterschriften in meiner dtv-Ausgabe von 2000 machen das Buch noch angenehmer. Allerdings: Es gibt keine Stammbäume und, noch unvorteilhafter, keine Landkarten. Darum werden Bismarcks politische Umwälzungen weit…

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Kritik Biografie: Bismarck, Magier der Macht, von Jonathan Steinberg (2011) – 7/10

O-Töne: Das Besondere: Jonathan Steinberg bringt erklärtermaßen (S. 20) sehr lange Zitate von Bismarck und Weggefährten, um so die Figuren und ihre Zeit lebendiger zu machen – so dass sich laut Steinberg (S. 20) die übliche Gewichtsverteilung zwischen Kommentar ((Biografentext)) und Beleg ((Zitat)) zugunsten des Letzteren verlagert Fast eine ganze Seite zitiert Jonathan Steinberg auch…

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Romankritik: Johannisnacht, von Uwe Timm (1996) – 7/10

Uwe Timm lötet im Roman Johannisnacht eine Reihe von Kurzgeschichten – oder Kurzbegegnungen – zusammen. Er verbindet diese Berliner Episoden unauffällig durch die Leitmotive Kartoffelrecherche und verlorenes Archivkästchen; drum hält man Johannisnacht fast für einen Roman. In den meisten Szenen lässt sich der Ich-Erzähler mild betrügen und/oder mit Alkohol befüllen. Uwe Timm präsentiert originelle Käuze…

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Romankritik: Café der Unsichtbaren, von Judith Kuckart (2022) – 6/10 Sterne

Judith Kuckart erzählt zunächst nicht uninteressant von der Telefonseelsorge in Berlin – von Seelsorgern und Anrufern. Der Roman beginnt annehmbar und baut dann stark ab: Schwächen: Kuckart schildert einzelne Episödchen und Anrufe. Von einer Romanhandlung kann keine Rede sein – ein paar Plot-Spurenelemente begegnen zu Beginn, und dann wartet man lange vergeblich auf Fortsetzung. Kuckart…

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Lese-Eindruck: Europastraße 5, von Güney Dal (1981)

Güney Dal beschreibt zunächst detailliert und plastisch Gefühle und Lebensumstände kleiner türkischer Gastarbeiter im Vorwende-Westberlin. Allerdings stören mich persönlich Dinge: Vater Hasan, solange er noch lebt und in Rückblenden, erzählt weitschweifend vom Krieg. Damit ermüdet er seine Familie – und den Leser. Und Sünbül, die Frau der Hauptfigur Salim, war in der Psychiatrischen und verhält…

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Kritik Politik-Buch: Alleiner kannst Du gar nicht sein, von Peter Dausend, Horand Knaup (2020) – 7/10 Sterne

Peter Dausend und Horand Knaup liefern interessante Einblicke in die deutsche Politik – auch in wenig bekannte Gefilde wie die Beziehungen Abgeordneter-Mitarbeiter oder Abgeordneter-Partner (ich gendere nicht). Aber richtig investigativ ist das nicht: Sie bringen offenbar nur, was nach Interviews freigegeben oder schon woanders berichtet wurde, auch wenn sie gelegentlich anonymisieren. Amazon-Werbelinks: Dieses Buch von…

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Kritik Biografie: Theodor Fontane, von Regina Dieterle (2018) – 7 Sterne

Regina Dieterle berichtet zu ausführlich von Theodor Fontanes Eltern und Großeltern, auch von Napoleon, Preußen und Sachsen. Immerhin schreibt sie meist lebendig und wissenswert für Geschichtsinteressierte. Sie portraitiert vor allem in der ersten Hälfte auch Randfiguren und deren Ehefrauen seitenlang. In Leipzig schreibt Dieterle sogar über Promis, die Jung-Apotheker Theodor Fontane explizit nicht traf: Leipzig…

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Kritik Kurzgeschichten: und in dem Moment holt meine Liebe zum Gegenschlag aus, von Doris Anselm (2017) – 4/10 Sterne

Die Autorin liefert 16 Kurzgeschichten auf netto 179 porös bedruckten Seiten (Luchterhand Hardcover 1. Auflage 2017). Einige dieser „Erzählungen“ (so das Cover fälschlich) spielen in nächtlichen Wäldern und Seen, es leuchtet geheimnisvoll. Dann wieder ist’s urban, wirkt wie Berlin; das sagt die Wahlberlinerin Doris Anselm (*1981) aber nicht. Eine Geschichte spielt tatsächlich vor und in…

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Buchkritik: Stimmen, von Wolfgang Herrndorf (2018) – 7 Sterne

Bei Wolfgang Herrndorf stimmt jeder Ton, er hat viel Sinn für Sprache, und zwar nüchterne, unprätenziöse Sprache, entschlackt, provozierend lakonisch. Kein Wort klingt falsch, nicht mal langweilig. Das Bändchen Stimmen enthält kurze Texte, die Wolfgang Herrndorf (1965 – 2013) vor seinem Tod nicht mit „unbesehen löschen“ stempelte oder selbst vernichtete. Die Herausgeber bringen laut Nachwort…

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Besprechung: Schadenfreude, A Love Story, von Rebecca Schuman (2017) – 4 Sterne

Dies ist der Lebensweg einer US-Germanistin, kein Buch über Amis und Deutsche in Deutschland. Die US-Amerikanerin Rebecca Schuman hat eine (S. 212*) all-consuming love for the German canon… A reverence that hovered somewhere between religious and sexual ecstasy Zuerst verfällt sie Kafka („the German language’s most famous writer“), später auch Thomas Mann, Wittgenstein und anderen…

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Lese-Eindruck: Die Titanic und Herr Berg, von Kirsten Fuchs (2005)

Kirsten Fuchs auf Amazon (Werbe-Link) Kirsten Fuchs textet aufdringlich prollig und wortgewaltig: Ich schreibe „Die Welt ist scheiße und kacke“ auf Rosenblätter. Sags durch die Blume. Kirsten Fuchs ist so verliebt in ihre Sprachkreationen und kalkulierten Tabubrüche (Selbstbefriedigung mit brennender Kerze, Selbstbefriedigung mit Tempotuch), dass ihre zwei Ich-Erzähler von Hölzchen auf Stöckchen kommen, die Handlung…

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Kritik Doppelbiografie. Hazel Rosenstrauch: Wahlverwandt und ebenbürtig, Caroline und Wilhelm von Humboldt (2009) – 5 Sterne

Rosenstrauch erzählt teils sehr subjektiv, sie springt v.a. in den ersten Kapiteln zwischen Zeiten und Personen, es wirkt vielleicht „persönlich“, aber gewiss unübersichtlich: So bringt sie auf S. 26* einen 70-Wörter-Satz mit rund zwölf gutteils nicht eingeführten und auf unterschiedliche Art verflochtenen Personen („Karoline von Wolzogen, die Schwester von Charlotte Schiller, die zur Ehe des…

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Kritik Doppelbiografie. Manfred Geier: Die Brüder Humboldt (2009) – 5 Sterne

Wilhelm von Humboldt frönte „einer Hure“ (S. 113) und schrieb in Schillers „Horen“ (S. 183). Sein Bruder Alexander schrieb auch in den „Horen“, schwärmte aber für zarte Männer, bereiste ferne Länder, folterte sich im Namen der Wissenschaft. Die Humboldt-Brothers verkehrten mit Goethe, Schiller, Georg Forster, Campe, Fichte, Friedrich von Gentz et. al., man traf gekrönte…

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Buchkritik: Arztroman, von Kristof Magnusson (2014) – 7 Sterne – mit Video

Auweia, vorher nicht gewusst: Der Roman stammt von einem Leipzigabsolventen, er zeigt also volle Leipzigsymptomatik: Schauplatz Berlin; hippes oder semihippes Berlinpersonal; wenig oder blasse Dialoge funkenfrei; blasses Personal und blasses Deutsch, in dem die Erzählstimme Sprödheiten sekretiert wie „Einrichtungsgegenstände“, „Kaffeevollautomat“, „nicht unnormale“, „High-End-Nippes“, „geradezu durchgeknallt beliebt“ oder „die ins Umland fahrenden Regionalexpresse“; unschöne Hilfsverb-Cluster (allein…

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Erster Lese-Eindruck: Deutschjüdische Glückskinder. Eine Weltgeschichte meiner Familie, von Michael Wolffsohn (2017)

Geschichtsprofessor Michael Wolffsohn hat eine fulminante wahre Geschichte an der Hand: seine Großeltern, gutsituierte Deutschjuden, fliehen 1939 aus Deutschland nach Palästina und kehren schon 1949 zurück nach Berlin. Doch Wolffsohn kleistert sein 3-Generationen-Narrativ mit Kalauern zu, erzählt zudem unorganisiert, nicht um Nachvollziehbarkeit bemüht und selbstgerecht. Darum habe ich die Lektüre auf Seite 100 von 416…

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Romankritik: Schäfchen im Trockenen, von Anke Stelling (2018) – 4 Sterne

Fazit: Ich-Erzählerin Resi, um 40, lebt mit Mann und vier Kindern in einer zentralen Berliner Mietwohnung, die sie von langjährigen Freunden mieten. Diese Freunde ziehen in einem selbst finanzierten Bauprojekt zusammen. Resis Familie kann und will hier finanziell nicht mithalten. Die Freunde kündigen ihr zudem ihre derzeitige Mietwohnung – und das auf schwierigem Wohnungsmarkt. Zugleich…

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Kritik Biografie: Keiner blickt dir hinter das Gesicht. Das Leben Erich Kästners, von Sven Hanuschek (1999) – 6 Sterne

Anders als Kästner-Biograf Klaus Kordon erzählt Sven Hanuschek Kästners Leben nicht nur nach dessen eigenen Veröffentlichungen – Hanuschek spricht auch mit Nachfahren, sichtet Archive und Melderegister, findet Fehler und Auslassungen in den Memoiren von Kästner und Kästner-Gefährtin Luiselotte Enderle (S. 176, S. 268 meiner Hardcover-Hanser-Ausgabe von 1999). Hanuschek entdeckt auch eine überraschende Verbindung zwischen Goebbels…

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Kritik Biografie: Die Zeit ist kaputt. Die Lebensgeschichte von Erich Kästner, von Klaus Kordon (1995) – 7 Sterne

Klaus Kordon schreibt meist sehr eingängig und lebendig, teils fast romanhaft, auf nur rund 300 luftig bedruckten Seiten Haupttext (plus kurzer Anhang), ohne dass es aufdringlich nach Jugendbuch klingt. Und Kordon flicht – prima – viele unterhaltsame Kästner-Zitate ein, darunter Gedichtzeilen (als Lyrik umbrochen, nicht in langen Prosazeilen). Dass Kordon im Präsens textet, macht den…

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Romankritik: Emil und die Detektive, von Erich Kästner (1929) – 7 Sterne – mit Video

Erich Kästner (1899 – 1974) zeigt den betont gutherzigen – heute sagt man: achtsamen –, aber auch pfiffig-ironischen Emil Tischbein und seine betont gutherzige, aber auch pfiffig-ironische Mutter. Immer wieder baut Kästner kleine, fast unauffällige Witze ein wie Die Mutter pfiff sich eins, vermutlich um ihre Sorgen zu ärgern… Die kleinen Cleverle-Einsprengsel unterhalten, kommen aber…

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Filmkritik Komödie: Wie gut ist deine Beziehung (2019, mit Julia Koschitz) – 5 Sterne – mit Video

Wenn Männer zu sehr lieben, dann werden sie krankhaft dämlich: Diese Berliner Hipster-Soap liefert zwar ein paar pfiffige Sprüche und überraschende Wendungen. Sie ächzt aber auch unter all dem dummen, unrealistischen Gerede, das die IT- und Agenturfritzen weinerlich aufsagen, sobald sie mal vom Rad steigen. Hier agieren Warmduscher und verkrampfte Frauenversteher, die auch noch „Steve“…

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