Gebraucht Bücher kaufen – meine Erfahrungen mit Amazon.de, Booklooker.de/Buecher.de Marktplatz und Medimops.de

(Stand Mai 2022.) Die drei hier vorgestellten Händler oder Märkte haben jeweils eine Riesenauswahl an deutschen und englischen Gebrauchtbüchern zu niedrigen Preisen – teils um drei Euro pro Buch inklusive Versand, bei ordentlichem Produktzustand und guter Literatur. Alle Händler ermöglichen, eine „Wunschliste“ oder einen „Merkzettel“ zu führen (s. m. Anmkg. dazu).

Ich habe jeden dieser Händler in den letzten Jahren mindestens siebenmal verwendet. Fehler hier sind trotzdem nicht ausgeschlossen, und die Bedingungen können sich nach der letzten Aktualisierung wieder geändert haben. Nicht berücksichtigt werden hier: AGB, Rechnungstellung, Stornomöglichkeiten und andere Artikel als gedruckte Gebrauchtbücher.

Bitte beachten: Ich habe zu keinem Anbieter eine andere Verbindung als die eines üblichen Privatkunden. Es gab keinerlei Absprachen oder Sonderkonditionen.

Mein persönliches Gesamtfazit vorab:

Wenn möglich, bestelle ich bei Medimops, denn es ist schnell, einfach, zuverlässig und mit guten Zahlungsmethoden. Gibt’s ein Buch bei Medimops für unter vier Euro, kaufe ich nicht bei Booklooker/Buecher.de Marktplatz für 3 oder 2,5 Euro; denn bei Booklooker/Buecher.de besteht Ärgergefahr. Medimops bietet mir unkompliziert einen Vorteil, wenn ich mehrere Gebrauchtbücher gleichzeitig bestelle, und das bei großer Auswahl – das gibt’s bei Amazon oder Booklooker für Gebrauchtbücher kaum. Ich bestelle bei Medimops für knapp über 19 Euro, das ist versandkostenfrei (Stand Mai 2022). Meine Medimops-Bestellungen waren immer stressfrei.

Booklooker/Buecher.de Marktplatz ist häufig leicht billiger als Medimops, aber m.E. umständlicher und ingesamt weniger zuverlässig – der Nachteil wiegt desto schwerer, je mehr Bücher man bestellt, da jedes Buch einzeln Versandkosten und Müll erzeugt und womöglich eine händische Überweisung erfordert (bei Bestellungen von unterschiedlichen Händlern). Ein Vorteil ist die Benachrichtigung, wenn genau das gewünschte Buch in der gewünschten Ausgabe zum gewünschten Preis angeboten wird. Das geht so bei Medimops oder Amazon nach meinem Eindruck nicht.

Via Amazon bestelle ich nur selten, höchstens Einzelstücke bei ausländischen Gebrauchthändlern oder wenn sonst nichts geht. Via Amazon ist es in der Regel teurer, aber auch relativ bequem und zuverlässig.

In Einzelfällen helfen nur Abebooks oder ebay-kleinanzeigen (s.u.).

Meine Erfahrungen mit Verkäufern bei Amazon.de

  • Gebrauchtbuch-Verkäufer: überwiegend Händler in Deutschland, England und USA, aber auch Privatpersonen; zu den Händlern gibt es Kundenurteile, häufig hunderte oder tausende
  • Kosten pro Buch oft 0,01 Euro; Versandkosten meist 3,00 Euro aus beliebigen Ländern wie Deutschland oder USA; also insgesamt kaum ein Buch unter 3,01 Euro (auch „versandkostenfreie“ Angebote nach meiner Beobachtung nie unter 2,99 Euro gesamt)
  • Bezahlung bequem vielseitig via Amazon-Konto, z.B. per Lastschrift
  • Amazon-üblich bietet die Webseite zum Buchtitel oft Leseproben und Rezensionen
  • Bücher aus USA brauchen 3 – 6 Wochen; auch aus England 2 – 3 Wochen; nach meinem Eindruck wenig Angebote englischer Bücher von deutschen Händlern (anders als bei Booklooker oder Medimops, s.u.)
  • Meine Erfahrungen: kaum schlechte Erfahrungen mit Verkäufern, die über Amazon.de anbieten; zweimal kamen Bücher aus USA oder England nicht an, ich erhielt nach Reklamation sofort eine volle Erstattung (also eine bessere Erfahrung als bei booklooker)

Meine persönlichen Tipps zu Amazon:

  • Der günstigste Gebraucht-Preis erscheint nicht immer sofort sichtbar im Bereich „nn gebraucht ab nn EUR“. Im Zweifel weiter oben ein Klick auf „Alle Formate und Ausgaben anzeigen“ – dann erscheinen evtl. andere und bessere Gebrauchtbuch-Preise für andere Ausgaben eines Titels
  • Bei englischen Büchern darauf achten, ob der Versender in Deutschland, England oder USA sitzt – Versand- und Warenpreis unterscheiden sich zwar nicht, aber die Lieferzeiten unterscheiden sich sehr; die angegebenen Lieferzeiten sind in der Praxis nur grobe Anhaltswerte, können deutlich über- oder unterboten werden
  • Achtung: US-Versender geben sich im deutschen Amazon oft einen deutsch klingenden Namen; darum auf die Zeile „Versand aus“ achten oder die Anbieterinformation aufrufen
  • Obwohl ich wegen der Preise und der Auslandslieferzeiten wenig via Amazon.de bestelle, habe ich dort „Wunschzettel“, weil es zu den Büchern oft Leseproben und Rezensionen gibt; dieser Wunschzettel nimmt sogar beliebige freie Texte auf und lässt sich nach verschiedenen Kriterien sortieren, priorisieren und im Volltext durchsuchen (vielseitiger als der „Merkzettel“ bei medimops.de)
  • Bei Bestellungen aus dem Ausland sollte man sich eine Erinnerung in den Kalender schreiben, um nach vier Wochen festzustellen, ob das Buch ankam oder nicht
  • Einige Bücher haben im Englischen und im Deutschen denselben Titel, manchmal sogar dasselbe Titelbild – also gut aufpassen. Das gilt für Einkäufe bei allen hier genannten Quellen
  • Erfahrungen anderer Käufer mit dem gewünschten Händler prüfen

Meine Erfahrungen mit Verkäufern bei Booklooker.de/Buecher.de Marktplatz

In Gebrauchtbüchern liegen manchmal Fahrscheine, Bordkarten, Eintrittskarten. Maughams Roman „The Painted Veil“ (Der bunte Schleier) führt von Hongkong nach China. Drin im Gebrauchtbuch lag eine Bordkarte Hongkong-Peking.

  • Verkäufer: einige Händler, darunter Antiquariate, und viele Privatpersonen überwiegend in Deutschland; dazu Kundenbeurteilungen der Händler, aber nicht immer zahlreich und aktuell. Die Angebote erscheinen offenbar identisch auf Booklooker.de und Buecher.de Marktplatz. Bei Booklooker.de kann man nach meiner Übersicht genauer suchen als bei Buecher.de und man wird nicht mit den Werbebildern eines Onlinehändlers zugeballert
  • Kosten pro Buch teils 0,25 bis 2 Euro; Versandkosten häufig (aber je nach Händler abweichend) 2,10 Euro bis 500 g, 2,40 Euro bis 1000 g; man erhält damit Einzelbände teils für knapp 3 Euro insgesamt
  • Zahlungsmethoden: Vorkasse-Überweisung (m.E. umständlich) und manchmal Vorkasse per PayPal (bequemer, aber hier teils mit 40 oder 50 Ct. Zuschlag, die evtl. erst ganz zum Schluss ausgewiesen werden oder ab einem Mindestbestellwert); keine Lastschrift-Einzugsermächtigung, keine Kreditkarte.
  • Riesige Zahl deutscher und englischer Gebrauchtbücher
  • Meine Erfahrungen: Teils edle Ware sehr liebevoll verpackt, aber mindestens fünf schlechte Erfahrungen, z.B.: Vorbezahltes Buch kam nicht, zwei E-Mail-Anfragen wurden ignoriert, nach Einschaltung von booklooker (dafür gibt es eine Extraseite) kam Buch plötzlich. – Oder: Vorbezahltes Buch kam nicht, nach E-Mail-Rückfrage schickt Anbieter (Antiquariat) „ein weiteres Exemplar, das ich zufällig dahabe“. – Oder: Vorbezahltes Buch kam nicht, nach meiner Anfrage erhalte ich plötzlich eine weitere, sehr überflüssige Zahlungsaufforderung. – Oder: Bestellungen werden Tage nach Bestellung vom Anbieter storniert; nicht immer kommt dabei die PayPal-Vorkasse unaufgefordert wieder zurück; einmal erhielt ich das Geld stattdessen von Booklooker selbst zurück, das geht nur bei vorheriger PayPal-Zahlung (nicht bei Vorab-Überweisung). Oder: Ein Buch ist schon überfällig, da mailt der Verkäufer: „Lieber Herr Blog, das Buch liegt eingepackt bereit, jedoch muss ich nach einem kleinen Unfall erst jemanden organisieren, der die Sendung zur Post bringt. Ich gebe natürlich sofort Bescheid, sobald mir das gelungen ist. Tut mir leid, ich bitte um Verständnis. Beste Grüße“. – Versender (Antiquariat) schickt keine Bankverbindung, so dass ich nicht zahlen kann und das Buch schon aufgebe; dann kommt das Buch unangekündigt mit beiliegender Rechnung, aus der ich die meterlange IBAN fehlerträchtig abtippen muss (statt sie aus einem Mail oder von der Booklooker-Seite kopieren zu können). – Bei Privatversendern manchmal schlechte Verpackung, manchmal zu aufwendig. – Lieferzeiten schwanken stark, zumal Empfänger ohne PayPal-Möglichkeit auch erst ihr Konto auf Geldeingang prüfen müssen, meist dauert’s frustrierend lange. – Booklooker-Seitenbetreuer reagieren schnell auf Problemmeldung, ihr Einschalten hilft, schlechte Händler sollte man schlecht bewerten und bei Booklooker auf die persönliche schwarze Liste setzen; die guten Erfahrungen überwiegen trotzdem. – Öfter als anderswo enthalten booklooker-Bücher handschriftliche Notizen, z.B. ein englisches Buch ins Italienische übersetzte Vokabeln. – Immer wieder stecken Lesezeichen in den Büchern, z.B. Eintrittskarten, Fahrkarten und Bordkarten aus der ganzen Welt.

Meine persönlichen Tipps zu Booklooker.de:

  • Über der Trefferliste immer erst die Sortierung „Preis + Porto“ einschalten; nur dann erscheinen die günstigsten Angebote oben, darunter aber auch falsche Treffer (oder nach Anmeldung links Klick auf „Persönliche Daten“, „Voreinstellungen für die Suche“ und die „Sortierung“ dauerhaft auf „Preis + Porto“ stellen)
  • Achtung: Gelegentlich zeigt Booklooker Suchtreffer, die nicht zur Abfrage passen
  • Nützlich sind gespeicherte „Suchaufträge“ mit Preislimit (auch inkl. Versandkosten) mit E-Mail-Nachricht. Ein Eintrag auf dem weniger nützlichen „Merkzettel“  bezieht sich dagegen nach meinem Verständnis nur auf ein einzelnes Angebot eines einzelnen Händlers
  • Wegen der teils schlechten Erfahrungen vor dem Kauf (s.o.) aktuelle Bewertungen des Verkäufers durch frühere Kunden prüfen. Einer der o.g. Verkäufer, der bezahlte Ware erst nach Reklamation lieferte, hatte bereits einschlägige Kundenbeschwerden in seinem Profil; das fiel mir zu spät auf. Ich habe ihn bei Booklooker auf meine schwarze Liste  gesetzt, so dass ich seine Angebote jetzt mit Warnung sehe
  • Zumindest bei Bestellungen von unbekannten Händlern eine Erinnerung notieren, um eine Woche später den Erhalt des Buchs zu überprüfen
  • Einige Händler bieten Sonderpreise, wenn man mehr als zwei oder drei Bücher bestellt oder einen Mindestbetrag erreicht; m.E. unübersichtlich, sofern man gezielt bestimmte Titel sucht
  • Nach Bestellung und Bezahlung per Überweisung (nicht per PayPal) kann man zeitweise 2 Gutscheine von Internethändlern anfordern (Stand Juli 2020), die ca 30 Tage gültig bleiben. Es reicht, ein Buch für 3 Euro inkl. Versand zu bestellen, um einen 20-Euro-Gutschein des ohnehin bevorzugten Weinhändlers zu erhalten (dabei gelten Mindestbestellsummen). Lohnt sich für mich. Direkt nach Abruf des Gutscheins werden einem Online-Newsletters (Werbebriefe) aufgedrängt; man erhält die Gutscheine aber auch dann, wenn man die auf dem Fuß folgenden Newsletter-Angebote wegklickt.
  • Nach Bezahlung per PayPal (nicht per Überweisung) gibt’s Käuferschutz bei ausbleibender Lieferung – tatsächlich wurde mir einmal der bezahlte Betrag erstattet, nachdem ein Verkäufer im Nichts verschwand.
  • Kommt ein bezahltes Buch nicht an, kann man den Verkäufer direkt anmailen. Ich verwende lieber die „Problem melden“-Funktion bei Booklooker, das macht dem säumigen Lieferanten mehr Beine.

Verblüffend: dieses Buch kostete bei medimops per Ebay zwei Euro weniger als bei medimops direkt, inkl. Versand (lt. Google Shopping-Screenshot im Sommer 2020). Klick auf Abb. oben für *aktuellen* Google-Preisvergleich für diesen Titel)

Meine Erfahrungen mit medimops.de

  • Verkäufer: Medimops ist ein großer Einzelhändler, Teil des Gebrauchtdienstes Momox; Medimops bietet auch über Amazon, Ebay, ZVAB.com, Abebooks.de und womöglich weitere Portale an; großes Angebot deutscher und englischer Gebrauchtbücher; kritische Kundenstimmen zu Medimops bei Stern.de und bei Trustpilot.com (ich stimme nicht zu, ich bin ziemlich zufrieden)
  • Kosten pro Gebrauchtbuch oft 3 – 5 Euro; Versandkosten 1,99 Euro pro Bestellung, ab 19 Euro Bestellwert versandkostenfrei in Deutschland (Stand Mai 2022); man erhält also oft sechs oder acht Bücher für knapp 20 Euro inkl. Versand; via Amazon oder Ebay sind Bücher von Medimops teils knapp teurer, teils auch klar billiger als direkt bei medimops (Versandkosten eingerechnet, s. Abb. oben)
  • Viele Zahlungsmethoden einschl. Lastschrift, PayPal
  • Darstellung der Buchdetails (Einband, Zustand, Sprache, Inhaltsangabe etc.) m.E. nicht so eindeutig wie bei der Konkurrenz, man muss öfter auf die Detailseite gucken und Bibliografisches teils vorab recherchieren
  • Meine Erfahrungen: liefert normal schnell in rund vier Tagen, wenn man bedenkt, dass Bücher-Waren-Sendungen (BÜWA) länger laufen. Gute Verpackung, guter Zustand, gute Kommunikation. Suchfunktion und Merkliste aufreizend spartanisch. Bisher keine echte Enttäuschung, eine Rückgabe lief problemlos. In einem einzigen Fall erhielt ich ein falsches Buch (bei dem hohe Verwechslungsgefahr bestand), dies wurde problemlos geregelt. Medimops-Bücher tragen grundsätzlich am Rücken oben einen Klebestreifen mit Strichcode, der sich oft, aber nicht immer mit etwas Vorsicht rückstandsfrei entfernen lässt.

Meine persönlichen Tipps zu Medimops:

  • „Merkzettel“ anlegen; er zeigt tagesaktuell auf einen Blick, welche Buchausgabe zu welchem Preis erhältlich ist – man sollte mehrere Einträge für unterschiedliche Ausgaben eines Titels anlegen; trotzdem kann es später weitere günstigere Ausgaben eines Titels geben, darum auch noch einmal allgemein nach dem Titel suchen.
  • Man kann via „Merkzettel“ ein Wieder-da-E-Mail bestellen, das mich schnell genervt hat: ich hatte den Eindruck, es kommt öfter als nötig und meldet auch Bücher, die zwar wieder erhältlich sind, aber zu einem absurden Preis (anders als bei Booklooker.de/Buecher.de oder ebay-kleinanzeigen kann man keine Preisobergrenze setzen)
  • Um ein Buch sicher zu finden, tippt man Autor und Titel ohne alle Satzzeichen und mit nur wenigen Wörtern ein – lange genaue Angaben mit Satzzeichen bringen weniger Treffer, auch wenn korrekt

Günstiges Buch, absurde Versandkosten: Solche „Angebote“ erhält man mit einem „Kaufgesuch“ bei Abebooks, weil das Preislimit dort die Versandkosten nicht mit einschließt (anders als bei Suchaufträgen auf Booklooker).

Weitere Gebrauchtbuch-Portale oder -Händler:

Gelegentlich verwende ich:

  • Ebay-Kleinanzeigen.de: Eierkocher, Türblätter und Bücher von privat. Gelegentlich gut für deutsche Bücher – bei Nichttreffer Suchauftrag mit Preislimit einsetzen. Völlig kostenlos, doch die Versandbedingungen müssen erst per Nachricht ausgehandelt werden, kein Bestellen per Klick
  • ZVAB.com: Portal v.a. für deutsche Gebrauchtbuchhändler; verbandelt mit Abebooks und Amazon (Quelle), aber teils mit eigenen Angeboten
  • Abebooks.de: Portal v.a. für internationale Gebrauchtbuchhändler, manchmal gut für einzelne englische Bücher; Einfuhr-Umsatzsteuer für England-Importe (7%?) wird erst am Ende hinzugerechnet, das ist intransparent. „Kaufgesuch“ mit Preislimit und E-Mail-Nachricht möglich, jedoch ohne Berücksichtigung der Versandkosten, das führt zu sehr günstigen Büchern mit absurd hohen Versandkosten (Bild oben). Verbandelt mit ZVAB und Amazon (Quelle), aber teils mit eigenen Angeboten; unwillkommenes Bezahlen mit Kreditkarte
  • Ebay.de: Vorsicht, die Anbieter auf Ebay wollen manchmal e-books oder PDFs verticken, auch wenn man Gedrucktware sucht, z.B. bei Angeboten „aus Algerien“.
  • Rebuy.de: Gebrauchthändler
  • Google Shopping


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