Rezension: Helmut Kohl, Eine politische Biografie, von Hans-Peter Schwarz (2012)

Fazit:

Hier kann ein Professor mal lebendig schreiben, spannend sogar, und mit Sinn für übersichtliche Gliederung eines weit ausufernden Stoffs. Selten genug. Hans-Peter Schwarz berichtet detailliert mit neuen Quellen aus allen Winkeln der Mainzer, Bonner, Berliner und Brüsseler Sitzungszimmer, auch aus Paris und Washington, aus den  Maschinenräumen der Macht. Stark.

Alle Profikritiker waren angetan. Und doch – ist es „eine große Biografie“? Oder nur „eine gute dicke“?

Schwarz schreibt teilweise fast zu schenkelklopfend und hält seine eigene sehr konservative, auch Euro-kritische Meinung kaum hinterm Berg, ohne sie doch offen auszusprechen. Er stülpt seine Persönlichkeit zwar nicht so aufdringlich über sein Sujet wie Graham-Greene-Biograf Norman Sherry, schreibt aber auch nicht so selbstlos sachdienlich wie Churchill-Biograf Martin Gilbert. Betrachtet man auch die Sprachfehler vor allem im letzten Viertel des Haupttexts und einige übertrieben lässige Formulierungen sowie inhaltlich die Vernachlässigung des Kohlschen Privatlebens, bleibt das Buch doch unter der Höchstnote. Aber lesen Sie selbst.

Flotter Texter:

Hans-Peter Schwarz (1934 – 2017) greift mit Musik in die Seiten, meidet Passiv- und Substantivierungshuberei, zügelt das Dativ-e. Schwarz schreibt spöttisch, griffig und bildlich. Kostproben der Pantheon-TB-Ausgabe, 2. Auflage 2014:

Würde das leckgeschlagene DDR-Staatsschiff urplötzlich kentern und kieloben treiben… (S. 568)

Helmut Kohl ist ein Gutsherr, aber ein Gutsherr auf Treibsand (S. 653)

((Stoiber plane Anfang 1998, sich)) auf die Verteidigung der bayerischen Stammlande zu konzentrieren, von denen aus er eines Tages in eigener Person zur Reconquista aufbrechen könnte. (S. 581)

Das nette Bild, dass „überall im Ostblock die Decke herunterfällt“ (S. 568), nutzt Kohl allerdings schon auf Seite 631 auch für Nahost und auf Seite 923 „global“; zu viel. Und einmal zeichnet er von einem einzigen Gegenstand in einem einzigen Satz zwei unterschiedliche Bilder, die nicht harmonieren: „eigene Leute aus der Pflanzschule seiner einstigen Fraktion…, die gewissermaßen auf Pfiff dressiert sind“, S. 721.

Plauderstunde:

Schwarz, der hier auch auf Hermann Hesse, Thomas Mann, Golo Mann und mehrfach auf sein Dissertationsthema Ernst Jünger rekurriert und mit Schillerversen endet, verzichtet weitgehend auf sinnlose rhetorische Fragen, banale Verallgemeinerungen und Leersätze (Ausrutscher: „In Kohls Lebenslauf stellen die Studienjahre einen Abschnitt eigenen Gepräges dar“, S. 61; „Bekanntlich ist bei der Entstehung jedes umfassenden Staatensystems eine Vielzahl von Akteuren und Kräften am Werk“, S. 858). Schwarz formuliert sogar satirisch-sarkastisch fünf „Maximen zur kreativen Finanzierung der deutschen Einheit“ (S. 650). Nur gelegentlich ballen sich Hilfsverben et. al. aufdringlich (u.a. 2x „sind“ in einem Satz auf S. 254, 2x „ist“ in einem Satz auf Seite 506, 3x „sind“ in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen auf S. 749; s.a. 3x „auf“ in einem Satz auf S. 360, 3x „für die“ in zwei aufeinanderfolgenden Sätzen auf S. 543).

Spott und Formulierungsgabe praktiziert Schwarz nicht zuletzt gegenüber der Presse: der junge Günter Gaus ist ein „Journalist auf der Jagd nach Großwild aus dem Polit-Zoo“; der „notorische CDU-Feind“ (S. 621) Günter Augstein ein „Spottvogel“, darauf aus, sich „wieder einmal mit dem Skalp eines Bundeskanzlers zu schmücken“ (S. 497); Friedrich Nowottny die „unbestrittene Fernsehdiva“ (S. 273); gern figuriert der „bedeutendste konservative Intellektuelle in der Ära Kohl“ (S. 818), der „stets zum geistvollen Nörgeln disponierte Johannes Gross“ (S. 300); etwas seltener erscheint der „allzeit zum Lästern aufgelegte Jürgen Leinemann vom Spiegel“ (S. 592).

(CDU- und KAS-Mitglied sowie Kohl-Berater Hans-Peter Schwarz zitiert notgedrungen immer wieder „die Hamburger Journaille“, S. 621, wohl weil sie fidel textet und tiefenscharf informiert, auch wenn zu Schwarz‘ kaum unterdrückten Leidwesen dort „alles tendenziös“ sei, S. 265, und er stänkert fortwährend gegen penetrant linksliberale TV-Sender, einen „vom emotionalisierenden Fernsehen bereits stark bestimmten Staat“, S. 341, und die „Entspannungspublizistik“, S. 468; Schwarz zitiert denn auch ausführlich Kohls Lamentiade gegen „WDR, NDR, der Südwestfunk, der Süddeutsche Rundfunk, der Hessische Rundfunk – überall werde schlechte Stimmung verbreitet“, S. 587. Keine Quelle erscheint im langen Anhang gefühlt so oft wie der Spiegel, Augstein und Leinemann sind neben Johannes Gross vielleicht die meistzitierten Einzelschreiber.)

Kaum eine Figur tritt Schwarz so lustvoll in die Tonne wie Lothar de Maizière, der u.a. einmal „gewissermaßen vor aller Welt die Hosen herunterläßt ((sic)) und zugibt, daß ((sic)) die demokratische, aber leider zahlungsunfähige DDR nicht mehr weiterkann“ (S. 593); laut Schwarz quittiert Kohl de Maizières politischen Abgang mit einem „Nachruf dritter Klasse“ (S. 656).

Auch seine Bewunderung für den jungen Machtpolitiker Kohl packt Schwarz oft in vergnüglichen Spott – siehe die „Supernova in Rheinland-Pfalz“ (S. 144). V.a. im Vor- und Nachwort tituliert der Politikwissenschaftler sein Sujet immer wieder fast ergeben als „Riese“, physisch und historisch, und hebt fast triumphierend den Spiegel-Titel „Der glückliche Riese“ in eine Kapitelüberschrift (S. 580). Und wohl eher bewundernd als kritisch nennt Schwarz den jungen Kohl einen politischen „Raufbold“ und „Rabauken“. „Dieses nimmersatte Parteitier“ (S. 144), dieser „oft zu bedächtige, erdschwere Riese“ (S. 794) mit „beängstigender Ämtergefräßigkeit“ (S. 123) produziere freilich immer wieder „verknödelte Sätze“ (S. 171) mit „Parolen, die jedermann auswendig kennt“ (S. 844).

Schwarz‘ nassforsch-fröhliches Parlando klingt nur selten zu semipubertär („belämmert“, S. 239, 525, 783; mehrfach „?!“ u.a. S. 239, 240, 2x S. 262, S. 393, 440, 542, 594, 658, 715, 765, 772, 778, 794, 827, 841). Bei allem Vergnügen an Schwarz‘ meinungsfrohem Schnodderton schien mir die „demagogische Überzeugungskraft“ (S. 331), die er Helmut Schmidt zuschreibt, unpassend. Eher unterhaltsam vielleicht Pietätlosigkeiten wie Strauß‘ Ableben, das Kohl „doch mehr Gutes als Böses“ beschere (S. 395). Verblüffend, dass Lästermaul Schwarz die Beschreibung von Kohl als „Polit-Junkie“ für „ungehörig“ hält (S. 910).

Schwarz spöttelt sich aber nicht nur allinformiert durch Kohls Leben und, en passant, die Geschichte der Bundesrepublik 1982 – 1998. Er spießt Stimmungen und Trends immer wieder trefflich kompakt auf, so die CDU-interne Wahrnehmung des machtbewussten Nachwendekohls als „zynisch, von jovialer Brutalität und absolut ichbezogen“ (S. 622).

Fragwürdig:

M.E. liest sich das noch besser als Schwarz‘ Axel-Springer-Biografie. Gelegentlich wusste ich indes nicht, ob ich Schwarzsche Fremdwörter und Ausdrücke als Bereicherung schätzen oder als lahm eingedeutschtes Englisch begähnen, als Lektoratsmut bewundern oder als Lektoratsversagen bedauern sollte  – z.B. „respektvoll zu karessieren“, S. 75, „Seniorität“, S. 76, „soziabilen“, S. 83, „Konnexionen“, S. 90, „(un)kontroversiell“, S. 128, 415, 895, „odios“, S. 147, 345, „Zelebrität“, S. 210, „Demandeur“, S. 265, 355, 428, 430, 518, „substantiierbar“, S. 323, „deblockieren“ u.ä. S. 355, 364, „Prolongierung“, S. 392, 420, „Intransigenz“, S. 421, „Septennat“, S. 422, „juste milieu“, S. 463, „moribunde“, S. 477, „NSC Kissingers“, S. 508, 553, „Perzeption“, S. 509, „teleologisch“, S. 535, „starken Bias“, S. 544, „jurisdiction“, S. 552, „entriert… insistiert“, S. 568, „politisch deroutiert“, S. 601, „ressentiert“, S. 616, „CEO“, S. 624, „Peripetie“, S. 796, „Prolongierung“, S. 797, 819 oder „Insurrektion“, S. 827.

Schwarz benutzt auch englische Redensarten, als ob es deutsche seien, etwa „nicht in den Karten“, S. 328, „auf dieser Note endet“, S. 674, „am Ende des Tages“, S. 927. Manche gelehrten Ausdrücke erscheinen definitiv zu oft, so v.a. im ersten Hauptteil „Alterskohorte“ (u.a. S. 73, 549) oder „Diadochenkampf“ (u.a. S. 136, S. 651).

Dazu kommen ein paar eindeutige Fehler wie „Thronprätendenden“ (sic, S. 267; auf S. 762 korrekt), „viele Hacken geschlagen“ (sic, S. 565), „trotz Lafontaine ((sic)) und vor allem wegen Gerhard Schröder ((sic))“ (S. 796), „mit der Kürzel“ (sic, S. 800) oder „Seinen eigenartigsten Ausdruck findet die Reduktion…“ (sic, S. 465), „wegen lange zurückliegendem Berserkertum“ (sic, S. 930) und ein paar Tippfehler wie „andererseit“ (sic, S. 303), „geplaten“ (sic, S. 811), „Im den Gesprächen“, S. 830. Manchmal schreibt Schwarz „heute“ oder „aus heutiger Sicht“ (u.a. S. 303, 908, 927, 930), wenn er meint „bei Manuskriptabgabe 2011“; das sollte er auch jeweils schreiben, denn Adverbien wie „heute“ lassen sich beim Lesen keinem Zeitpunkt zuordnen (ab der zweiten Buchhälfte textet er selten einmal „von der Schwelle des zweiten Jahrzehnts des 21. Jahrhunderts aus betrachtet“, S. 477, oder „bis in den Sommer 2011“, S. 890).

Schwarz sonnt sich genüsslich selbst in seinem üppigen Wortschatz und historischen Wissen, und zumeist macht das viel Spaß. Da werden die Figuren auch mal „angriffig“ (S. 846, 874). Gelegentlich erwartet Schwarz vielleicht zu viel Allgemeinwissen, zitiert etwa Englisches oder Französisches (S. 517) unübersetzt, verwendet unerklärt Begriffe wie „Heribert Prantl“, „Maginot-Linie“, „Tatarenmeldungen“, „Rapallo- oder Tauroggen-Gedanken“, „Orlog“, „Opt-out“, „Areopag“, „ägriert“, „Souplesse“, „Medisance“, „doppelte Mehrheit“ (beim ER) und hält die Zeitpunkte bundesdeutscher Regierungswechsel für bekannt.

Manchmal huscht er über Dinge zu schnell hinweg, die ihn wohl langweilen, die der Laie aber gern konkreter hätte; Beispiele:

  • Im Skandale-Kapitel erwähnt Schwarz Philipp Jenningers „verunglückte“, „verkorkste“ (S. 395f) Rede – zitiert aber nicht die inkriminierten Worte.
  • das Verfassungsgericht schlägt beim Maastricht-Vertrag „einige Pflöcke ein, die den europapolitischen Spielraum eingrenzen, vergleichbar mit dem einstigen Karlsruher Urteil zum Grundlagenvertrag“ (S. 705) – ohne nähere Erläuterung
  • Bill Clinton ringe mit „der Skandalpresse“ (S. 754), ohne Erklärung

In solchen Moment dachte ich gern zurück an die glasklare, keine Fragen offen lassende und strikt chronologische einbändige Churchill-Biografie von Martin Gilbert (die freilich weniger flott geplaudert klingt und womöglich aufmerksamer redigiert wurde).

Inhaltliches:

Schwarz mischt Themen interessant – etwa die Entwicklung Ludwigshafens und der Pfalz mit Helmut Kohls Jugend oder die Bedeutung des Doms von Speyer in verschiedenen Phasen der Kohlschen Biografie -, er streut unerwartetes Allgemeinwissen und verblüffende historische Quellen ein. Zudem tut Schwarz neue „bisher unerschlossene Quellen“ auf, wie er auf S. 940 nonchalant einfließen lässt, er zitiert etwa aus unveröffentlichten Tagebüchern und Akten („wie in meinen früheren zeitgeschichtlichen Büchern auch“).

Die bundesdeutsche Politstimmung illustriert Schwarz mit allzeit paraten Länderwahl- und Demoskopieergebnissen, mit Sonntagsfragen, Politbarometer, Zeitungsüberschriften und offenbar symptomatischen aktuellen Nicht-Polit-Buchtiteln wie „Von der Kunst, unglücklich zu sein“ oder auch nicht aktuellen Nicht-Polit-Buchtiteln wie „Les illusions perdues“. Das Wilhelm-Hennis-Wort von Kohls „ruchlosem Optimismus“ führt Schwarz freilich gleich zweimal an (S. 764, 818). Und bei den Meinungsumfragen zitiert Schwarz meist das wie von ihm selbst erwähnt Kohl-freundliche Allensbacher Institut; Emnid erscheint erstmals auf S. 836 im Zusammenhang mit einer angegeblich politisch motivierten Umfrage für den Spiegel, erst danach kommen weitere Meinungsforscher wie die Mannheimer Gruppe vor.

Frappierend – bei Lektüre ab etwa 2017 – ein verbatim zitierter Kanzleramtsvermerk von 1987 über Kohls Worte (S. 449):

Sowjetische Idealvorstellung sei dabei, daß ((sic)) ein Narr Präsident der USA werde und sein Land in den Isolationismus zurückführe. Dann könne die Sowjetunion über Leute wie den Labour-Führer Kinnock in Großbritannien und die SPD sowie die Grünen in der Bundesrepublik ihre politischen Vorstellungen durchsetzen.

Mitunter vor allem in den Nichtregierungsjahren referiert Schwarz scheint’s zu atemlos Personalpolitik, Konferenzmarathons und immer neue Spekulationen, beachtet politische Inhalte zu wenig. Sein flotter, unprofessoraler Präsens-Stil mit relativ kurzen Sätzen generiert zusätzliches Adrenalin; Schwarz klingt fast wie ein mitgerissener  (aber untypisch geistreicher) Fußballkommentator. Aber Schwarz schiebt nach jedem der sechs Hauptteile eine etwa zehnseitige „Betrachtung“ ein, die sein Bonner Bestiarium mit großem Weitblick in den zeitgeschichtlichen, weltpolitischen Rahmen rückt (auch wenn die Spannung nach den Politkrimis der Hauptteile dann in den „Betrachtungen“ stark abfällt).

Selbst wenn Schwarz nicht-chronologisch schreibt und sogar innerhalb einzelner Themenkapitel Zeitsprünge und Vorgriffe wagt, klingt er doch zumeist übersichtlich und gutsortiert. Einzig zwei Kapitel im Hauptteil zum dramatischen Wendejahr 1989/90 wirken verwirrend. Und Europapolitik interessiert Schwarz sicher mehr als das deutsch-deutsche Klein-Klein ab 1989; das sagt er auch selbst auf S. 930 und 946.

Privatleben referiert Schwarz nur sehr knapp, hier hat er spürbar keinen Ehrgeiz, er probiert sich nie an einem Psychogramm, auch wenn er auf Kohls Ehe und Söhne ganz gelegentlich eingeht. Der angeblich „enge Freund des Ehepaars ((Kohl)), Monsignore Erich Ramstetter“ erscheint so überraschend erstmals auf S. 896.

Schwarz legt ja explizit eine nur „politische Biographie“ vor und erspart sich/uns damit psychologisches Herumstochern; um so überraschender, dass er auf Seite 920 erst erneut den „politischen“ Charakter der Biografie betont, um gleich danach einem Kohl-Sohn „eine Ödipus-Konstellation“ zu unterstellen.

Einige frühe Themen:

  • Helmut Kohl als Student in Frankfurt und Heidelberg
  • Kohls stark proeuropäische Prägung
  • Hannelore Kohls frühes Leben
  • Generationen- und Konfessionenkonflikte in der pfälzischen CDU der 1950er, frühe Förderer
  • die „Generation von 45“ und die politische Landschaft der Nachkriegs-Bundesrepublik
  • die mühsamen 1970er Bonner Oppositionsjahre mit Kreuth, innerparteilichen Widersachern und der schwierigen K-Frage vor der 1980er-Wahl (die sozialliberale Regierungspolitik erscheint praktisch gar nicht, ebenso wenig politische Unionskonzepte; das 1970er-Bonn wirkt in der Biografie wie ein intriganter christsozialer Hühnerhaufen mit Außenstellen in Oggersheim und München)
  • Machinationen im Sommer 1982 bis zum sozialliberalen Sturz
  • bundesdeutsches und weltpolitisches Klima in den 1970ern bis zum Beginn von Kohls Kanzlerschaft

Ab der Kanzlerschaft 1982 schreibt Schwarz nicht mehr streng chronologisch, sondern sehr gelungen nach Themen sortiert. Insgesamt entsteht so ein sehr übersichtliches Bild. Kapitelinhalte hier u.a.:

  • Kohls erste, lang haltbare Ministerriege
  • Beziehung zu Frankreich, zu England
  • Finanz- und Sozialpolitik
  • Ostpolitik
  • alle Skandale auf einen Blick
  • Europapolitik und erste Schritte zur Währungsunion
  • Abrüstungsverhandlungen (ebenso kompliziert wie das vorherige Thema)
  • Beziehung zu Gorbatschow ab 1985

Auch im besonders langen, innen- und europapolitisch schwerwiegenden Buchteil von 1991 bis 1998 erzählt Schwarz nicht strikt chronologisch, sondern verfolgt jeweils in Kapiteln einzelne Schwerpunkte über mehrere Jahre hinweg, so den Golfkrieg, Probleme mit der Ost-CDU, Zerfall der SU, Zerfall Jugoslawiens, Vorbereitung des Maastricht-Vertrags (sehr aufschlussreich), die Wahlkämpfe 1994 und 1998, letzte Schritte Richtung Währungsunion.

Gewichtung der Zeitabschnitte im Haupttext:

  • 1939 – 1969: ca. 118 Seiten*
  • 1969 – 1982: ca. 174 Seiten
  • 1982 – 1989: ca. 182 Seiten
  • 1989 – 1990: ca. 130 Seiten
  • 1991 – 1998: ca. 238 Seiten
  • 1998 – 2012: ca. 80 Seiten

*Anhang generell nicht berücksichtigt; eingestreute Fotos und Leerseiten nicht herausgerechnet; ansonsten eher mehr Text pro Seite als bei anderen Büchern

Ausstattung:

Meine Taschenbuchausgabe des Pantheon-Verlags (Random-House-Imprint, 2. Auflage 2014) hat

  • Gesamtseiten: 1052
  • Haupttext: ca. 927 S. inkl. weniger Fotos und Leerseiten, o. Inhaltsverzeichnis, o. Anhang, o. Nachwort und Dank
  • Fotos: wenige SW-Abb., eingestreut im Haupttext auf Buchdruckpapier, mitpaginiert, also kein abgesetzter Foto-Teil
  • Inhaltsverz., Nachwort und Dank, Anhang: ca. 145 S.
  • Gewicht: 934 g
  • Höhe: 53 mm

Die zahllosen Endnoten am Buchende liefern nicht nur Quellennachweise, sondern gelegentlich auch inhaltliche Vertiefungen; solche Anmerkungen gehören direkt auf die entsprechende Seite, nicht ans Buchende. Schwarz gliedert lesefreundlich in relativ kurze Unterkapitel, die er eher thematisch als streng chronologisch anlegt. Die halbwegs deskriptiven, aber zuweilen auch feuilletonistisch angehauchten Kapitelüberschriften erscheinen als lebende Kolumnentitel über jeder rechten Buchseite, und nach diesen kurzen Unterkapiteln sind auch die Endnoten gegliedert – insgesamt übersichtlich. Jahreszahlen erscheinen nicht als lebende Kolumnentitel. Es gibt keine Listen oder Grafiken für Wahlergebnisse oder Meinungsumfragen; keine Kabinettslisten.

Die Seite 944 – Teil der Danksagung – fehlte in meiner bei einem großen Gebrauchtbuchhändler gekauften Pantheon-TB-Ausgabe; stattdessen gab’s die Seite 946 doppelt, einmal nach und einmal vor der Seite 945. Ich bat Random House höflich unter ihrer Kundenservice-E-Mail-Adresse um die Seite, erhielt aber wochenlang keine Antwort.

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