Rezension TV-Spielfilm: Fremdgehen (2010) – mit Trailer – 7 Sterne

Thomas Sarbacher als verheirateter Staatsanwalt verlässt Hals über Kopf seine Frau (Antje Schmidt) und zieht mit einer türkischen Imbissbetreiberin und Putzfrau zusammen (Tanya Barut); die ist ebenfalls verheiratet und hat ein Kind. Der Mann erzeugt unlösbare Konflikte und im weiteren Verlauf könnte noch viel mehr kaputtgehen, als ohnehin zu erwarten war.

Ohne viele Worte:

Der Filmtitel beschreibt nur einen Teil der Handlung, vollständiger müsste das Kleine Fernsehspiel des ZDF so heißen: Fremdgehen und Verlassen(werden). Autorin und Regisseurin Jeanette Wagner inszeniert ruhig, ernst, es gibt längere Abschnitte ohne Reden, selbst wilde Umstürze erzeugen kaum großes Theater. Dennoch beklemmt der Film und fesselt – auch über die wenigen kriminalistischen Abschnitte hinaus.

Im Vergleich zu anderen TV-Produktionen wirkt das Ambiente banal: Die Häuser sind fad eingerichtet, Antje Schmidt trägt in der ersten Stunde nur Braun und Altrosa, später wechselt sie zu Hellgrau-Dunkelgrau. Über vielen Bildern scheint ein schmutziger Grünstich zu liegen, dunkel sind sie auch. Draußen ist es immer grau – oder es regnet.

Unstimmigkeiten:

Ein paar kleinere und größere Unstimmigkeiten bleiben im Gedächtnis: Sarbachers Figur verhält sich wiederholt sehr dumm – und das von einem Akademiker? Sein Auto im Jahr 2010 scheint keine Zentralverriegelung zu haben und Handyanrufe beantwortet er, ohne vorher aufs Display zu sehen. Sein tatsächlicher Beruf ist schwer zu erkennen, da er mal in einer Behörde und mal in einem Heimbüro arbeitet. Auch das Gegen-Techtelmechtel der beiden verlassenen Partner überzeugt nicht.

Volvofahren und dann Jointrauchen zu Bob Dylan wirkt klischiert. Warum Pferde auf der Terrasse erscheinen können, bleibt zunächst unverständlich.

Antje Schmidt überzeugt als gefasste Verliererin, die ihre Trauer hinter Lakonie und Selbstironie nicht ganz verbergen kann. Deutlich weniger Ausstrahlung hat Tanya Barut als Gegenspielerin.


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