Deutsche Komödie: Mr. Bluesman (1993, Regie Sönke Wortmann) – 4 Sterne

Brutal banal

Mir tut Kameramann Wolfgang Dickmann leid. Vor allem im ersten Filmteil zeigt er viele schöne Einstellungen, interessante Perspektiven. Doch wahrscheinlich guckt wieder kein Schwein:

Weil alle nur nach den drallen Kurven der Deborah Falconer jiepern. Haben sie sich daran sattgesehen, fällt ihnen das ungemein platte, klischeeübersättigte Drehbuch auf – und die Lästerei beginnt. Dafür aber kann Meister der Linse Dickmann nichts. Er hat schöne Bilder geschaffen in einem brutalstmöglich banalen Film: Beinfreie Guccitramperin im Mercedes-Cabrio, Luxushotel, Jeans+Sakko, Plutonium im Kofferraum, Klavier in der verrauchten Kneipe und Sex im Schaumbad, das Ende unrund und märchenhaft. Es hört gar nicht mehr auf.

Einige Pluspunkte:

Na gut, Regisseur Sönke Wortmann kredenzt ein paar interessante Actionszenen, vor allem das Motorrad auf der Alm. Und der weichgespülte Blues gefällt mir auch, quer durch den Film. Auch wenn es kein echter Blues ist und der gutgefönte Thomas Heinze nie als Blueser herüberkommt. Der Rocker im Auto erinnerte momentweise an Wortmanns so viel besseren Vorgänger „Kleine Haie“.

Im Kino floppte der Bluesmann laut Wikipedia, und auf IMDB bekommt der Film nur 4,8 von 10 Sternen – ein verheerendes Ergebnis, wenn auch bei nur 65 Stimmen (August 2014). Ich finde diese Beurteilung passend und doch muss ich sagen, trotz des Käse-Drehbuchs habe ich Mr. Bluesman bedenkenlos zu Ende gesehen.

Warum, verrate ich nicht.


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