Rezension Iran-Sachbuch: Persian Pilgrimages bzw. The Soul of Iran, von Afshin Molavi (2002, 2005) – 7 Sterne

Molavi schreibt so locker und gefällig, dass man ihm mühelos über 350 eng beschriebene Seiten folgt. Sogar Wiederholungen wie die stets wiederkehrenden Höflichkeitsrituale oder die Eigenheiten seiner örtlichen Freunde stören nicht übermäßig.

Berichte aus allen Provinzen:

Dabei reist der Autor, meist mit Iranern, stets Männern, in alle Ecken des weiten Landes und informiert nebenbei gründlich über Politik, Religion, Literatur, Geschichte, Wirtschaft und Alltag im Reich der Mullahs – von Cyrus bis Ahmedinedschad, mit vielen interessanten Details, nur gelegentlich einen Tick zu gelehrt. Interessant auch der Länderspielbesuch Iran-Deutschland in Teheran und die Reise nach Damaskus, wo junge Iraner die Auswanderung nach Kanada betreiben.

Auch wenn Molavi die Hardliner in Teheran eindeutig nicht schätzt, bleibt sein Ton stets sachlich-freundlich, das Urteilen überlässt er dem Leser. Dank vieler kurzer Unterkapitel lässt sich das Buch leicht lesen.

Der Großteil erschien schon 2002:

Der Großteil des Buchs beruht auf Erlebnissen bis 2001 (und erschien 2002 bereits als Persian Pilgrimages: Journeys Across Iran). In der 2005er-Taschenbuchausgabe The Soul of Iran legt Molavi noch Kapitel über Iranbesuche 2003 und 2005 (die erste Wahl Ahmedinejads) nach, sie wirken jedoch etwas angeklebt (der Autor in der englischen Wikipedia).

Mehr von Alltag und Gesellschaft heute und weniger von (Geistes)geschichte handeln die zwei exzellenten Teheran-Bücher von Azadeh Moaveni. 3000 Jahre Kulturgeschichte liefert Andrea Claudia Hoffmann.


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