Deutschland

Rezension: Aprilwetter, von Thommie Bayer (Roman 2009) – 7 Sterne – mit Video

In typischer Manier zappt Thommie Bayer mit kurzen, wechselnden Abschnitten zwischen mehreren Zeitebenen, hier mischt er über eine längere Buchstrecke sogar drei Zeitebenen: der erste Aufenthalt in der Kleinstadt, die USA-Phase, die Rückkehr in die Kleinstadt. Nach kurzer Eingewöhnung lassen sich die unterschiedlichen Phasen leicht auseinanderhalten. Nach Thommie-Bayer-Manier gehört auch origineller Sex dazu, hier ein…

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Buchkritik: Singvogel, von Thommie Bayer (Roman 2005) – 6 Sterne

Fazit: Bayers Plotmaschine läuft zu hochtourig, und der Plausibilitäts-Tüff musste beide Augen zudrücken. Ich fand den Roman dabei einigermaßen spannend, das Ende jedoch endgültig überdreht und mit unangenehmem Nachgeschmack (andere Bücher wie Der langsame Tanz sind freilich noch überdrehter). Hier und da schien es seicht, indes vor allem zu Beginn für Bayer-Verhältnisse sehr schwungvoll formuliert,…

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Rezension: Die gefährliche Frau, von Thommie Bayer (Roman 2004) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Hauptfigur und Ich-Erzählerin ist eine Detektivin, die Ehemänner ver- und dann der Untreue überführt – im Auftrag der Ehefrauen, die zum Beispiel eine lukrative Scheidung anstreben. Wie immer zerbricht sich Vielschreiber Thommie Bayer nicht den Kopf über Plausibilität – er steckt einen Plot aus ganz viel Dramatik zusammen, gesteigert durch enthüllende Rückblenden. Ähnlich wie in…

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Rezension: Der langsame Tanz, von Thommie Bayer (Roman 1998) – 5 Sterne

Die Geschichte wirkt hochgradig konstruiert und implausibel: So treibt es Hauptfigur Martin fast grundlos nach Rom – und in wenigen Tagen hat er einer fast Unbekannten sein Auto geliehen, wohnt andererseits im Haus eines fast Unbekannten, leiht einem anderen fast Unbekannten 20.000 Mark (an die Martin sehr überraschend gekommen war) und hat damit bald auch…

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TV-Kritik: Biete/Suche (ZDF-Partnersuche-Doku 2015) – 5 Sterne – mit Video

Die Dokumentation aus der Reihe Das kleine Fernsehspiel begleitet vier Menschen bei der Partnersuche per Online-Plattform (u.a. Finya, OkCupid, ElitePartner, Joyclub). Dabei lernen wir auch viele potentielle Partner kennen. In mindestens einem Fall glückt die Suche. Das kleine Fernsehspiel steht oft für hohe Qualität und die Reihe hat weitere Dokus über Partnersuche, etwa Die letzten…

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Kritik: Die letzten Gigolos (Kreuzfahrt-Doku 2014) – 8 Sterne – mit Kritiken & Video

Die Doku aus der Reihe Das kleine Fernsehspiel begleitet zwei soignierte „Gentleman Hosts“ (Gäste-Betreuer) auf dem Kreuzfahrtschiff MS Deutschland (von Regiedebütant Stephan Bergmann, geb. 1980). Wir lernen nicht nur zwei gepflegte, graumelierte Herren mit riesigem Kleiderschrank kennen, sondern blicken auch in die Seelen der älteren alleinstehenden Damen; sie gehören offenbar zur typischen Kreuzfahrtklientel und hadern…

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Filmkritik: Die Erfindung der Liebe (2014, mit Mario Adorf, Sunnyi Melles) – 5 Sterne – mit Trailer & Presse

Maria Kwiatkowsky und Bastian Trost sind hier ein armes Pärchen. Darum soll Trost die todkranke, apathische Millionärin Sunnyi Melles heiraten. Diese Geschichte ist kitschig bis unrealistisch, allenfalls als manirierte Farce zu genießen (Buch und Regie Lola Randl). In einem zweiten Handlungsstrang sieht man immer wieder das Filmteam bei der Arbeit am Film, auch in Interviewszenen…

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Mängelexemplare: Schlampig lektorierte Bücher

Auch die hohe Literatur enthält erstaunlich viel Rechtschreibfehler, Grammatikfehler, falsche Fakten. Das Lektorat hat geschlafen – wenn es eins gab. In der NZZ benennt Literaturmarktbeobachter Rainer Moritz (Wikipedia) peinliche Fehler u.a. bei Benjamin von Stuckrad-Barre, Vincent Klink, Ulrich Zieger und Isabel Bogdan; zu den inkriminierten Verlagen gehören S. Fischer und Kiepenheuer & Witsch. Ich liste…

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Rezension Roman: Bleibtreu, von Martina Zöllner (2003) –7 Sterne – mit Presse-Links

Alleinstehende Mittdreißigerin liebt Philosophen – nämlich Christian Bleibtreu, Mittfünfziger, der sie auch liebt und in Hotelzimmern trifft, aber zuhause weiterhin das Schlafzimmer mit seiner langjährigen Ehefrau teilt, platonisch. Die Mittdreißigerin durchleidet und beschreibt eine Psycho- und Selbstwertkrise nach der anderen. Dazwischen erzählt sie Geschichten von Bekannten, die ebenfalls Geliebte verheirateter Männer sind oder waren, sogar…

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Rezension Roman: Hundert Frauen, von Martina Zöllner (2009) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Weiblich, Single, schon über 40, au weia. Ganz viel von dieser weinerlichen Befindlichkeit steckt in Martina Zöllners Roman – samt quälender Sorgen um Frische, Selbstwertgefühl, Kinder- und Männerlosigkeit. Zöllner, langjährige Journalistin und Anfang 2016 Fernsehspielchefin beim SWR, schafft auch Einblicke in den Alltag einer Provinzredaktion und in Mechanismen der Medien – die Hetzjagd der Bildzeitung…

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Rezension Deutsch-Bücher: Der die was? (2007) und Wie wer das? (2009), von David Bergmann – 7 Sterne – mit Links & Video

Mit etwa 22 beginnt der deutschstämmige Amerikaner David Bergmann Deutsch zu lernen; mit 25 zieht er von Chicago nach Göttingen und Hamburg, um sich weiter in die Sprache zu vertiefen. Davon handeln Der die was? (2007) und Wie wer das? (2009) – zwei in Konzept, Stil und Inhalt sehr ähnliche Bücher. Der Erstling erschien 2012…

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Sebastian Haffner: Rezension der Haffner-Biografien von Uwe Soukup (2001) und Jürgen Peter Schmied (2010) – 7 Sterne – mit Video

Diese zwei Bände über Sebastian Haffner habe ich gelesen: Uwe Soukup: Ich bin nun mal ein Deutscher – Sebastian Haffner (2001) Jürgen Peter Schmied: Sebastian Haffner, Eine Biografie (2010) Uwe Soukup: Ich bin nun mal ein Deutscher – Sebastian Haffner (2001) Soukup liefert viel Zeitkolorit und Begleitumstände. Wenn ihm danach ist, beschreibt er auch Bedingungen…

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Rezension Memoiren: Geschichte eines Deutschen, von Sebastian Haffner (1939) – 4 Sterne – mit Video & Links

Voraussetzung für dieses Buch sind gute Kenntnisse der deutschen Geschichte ab 1914 und intensives Interesse an Sebastian Haffner (1907 – 1999). Weder Geschichtliches noch Persönliches schildert Haffner durchgehend und genau – der erste Teil ist ein grober historischer Abriss von 1914 – 1932, der zweite ein persönlicher Bericht von 1933. Viel gelernt habe ich nicht,…

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Filmkritik: Exit Marrakesch (2013, mit Ulrich Tukur, R Caroline Link) – 6 Sterne – mit Video & Presse-Links

Die Geschichte um den 16jährigen, altklugen Ben, der in die marokkanische Wüste ausbüchst und von seinem Theaterregisseur-Vater wieder eingefangen wird, ist dezidiert unrealistisch. Aber das spielt fast keine Rolle, denn Regisseurin Caroline Link kredenzt wie schon in Nirgendwo Afrika zwei Stunden lang prächtige Bilder, hier zumeist in Gold-metallic abgetönt. Samuel Schneider als jugendlicher Ben sieht…

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Roman-Kritik: Der Sandmann, von Bodo Kirchhoff (1992) – 6 Sterne

Die Geschichte ist hübsch, wenn auch unrealistisch konstruiert: Ein 50jähriger Frankfurter und sein vierjähriger Sohn suchen ihr junges Kindermädchen im Gassengewirr der tunesischen Hauptstadt. Die Frau des Frankfurters, eine Pensionswirtin und ein weiterer Pensionsgast spielen wichtige Nebenrollen. Alle sind irgendwie miteinander verbandelt, und erzählt wird recht widersprüchlich aus zwei verschiedenen Perspektiven. Mehrfach entstehen spannende Situationen, und…

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Rezension Novelle: Dumala, von Eduard von Keyserling (1908) – 7 Sterne

Die Land-Novelle voll unterdrückter Gefühle spielt meist im Dunkeln, Halbdunkeln oder bei Sonnenunter- und aufgang. Nur ausnahmsweise scheint grell die Sonne – während einer Beerdigung. Häufig rieseln Schnee und Dativ-es. Das alles wirkt trotz des frostigen Klimas sehr schwül – schwüler als in Keyserlings eigenen Schwülen Tagen. Es klingt sogar momentweise nach Groschenroman. Doch von…

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Rezension Novelle: Schwüle Tage, von Eduard von Keyserling (1904) – 7 Sterne

Ein reicher Gutsherr und sein verweichlichtes Söhnchen, Abiturversager, buhlen vergeblich um diverse Frauen und mühen sich krampfhaft, Haltung zu zeigen – tenue. Sie scheitern immer wieder, das Ringen um Haltung ermüdet sie. Eduard von Keyserling zeigt schön die steife, unfrohe Atmosphäre der Jahrhundertwende voller Rituale und Verlogenheiten. Mit vielen Dativ-es und aufdringlichen Beschreibungen der Sommerschwüle…

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Rezension Komödie: Eins, zwei, drei (1961, R Billy Wilder, mit James Cagney) – 6 Sterne – mit Video

Die Kalter-Krieg-Komödie um einen Coca-Cola-Manager in Berlin feuert über 115 Minuten rasant einen Gag nach dem anderen ab (Regie Billy Wilder, mit James Cagney, Horst Buchholz, Pamela Tiffin, Mitautor die bewährte Humorfachkraft I.A.L. Diamond). Oft sind es derbe politische Witze, und die Deutschen erscheinen schadenfroh als Nazi- oder Kommunistentrottel, die Russen als Wodkatrottel. Schnitt, Musik…

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Rezension Geldfälscher-Biografie: Blütenträume, von Christoph Gottwald (2010) – 4 Sterne – mit Links & Video

Hans Jürgen Kuhl fälschte die besten Dollarscheine Europas (sagt er) und saß mehrfach ein. Christoph Gottwald schrieb Kuhls Geschichte auf und präsentiert Kuhl dabei als Ich-Erzähler mit Schnodderschnauze. Nur ein Drittel der rund 330 Seiten behandeln jedoch das Geldfälschen, die Strafprozesse und die Gefängniszeit. Der Rest ist Kuhls bewegtes Leben: Vorstadtstrizzi in Köln mit Porsche;…

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Rezension Roman: Die Fälschung, von Nicolas Born (1979) – 6 Sterne – mit Presse-Links

Die Journalisten Laschen und Hoffmann reisen 1975 ins vom Krieg zerrissene Beirut. Sie sehen Schreckliches, Laschen hat nebenher eine diffuse Affäre. Der Roman wurde 1981 mit Bruno Ganz verfilmt, Regie Volker Schlöndorff. Die Erlebnisse sind extrem, doch an diesem Roman fallen vor allem der distanzierte Ton und Laschens Mentalität auf. Nicolas Born (1937 – 1979)…

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Telekom: Meine Zwangsumstellung auf VDSL und All-IP plus Fritzbox-Wechsel – so lief’s

Die Telekom kündigte meinen alten DSL-Vertrag. Ich blieb bei der Telekom und bestellte wie unvermeidlich VDSL und All-IP (Telefonieren per Internet). Als Router hatte ich eine ca. 10 Jahre alte Fritzbox 7170, die sich nicht für VDSL eignet. Den aktuellen Speedport-Router der Telekom wollte ich nicht, obwohl sie ihn mir für 35 Euro nachwerfen wollten….

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Rezension deutsche Komödie: Nach Fünf im Urwald (1995, mit Franka Potente) – 8 Sterne – mit Video

Die Komödie um große und kleine Kleinstadtspießer mit großen und kleinen Träumen, die plötzlich kiffen, untertreibt auf ganzer Linie: Unglamouröses, aber sehr lebensechtes Personal; hintergründiger Witz, der sich nicht aufdrängt, sondern schön langsam zündet; selbst wirklich groteske Szenen ohne Schrillität. Nicht nur Franka Potente spielt unterkühlt und gut als Teenagerin mit Träumen, auch ihre Filmeltern…

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Rezension Kinofilm: Beste Chance (2014, Regie Markus H. Rosenmüller, Teil 3 der Beste-Trilogie) – 5 Sterne – mit Trailer & Presse-Links

Im ersten Teil waren sie fast nur in Tandern und Hilgertshausen (Beste Zeit, 2007). In Beste Gegend, 2008, schafften sie es schon bis zum Brenner. Und Teil 3 der Trilogie spielt nun zum guten Teil in Indien: Anna Maria Sturm als Kati und die Bauernväter Andreas Giebel und Heinz-Josef Braun stolpern durch Delhi, Ashrams und…

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Kritik TV-Spielfilm: Silberhochzeit, mit Iris Berben (2006) – 7 Sterne – mit Presse-Links

Professoren, Autoren, Anwälte, ein Versicherungsmensch und ihre Partnerinnen: Sieben gutsituierte, langjährige Freunde feiern Silberhochzeit in einer repräsentativen Altbauwohnung. Doch schon mit dem ersten Gast beginnt die Schlacht der verbalen Heckenschützen. Aus Sticheleien werden zügig handfeste Beleidigungen und empörende Offenbarungen. Das Ganze erinnert deutlich an einen späteren Film des Regisseurs Geschonneck, an Südstadt mit Anke Engelke…

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Rezension Agrar-Doku: Die schöne Krista (2013) – 7 Sterne – mit Video

Krista gewinnt deutsche und europäische Schönheitswettbewerbe. Dabei sieht sie so aufgepumpt aus wie ein Bodybuilder, der ins Anabolika-Fass fiel: Krista ist eine allzu dralle, überpralle Holstein-Kuh, und der Film portraitiert den Agrarbetrieb von Kristas Besitzern, Janine und Jörg Seeger. Die Regisseure Antje Schneider und Carsten Waldbauer liefern gute, aber unaufdringliche Bilder. Jazzpianist Rainer Brüninghaus steuert…

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Rezension Deutschtürken-Doku: Wir sitzen im Süden (2010) – 7 Sterne – mit Kritiken & Video

Die 88minütige Doku porträtiert vier Deutschtürken, die in Deutschland aufwuchsen und dann in einem Istanbuler Callcenter arbeiteten – wo sie Anrufe aus Deutschland auf Deutsch beantworten. Einige dieser Deutschtürken haben einen deutschen Pass, wollen aber gar nicht mehr nach Deutschland. Andere wurden in Deutschland geboren, gingen dort zur Schule, haben aber keinen deutschen Pass mehr…

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Filmkritik: Oh Boy, mit Tom Schilling (2012) – 6 Sterne – mit Video & Links

In dem kleinen Schwarzweißfilm zieht Tom Schilling träge einen Tag und eine Nacht durch Berlin. Sein Jurastudium hat er vor zwei Jahren geschmissen, seither nichts Neues begonnen. Schilling trifft einen Reigen grotesker, rechthaberischer, teils demütigend selbstgerechter Figuren – Verkehrspsychologen, Nachbarn, Ex-Mitschüler, Alkis, Kartenkontrolleure, Kellner, Vater, Kinderzimmer-Dealer, Dampfplauderer, Schauspieler, Regisseure. Sie alle reagieren ihre Neurosen, Spannungen…

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Doku-Kritik: Die Hochstapler (Deutschland 2007) – 7 Sterne – mit Video & Links

Vier gutsituierte deutsche Betrüger erzählen in langen, ruhigen Interviews, wie sie reiche Leute um Millionen erleichterten. Alle konnten exzellent schauspielen – glaubten manchmal selber an ihre vorgetäuschten Rollen. Man fragt sich freilich, ob sie hier vor der Kamera nichts als die Wahrheit erzählen, zum Beispiel über ihre traurige Kindheit. Fast alle Interviewszenen sind unangenehm knapp…

Doku-Kritik: Die Hochstapler (Deutschland 2007) – 7 Sterne – mit Video & Links Weiterlesen »

Buchkritik: Die schreckliche deutsche Sprache/The Awful German Language, von Mark Twain (ca. 1879) – 8/10

Der US-amerikanische Erfolgsautor Mark Twain (1835 – 1910) interessierte sich schon als Jugendlicher für die deutsche Sprache und verbrachte später zweimal mehrere Monate in Deutschland. In diesem knapp 35seitigen, hoch unterhaltsamen Essay schimpft Twain heimlich verliebt über alles Missliche im Deutschen: Bandwurmwörter, Bandwurmsätze, Bandwurmsätze mit trennbaren Verben und Klammerbemerkungen, absurde Genus-Zuordnungen, ständig wechselnde Endungen je…

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Rezension rororo Bildmonographie: Oskar Maria Graf, von Georg Bollenbeck (1985) – 4 Sterne

Bollenbeck interessiert sich weniger für Details aus Oskar Maria Grafs großer Familie und seinen so unterschiedlichen Wohnorten, will nicht allgemeinverständlich erzählen. Germanist Bollenbeck betont vielmehr ideengeschichtliche, soziale und historische Entwicklungen und wickelt Schlichtes in komplizierte Ausdrücke, damit es eines Germanisten würdig ist: „Erfahrungsfond meint die Beziehung zur sozialen Umwelt als erlebte Nähe und zugleich als…

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Romankritik: Der letzte Dreh, von Pia Frankenberg (2009) – 4 Sterne – mit Presse-Links & Video

Die Autorin und Filmemacherin Frankenberg schreibt einen Roman über Autoren und Filmemacher in München und Berlin. Diese Romanfiguren verfilmen und beschreiben ihr eigenes Leben – in einem Roman, in dem die Autorin Frankenberg ihr eigenes Leben verarbeitet. Geht es noch deutscher, noch langweiliger? Nicht wesentlich. Frankenberg erzählt überwiegend keine interessante Geschichte, sondern es klingt so,…

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