Rezension Mittelost-Spielfilm: Absurdistan (2008, Regie Veit Helmer) – 6 Sterne – mit Video

Nette Geschichte mit drolligen Einfällen, ins Fantastische lappend (erschienen 2008). Viele Charakterköpfe. Sehr ungewöhnlich, auch weil angenehm wortkarg.

Für mich krankt der Veit-Helmer-Film jedoch deutlich daran, dass er nicht klar regional verortet ist (ähnlich wie der ebenfalls kraftlose Hauptmann von Nakara). Ich möchte wissen, in welchem Land(strich) das spielt (und nicht nur, in welchem gedreht wurde).

Darum wirkt Absurdistan heterogen:

Dass die markanten Figuren aus unterschiedlichen Ländern zusammengecastet wurden und auch unterschiedlich aussehen, unterstreicht noch den „heimatlosen“ Charakter des Films. Auch die Außenaufnahmen entstanden offenbar nicht nur am Hauptort in Aserbeidschan. Gedreht wurde auch in anderen Ländern, obwohl die Handlung sich nie weit vom Dorf entfernt; so wirkt der Film noch heterogener.

Überhaupt ist die Handlung keine Stärke des Films: Die verschiedenen Handlungsstränge existieren etwas nebeneinander her (kein Wasser im Dorf, kein Wasser fürs junge Paar), vor allem die Frauen verhalten sich äußerst widersprüchlich, das alles wirkt nicht stringent und beliebig.

An welche Filme ich mich erinnert fühlte:

Das isolierte, irgendwie mittelasiatische Dorf voll markiger, schlichter Charaktere und die Konfrontation zwischen Männern und Frauen erinnerten mich deutlich an Nadine Labakis Where Do We Go Now/Wer weiß, wohin? von 2011 (im Libanon angesiedelt). Außerdem war ich auch an Ashutosh Gowarikers Swades erinnert, bei dem es zum Schluss auch um Wasser in einem trockenen Dorf geht, in Indien.


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