Besprechung: Richard Avedon, Evidence 1944 – 1994 (dt. Ausgabe)

Der großformatige Band hat drei Teile:

  • Zunächst liefert Jane Livingston einen biografischen Abriss Richard Avedons mit vielen großformatigen Schwarz-Weiß-Bildern.
  • Der zweite Abschnitt fast ohne Bilder bringt einen Text von Adam Gopnik.
  • Teil 3 zeigt zur Hälfte eine Zeitleiste mit klein reproduzierten Avedons und andererseits Titelbilder, Arbeits- und Familienszenen – insgesamt vielleicht der umfassendste, wenn auch nicht edelste Überblick über Avedons Gesamtschaffen.

Der Band liefert zudem viele Doppelseiten aus Avedon-Büchern und einige Titelbilder von Modezeitschriften. Das Stichwortregister auf den letzten Seiten führt fix zu gesuchten Motiven – darunter viele Aufnahmen, die Philip Gefter in seiner Avedon-Biografie wortreich beschreibt, aber nicht zeigt. Evidence präsentiert auch Bilder, die Gefter ignoriert, etwa von Rockstars. Lauren Hutton fehlt jedoch komplett, ebenso CIA-Mann Mark Felt und einige weitere.

Die Bilder auf gestrichenem (leicht glänzendem) Fotodruckpapier sind fast durchgehend schwarzweiß, auch Arbeitsfotos, auch die Ausklapptafeln. Das Buch ist der Ausstellungskatalog zur Avedon-Ausstellung im Whitney-Museum in New York; es wird auch in Philipp Gefters Avedon-Biografie besprochen.

Die Eindeutschung frustriert, sie klingt  steif und teils absurd: Auf Seite 118 heißt es mehrfach ”Umschläge für die Vogue” und ähnlich, wenn eindeutig ”Titelbilder“ gemeint sind – doch vielleicht geht es um Versandhüllen oder kalte Wickel?

Eine Alternative zu diesem Band ist teilweise Richard Avedon: Photographs 1946-2004. Der großformatige Band wirkt edel mit ganzseitigen Fotos auf ungestrichenem Papier – er zeigt weit weniger Avedons als „Evidence“, diese jedoch größer und ansprechender.

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