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Rezension Deutsch-Bücher: Der die was? (2007) und Wie wer das? (2009), von David Bergmann – 7 Sterne – mit Links & Video

Mit etwa 22 beginnt der deutschstämmige Amerikaner David Bergmann Deutsch zu lernen; mit 25 zieht er von Chicago nach Göttingen und Hamburg, um sich weiter in die Sprache zu vertiefen. Davon handeln Der die was? (2007) und Wie wer das? (2009) – zwei in Konzept, Stil und Inhalt sehr ähnliche Bücher. Der Erstling erschien 2012…

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Sebastian Haffner: Rezension der Haffner-Biografien von Uwe Soukup (2001) und Jürgen Peter Schmied (2010) – 7 Sterne – mit Video

Diese zwei Bände über Sebastian Haffner habe ich gelesen: Uwe Soukup: Ich bin nun mal ein Deutscher – Sebastian Haffner (2001) Jürgen Peter Schmied: Sebastian Haffner, Eine Biografie (2010) Uwe Soukup: Ich bin nun mal ein Deutscher – Sebastian Haffner (2001) Soukup liefert viel Zeitkolorit und Begleitumstände. Wenn ihm danach ist, beschreibt er auch Bedingungen…

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Rezension Memoiren: Geschichte eines Deutschen, von Sebastian Haffner (1939) – 4 Sterne – mit Video & Links

Voraussetzung für dieses Buch sind gute Kenntnisse der deutschen Geschichte ab 1914 und intensives Interesse an Sebastian Haffner (1907 – 1999). Weder Geschichtliches noch Persönliches schildert Haffner durchgehend und genau – der erste Teil ist ein grober historischer Abriss von 1914 – 1932, der zweite ein persönlicher Bericht von 1933. Viel gelernt habe ich nicht,…

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Romankritik: Die Abenteuer des Huckleberry Finn, von Mark Twain (1884, engl. The Adventures of Huckleberry Finn) – 7 Sterne

Vordergründig wirkt es wie ein Jungs-Abenteuer-Buch, wie eine Tom-Sawyer-Fortsetzung: Verwahrloster Dorfjunge und entlaufener Sklave hausen auf einer unbewohnten Mississippi-Insel und reisen wochenlang per Floß flussabwärts, treffen Banditen, überstehen Schießereien. Doch Mark Twain erzählt so plastisch und detailliert – er war selbst Mississippi-Lotse gewesen –, dass es manchmal wie ein realistischer Expeditionsbericht klingt. Außerdem bringt Twain…

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Kritik US-Reisebuch: Deep South, von Paul Theroux (2015) – 7/10 – mit Presse-Links

Paul Theroux reist 2012 und 2013 mehrfach länger durch die US-Südstaaten, so dass er in Deep South auf 440 Seiten über alle vier Jahreszeiten berichten kann. Theroux schreibt äußerst flüssig und lesbar (ich hatte die englische Ausgabe). Er besucht fast nur Kleinstädte und fast ausschließlich kleine Leute und Mittelschichtangehörige – häufig Pastoren und Mitarbeiter von…

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Kritik Monografie: A Turn in the South, von V.S. Naipaul (1989) – 7/10 – mit Presse-Links

V.S. Naipaul redet in den US-Südstaaten mit Politikern, Bürokraten, Autoren (u.a. Anne Rivers Siddons, Eudora Welty), mit Juristen, Geistlichen, seltener mit Arbeitern oder Bauern, und er berichtet nachdenklich von seinen Gesprächen. Keiner gibt Interviews so interessant wieder wie Naipaul – gut zuhörend, scheinbar neutral, intelligent, aber doch mit eigenen Gedanken und Interpretationen. Naipaul (1932 –…

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Kritik Hindi-Komödie: Jaane Bhi Do Yaaro (1983) – 7 Sterne – mit Video

Hohe Politiker, reiche Unternehmer, investigative Journalisten und kleine Straßenpolizisten – sie alle sind schändlich korrupt in dieser schnellen, kleinen Satire. Nur zwei bettelarme Fotografen aus Mumbai, die zufällig einen Mord auf Film bannen, stehen für das Gute im Menschen. Bemerkenswert, dass die staatliche Filmagentur NFDC diesen Streifen finanzierte (mit Naseeruddin Shah, Ravi Baswani, Om Puri,…

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Rezension Bangladesch-Film: Aha (2007) – 5 Sterne –mit Video

Ein Witwer bewohnt ein reizvolles, aber verfallendes Herrenhaus in Dhaka, Bangladesch, zusammen mit seiner erwachsenen Tochter, deren kleinem Sohn und einem sinistren Gärtner, der schon einen Mord auf dem Gewissen hat. Soll der Witwer das Haus verkaufen? Die Tochter fängt an, mit einem nicht standesgemäßen Nachbarn auszugehen. Aha kredenzt von Beginn an viele Probleme und…

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Tamil-Telugu-Film: Panchatantram (2002, mit Kamal Hassan)

In dieser flachen Komödie ist Kamal Hassan ein kanadischer Linienpilot mit hohem Frauenverbrauch. Dann aber heiratet er und wird monogam, bis ein Unglück geschieht. Im Weiteren mutiert Panchatantram (auch Panchathantiram) zeitweise zum Männerkumpelfilm. Kamal Hassan geriert sich betont pubertär-halbstark und posiert grundsätzlich im offenen Porsche und vor Hochhäusern. Schade um einen guten Schauspieler, aber genau…

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Rezension Telugu-Komödie: Ye Maaya Chesave (2010) – 7 Sterne – mit Hintergründen & Videos

Streckenweise produziert die Liebesdramödie Fluff vom Zauberhaftesten: Die Bilder schwelgen im Bokeh und sind elegant geschnitten, A.R. Rahman liefert locker-leichte Hintergrundmusik und beschwingte Songs, die exzellent in die Handlung gewoben wurden. Die liebreizende Samantha Ruth Prabhu trägt hellbunte Saris und Salwar-Kameez in federleichter Zeitlupe durch ein verblüffend sauberes und romantisches Haiderabad; dazu kommen starke Bilder…

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Rezension Spielfilm: Frankreich Privat, Die Sexuellen Geheimnisse einer Familie (2012) – 5 Sterne – mit Presse-Links & Video

Das muss einfach ein französischer Film sein, denn alle in der Großfamilie reden unentwegt über Sex. Oder sie praktizieren ihn, in deftigen Szenen. Hauptfigur ist ein 18jähriger, der schon mal in Tränen ausbricht, weil er noch nie – aber auch Geschwister, Eltern und Großvater kommen zur Sache, in Wort und Tat. Das ist offenherzig und…

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Filmkritik: Shame (2011, mit Michael Fassbender, R Steve McQueen) – 5 Sterne – mit Video + Presse-Links

Michael Fassbender ist eindrucksvoll der entfremdete, gefühlsarme Yuppie in New York. Er kann’s nur mit Porno, Prostitutierten oder mit sich selbst, und das ununterbrochen; bei der netten Kollegin versagt er. Seine Schwester sucht bei ihm Unterschlupf, die hat auch einen an der Klatsche. Der Film beeindruckt durch lange Szenen, statische Einstellungen und viel Schweigen, die…

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Filmkritik: Exit Marrakesch (2013, mit Ulrich Tukur, R Caroline Link) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Die Geschichte um den 16jährigen, altklugen Ben, der in die marokkanische Wüste ausbüchst und von seinem Theaterregisseur-Vater wieder eingefangen wird, ist dezidiert unrealistisch. Aber das spielt fast keine Rolle, denn Regisseurin Caroline Link kredenzt wie schon in Nirgendwo Afrika zwei Stunden lang prächtige Bilder, hier zumeist in Gold-metallic abgetönt. Samuel Schneider als jugendlicher Ben sieht…

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Rezension Romantische Komödie: Brown Sugar (2002) – 5 Sterne – mit Video

Vieles an dieser romantischen Hiphopper-Komödie fühlt sich falsch an: die wenig überzeugende Liebe zum Hiphop, der schlechte Hiphop im Film, die teils sehr konstruierte und platte Handlung, der banale und unrealistische Luxus, einige flache Dialoge, teils sogar der coole Slang im O-Ton. Doch Brown Sugar produziert auch vergnügliche Wohlfühl-Momente und ist über weite Strecken angenehm…

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Rezension Theaterstück: Die Toscana-Therapie, von Robert Gernhardt (1986) – 5 Sterne

Ein paar Einfaltspinsel zwischen Mitte 20 und 60 bevölkern ein Ferienhaus in der Toskana. Einige sind ungebetene Gäste, doch die berechtigten Bewohner schaffen es nicht, sie loszuwerden. Trecker und Güllegerüche stören die Idylle überdies. Robert Gernhardt (1937 – 2006) erzeugt eine Art linksalternativ-intellektuellen Bauernstadl: Die Figuren reden einigermaßen witzig aneinander vorbei und werden zunehmend aufdringlicher–…

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Romankritik: Eines Menschen Herz, von William Boyd (2002, engl. Any Human Heart) – 7 Sterne – mit Links & Video

Das fiktive, fast lebenslange Tagebuch von Logan Gonzago Mountstuart: Es beginnt mit Internatsjahren in England in den 1920er Jahren, dann erste Erfolge als Schriftsteller in London und Paris, Abenteuer im zweiten Weltkrieg, später Kunsthändler und Schriftsteller in New York, einige Jahre in Afrika, schließlich London und Südfrankreich bis zum Tod 1991. 2010 wurde eine vierteilige…

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Roman-Kritik: Der Sandmann, von Bodo Kirchhoff (1992) – 6 Sterne

Die Geschichte ist hübsch, wenn auch unrealistisch konstruiert: Ein 50jähriger Frankfurter und sein vierjähriger Sohn suchen ihr junges Kindermädchen im Gassengewirr der tunesischen Hauptstadt. Die Frau des Frankfurters, eine Pensionswirtin und ein weiterer Pensionsgast spielen wichtige Nebenrollen. Alle sind irgendwie miteinander verbandelt, und erzählt wird recht widersprüchlich aus zwei verschiedenen Perspektiven. Mehrfach entstehen spannende Situationen, und…

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Rezension Indien-Roman: The Householder, von Ruth Prawer Jhabvala (1960) – 6 Sterne – mit Video

Prem ist ein kleiner, jungverheirateter Junglehrer in Delhi, seine Frau Indu schwanger. Das Geld wird knapp. Prem fühlt sich ständig unsicher und unvorbereitet – schwierige Themen kann er weder bei Indu noch mit Chef oder Vermieter ansprechen. Ständig setzt er Fassaden auf, und jeder Ansatz zu einem ernsten Gespräch geht daneben. Dann lernt Prem auch…

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Rezension Indien-Roman: Amrita: Or to Whom She Will, von Ruth Prawer Jhabvala (1955, dt. Die Liebesheirat bzw. Amrita und Hari) – 7 Sterne

Amrita liebt Hari und Hari liebt Amrita. Sie treffen sich manchmal und raspeln Süßholz. Doch Amritas Familie ist gegen die Verbindung, und Haris Familie ist gegen die Verbindung. Die jungen Leute werden anderweitig verbandelt, für sie gibt es scheinbar keine Zukunft. Der Roman spielt in der indischen Mittelschicht Neu-Delhis in den 1950er Jahren, ohne Europäer….

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Rezension Indien-Kurzgeschichten: Eine Witwe mit Geld, von Ruth Prawer Jhabvala (1986, engl. Out of India) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Die Kurzgeschichten des Bandes Eine Witwe mit Geld (engl. Out of India) erschienen bereits in vier früheren Geschichtensammlungen zwischen 1963 und 1976 und meist auch in Zeitschriften. Prawer Jhabvala schreibt vor allem über das Leben in Delhi, seltener aus anderen Teilen Indiens; mal aus Sicht von Europäern, die in Indien leben, mal aus einheimischer Perspektive….

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Rezension Indien-Roman: Esmond in India, von Ruth Prawer Jhabvala (1957) – 7 Sterne

Sehr viel passiert hier nicht: Eine Ehe bröckelt, eine wird mühsam eingefädelt, doch Ergebnisse bleiben aus. Ruth Prawer Jhabvala schildert den Alltag mehrerer indischer Mittelschichtfamilien trotz mangelnder Action unterhaltsam und liebevoll ironisch, mit treffenden Details und sehr indischer Atmosphäre – das Essen, die Märkte, die komplizierten Sitten und Traditionen. Amazon-Werbelinks zu Büchern: Ruth Prawer Jhabvala…

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Rezension historischer Indien-Roman: Hitze und Staub, von Ruth Prawer Jhabvala (1975) – 7/10 – mit Presse-Links & Video

Prawer Jhabvala (1927 – 2013) schreibt nüchtern, teils mild spöttisch über Alltag in der staubigen indischen Provinz – abwechselnd in den 1920er und in den 1970er Jahren. Zeitweise schildert die Autorin Banales in Indien, dann wieder präsentiert sie sehr exzentrische Inder und Engländer. Das unterhält, ist aber kaum typisch. Amazon-Werbelinks zu Büchern: Ruth Prawer Jhabvala…

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Rezension Erzählungen: My Nine Lives, von Ruth Prawer Jhabvala (2004) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die neun Erzählungen sind sehr gleichmäßig jeweils knapp 30 Seiten lang: eine weibliche Ich-Erzählerin berichtet mehrere Jahre aus ihrem Leben, manchmal ihr ganzes Leben. Die Geschichten sind nicht miteinander verbunden, doch die Ich-Erzählerinnen leben häufig in Großstädten (fünfmal New York, zweieinhalbmal Delhi, eineinhalbmal Nachkriegs-London) und haben besondere Verbindungen zu Indien – wie die Autorin selbst….

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Rezension Kurzgeschichten: A Lovesong for India, von Ruth Prawer Jhabvala (2011) – 5 Sterne – mit Presse-Links

Die Geschichten spielen in den teuersten Immobilien von Delhi oder Mumbai, vor allem aber in New York: Anders als in frühereren Romanen oder in Kurzgeschichtensammlungen bis Out of India/dt. Eine Witwe mit Geld (1986) portraitiert Ruth Prawer Jhabvala diesmal die Oberschicht und Superreiche – eine Dichterfürstin, Hollywood-Stars, Bollywood-Stars (angelehnt an Amitabh Bachchan), Filmkritiker oder Popmanager,…

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Rezension Filmsatire: Thank You For Smoking (2005) – 7 Sterne – mit Video

Schnelle, witzige Komödie um einen amerikanischen Zigaretten-Lobbyisten. Viele bizarre, politisch sehr unkorrekte Dialoge, teils pfiffig gefilmt. Sehr unterhaltsam, auch wenn Hauptdarsteller Aaron Eckhart zu gut aussieht für einen Lobbyisten und im ganzen Film nicht eine Zigarette angezündet wird. Der gleichnamige, zugrundeliegende Roman wurde fürs Drehbuch stark gestrafft, vor allem die absurde Krimihandlung – Medien und…

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Rezension Satire-Roman USA: Danke, dass Sie hier rauchen, von Christopher Buckly (1994, engl. Thank You For Smoking) – 6 Sterne – mit Video u. Presse-Links

Satire-Profi Buckly erzählt routiniert, süffig überzogen und stets unterhaltsam von der Arbeit eines fiktiven Zigaretten-Lobbyisten in der US-Medien- und Politszene. Am Rand agieren auch PR-Akteure für Feuerwaffen und Alkohol. Die vielen Dialoge sind voller Gags und geschmeidiger Sophistereien. Dennoch entsteht ein etwas fader Beigeschmack: Manche Dialoge und Szenarien wirken weit hergeholt, überflüssig oder unrealistisch, bieten…

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Rezension Film-Komödie: Broadway Therapy, Regie Peter Bogdanovich (2014, engl. Titel She’s Funny That Way) – 4 Sterne – mit Video

Peter Bogdanovich versucht wieder eine Komödie. Doch was mit Is’ was, Doc, Paper Moon und Noises Off! gelang, funktioniert hier nicht: Die schönen blonden Menschen in schicken Kulissen erinnern eher an einen neueren Woody-Allen-Film. Sie sind dabei völlig unrealistisch konstruiert und produzieren zu wenig Gags. Die Screwball-Elemente mit horrenden Verwechslungen, peinlichen Begegnungen und rasanten Abläufen…

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Rezension Novelle: Dumala, von Eduard von Keyserling (1908) – 7 Sterne

Die Land-Novelle voll unterdrückter Gefühle spielt meist im Dunkeln, Halbdunkeln oder bei Sonnenunter- und aufgang. Nur ausnahmsweise scheint grell die Sonne – während einer Beerdigung. Häufig rieseln Schnee und Dativ-es. Das alles wirkt trotz des frostigen Klimas sehr schwül – schwüler als in Keyserlings eigenen Schwülen Tagen. Es klingt sogar momentweise nach Groschenroman. Doch von…

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Rezension Novelle: Schwüle Tage, von Eduard von Keyserling (1904) – 7 Sterne

Ein reicher Gutsherr und sein verweichlichtes Söhnchen, Abiturversager, buhlen vergeblich um diverse Frauen und mühen sich krampfhaft, Haltung zu zeigen – tenue. Sie scheitern immer wieder, das Ringen um Haltung ermüdet sie. Eduard von Keyserling zeigt schön die steife, unfrohe Atmosphäre der Jahrhundertwende voller Rituale und Verlogenheiten. Mit vielen Dativ-es und aufdringlichen Beschreibungen der Sommerschwüle…

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Rezension Einwanderer-Roman: Bloß (k)eine Hochzeit, von Bali Rai (2001, engl. (Un)arranged Marriage) – 7 Sterne

Manjit ist in England aufgewachsen, doch seine konservative und ungebildete indische Punjabi-Familie will ihn 17jährig mit einer Punjabi-Frau verheiraten, die er nicht kennt und nicht will. Autor Bali Rai, der in ähnlichen Umständen aufwuchs, schildert vor allem, wie sich der intellektuelle Manjit von seiner Familie abhebt und immer verzweifelter gegen die arrangierte Ehe sträubt –…

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Rezension Reportage-Buch: Weiße Plantagen, von Érik Orsenna (2006, über Baumwolle) – 4 Sterne – mit Pressekritiken

Orsenna besucht Baumwoll-Anbaugebiete und ihre Macher in Mali, USA, Brasilien, Ägypten, Usbekistan, China und Frankreich. Er schreibt vage lyrisch und ohne Tiefgang: weder sozial, wirtschaftlich, politisch noch menschlich wird es interessant (seine tatsächlich wissenschaftlichen Texte veröffentlicht Orsenna unter einem anderen Namen). Er redet oft mit leichtem Spott, der teils wie eingebildete Besserwisserei anmutet. Häufig klingt…

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