Romankritik: Fabian. Die Geschichte eines Moralisten, von Erich Kästner (1931) – 7 Sterne

Viele verblüffende, unterhaltsame Dialoge und kuriose Capricen; gelegentlich meint man, der Autor klopfe sich ob seiner funkelnden, knappen Bonmots und Aperçus diskret selbst auf die Schulter, betrachte sein streng unangepasstes Personal und speziell den unorthodox liebenswerten Alter-Ego-Protagonisten mit viel Wohlwollen.

Zur Handlung: Liederliche Weiber und verdrossene Spießer in Berlin. Auf den ersten vier Fünfteln passiert wenig, Erich Kästner hält das Interesse jedoch mit originellen Zitaten und Figuren wach. Das letzte Fünftel dann dramatisch, melodramatisch. Die Hauptfigur Fabian erscheint etwas zu betont kauzig-sympathisch, distanziert und moralisch.

Kästners bestes Buch für Erwachsene. Schade, dass er sich nach 1945 nicht mehr aufgerafft hat.

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