Rezension Schein-Doku über Hundefreunde: Best in Show (2000) – mit Trailer – 8 Sterne

Der Spielfilm, der wie ein Dokumentarfilm daherkommt – also ein Mockumentary oder Mock-Doc -, zeigt mehrere Paare und ihre Hunde rund um einen Schönheitswettbewerb für Hunde. Wir sehen die Vorbereitung, den Wettbewerb selbst und das Leben der Paare nach dem Ereignis.

Ganz leicht absurde Figuren:

Die Hauptrolle spielen ganz klar die Menschen, die Hunde sind nur Auslöser für ihre Reaktionen. Die Figuren wirken leicht absurd und gleichzeitig bestürzend realistisch – ein durchgehend dramatisch lustiger und dabei nur selten schriller Film.

Ein Paar geht mit dem Hund zum Psychologen, eine Frau trifft überall Ex-Liebhaber, ein schwules Paar lernte sich beim Friseur kennen, der Fernsehkommentator reißt einen ranzigen Altherrenwitz nach dem anderen, der Hotelmanager präsentiert verschiedene Reinigungsmittel je nach Hundegröße (auch für von Rockstars bewohnte Zimmer geeignet).

Die Kamera in diesem Film bietet nichts Besonderes. Christopher Guest, Regisseur, Ko-Autor und einer der besten Darsteller im Film, hatte auch schon mit anderen trocken-komischen Mockumentaries Erfolg, zum Beispiel mit Waiting for Guffman – Wenn Guffman kommt (1996, über Kleinstadttheater) und mit This Is Spinal Tap (1984, über eine Rockband); in allen diesen Filmen verwendet Guest stets die selben Darsteller.

Kurzer Hauptfilm:

Ein Grund für die Kürze des Films: Die DVD liefert nicht weniger als 27 Minuten entfernte Szenen guter Qualität, allerdings nur mit englischem Ton und wahlweise zusätzlichem Sprechkommentar des Regisseurs (3600 Minuten wurden insgesamt gefilmt; Variety über die nicht verwendeten Szenen). Die Abschnitte sind nicht schlecht und liefern mehr absurde Sätze, zeigen allerdings überwiegend statische Interviewsituationen.

Einen Tonkommentar liefert Christopher Guest zusammen mit Ko-Autor Eugene Levy auch zum Gesamtfilm, sonst enthält die DVD nur ein paar Texttafeln und den englischen Trailer. Schade, ein Making-of wäre bei diesem Film besonders interessant: Man hätte gern gesehen, wie die scheinbar so realistisch agierenden Darsteller sich außerhalb ihrer Rolle geben und wie sie mit ihrem vierbeinigen Mitspielern interagieren.

Interessant wäre auch zu erfahren, wie realistisch die Hundeschau tatsächlich ist. Die Hundeführer und Richter im Film sind tatsächlich Hundeprofis.

Ton und Untertitel bringt die DVD wahlweise in Englisch oder Deutsch. Naturgemäß ist die Original-Tonspur besser, und das gilt hier besonders wegen des bräsigen Südstaaten-Tonfalls von Christopher Guest.

Die Kritiker:

Best in Show wurde hoch gelobt.

  • Rotten Tomatoes: 95% Kritikerzustimmung
  • Metacritic: 71% Kritikerzustimmung
  • IMDB: 7,5 von 10 Sternen Publikumswertung (Oktober 2014, 41.056 Stimmen)

Die New York Times meinte:

„Essentially a well-organized, exquisitely nuanced skit comedy… sketches loosely stitched together and refined to the nth degree. Although the movie pretends to have narrative structure, it doesn’t really go much of anywhere“

Roger Ebert:

„Wickedly funny… consistently just plain funny and sometimes ascends to a kind of crazed genius“

BBC:

„Brilliantly observed, acerbically funny… non-stop laughs… unique, entertaining, and most importantly, incredibly funny“

PopMatters:

Funniest when overtly satirical of cultural trends and norms… skewering the Starbucksification of U.S. culture… content to rather unselfconsciously replicate a number of class-based and homophobic stereotypes

Slant:

„Much of the film’s absurdist humor tends toward broad strokes and caricature, taking easy (one might almost say „lazy“) potshots at yuppies and flamboyant gay couples

Slate:

„Guest and his cast of brilliant clowns have done their research… they’ve got the little details of showing right. The magic is in the minutiae“



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