Romankritik: Drei Tage im Juni, von Anne Tyler (2025, engl. Three Days in June) – 5/10

Das ist im ersten Drittel warmherzig, witzig, mit pfiffigen Dialogen, schrulligen Durchschnittsfiguren von nebenan und ohne konstruierte Zufälle oder Katastrophen – Anne Tyler eben.

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Es geht um ein geschiedenes Ü60-Paar und im zweiten Buchteil um die Hochzeit der Tochter mit ermüüüdend vielen Kleinigkeiten rund um Kleidergeschäfte, Kosmetikerinnen, Sitzordnung, Hochzeitstorte, etc. etc. etc.

Im letzten Drittel (am dritten Tag im Juni) liefert Ich-Erzählerin Gail eine überraschende, sehr lange Rückblende, die wenig Bezug zu den ersten beiden Teilen hat. Es klingt wie eine separate Geschichte, die nachträglich angeflanscht wurde.

Mir klingt der kurze Roman auch einen Tick zu privat: Gesellschaft, Politik, etwas Größeres kommt kaum vor, obwohl die Hauptfigur gleich zu Beginn des Romans auf demütigende Art ihre langjährige Arbeit verliert.

Die Geschichte enthält ganz viel Hochzeit nach Drehbuch 08/15 und recht viel süße Katze – schreibt Anne Tyler jetzt Instagram-konform?

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