Musik

Kritik Biografie: Strauss, Eine Wiener Familie revolutioniert die Musikwelt, von Michael Lemster (2024) – 4/10

Unverhofft bringt Lemster viele Seiten über Metternich und den Wiener Kongress – das Thema gefällt dem Autor offenbar, aber es gehört sicher nicht so üppig in eine Biografie der “Sträusse“ (wie Lemster durchgehend formuliert), ebenso wenig wie später die Unruhen von 1848. Vieles über Vieles: Die Stadt Wien bekommt ein eigenes langes Kapitel (in dem…

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Kritik Motown-Sachbuch: Where Did Our Love Go, von Nelson George (1985, 2003) – 8/10

Nelson George erzählt nüchtern, vereinzelt sarkastisch bis flapsig, gut lesbar und ohne Blabla, mit immer überraschenden Themen- und Personalsprüngen ohne jedes Unterkapitel oder doppelte Zeilenschaltung. In stetem Wechsel folgen fast übergangslos Portraits, Aufnahmetechnik, Organisation, Tourneen, Motowns Marketing. Der Haupttext hat nur rund 230 Seiten, gefühlt liest man aber Inhalt von 350 oder 400 Seiten, ohne…

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Kritik Stax-Sachbuch: Respect Yourself, Stax Records and the Soul Explosion, von Robert Gordon (2015) – 6/10

Autor Robert Gordon ist ein Fanboy – ein Stax-Fanboy und ein Memphis-Fanboy; er wuchs dort auf, produzierte Bücher und Dokus auch zu lokalen Themen, nennt Memphis im Nachwort ”us” und “our“ und kritisiert Örtliches aufdringlich wie ein beleidigter Liebhaber. Er schreibt zu unkritisch begeistert über Stax. Er nennt Akteure wie Label-Chef Jim Stewart und viele…

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Kritik Biografie: Georg Kreisler gibt es gar nicht, von Hans-Jürgen Fink und Michael Seufert (2007) – 7 Sterne

Ein hochinteressanter Charakter hat ein hochinteressantes Leben in einer hochinteressanten Zeit. Er und seine langjährige Bühnen- und Lebenspartnerin reden darüber ausführlich und „auf das Freundlichste“ (Nachwort) mit zwei Journalisten, sie überreichen Fotos und Zeitungsausschnitte, auch die witzigen Liedtexte darf man zitieren. Besser könnte die Ausgangslage für eine Biografie kaum sein – freilich wirkt es schon…

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Kritik Biografie: The Colonel: The Extraordinary Story of Colonel Tom Parker and Elvis Presley, von Alanna Nash (2003) – 7 Sterne

Alanna Nash arbeitet gut heraus, wie Elvis-Manager „Colonel Tom Parker“ schon als Kind fürs Showgeschäft schwärmte: Er präsentierte verbotswidrig Kunststückchen im Pferdestall des Vaters, jobbte bei Zirkus und Varietees. Seine ersten Musiker vermarktete Parker bei Wohltätigkeitskonzerten zugunsten des Tierheims, das er leitete. Colonel Parker  (1909 – 1997) traf erst Ende 1954 auf Elvis Presley (1935…

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Thai-Hits Anfang 2023 (2566) – 2 Musikvideos

Zu diesen Hits schunkelte ganz Thailand Anfang 2023, nach Thai-Zählung Anfang 2566: ผีเห็นผี – L.กฮ. นะหน้าทอง – โจอี้ ภูวศิษฐ์ (JOEY PHUWASIT) Auf HansBlog.de: Thailand, Rock-Pop, Musikvideos, Musikfilme (ohne Bollywood), Bollywood Auf Amazon: Bücher über Thailand, Südostasien, ganz Asien

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Salsa, Raï + Hiphop: 3x Aïcha, 3 Musikvideos

Comme si je n’existais pas Elle est passée à côté de moi… So mies sind die Weiber, und während Aïcha weiterzieht, heult die Männerwelt unerlöst in die Schnuffeldecke – in Algerien, Senegal und Dänemark. Hier drei Klagelieder in drei Stilen über die ferne Aïcha. Mesdames et Messieurs, écoutez-moi, regardez-la: Khaled, Africando, Outlandisch:

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Doku-Kritik: Remember My Name (2019, über David Crosby, mit Cameron Crowe) – 5 Sterne – mit Video

Eine typische Musiker-Doku: Der Star, hier David Crosby, wird angebetet; Kritik wäre unfein, ja Majestätsbeleidigung. Der renommierte Filmemacher und Musikjournalist Cameron Crowe (auch beteiligt am fast Doku-artigen Rockspielfilm Almost Famous) ist hier nicht Regisseur, sondern Produzent und unsichtbarer Interviewer (Regie A.J. Eaton). Crowe ist offenbar auch seit Jahrzehnten mit Crosby befreundet oder zumindest bekannt. Na…

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Rezension Musikfilm: Whitney Houston – Close Up/Can I Be Me? (2017, von Rudi Dolezal, Nick Broomfield) – 3 Sterne – mit Video

Ein Gutes hat die Doku ja doch: Die US-Stimmen werden nicht durch deutsche Stimmen übertönt, stattdessen gibt es deutsche Untertitel (die nicht immer ganz sauber übersetzen). Allerdings sieht man die Untertitel meist zu kurz, man kann sie gar nicht so schnell verarbeiten; schließlich erscheint die Doku bei Red Bull Media House auf Servus TV, und…

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Rezension Musik-Doku: Sing It Loud – Luthers Erben in Tansania (2017) – 7 Sterne – mit Video & Presse-Links

Die fast 90minütige Doku über tansanische Laien-Kirchenchöre hat lange, ruhige Einstellungen. Immer wieder hört man minutenlang nur den Gesang bei fast unbewegter Kamera – und sieht dazu die Chöre nicht nur in Kirchen und Sälen; sie singen auch auf dem Feld und in semiprofessionell selbstgedrehten Musikvideos. Schön: Über den Stimmen der Interviewpartner liegt keine deutsche…

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Rezension: Verwandte Stimmen von Vikram Seth (Musiker-Roman 1999, engl. An Equal Music) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Seth erzählt von einem englischen Kammermusiker in London, der zufällig nach zehn Jahren ohne Kontakt seine einstige Liebe wiedertrifft, die er nie vergessen konnte. Dann spielen sie auch noch zusammen – doch es gibt ein trauriges Geheimnis. Fazit: Vikram Seth schreibt durchgehend spannend, dazu sehr sensibel, hochatmosphärisch, im letzten Viertel jedoch zu melodramatisch und weinerlich….

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Rezension: Aprilwetter, von Thommie Bayer (Roman 2009) – 7 Sterne – mit Video

In typischer Manier zappt Thommie Bayer mit kurzen, wechselnden Abschnitten zwischen mehreren Zeitebenen, hier mischt er über eine längere Buchstrecke sogar drei Zeitebenen: der erste Aufenthalt in der Kleinstadt, die USA-Phase, die Rückkehr in die Kleinstadt. Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich die unterschiedlichen Phasen leicht auseinanderhalten. Nach Thommie-Bayer-Manier gehört auch origineller Sex dazu, hier ein…

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Rezension TV-Doku: 50 Jahre Montreux Jazz Festival – 7 Sterne – mit Links

Die Arte-Doku über 50 Jahre Jazzfest in Montreux ist unnötig, aber unvermeidlich hektisch und effektheischend geschnitten. Sie enthält immerhin auch viele sehr lebendige und vergnügliche Konzertausschnitte u.a. mit Marvin Gaye, Nina Simone, Chick Corea und Herbie Hancock sowie Monty Alexander. Das macht weit mehr Spaß als die statischen Jazz-Aufnahmen aus alpha-Jazz oder Jazz oder nie,…

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Kritik Musikdoku: Marley (2012) – 6 Sterne – mit Video & Links

Die Atmosphäre ist so dicht wie der Qualm aus einem fetten Joint, die Information allerdings nicht. Allein Bob Marley (1945 – 1981) und seine Entourage kommen hier zu Wort – vor allem Musiker, Manager und seine vielen Geliebten – aber keine kritischen Beobachter, keine Stimme aus dem Off, nur ein paar knappe Texttafeln. Die englischen…

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Rezension Tanzfilm: Strictly Ballroom – Die gegen alle Regeln tanzen (1992, Regie Baz Luhrmann) – 7 Sterne – mit Trailer

In der australischen Provinz streiten sich zwei Generationen von Tanzenthusiasten um die richtigen Tanzschritte, um den Sieg beim Amateurtanzwettbewerb und um Dunkles aus der Vergangenheit. Das ist aber fast egal: In seiner ersten Filmregie produziert Baz Luhrmann (Moulin Rouge, Der große Gatsby) ein kunterbuntes Tanzspektakel, bei dem nur selten keine Musik erklingt, mit betont schrillen,…

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2 Musik-Videos aus Thailand: Gute-Laune-Macher

Hochoktaniger Kindergarten, rezeptfreie Stimmungsaufheller, schamlos albern & sexy in aller Unschuld: Thongchai McIntyre (auch Phi Bird genannt) & Jintara Poonlarp: Som Dai (Stil: Morlam (Country)) Blueberry: Chimi Chimi (Stil: Pop) Auf HansBlog.de: Thailand, Rock-Pop, Musikvideos, Musikfilme (ohne Bollywood), Bollywood Auf Amazon: Bücher über Thailand, Südostasien, ganz Asien

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3 Musik-Videos aus Nigeria: Selbstironie & Humor mit Nkem Owoh (Osuofia)

Popmusik aus Nigeria hat viel Energie und ist gut produziert, aber Naija-Popvideos öden visuell oft an, zum Beispiel die Clips von P-Square (Webseite, dt. Wikipedia): Supermacker mit Sonnenbrille bei Nacht behängen sich mit heißen Weibern & dito Autos, hampeln rum wie Rapper mit ADHS. Eine Nigerianerin sagte mir einmal: Ich mag dieses P-Square-Video mit dem…

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Buchkritik: The Last Sultan. The Life and Times of Ahmet Ertegun, von Robert Greenfield 2012 – Biografie über den schillernden Chef von Atlantic Records – mit 4 Videos – 7 Sterne – mit Presse-Links

Der etablierte Popjournalist Robert Greenfield schildert das aufregende Leben des US-Plattenmanagers Ahmet Ertegün (1923 – 2006) – von der Kindheit als Sohn des türkischen Botschafters in den Hauptstädten der westlichen Welt bis zu Ertegüns Zeit als Chef von Atlantic Records: Er arbeitet mit Ray Charles, Neil Young, den Rolling Stones, Led Zeppelin, aber auch mit…

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Rezension Musik-Doku: 20 Feet from Stardom (2013, über Hintergrundsängerinnen) – mit 2 Videos – 7 Sterne

Die Doku stellt Background-Sängerinnen der Unterhaltungsmusik ins Rampenlicht. Vorgestellt werden weitgehend schwarze Künstlerinnen. In Interviews und in Musikausschnitten zeigen sie jede Menge Energie und Vitalität. Vor allem schwarze Sängerinnen: Weiße oder Männer als Hintergrundsänger tauchen kaum auf – es bleibt unklar, ob es keine gibt. Stings weiße Sängerin Jo Lawry erscheint vor allem, um Stings…

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Senioren-Chor-Doku: Young @ Heart (2007) – mit Video – 6 Sterne

In diesem Chor aus Masachussetts singen nur Mitglieder, die 70 Jahre oder älter sind; viele sind über 80. Zum Repertoire gehören Funk- und Rockstücke, die von einer Rockband begleitet werden. Die Doku bringt ein paar Interviews, zeigt Proben und vor allem Konzertausschnitte. Der Film, der für die BBC entstand, wirkt durch Gegensätze: Gebrechliche Senioren singen…

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Rezension US-Musical-Film: Chicago (2002, mit Renée Zellweger, Catherine Zeta-Jones, Richard Gere, Regie Rob Marshall; mit Trailer & 4 Songs) – 9 Sterne

Bombastisch inszenierte, mitreißende Song&Dance-Revue von 2002 mit Catherine Zeta-Jones, Renée Zellweger, Richard Gere und Queen Latifah. Spielt 1926 in Gefängnismauern, Gerichts- und Cabaretsälen. Viele dunkle Szenen mit dramatischem Show-Licht, mehr Songs als Dialoge. Zeta-Jones und Zellweger spielen die verruchten Diseusen mit Verve und Klasse. Zellweger oszilliert bizarr zwischen naiver Unschuld und dem Hunger nach Ruhm….

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Rezension Musiker-Biopic: Ray (2004, über Ray Charles; mit Trailer) – 8 Sterne

Sehr bewegend, sehr subjektiv, sehr suggestiv gefilmt und darum berührender und kitschiger als zum Beispiel Dream Girls oder der Tina-Turner-Film. Manche Entwicklungen und Eingebungen kommen sehr abrupt oder schlicht, vielleicht unvermeidlich in der Kürze der Zeit. Kein Lied läuft ohne Unterbrechungen. Noch mehr könnte gegen den Film sprechen: die Länge allein der Kinoversion (152 Minuten),…

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Rezension Musicalfilm: Dreamgirls (2006, mit Beyoncé Knowles, Eddie Murphy) – Trailer & 5 Songs – 8 Sterne

Viele tolle, lebhafte Songs. Vielleicht sogar zu viele, und einige davon zu lang, andere vorzeitig abgebrochen. Geben die Songs nur Dialoge – oder öfter Monologe – wider, scheinen die nicht singenden Akteure einzufrieren. Bei den frühen Titeln auf großen Livebühnen singen die „Dreamettes“ mit Band, aber ohne Mikrophon, das wirkt sehr unrealistisch. Dennoch mischt Dreamgirls…

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Rezension Musik-Spielfilm: Tina Turner – What’s Love Got to Do with It? (1993) – 3 Videos – 8 Sterne

Der Film von 1993 hat keinen rechten Fluss, die Szenen gehen nicht schlüssig ineinander über. Es sind isolierte Stationen eines Lebens: Die kleine Tina Turner singt zu laut im Kirchenchor; die größere Tina Turner steigt spontan zu einer Band auf die Bühne; Tina Turner wird in der Raststätte von ihrem Partner verprügelt; Tina Turner nimmt…

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Rezension Musikfilm: Saturday Night Fever (1977, mit John Travolta) – 2 Videos – 8 Sterne

Ein paar Unterschicht-Heranwachsende mit öden Jobs leben nur dafür, samstags in der Disco abzuhotten. Saturday Night Fever, Riesenerfolg von 1977, zeigt den Alltag in Brooklyn hart, aber atmosphärisch in schönen, leicht pastellgetönten Bildern – den Stress im Job, das triste Familienleben (das mich etwas an Quadrophenia erinnerte), das Herummackern in der Clique und dann, Höhepunkt…

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Rezension Musik-Doku: Crossing the Bridge – The Sound of Istanbul (2005, Regie Fatih Akin) – mit Trailer – 8 Sterne

Ein packender Streifzug durch die Istanbuler Musikszene: Regisseur Fatih Akin zeigt örtliche Musiker, wie sie in Kellern, Hamams, Parks, Kneipen, Bussen oder Konzertstätten aufspielen – live, speziell für diesen Film, in exzellenter Tonqualität. Dazwischen immer wieder Eindrücke von der Stadt, auch historische. Alle Stile: Einige Künstler sind in Europa kaum bekannt, aber Akin zeigt auch…

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Rezension Rock-Spielfilm: Almost Famous – Fast berühmt (2000; mit Trailer) – 8 Sterne

Coole Dialoge (besser in der englischen Tonspur). Viele interessante, pfiffige, hintergründige Momente. Witzige Typen ohne Larmoyanz. Kurze, doch ausgesprochen lebendige Bühnenszenen (und ich mag gar keinen Rock). Der ganze Film hat zumeist viel Schwung und zieht mit; meine BD lieferte jedoch nur die lange 155-Minuten-Version, die auch als Untitled kursiert, und da gab es zwischendurch…

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