Rezension: Die finanziellen Abenteuer des talentierten Poeten, von Jess Walter (Roman 2009, engl. The Financial Lives of the Poets) – 7 Sterne


Ein gefeuerter Journalist scheitert mit gereimten Börsenkommentaren und versucht sich als Drogendealer, um irgendwie Haus und Auto zu halten – und damit vielleicht auch seine Frau, die offenbar fremdgeht.

Intelligente Ein-Zeiler, Witze und Sarkasmen prasseln nur so herunter. Auch die gereimten Finanzkommentare haben etwas (ich kenne nur das englische Original und kann die Eindeutschung nicht beurteilen).

Allerdings wirken einige Prämissen unrund: Die vielbeschriebenen Börsenkommentare in Reimform spielen kaum eine Rolle für die Handlung, und der Ich-erzählende Ex-Journalist verhält sich mitunter himmelschreiend dumm – um der Handlung immer neue, absurde Wendungen geben zu können, meist nach dem Prinzip „Schlimmer geht’s immer“.

Erinnert wegen des hysterischen Mariuhanazüchtermilieus momentweise an T.C. Boyles Grün ist die Hoffnung. Wirkt im Vergleich zu Walters Schöne Ruinen (Beautiful Ruins) wärmer und menschlicher.

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