Ach so exotische Hot-Country-Memoiren mit Titeln wie Wo die Kaffeekirschen leuchten (Nicola Denis) oder Ich radle um die Welt (Heinz Helfgen) sind wohl nicht mein Fall. Das gilt auch für den Ruf des Geckos von Horst H. Geerken:
Das ist das schlichte Abenteuerbuch eines Telefunken-Ingenieurs ohne Finesse, Tiefgang, Psychologie oder interkulturelles Gespür. Horst H. Geerken (*1933) legt es auf Schenkelklopfer an; er betont im Vorwort mehrfach die Anekdotenbeiträge seiner Gesprächspartner, erzählt von falsch installierten Toiletten, linguistischen Missverständnissen und dem Gerücht, dass “Sukarno’s Penis eine goldene Spitze” hätte, oho (Apostroph wie im Buch). Die Texte auf der U4 betonen „amüsante“ Begegnungen in einer „menschlich heiteren Lektüre“.
Dann spult Geerken Lexikonwissen ab (Indonesien im Bild der deutschen Dichtung, ein Dutzend Seiten über Walter Spies) oder er recherchiert selbst hinter vergangenen Unruhen her und hält seine örtlichen Interviews für bedeutsam.
Im ersten Kapitel erzählt Geerken streng chronologisch vom Kofferpacken in Deutschland über die Seereise bis zu frühen Begegnungen in Jakarta (vor allem europäische Geschäftsleute) und allem, was am Straßenrand auftaucht – ermüdend gleichförmig. Die Schiffsfahrt galt als Hochzeitsreise, doch die nach Südostasien mitreisende Ehefrau kommt bei Geerken praktisch nicht vor.
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Sprache:
Der Autor formuliert ungefiltert von der Leber weg, geizt nicht mit Ausrufezeichen und mit ungeschickten Laut- und Wortwiederholungen (Hervorhebungen von mir):
*Durch* häufige geschäftliche und private Reisen lernte ich Indonesien und seine Menschen *durch* viele persönliche Kontakte, die sich oft auch aus den geschäftlichen entwickelt hatten, ganz besonders schätzen… Hier möchte ich einige historische Begebenheiten aus Sicht der Indonesier *darstellen*, die aus diesem Blickwinkel natürlich eine ganz andere Färbung erhalten, als sie von der ehemaligen niederländischen Kolonialmacht in ihrer Vergangenheitsbewältigung bis heute *dargestellt* werden… Nachdem alle Vorbereitungen für unsere Ausreise getroffen *waren* und Listen für das Umzugsgut, für die Transportversicherung und für den indonesischen Zoll erstellt worden *waren*, als die polizeilichen Führungszeugnisse und Visa vorlagen, die Tropentauglichkeits-Untersuchungen in Tübingen erfolgreich abgeschlossen *waren* und wir alle Impfungen erhalten hatten, *wurde* ein Güterwagen bei der Bahn bestellt, der bis unters Dach voll beladen *wurde*.
Seinen Arbeitgeber schreibt er ehrfürchtig groß:
AEG-TELEFUNKEN,
teils viermal auf einer Seite, für ein abwechslungsreiches Schriftbild.
Dazu kommt altbackenes Dativ-e:
auf dem Seewege… in diesem Lande… im Winde…
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