Kritik Cousteau-Biopic: Jacques, Entdecker der Ozeane (2016) – 6 Sterne – mit Video

Der Film präsentiert fantastische Bilder aus der Antarktis und von Begegnungen mit Haien, Robben und Walen. Doch Musik sülzt diese Edelszenen zu. Und auch inhaltlich enttäuscht das Biopic:

Es zeigt die 30 wichtigsten Jahre im Leben von Jacques-Yves Cousteau (1910 – 1997). Der Franzose war nicht nicht nur Meeresforscher, Fotograf, Filmer und Autor, sondern auch Militärheld, Erfinder, Unternehmer in steten Geldnöten, Familienvater, außerfamiliärer Vater, Umweltzerstörer, Umweltschützer usw. usf.

Diese vielen Cousteau-Facetten hakt der Streifen atemlos stichwortartig ab, stets bleiben Fragen offen – am besten kennt man Cousteaus Leben vorher schon. Nur die Auseinandersetzung mit dem kritischen Sohn Philippe Cousteau (Pierre Niney) bringt etwas echte Dramahandlung (Regie, Co-Autor Jérôme Salle).

Lambert Wilson und Audrey Tautou altern in diesem Film recht überzeugend über mehrere Jahrzehnte. Interessant zudem, dass Tatou mal nicht die Niedliche spielt, sondern in der zweiten Filmhälfte eher herb auftritt.

Freie Assoziation:

Cousteaus Leben und diese filmische Biografie erinnern in einigen Aspekten verblüffend an Tierfreund Bernhard Grzimek und das Biopic über Grzimek: die Leidenschaft für ein Naturthema, die reiche Publizistik, Oscar-Ehren, fachfremdes (aber artgerechtes?) Interesse an außerehelichen Zweibeinern, außerehelicher Nachwuchs, Mitarbeit des Sohns, Zutodekommen des Sohns, bittere erste Ehefrau; die Darsteller der jeweils älteren Hauptfigur ähneln sich deutlich.


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