Rezension Afrika-Spielfilm: Cobra Verde (1987, Regie Werner Herzog, mit Klaus Kinski) – mit Trailer – 7 Sterne

Der Film von 1987 hat fantastische Bilder, toll choreographierte Bewegungsabläufe und Massenszenen, ein paar unterhaltsame Tänze und Gesänge. Sehr intensiv, sehr exotisch, sehr anders. Allein das ist schon enorm verdienstvoll. Es ist auch viel interessanter als der Hauptdarsteller:

Klaus Kinski stakst als irrer, leicht effiminierter Oberpirat durch die erstaunlichen Kulissen und Sklavenlager. Die interessante, 43minütige Doku zu den Dreharbeiten zeigt, wie unsympathisch, unprofessionell, egozentrisch und obstruktiv er sich auf dem Set gerierte.

Vergleich mit der Buchvorlage:

Cobra Verde zerfällt in Episoden und Szenen, die sich schlecht zusammenfügen. Die Handlung ist noch weniger glaubwürdig als in der Buchvorlage „Der Vizekönig von Ouidah“ von Bruce Chatwin.

Von diesem Buch verwendet Regisseur und Drehbuchautor Werner Herzog nur den großen Mittelteil, also das eigentliche Leben Manoel da Silvas, aber nicht die langen Kapitel über seine Nachfahren. Zwar wirkt schon „Ouidah“ wie eine Steilvorlage für einen besessenen Herzog/Kinski-Tropen-Film; dennoch ist die Hauptfigur im Buch weniger durchgeknallt und etwas besser nachvollziehbar.

Auf meiner Stereoanlage klang der englische Ton weit kraftvoller als der deutsche, der zudem schlecht synchronisiert ist. Deutsche Untertitel ließen sich bei mir nicht aufrufen.

Trotz aller Schwächen: Als brutalstmöglich exotischer Augenschmaus erste Sahne.


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