Romankritik: Die Midaq-Gasse, von Nagib Machfus (1947) – 7/10

In vielen kurzen Kapiteln schwenkt Nagib Machfus zwischen den etwa vier Hauptpersonen hin und her; zunächst brauchte ich ein Personenregister. Die Geschichte spielt zu großen Teilen tatsächlich in der Midaq-Gasse, doch die besonders unmoralischen und teils ungesetzlichen Handlungen geschehen außerhalb, auf dem Friedhof und in einer Hochhauswohnung.

Die Übersetzung von Doris Kilias befremdete mich mitunter:

So gibt es einen Zahnarzt, der nie auf eine Schule oder Universität ging – er hatte ”seine Kunst dem Leben abgenommen”. Es gibt auch ”Küße” und andere Irritationen. Andererseits gefällt mir die Beschimpfung „du Gänsekonsul!”

Sehr modern: Machfus präsentiert LGBTQ+ und toxische Beziehungen, genauer toxische Weiblichkeit – gleich zwei Ehefrauen prügeln ihre Männer und deren schwule Jung-Lover.

Es gibt verblüffende Eigennamen wie ”Meister Kirscha” und “Doktor Buschi”.

Assoziation:

  • Zumbuchwiki mit dramatis personae
  • Inhaltsangabe bei Getabstract
  • Es gibt einige Parallelen zu Zwischen den Palästen desselben Autors: lüsterne Patriarchen, störende Politik-Kapitel im zweiten Teil, der genaue Blick auf eine kleine Welt in der großen Stadt
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